Henri Faber – „Locked In“

Zweites Thriller-Highlight 2025 incoming – und was für eins!

Henri Faber – „Locked In“

Hab ich gerade erst über mein erstes Thriller-Highlight in diesem Jahr geschwärmt? Dann haltet euch fest – denn hier kommt direkt das nächste!

Henri Faber hat es wieder getan. Mit „Locked In“ hat er mich nicht nur in die düsteren Ecken Heidelbergs entführt, sondern auch in die tiefsten menschlichen Abgründe. Und ja – ich bin immer noch leicht atemlos.

Faber versteht sein Handwerk. Punkt.

Kaum ein anderer Autor schafft es so zuverlässig, mich schon auf den ersten Seiten völlig in den Bann zu ziehen. Es ist diese Mischung aus rasantem Erzähltempo, einer bedrückenden, fast klaustrophobischen Atmosphäre und Figuren, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Faber schreibt Thriller mit psychologischem Tiefgang – ohne viel Schnickschnack, aber mit maximaler Wirkung.

Locked In – ein Albtraum als Thrillerkonzept

Allein die Grundidee ist schon beklemmend genug: das Locked-in-Syndrom – bewusst bei vollem Verstand, aber gefangen im eigenen Körper. Ein Zustand, den man sich kaum schlimmer vorstellen kann. Und genau damit spielt Faber in diesem Thriller auf höchst spannende und verstörende Weise. Es ist kein Buch, das man mal eben nebenbei liest. Es ist ein Buch, das dich aufsaugt, dich durch die Seiten peitscht und dich immer wieder fragt: Was, wenn du nicht reden, dich nicht bewegen, aber alles fühlen und denken kannst?

Paul Maertens – nicht Everybody’s Darling, aber ein Charakter, den man spürt

Maertens ist wie gewohnt kein einfacher Typ. Kein Held im klassischen Sinne. Eher jemand, der aneckt, zweifelt, sich abkämpft. Aber genau deshalb funktioniert er für mich so gut. Er ist greifbar, echt, gebrochen – aber niemals langweilig. Und in Kombination mit den anderen Figuren, von denen manche gesucht, andere eher zufällig gefunden werden, ergibt sich ein facettenreiches und spannendes Ensemble.

Strukturell stark – in fünf Akten zur Eskalation

Die Einteilung in fünf Teile mit angenehm kurzen Kapiteln macht das Lesen zur reinsten Sucht. Man denkt sich ständig: „Nur noch eins …“ – und ehe man sich versieht, ist das Buch durch. Die Ereignisse überschlagen sich, es wird von Seite zu Seite intensiver, dunkler, wendungsreicher – und immer ein bisschen „kranker“. Genau so will ich meine Thriller: kompromisslos spannend.

Und dann dieses Ende …

Wow. Ich hatte vieles erwartet – aber nicht DAS. Faber spielt geschickt mit Erwartungen, führt Leser bewusst auf falsche Fährten und wirft am Ende alles noch einmal über den Haufen. Der fast schon kitschige Abschluss (auf die beste Weise!) bildet einen Kontrast zur düsteren Thematik und sorgt für einen bittersüßen Nachhall. Und ja – ich mochte genau das!

Fazit:

„Locked In“ ist ein Pageturner mit Substanz, ein Thriller mit Tiefgang und Tempo. Für mich persönlich wieder ein Beweis dafür, warum Henri Faber zu meinen absoluten Lieblingsautoren zählt.

Wer Thriller liebt, die psychologisch fordernd, atmosphärisch dicht und absolut packend sind, wird hier auf seine Kosten kommen.

Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern nachwirkt. Und genau deshalb: volle 5 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Also:

Lasst ihr euch von Henri Faber auch noch gefangen nehmen?

Ich verspreche euch – der Thriller lohnt sich.



One Dark Window – Die Schatten zwischen uns, von Rachel Gillig

Kennt ihr das? Da gibt es diese Bücher, die einem immer wieder empfohlen werden. Mal ganz subtil, mal mit Nachdruck – fast so, als würde die gesamte Bookstagram-Community im Chor rufen: „Lies das endlich!“

Genau so ging es mir mit „One Dark Window – Die Schatten zwischen uns“ von Rachel Gillig. Irgendwann dachte ich: Jetzt oder nie! Und was soll ich sagen? Ich habe gelesen – und wurde überrascht.

‚One Dark Window – Die Schatten zwischen uns‘, (The Shepherd King, Band 1) von Rachel Gillig

Ein Einstieg, der Geduld verlangt

Ganz ehrlich: Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Der Schreibstil ist ungewohnt, stellenweise altertümlich, beinahe lyrisch. Viele Passagen – vor allem die Gedichte – musste ich zweimal lesen, um sie wirklich zu greifen. Die Sprache ist dicht, die Sätze kunstvoll – das hat etwas Magisches, verlangte aber auch Konzentration. Wer leichte, flüssige Fantasy erwartet, wird hier vielleicht erst stolpern, bevor er verzaubert wird.

Doch dann … dann entfaltet sich die Geschichte. Und zieht einen in eine düstere, mystische Welt, aus der man nicht mehr auftauchen möchte.

Magie, wie ich sie noch nie gelesen habe

Was Rachel Gillig hier erschafft, ist keine 08/15-Magie – sondern ein komplexes, faszinierendes System. Magie entsteht durch Infektionen und manifestiert sich in Form mächtiger Karten, die Fähigkeiten verleihen: Mut. Schönheit. Unsichtbarkeit. Kontrolle. Jede Karte birgt Macht – aber auch Gefahr.

Ich liebe es, wenn Fantasy nicht nur mit Schwertern, sondern mit Ideen glänzt. Und dieses Kartensystem ist für mich definitiv ein Highlight der Reihe. Dazu kommen nebelverhangene Wälder, alte Ruinen, düstere Burgen – ein atmosphärisches Setting, das perfekt zur dunklen Grundstimmung passt.

Elspeth & der Nachtmahr

Die Ich-Erzählerin Elspeth war für mich sofort greifbar. Stark, entschlossen, aber innerlich zerrissen – denn in ihrem Kopf lebt seit Jahren ein Nachtmahr, ein uraltes, mächtiges Wesen, das ihr Fähigkeiten verleiht, sie aber auch langsam zu verschlingen droht. Ihre innere Zerrissenheit, das ständige Ringen um Kontrolle – das war intensiv und gut geschrieben.

Etwas anstrengend empfand ich den Nachtmahr selbst: Er spricht oft in Rätseln, in Reimen, fast wie ein dunkler Barde. Das passt zur düsteren Stimmung, war mir stellenweise aber etwas zu viel.

Slow Burn, der leise knistert

Natürlich gibt es auch eine Romanze – Elspeth und Ravyn, der geheimnisvolle Hauptmann. Zwischen ihnen entwickelt sich ein zartes Band, eine leise Spannung. Kein Insta-Love, keine übertriebenen Liebesszenen. Eher ein Slow Burn mit viel Raum für Entwicklung.

War es atemberaubend? Nein. Aber es war angenehm zurückhaltend – und das hat mir gefallen. Hier steht nicht die Liebe im Vordergrund, sondern die Geschichte. Und die ist stark genug, um zu tragen.

Ein blutiger Showdown & ein Cliffhanger, der nachwirkt

Gegen Ende nimmt das Tempo deutlich zu. Die letzten Kapitel sind spannend, voller Enthüllungen und gipfeln in einem düsteren Showdown, der keine Fragen offenlässt – außer: Wie komme ich schnell an Band zwei?!

Denn ja, „One Dark Window“ endet mit einem fiesen Cliffhanger, der einen mit großen Augen und pochendem Herzen zurücklässt.

Fazit:

„One Dark Window – Die Schatten zwischen uns“ ist für mich kein Wohlfühlbuch. Es ist dunkel, manchmal sperrig, oft fordernd – aber genau das macht seinen Reiz aus. Wer bereit ist, sich auf diese düstere Reise einzulassen, wird mit einer originellen Geschichte, einem faszinierenden Magiesystem und einer stimmungsvollen Welt belohnt.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen – mit einem kleinen Punktabzug für die Eingangsbarriere und den etwas übertrieben rätselhaften Nachtmahr. Aber dafür ein dickes Plus für die Atmosphäre, die Tiefe und die kreative Magie.

Ach ja – noch etwas:

Warum ist das englische Cover SO viel schöner?!

Die deutsche Ausgabe ist okay, keine Frage – aber das Original? Ein absoluter Blickfang. Gut, dass uns Buchnerds ein Cover nicht vom Lesen abhält … aber schön wär’s schon gewesen.

Band 2 „Two Twisted Crowns“ liegt schon bereit. Ich freu mich drauf.

Und ihr?

Habt ihr die Reihe schon begonnen – oder schleicht sie noch um euren SuB?


„Der dunkle Sommer“ von Vera Buck

Ein Sommer, der nachhallt – düster, intensiv und voller Abgründe

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch aufschlagt und sofort spürt: Das wird was Besonderes? So ging es mir mit „Der dunkle Sommer“ von Vera Buck. Bereits ihre vorherigen Werke haben mich begeistert, doch mit diesem atmosphärischen Thriller hat sie sich in meiner persönlichen Favoritenliste endgültig einen festen Platz gesichert.

Eine Geschichte, die wie flirrende Sommerhitze unter die Haut geht

Vera Buck entführt uns mit ihrem neuen Roman in ein flirrend heißes Geisterdorf in Südfrankreich. Es ist ein Ort, der selbst eine Geschichte zu erzählen scheint – voller Schatten, Erinnerungen und Geheimnisse, die nie ganz verschwunden sind. Mit jeder Seite spürt man die flirrende Hitze, hört die Zikaden, das dumpfe Schlagen der Kirchturmglocken und schmeckt förmlich den Staub auf der Zunge. So lebendig, so greifbar ist ihre Sprache, dass man sich selbst durch die schmalen, verlassenen Gassen wandeln sieht – an Tildas Seite, auf der Suche nach Antworten.

Ein Thriller in drei Stimmen – jede davon fesselnd

Die Geschichte entfaltet sich aus drei verschiedenen Perspektiven: eine in der Gegenwart, zwei in der Vergangenheit – und doch sind alle drei aufs Engste miteinander verwoben. Besonders gelungen fand ich die Art, wie Vera Buck unbekannte Perspektiven einstreut – kleine Kapitel, bei denen man nicht sofort weiß, wer gerade spricht. Sie sind wie Schatten, die sich langsam materialisieren und Stück für Stück ein Bild ergeben. Dieses Spiel mit Identitäten und Unsicherheiten verstärkt die Spannung enorm.

Langsames Erzähltempo, das unter die Haut geht

Was mich besonders beeindruckt hat: Vera Buck nimmt sich Zeit. Sie hetzt nicht durch die Geschichte, sondern lässt ihre Figuren atmen, fühlen, kämpfen. Diese Tiefe macht es möglich, dass man sich als Leser*in vollkommen auf die Emotionen einlassen kann – vor allem auf die Angst, die Unsicherheit und das nagende Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Und obwohl das Erzähltempo eher ruhig ist, kommt niemals Langeweile auf. Im Gegenteil: Es entsteht eine ganz eigene Art von Spannung – subtil, kriechend, aber dafür umso intensiver.

Ein Finale, das überrascht – und atemlos zurücklässt

Gegen Ende entfaltet sich ein Puzzle aus Erinnerungen, Lügen und Wahrheiten, das so raffiniert ist, dass ich gleich mehrere Male innehalten musste. Ich habe gerätselt, mitgefühlt, war wütend und schockiert. Vera Buck liefert nicht nur einen, sondern gleich mehrere Plot Twists, die mich sprachlos gemacht haben. Ja, vielleicht wirkte das eine oder andere Detail am Ende etwas konstruiert – der große Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist nicht gerade schlicht – aber für mich hat es funktioniert. Es passt zu der Gesamtwirkung des Buches: emotional, überfordernd, erschütternd – genau so, wie ein guter Thriller sein sollte.

Fazit:

„Der dunkle Sommer“ ist mehr als ein spannender Thriller. Es ist eine Reise in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele, in Erinnerungen, die sich nicht abschütteln lassen, und in die Frage, wie viel wir bereit sind zu verdrängen, um weiterzumachen. Vera Buck hat mit diesem Werk eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, die lange nachhallt.

Für mich war das Buch ein echtes Lesehighlight, das ich kaum aus der Hand legen konnte – intensiv, überraschend und absolut empfehlenswert.

5 von 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Sternen – und eine klare Empfehlung für alle, die Thriller lieben, die mehr können als bloß schocken.



Wenn der Buchblogger-Frust anklopft… Oder: Warum ich gerade ein bisschen Dampf ablassen muss

Wenn der Buchblogger-Frust anklopft…

Oder: Warum ich gerade ein bisschen Dampf ablassen muss

Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich so richtig ins Zeug legt, mit Herzblut und Leidenschaft dabei ist – und dann plötzlich das Gefühl hat, gegen eine Wand zu laufen? Tja, willkommen in meinem aktuellen Alltag als Buchbloggerin.

Denn Buchbloggerin zu sein bedeutet ja nicht einfach nur, sich mit einer Tasse Tee und einem guten Buch aufs Sofa zu fläzen (auch wenn das definitiv der angenehme Teil des Jobs ist). Nein, dahinter steckt viel mehr: ein ständig aktualisierter Kalender, ein wachsames Auge auf Neuerscheinungen, akribische Planung, liebevolle Rezensionen und – nicht zu vergessen – der regelmäßige Austausch mit Verlagen. Und meistens – wirklich meistens – ist das auch ein richtig netter, respektvoller und inspirierender Austausch. Ich habe in den letzten Jahren viele großartige Verlage und ebenso tolle Menschen kennengelernt. Da wird zusammen gelacht, gefachsimpelt, einander unterstützt. Und wenn’s mal eine Absage gibt? Hey, das gehört dazu. Alles halb so wild – solange es fair und ehrlich bleibt.

Aber aktuell… rassle ich ein kleines bisschen mit dem einen oder anderen Verlag aneinander. Nicht laut und dramatisch, sondern eher so, wie man mit dem Einkaufswagen an der Supermarktkasse irgendwo hängen bleibt: unerwartet, leicht peinlich, aber schmerzhaft genug, dass man es nicht ignorieren kann.

Auf meinem Account Spannungsmomente bin ich noch in der Aufbaufase – da sind Absagen keine Überraschung. Alles gut. Aber auf Miriprobiertdiewelt? Da war ich verwöhnt. Ja, ich geb’s zu. Die Anfragen liefen rund, die Zusammenarbeit harmonisch – und dann kam plötzlich: Funkstille. Absage auf Absage. Reihen, die ich regelmäßig bekommen habe? Plötzlich nicht mehr. Und ich? Ratlos.

Da ich ja nicht zum ersten Mal mit so einer Situation konfrontiert wurde, habe ich höflich nachgefragt. Beim letzten Mal war es nämlich einfach ein technischer Fehler – Links, die nicht korrekt übermittelt wurden. Problem erkannt, Problem gebannt, alles lief wieder. Also dachte ich, diesmal ist es wieder so ein kleiner technischer Stolperer. Aber nö. Statt einer konkreten Antwort kam erstmal: „Wir geben es weiter.“ Klingt nett, passiert aber nix. Dann hieß es, es sei alles wieder normal. Ich also wieder mutig eine Anfrage rausgeschickt – und BÄM! Direkt wieder eine Absage. Diesmal mit einer leicht genervten Antwort: Ich würde meine Anfragen zu spät stellen. Aha.

Was mich dabei richtig ärgert? Wenn dieselben Bücher Wochen später immer noch zur Auswahl stehen. Da frage ich mich schon: War ich wirklich zu spät – oder einfach nicht mehr erwünscht?

Und jetzt mal ehrlich – wäre es nicht einfacher zu sagen: „Du, deine Rezensionen gefallen uns nicht (mehr), weil XYZ“? Ich bin doch auch ehrlich in meinen Rezensionen. Ich schreibe nicht aus Zuckerwatte, sondern mit Herz und Meinung – das wird erwartet, also darf ich das auch zurückerwarten, oder?

Ich weiß, ich weiß – die Anfragenflut ist gigantisch, die Auswahl schwer. Aber wenn jemand über Jahre hinweg regelmäßig bloggt, liest, postet und Herzblut reinsteckt – dann ist ein offenes Wort wirklich das Mindeste. Für mich zumindest.

Fazit? Super schade. Und ja, ein bisschen frustrierend. Aber ich ziehe meine Konsequenz: Von mir gibt’s bei diesem Verlag keine Anfragen mehr. Nicht aus Trotz, sondern aus Selbstschutz.

So, jetzt ist es raus. Wie geht’s euch da draußen? Kennt ihr solche Situationen? Oder läuft bei euch gerade alles rund?




„Dance with the Fae Prince“ von Elise Kova

Wenn ein Buch nicht nur dein Herz berührt, sondern auch ins Regal einziehen MUSS…

Manche Geschichten liest man digital – und merkt irgendwann: Dieses Buch will ich auch physisch bei mir haben. Genau so ging es mir mit „Dance with the Fae Prince“ von Elise Kova. Erst habe ich es in einer Leserunde auf meinem PocketBook verschlungen – und dann konnte ich nicht anders: Ich musste es auch im Regal stehen haben. So wunderschön, so magisch, so besonders.

Slow Burn Romance trifft auf magische Cinderella-Vibes

Wer eine romantasy Geschichte sucht, die sich Zeit lässt, um sich zu entfalten, gleichzeitig aber tief berührt und emotional fesselt, ist hier genau richtig. „Dance with the Fae Prince“ ist eine märchenhafte Cinderella-Adaption – mit einer Protagonistin, die man einfach nur lieben kann.

Katria – eine Heldin, die man nicht vergisst

Katria ist alles andere als ein typisches Märchenmädchen. Sie ist stark, mutig, geprägt von einem Leben voller Schmerz und Verlust. Und gerade weil sie so viel durchstehen musste, kämpft sie verbissener als je zuvor für eine bessere Zukunft – für sich selbst, für die Magie, für ein Reich, das sie zu Beginn kaum versteht, aber tief in sich spürt. Ihre Entwicklung ist beeindruckend: von einer schweigsamen, zurückhaltenden Figur zu einer Frau, die bereit ist, ihr Herz aufs Spiel zu setzen – und ihr Leben, wenn es sein muss.

Ein geheimnisvoller Ehemann und ein Reich voller Gefahren

Die Dynamik zwischen ihr und dem geheimnisvollen Mann, an den sie gebunden wird, entwickelt sich mit zarter Geduld – und trifft einen dabei mitten ins Herz. Anfangs wirkt er abweisend, sogar hart. Doch je mehr man liest, desto deutlicher wird, wie viel mehr in ihm steckt. Beschützend, tiefgründig, voller innerer Widersprüche – und doch in einer Weise zu Katria hingezogen, die unausweichlich ist. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich in einem wunderbaren Slow Burn, der süchtig macht.

Die Magie – nicht nur eine Fähigkeit, sondern ein Gefühl

Was „Dance with the Fae Prince“ besonders hervorstechen lässt, ist das faszinierende Magiesystem und die märchenhaft-düstere Welt der Fae. Neblige Wälder, verborgene Kräfte, alte Bündnisse – Elise Kova hat ein Fantasy-Reich erschaffen, das mit jeder Seite lebendiger wird. Es geht nicht nur um Magie im klassischen Sinne, sondern um Verantwortung, Hoffnung, und die Frage: Wofür lohnt es sich wirklich zu kämpfen?

Emotional, spannend und zutiefst berührend

Die Geschichte ist voller Emotionen, feiner Nuancen und Wendungen, mit denen man so nicht rechnet. Besonders das letzte Drittel ließ mich atemlos zurück – ich habe gelitten, gehofft, gezittert. Und obwohl ich ahnte, dass es nicht leicht wird, hat mich der Verlauf doch überrascht.

Fazit:

„Dance with the Fae Prince“ ist ein märchenhafter Fantasyroman mit Tiefgang, der nicht auf laute Action, sondern auf leise Stärke und emotionales Wachstum setzt. Wer Slow Burn Romance liebt, Magie spüren will und starke Frauenfiguren sucht, sollte Katria unbedingt kennenlernen.

Ein mitreißender Auftakt in die „Married into Magic“-Reihe, der Lust auf mehr macht und mich mit leuchtendem Herzen zurückgelassen hat.

4,5/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️✨ Sternen – und eine große Vorfreude auf den nächsten Band.


Sieben Stunden, von Megan Miranda

Wenn sieben Stunden alles verändern – und doch so vieles ungesagt bleibt…

Megan Miranda ist für mich eigentlich eine sichere Bank. Ihre Thriller haben mich in der Vergangenheit immer wieder überzeugt – mit klug konstruierten Twists, atmosphärischem Storytelling und einem Gefühl für unterschwellige Spannung, das oft bis zur letzten Seite anhält. Umso gespannter war ich auf „Sieben Stunden. Wen würdest du retten?“, denn der Klappentext klang vielversprechend. Eine Gruppe von Überlebenden, ein traumatisches Ereignis, ein düsteres Wiedersehen – Stoff für einen Pageturner, dachte ich.

Doch diesmal: Vielversprechender Anfang, schwierige Umsetzung.

Schon nach wenigen Kapiteln merkte ich, dass mich diesmal etwas störte, das sich durch das ganze Buch ziehen sollte: Zu viele Figuren, zu wenig Tiefe. Die Gruppe der Überlebenden, die sich jedes Jahr an einem abgelegenen Ort nahe des Unfallortes trifft, wirkte auf mich blass. Kaum ein Charakter blieb hängen, die Stimmen verschwammen ineinander – was in einem Thriller mit multiplen Perspektiven problematisch ist. Die wenigen Informationen, die man zu den Einzelnen bekommt, bleiben oberflächlich. Ein Beruf hier, ein Familienstand dort – aber echte Persönlichkeiten? Fehlanzeige.

Cass – eine Protagonistin mit viel Trauma, aber wenig Greifbarkeit.

Im Zentrum steht Cass, mittlerweile 28 Jahre alt und eine der Überlebenden des folgenschweren Unfalls vor zehn Jahren. Ihre Perspektive nimmt den größten Raum ein, und obwohl sie offensichtlich emotional gezeichnet ist, konnte ich nur schwer einen Zugang zu ihr finden. Ihre Gedanken kreisen viel um das Geschehene, aber ohne klare Linie oder emotionale Tiefe, die mich wirklich erreicht hätte. Ihre Entscheidung, Jahr für Jahr an diesen Ort zurückzukehren, schien mir eher seltsam als nachvollziehbar – vor allem, da die Gruppe sich dort offenbar kaum austauscht, keine Verarbeitung stattfindet, keine Nähe entsteht. Eher ein Nebeneinanderher statt eines wirklichen Zusammenhalts.

Ein langsamer Start, der Geduld fordert.

Was mir besonders auffiel: Der Spannungsbogen lässt lange auf sich warten. Die ersten 200 Seiten ziehen sich zäh, Rückblenden in die Unfallnacht versuchen zwar Dramatik zu erzeugen, bleiben aber vage. Der kürzliche Tod eines weiteren Überlebenden – eigentlich ein zentraler Punkt – wird viel zu lange kaum thematisiert. Hier stört auch der Klappentext enorm, denn er verrät bereits entscheidende Inhalte, die im Buch selbst viel zu spät aufgegriffen werden. So wartet man ständig auf eine Entwicklung, die einfach nicht eintritt – und fühlt sich als Leser ausgebremst.

Und dann doch: ein Hoffnungsschimmer.

Erst nach besagten 200 Seiten nimmt die Geschichte Fahrt auf. Die Atmosphäre wird dichter, ein Sturm bricht los (symbolisch wie wörtlich), und die Rückblicke gewinnen an Substanz. Die Stunden nach dem Unfall werden Stück für Stück aufgedeckt, und endlich kommt so etwas wie Nervenkitzel auf. Auch eine Wendung kurz vor Schluss konnte mich nochmal positiv überraschen – zumindest ein kleines Aha-Erlebnis, das ich mir eher früher gewünscht hätte.

Fazit:

„Sieben Stunden. Wen würdest du retten?“ ist kein schlechter Thriller – aber definitiv einer, der viel Geduld verlangt. Die Idee ist stark, der Schreibstil wie gewohnt atmosphärisch, aber die Umsetzung leidet unter schwachen Figurenzeichnungen, langatmigem Aufbau und einem zu früh spoilenden Klappentext. Wer sich bis zur zweiten Hälfte durchkämpft, wird mit etwas mehr Spannung belohnt – doch für mich blieb das Gefühl, dass hier viel Potenzial verschenkt wurde.

Daher: 3 von 5 Sternen. ⭐️⭐️⭐️

Ein Buch mit Licht und Schatten – und der Hoffnung, dass Megan Miranda beim nächsten Mal wieder zu ihrer gewohnten Form zurückfindet.




Katie Kento – Hotel Ambrosia: Du. Entkommst. Nicht.

Ich hab’s endlich getan! Nach all den BookTok-Videos, all den überschwänglichen Empfehlungen und all den düsteren Zitaten, die mir gefühlt auf jeder zweiten Instagram-Seite begegnet sind, ist Hotel Ambrosia nun endlich vom SUB befreit worden. Und ehrlich? Ich hab mich richtig darauf gefreut, in diese unheimliche Geschichte einzutauchen. Mein Gefühl: Das wird creepy. Und spannend. Und sehr, sehr anders.

Ein True-Crime-Rätsel mit Horrorhotel-Setting, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Katie Kento – Hotel Ambrosia: Du. Entkommst. Nicht.

Schon nach den ersten Seiten war klar – dieses Hotel ist kein Ort, an dem man freiwillig Urlaub macht. Es ist vielmehr ein Charakter für sich, ein atmender, dunkler Organismus, der Erinnerungen frisst und Geheimnisse wie Spinnweben zwischen seinen Wänden aufspannt. Das Ambrosia verschlingt seine Bewohner und spuckt sie zu den Füßen der Toten aus. Ein Satz, der mir beim Lesen eine Gänsehaut beschert hat – und der die düstere Seele dieses Romans perfekt einfängt.

Die 17-jährige Robyn, unsere Protagonistin, ist alles andere als eine klassische Ermittlerin. Aufgrund einer chronischen Erkrankung ist sie an ihre Wohnung gefesselt – genauer gesagt: an das Fenster, von dem aus sie das Ambrosia beobachtet. Tag für Tag. Als stille Beobachterin des Bösen. Ihre Faszination für True Crime trifft hier auf einen Armchair Detective-Trope, wie er atmosphärischer kaum sein könnte. Robyn kennt die Schattenseiten des Hotels besser als die meisten – und als sie Zeugin einer Entführung wird, beginnt für sie ein psychologisch dichtes Spiel mit der Wahrheit. Denn das Opfer ist ihr nicht fremd.

Doch was tun, wenn man nicht selbst eingreifen kann? Robyns Lösung heißt AJ – ein Jugendlicher mit rauer Schale, trauriger Vergangenheit und einem großen Herzen. Gemeinsam bilden die beiden ein ungewöhnliches Team, das in bester Detective-Duo-Dynamik zwischen Scharfsinn, Humor und unterschwelliger Anspannung hin- und herpendelt. AJ ist herrlich direkt, trägt aber ein Geheimnis mit sich, das man als Leser Stück für Stück entdecken darf. Zwischen ihm und Robyn entwickeln sich keine typischen romantischen Verwicklungen – vielmehr eine intensive Verbundenheit, geprägt von gegenseitigem Respekt und einem Funken gegenseitiger Rettung.

Katie Kento erschafft mit dem Ambrosia einen Schauplatz, der sich anfühlt wie ein Echo realer Orte – man denkt unweigerlich ans Cecil Hotel in L.A., dessen dunkle Geschichte durch Dokus und urbane Legenden Kultstatus erreicht hat. Diese Parallelen webt die Autorin geschickt ein, lässt Realität und Fiktion verschwimmen, sodass man manchmal vergisst, dass man “nur” einen Roman liest.

Die Spannung zieht sich wie ein dunkler Faden durch das gesamte Buch. Kein Moment bleibt unbelastet, keine Szene wirkt beliebig. Es ist dieses stetige Gefühl, dass hinter jeder Tür etwas lauern könnte – eine Wahrheit, ein Monster, ein Teil von Robyn selbst. Die Auflösung? Ein Twist, der mich komplett kalt erwischt hat. Ehrlich, ich habe die Seiten mehrfach zurückgeblättert, weil ich einfach sicher sein musste, dass da wirklich das stand, was ich gelesen hatte. Grandios konstruiert, perfide in seiner Logik, und trotzdem so stimmig, dass man nur fassungslos den Kopf schütteln kann. Das sind die Wendungen, für die ich Jugendthriller liebe.

Kleiner Wermutstropfen: Einige Passagen in der Mitte hätten etwas mehr Tempo vertragen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau – denn die Atmosphäre, das raffinierte Rätselspiel und die dichte Figurenzeichnung machen das locker wett.

Hotel Ambrosia ist ein atmosphärischer, psychologisch dichter Jugendthriller, der Horror und Krimi auf kluge Weise miteinander verwebt. Wer sich gern in düsteren Geheimnissen verliert, wer unzuverlässige Erzähler liebt und ein Faible für fiktive True-Crime-Vibes hat, wird hier absolut auf seine Kosten kommen. Für mich war es ein Pageturner mit echter Gänsehaut-Garantie.

4/5 Sterne – und eine dicke Leseempfehlung für alle, die sich trauen, ins Ambrosia einzuchecken.