Karen A. Moon – Shadowed Wings: A Court of Darkness and Shadows 1

Karen A. Moon ist für mich inzwischen einfach eine feste Größe, wenn es um Fantasy geht. Schon ihre Reihe „A Throne of Roses and Thorns“ hat mich komplett begeistert und genau deshalb war für mich sofort klar, dass ich auch ihren neuen Reihenauftakt lesen muss. Als dann noch Drachen, Fae und Magie ins Spiel kamen, war es ohnehin um mich geschehen. Ehrlich gesagt hätte es den Klappentext wahrscheinlich gar nicht mehr gebraucht. 😅

Meine Vorfreude auf „Shadowed Wings“ war entsprechend riesig. Umso gespannter war ich natürlich, ob mich Karen A. Moon auch dieses Mal wieder so in ihre Welt ziehen kann.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ora, eine junge Fae, die als Heilerin in einem kleinen, friedlichen Dorf lebt. Ihr Leben gerät jedoch völlig aus den Fugen, als ihr Ziehvater ermordet wird. Alles deutet darauf hin, dass ein Drache hinter der Tat steckt. Für Ora gibt es deshalb nur ein Ziel: Sie will den Mörder finden und die Wahrheit herausfinden. Um diesem Ziel näherzukommen, beginnt sie die gefährliche Ausbildung zur Drachenreiterin – eine Entscheidung, die ihr Leben komplett verändern wird.

Schon diese Ausgangssituation hat mich neugierig gemacht. Drachen stehen bei mir ohnehin fast automatisch hoch im Kurs und ich liebe Geschichten, in denen sie nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern wirklich eine tragende Rolle übernehmen.

Trotzdem brauchte ich ein paar Kapitel, bis ich richtig in der Geschichte angekommen war.

Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag. Es war eher dieses Gefühl, dass die Handlung ihren eigenen Rhythmus noch nicht gefunden hatte. Vieles wurde eingeführt, neue Begriffe, Figuren und Orte prasselten auf mich ein und ich musste mich erst einmal orientieren. Dadurch kam der Lesefluss für mich zu Beginn noch nicht ganz in Gang.

Zum Glück änderte sich das relativ schnell.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr entwickelte sie ihren ganz eigenen Sog. Plötzlich wollte ich immer wissen, welche Geheimnisse als Nächstes ans Licht kommen und wie die vielen Puzzleteile am Ende zusammenpassen würden.

Besonders gefallen hat mir die Welt, die Karen A. Moon erschaffen hat. Brysalia wirkt groß, geheimnisvoll und steckt voller Möglichkeiten. Drachen, Fae, Gestaltwandler, Götter, verschiedene Reiche und eine geheimnisvolle Akademie – es gibt unglaublich viel zu entdecken.

Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Autorin ihrer Welt fast ein bisschen zu viel Gutes tun wollte.

Immer wieder kamen neue Elemente hinzu, sodass ich zwischendurch dachte: Okay, jetzt reicht es vielleicht erst einmal. Nicht, weil die Ideen schlecht gewesen wären – ganz im Gegenteil. Viele davon fand ich richtig spannend. Aber stellenweise wirkte es auf mich etwas überladen, weil ständig neue Aspekte dazukamen, bevor die vorherigen vollständig greifbar wurden.

Trotzdem verliert die Geschichte nie ihren Unterhaltungswert.

Das liegt vor allem am angenehm flüssigen Schreibstil. Karen A. Moon erzählt sehr leicht und bildhaft, sodass die Seiten trotz der vielen Informationen erstaunlich schnell verflogen sind. Gerade in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Mit Ora hatte ich dagegen ein kleines Auf und Ab.

Ich mochte ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Sie gibt nicht auf, stellt sich Herausforderungen und kämpft für die Menschen, die ihr wichtig sind.

Gleichzeitig gab es aber immer wieder Situationen, in denen ich ihre Entscheidungen einfach nicht nachvollziehen konnte. Oft handelte sie sehr impulsiv und stürzte sich kopfüber in gefährliche Situationen, ohne lange nachzudenken. Das hat sie zwar authentisch wirken lassen, mich als Leserin aber mehr als einmal den Kopf schütteln lassen.

Dadurch blieb zwischen uns eine kleine emotionale Distanz bestehen.

Ganz anders ging es mir mit Lunara.

Ich glaube, spätestens seit Fourth Wing ist klar, dass Drachen in Büchern bei mir ohnehin einen kleinen Bonus haben. 😅 Aber Lunara hat mein Herz wirklich im Sturm erobert. Jede Szene mit ihr hat mir unglaublich viel Freude bereitet und ich freue mich jetzt schon darauf, im nächsten Band noch mehr von ihr zu lesen.

Natürlich darf auch Caelen nicht unerwähnt bleiben.

Er gehört definitiv in die Kategorie geheimnisvoll, gefährlich und schwer einzuschätzen. Lange wusste ich nicht, ob ich ihm vertrauen soll oder lieber nicht. Genau dieses Spiel mit den Grauzonen hat mir gut gefallen und ich bin gespannt, welche Rolle er im weiteren Verlauf der Reihe noch spielen wird.

Auch die Romance entwickelt sich angenehm langsam. Sie drängt sich nie in den Vordergrund, sondern wächst Stück für Stück mit der Handlung mit. Das mochte ich sehr, weil der Fokus dadurch weiterhin auf der eigentlichen Geschichte, den Geheimnissen und der Welt lag.

Das Finale war dann noch einmal ein echtes Feuerwerk.

Einerseits passiert unglaublich viel und einige Wendungen haben mich wirklich überrascht. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass hier sehr viele Handlungsstränge gleichzeitig zusammenlaufen sollten. Für meinen Geschmack wäre an manchen Stellen etwas weniger tatsächlich mehr gewesen. Manche Entwicklungen hätten ruhig noch ein wenig Raum bekommen dürfen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Gestört hat mich das am Ende aber nicht so sehr, dass es meinen Gesamteindruck verschlechtert hätte.

Denn trotz kleiner Schwächen hat Shadowed Wings genau das geschafft, was ein Reihenauftakt für mich schaffen sollte: Es hat mich neugierig gemacht.

Ich möchte wissen, wie Oras Geschichte weitergeht, welche Geheimnisse Brysalia noch bereithält und welche Rolle Caelen, Lunara und die Drachen künftig spielen werden.

Und genau deshalb freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Ein gelungener Auftakt für alle, die Drachen, Fae, Magie und geheimnisvolle Fantasywelten lieben. Der Einstieg braucht zwar etwas Zeit und die Fülle an Ideen wirkt stellenweise leicht überladen, dafür überzeugt die Geschichte mit einem flüssigen Schreibstil, spannenden Wendungen und einer Welt, in der es noch unglaublich viel zu entdecken gibt.

Nicht jede Entscheidung von Ora konnte ich nachvollziehen, dafür hat Lunara mein Herz im Sturm erobert und die zweite Hälfte des Buches konnte mich komplett mitreißen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wohin Karen A. Moon ihre Figuren im nächsten Band führen wird.

4 von 5 schwarzen Herzen. 🖤



Marie Graßhoff – I Am the Blade (House of Blades 1)

Es gibt Bücher, auf die freut man sich monatelang – und dann überraschen sie einen trotzdem komplett. Genau so ging es mir mit I Am the Blade.

Ich hatte das Buch schon länger auf meiner Wunschliste. Überall auf Bookstagram wurde davon geschwärmt und irgendwann konnte ich einfach nicht mehr daran vorbeigehen. Eigentlich hatte ich eine richtig gute Romantasy erwartet. Bekommen habe ich aber viel mehr als das.

Alles begann tatsächlich mit einem Bild. Beim Scrollen durch Instagram blieb ich an einer Illustration hängen – eine junge Frau mit violetten Haaren vor einer düsteren Kulisse. Je öfter ich das Buch anschließend in meinem Feed gesehen habe, desto neugieriger wurde ich. Die Begeisterung war riesig, die Erwartungen entsprechend auch. Und trotzdem hätte ich nicht damit gerechnet, wie sehr mich diese Geschichte am Ende packen würde.

Im Mittelpunkt steht Seren, eine Assassine, die dem sogenannten Haus dient. Ihre Aufgabe ist es, Menschen zu richten, die das Gleichgewicht der Welt bedrohen. Das Besondere dabei: Nach jedem Auftrag nimmt sie die Seele ihres Opfers in sich auf und kann diese später als Waffe einsetzen. Allein diese Idee fand ich schon unglaublich spannend und erfrischend anders.

Doch dann tötet sie den Rebellen Vale – oder zumindest glaubt sie das. Seine Seele wird zu ihrer mächtigsten Waffe, weigert sich jedoch hartnäckig, sich ihr zu unterwerfen. Stattdessen kommentiert Vale alles, stellt Seren infrage und macht ihr das Leben ordentlich schwer. Allein diese Dynamik zwischen den beiden hat mich unglaublich gut unterhalten.

Was ich überhaupt nicht erwartet hatte, war der Krimi-Anteil der Geschichte. Ich war fest davon ausgegangen, eine klassische Romantasy zu lesen. Stattdessen gibt es mysteriöse Mordfälle, Intrigen, Verrat und politische Machtspiele, die sich durch die gesamte Handlung ziehen. Ständig hatte ich neue Verdächtige, habe Theorien aufgestellt und war überzeugt, den Durchblick zu haben – nur um wenig später wieder komplett umdenken zu müssen. Genau solche Geschichten liebe ich.

Besonders begeistert hat mich außerdem das Worldbuilding. Anfangs musste ich mich zwar erst einmal orientieren. Marie Graßhoff erklärt ihre Welt nicht bis ins kleinste Detail, sondern wirft einen mitten hinein. Das hat mir die ersten Kapitel ehrlich gesagt etwas erschwert, weil ich mich erst an die Regeln, Begriffe und Zusammenhänge gewöhnen musste. Sobald dieser Knoten aber geplatzt war, wollte ich diese Welt gar nicht mehr verlassen.

Immer wieder musste ich an Anime wie Noragami oder Soul Eater denken. Nicht, weil sich die Geschichten ähneln, sondern wegen dieser besonderen Mischung aus Seelen, Waffen und übernatürlichen Kräften. Trotzdem hat I Am the Blade seinen ganz eigenen Stil und fühlt sich nie wie eine Kopie an.

Auch die Figuren konnten mich überzeugen. Seren ist stark, entschlossen und trotzdem alles andere als unfehlbar. Gerade ihre Zweifel und inneren Konflikte machen sie unglaublich greifbar. Und dann ist da Vale. Ich wusste bis zum Schluss nie so genau, ob ich ihn sympathisch finden oder ihm lieber misstrauen sollte. Genau das macht ihn aber so interessant.

Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass die Romance nie die eigentliche Handlung überlagert. Natürlich gibt es einen Hate-to-Love-Aspekt und natürlich knistert es zwischen Seren und Vale. Aber ihre Beziehung entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Es geht nicht um Liebe auf den ersten Blick, sondern um Vertrauen, das sich erst nach und nach entwickelt. Genau das hat für mich hervorragend funktioniert.

Ein riesiger Pluspunkt ist für mich außerdem die Liebe zum Detail, die Marie Graßhoff in dieses Projekt gesteckt hat. Man merkt einfach, dass hier unglaublich viel Herzblut drinsteckt. Eine eigene Spotify-Playlist, Zusatzmaterial, eine Community auf dem Neon-Gang-Discord und dann natürlich die wunderschöne Gestaltung. Besonders beeindruckend finde ich, dass die Autorin viele grafische Elemente selbst gestaltet hat. Dieses Gesamtpaket macht das Buch noch einmal zu etwas Besonderem.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt bleibt tatsächlich der Einstieg. Durch das komplexe Worldbuilding brauchte ich ein paar Kapitel, bis ich vollständig angekommen war. Rückblickend hat sich diese kleine Eingewöhnungszeit aber absolut gelohnt.

Fazit

I Am the Blade hat mich komplett überrascht. Ich habe eine spannende Romantasy erwartet und eine Geschichte bekommen, die Fantasy, Krimi, Intrigen, politische Machtspiele und eine langsam entstehende Liebesgeschichte auf unglaublich gelungene Weise miteinander verbindet. Das außergewöhnliche Magiesystem, die düstere Atmosphäre und die Dynamik zwischen Seren und Vale haben dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Für mich ist das einer der stärksten Fantasy-Auftakte, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Jetzt bleibt mir nur eines: sehnsüchtig auf Band 2 warten. Und ehrlich gesagt freue ich mich jetzt schon riesig auf die Rückkehr in diese Welt.

4,5 von 5 🖤


Helen Scheuerer – Fate and Furies (Die Legenden von Thezmarr 3)

Es gibt Reihen, bei denen ich nach jedem Band denke: Jetzt kann es eigentlich nicht mehr besser werden.

Und dann kommt Helen Scheuerer um die Ecke und beweist mir das Gegenteil.

Die Legenden von Thezmarr ist für mich längst zu einer absoluten Herzensreihe geworden. Seit dem ersten Band liebe ich diese Welt, ihre Figuren und die Mischung aus epischer Fantasy, actionreichen Kämpfen und einer Liebesgeschichte, die einem regelmäßig das Herz bricht. Nach diesem unfassbar gemeinen Cliffhanger aus Band zwei musste ich deshalb gar nicht lange überlegen. Das Buch war kaum bei mir angekommen, da hatte ich es auch schon aufgeschlagen.

Der Einstieg fiel mir unglaublich leicht. Ich war sofort wieder mittendrin und hatte das Gefühl, Thea und ihre Gefährten nie wirklich verlassen zu haben. Die Geschichte knüpft direkt an die Ereignisse des zweiten Bandes an. Thea verfolgt nur noch ein Ziel: Wilder finden. Den Mann, dem sie vertraut hat, den sie geliebt hat und von dem sie überzeugt ist, dass er sie und das gesamte Königreich verraten hat.

Was mir in diesem Band besonders aufgefallen ist: Thea wird von ihrer Wut regelrecht aufgefressen. Ich konnte ihre Gefühle absolut nachvollziehen. Nach allem, was passiert ist, wäre vermutlich niemand einfach zur Tagesordnung übergegangen. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Ihr werden Hinweise gegeben, Wahrheiten liegen direkt vor ihr und trotzdem hält sie lange an dem fest, woran sie glauben möchte. Das hat sie für mich dieses Mal deutlich impulsiver und teilweise auch egoistischer wirken lassen als in den vorherigen Bänden.

Gerade dadurch merkt man aber auch, dass Helen Scheuerer ihren Figuren erlaubt, Fehler zu machen. Thea ist keine perfekte Heldin. Sie trifft Entscheidungen aus Schmerz, aus Enttäuschung und manchmal auch aus blindem Hass. Das macht sie menschlich, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen konnte.

Während Thea versucht, Wilder zur Strecke zu bringen, wird immer deutlicher, dass hinter allem viel mehr steckt als ein einzelner Verrat. Mit jeder neuen Enthüllung beginnt nicht nur Thea an allem zu zweifeln, sondern auch ich als Leserin. Irgendwann wusste ich selbst nicht mehr, wem ich eigentlich noch vertrauen soll. Genau dieses ständige Hinterfragen hat für mich einen riesigen Teil der Spannung ausgemacht. Kaum glaubte ich, endlich den Durchblick zu haben, kam die nächste Information, die wieder alles auf den Kopf gestellt hat.

Auch Wilder bleibt eine unglaublich spannende Figur. Nach Band zwei wollte ich unbedingt verstehen, warum er getan hat, was er getan hat. Einige Antworten bekommt man tatsächlich, gleichzeitig bleiben aber noch genug Geheimnisse offen, um die Spannung hochzuhalten. An einer Stelle ging mir allerdings etwas zu schnell, wie sich das Vertrauen zwischen ihm und Thea langsam wieder aufbaut. Nach allem, was zwischen ihnen passiert ist, hätte ich mir gewünscht, dass dieser Prozess etwas mehr Zeit bekommt. Die Chemie zwischen den beiden ist trotzdem nach wie vor spürbar und die romantischen Momente haben mir wieder richtig gut gefallen. Der Spice hält sich dieses Mal angenehm im Hintergrund und drängt die eigentliche Handlung nie in den Schatten.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Kipp und Cal wieder deutlich mehr Raum bekommen. Die beiden gehören für mich inzwischen zu den Highlights der gesamten Reihe. Sie bringen genau den Humor mit, den die Geschichte an vielen Stellen braucht, sprechen unbequeme Wahrheiten aus und stehen Thea trotzdem bedingungslos zur Seite. Solche Nebenfiguren machen eine Fantasywelt für mich erst richtig lebendig.

Auch die Handlung entwickelt sich in diesem Band noch einmal enorm weiter. Aus einer persönlichen Geschichte wird immer mehr ein Kampf um ganze Königreiche. Intrigen, politische Machtspiele, alte Geheimnisse und neue Bündnisse sorgen dafür, dass sich die Welt ständig erweitert. Gleichzeitig verliert Helen Scheuerer nie den Überblick. Trotz der vielen Figuren und Handlungsstränge wirkte nichts überladen, sondern alles sinnvoll miteinander verknüpft.

Besonders beeindruckt mich nach wie vor das Worldbuilding. Mit jedem Band entdeckt man neue Facetten dieser Welt und merkt, wie viel Arbeit und Liebe zum Detail darin steckt. Alles wirkt durchdacht und lebendig, ohne dass man von endlosen Erklärungen erschlagen wird.

Und dann kam dieses Ende.

Eigentlich sollte ich inzwischen wissen, dass Helen Scheuerer Cliffhanger liebt. Trotzdem saß ich nach der letzten Seite wieder sprachlos da und habe das Buch einfach nur angestarrt. Wie kann man eine Geschichte bitte genau an dieser Stelle enden lassen?

Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als sehnsüchtig auf den nächsten Band zu warten.

Fate and Furies ist für mich ein unglaublich starker dritter Band, der die Geschichte konsequent weiterentwickelt und die Welt von Thezmarr noch einmal größer macht. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung von Thea nachvollziehen konnte, haben mich die Handlung, die vielen Wendungen und die großartigen Nebenfiguren komplett mitgerissen. Für mich bleibt diese Reihe eine absolute Herzensreihe und ich freue mich jetzt schon darauf, endlich wieder nach Thezmarr zurückzukehren.

4,5 von 5 🖤


Secret – Du sollst mich fürchten von S.T. Abby

Ein Hype, um den man auf Bookstagram gerade scheinbar nicht herumkommt. Aber ist er das eigentlich wert?

Ich hatte das Gefühl,  in den letzten Wochen wirklich überall zu sehen. Begeisterte Beiträge, Storys, Lesestatus und natürlich ständig der Satz: „Du MUSST diese Reihe lesen.“

Na gut. Ich bin ja leicht zu beeinflussen. Zumindest bei Büchern. 😂

Also habe ich Band 1 angefangen und wollte eigentlich nur mal kurz reinlesen. Tja.

Kurz reinlesen. Wir kennen es alle.

Ein paar Stunden später hatte ich nicht nur den ersten, sondern direkt auch den zweiten Band gelesen. Damit wäre die Frage nach dem Suchtpotenzial vermutlich schon beantwortet. 😅

Im Mittelpunkt steht Lana Myers. Jung, erfolgreich, zurückgezogen und auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht unbedingt die Frau, bei der man sofort denkt: meistgesuchte Serienkillerin des Landes.

Aber genau das ist sie.

Lana hat eine Liste. Und auf dieser Liste stehen Männer aus derselben Kleinstadt, die vor zehn Jahren etwas Unaussprechliches getan haben. Was genau damals passiert ist, erfahren wir zunächst nur häppchenweise. Kleine Erinnerungen, Andeutungen und einzelne Informationen, die langsam ein Bild entstehen lassen.

Und genau diese Brotkrumen haben bei mir hervorragend funktioniert.

Denn natürlich wollte ich wissen, was passiert ist. Warum Lana tut, was sie tut. Und vor allem, wer noch auf ihrer Liste steht.

Während Lana also ziemlich blutig ihre Vergangenheit aufarbeitet, lernt sie Logan Bennett kennen.

Logan arbeitet beim FBI. Als Profiler. Und jagt Serienkiller.

Ihr erkennt das Problem? 😂

Ganz ehrlich, allein diese Ausgangssituation hat schon einen enormen Unterhaltungswert. Logan ahnt natürlich nicht, wen er da gerade in sein Leben lässt, während Lana plötzlich Gefühle für ausgerechnet den Mann entwickelt, der beruflich Menschen wie sie jagt.

Kann man sich eigentlich einen ungünstigeren Mann zum Verlieben aussuchen?

Vermutlich. Aber man müsste sich schon Mühe geben. 😅

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Tempo der Geschichte. Die Kapitel sind kurz, die Sätze oft knapp und am Ende wartet gefühlt ständig der nächste kleine Cliffhanger. Dadurch entsteht ein unglaublicher Lesesog.

„Nur noch ein Kapitel“ funktioniert hier übrigens überhaupt nicht.

Die Kapitel sind so kurz, dass man sich permanent selbst belügt.

Ach komm, eins geht noch. Und noch eins. Und plötzlich ist das Buch vorbei.

Der Schreibstil von  liest sich unglaublich leicht und flüssig. Es gibt kaum Stellen, an denen die Handlung wirklich zur Ruhe kommt. Ständig bekommt man neue Informationen, begleitet Lana oder erhält Einblicke in Logans Ermittlungen.

Genau diese Schnelllebigkeit ist für mich gleichzeitig die größte Stärke und eine kleine Schwäche des Buches.

Denn so sehr ich durch die Seiten geflogen bin, so wenig Zeit bleibt teilweise, um wirklich tief in die Figuren einzutauchen.

Gerade bei Lana hätte ich mir stellenweise noch mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle gewünscht. Natürlich erfahren wir einiges über sie, aber vieles aus ihrer Vergangenheit bleibt zunächst bewusst verborgen.

Auch Logan und sein Ermittlerteam konnten mich neugierig machen, blieben für mich in diesem ersten Band aber noch etwas an der Oberfläche.

Ich vermute allerdings, dass sich genau das im Laufe der Reihe ändern wird. Immerhin besteht die Geschichte aus mehreren Bänden und ich habe das Gefühl, dass wir mit jedem Teil ein weiteres Stück der Figuren kennenlernen werden.

Auch beim Setting hätte ich gerne etwas mehr bekommen.

Die Orte bleiben häufig eher Kulisse und ich hatte selten ein wirklich klares Bild vor Augen.

Aber dann stehe ich wieder da und denke mir: Was erwarte ich eigentlich von einem Buch mit so wenigen Seiten? 😂

Secret ist ein Snack.

Ein blutiger, leicht verstörender Snack mit Spice.

Und Snacks sollen mich schließlich nicht fünf Stunden lang beschäftigen. Ich möchte sie inhalieren und mich danach fragen, wo eigentlich der Rest ist.

Genau das ist hier passiert.

Ich bin tatsächlich ein bisschen unschlüssig, ob ich mir längere Bände gewünscht hätte. Mehr Seiten hätten natürlich mehr Raum für Charakterentwicklung, Setting und Tiefe geboten.

Aber seien wir ehrlich: Dann hätte ich am Ende vielleicht wieder gemeckert, dass man die Geschichte hätte straffen können.

Man kann es mir offensichtlich auch nicht recht machen. 😂

Was die Genre-Einordnung angeht, würde ich die Reihe übrigens deutlich eher als Thriller mit Liebesgeschichte einordnen. Im englischsprachigen Raum wird sie häufig im Dark-Romance-Bereich genannt, aber nach unserem deutschen Verständnis von Dark Romance passt diese Bezeichnung für mich nicht wirklich.

Es gibt Spice. Es gibt eine Liebesgeschichte.

Aber der eigentliche Kern ist für mich ganz klar Lana, ihre Rache und Logans Ermittlungen.

Und ja, es wird blutig.

Lana verteilt schließlich keine höflich formulierten Beschwerdebriefe an die Männer auf ihrer Liste. 😅

Nach dem ersten Band bleiben noch unglaublich viele Fragen offen. Wir wissen längst nicht alles über Lanas Vergangenheit und auch die Ermittlungen stehen noch ziemlich am Anfang.

Dann kommt dieses Ende.

Dieser Cliffhanger.

Und plötzlich versteht man, warum so viele die Bücher direkt hintereinander lesen.

Ich jedenfalls habe Band 2 unmittelbar danach angefangen und ebenfalls an diesem Nachmittag beendet. Ups. 😂

Ist der Hype also gerechtfertigt?

Nach dem ersten Band kann ich zumindest sagen: Ich verstehe ihn.

Die Geschichte ist schnell, spannend, blutig und besitzt einen enormen Suchtfaktor. Mir fehlt bisher noch etwas Tiefe bei den Figuren und beim Setting, aber gleichzeitig habe ich beide erschienenen Bände innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Das spricht vermutlich für sich.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Lana und Logan weiterentwickeln und vor allem, welche Wahrheiten noch ans Licht kommen werden.

Ein richtig guter, süchtig machender Reihenauftakt und der perfekte Thriller-Snack für zwischendurch.

4 von 5 schwarzen Herzen. 🖤


Amber V. Nicole – The Wrath of the Fallen (Götter & Monster 4)

Es gibt Reihen, bei denen freut man sich auf den nächsten Band. Und dann gibt es Reihen, bei denen man den Erscheinungstag wochenlang im Kalender markiert, jede kleine Ankündigung verfolgt und innerlich schon längst weiß, dass an diesem Tag sowieso nichts anderes mehr passieren wird. Götter & Monster gehört für mich ganz klar in die zweite Kategorie. Seit dem ersten Band liebe ich diese Reihe einfach und jedes neue Buch fühlt sich ein bisschen so an, als würde man nach Hause kommen – nur eben in eine Welt voller Götter, Monster, Chaos und emotionalem Herzschmerz.

Entsprechend groß war natürlich auch meine Vorfreude auf The Wrath of the Fallen. Nach den Ereignissen des dritten Bandes musste ich einfach wissen, wie es mit Samkiel und Dianna weitergeht. Und ganz ehrlich? Kaum hatte ich das Buch in den Händen, war alles andere erst einmal nebensächlich. Ich wollte einfach nur zurück in diese Welt.

Die Geschichte knüpft direkt an die Ereignisse des Vorgängers an. Der Krieg rückt immer näher und inzwischen geht es längst nicht mehr nur darum, einzelne Kämpfe zu gewinnen. Es steht das Schicksal ganzer Reiche auf dem Spiel. Samkiel hat seine Macht zurückerlangt, doch genau das bringt neue Probleme mit sich. Denn mit der Macht wächst auch die Dunkelheit in ihm und immer wieder stellt sich die Frage, wie lange er sie noch kontrollieren kann. Gleichzeitig erfährt Dianna endlich mehr über ihre Vergangenheit und ihre Herkunft. Fragen, die die Reihe schon seit Beginn begleiten, werden langsam beantwortet und genau das hat mir unglaublich gut gefallen.

Was ich an dieser Reihe so liebe, ist die Tatsache, dass sie trotz aller epischen Schlachten nie vergisst, worauf es eigentlich ankommt: die Figuren. Natürlich gibt es spektakuläre Kämpfe, Magie und Götter, die ganze Welten erschüttern können. Aber im Mittelpunkt stehen für mich immer Samkiel, Dianna und all die Menschen, die sie begleiten. Genau deshalb treffen einen die emotionalen Momente jedes Mal mitten ins Herz.

Samkiel gehört inzwischen ohne Zweifel zu meinen liebsten Fantasy-Charakteren. Er ist mächtig, furchteinflößend und gleichzeitig unglaublich verletzlich. Seine Zweifel wirken nie künstlich, sondern vollkommen nachvollziehbar. Man merkt auf jeder Seite, wie schwer die Verantwortung auf seinen Schultern lastet und wie groß seine Angst ist, genau die Menschen zu verlieren, die ihm am meisten bedeuten. Gerade dieser innere Kampf zwischen Licht und Dunkelheit macht ihn für mich so spannend. Er ist kein perfekter Held, sondern jemand, der jeden Tag darum kämpfen muss, nicht an sich selbst zu zerbrechen.

Aber auch Dianna hat mich wieder vollkommen überzeugt. Ich mochte sie schon im ersten Band unglaublich gern, doch hier gewinnt ihre Figur noch einmal deutlich an Tiefe. Endlich erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit und vieles ergibt plötzlich Sinn. Gleichzeitig bleibt sie genau die starke, schlagfertige und manchmal herrlich impulsive Frau, die ich von Anfang an ins Herz geschlossen habe. Sie lässt sich nicht kleinmachen, trifft ihre eigenen Entscheidungen und wächst trotzdem immer weiter an den Herausforderungen, die vor ihr liegen.

Besonders begeistert mich nach wie vor die Beziehung zwischen den beiden. Natürlich knistert es gewaltig und auch der Spice kommt nicht zu kurz, aber ihre Verbindung lebt für mich von etwas ganz anderem. Von Vertrauen, Loyalität und der Bereitschaft, füreinander durchs Feuer zu gehen. Ihre Beziehung fühlt sich nie oberflächlich an. Sie streiten, sie zweifeln, sie verletzen sich gegenseitig und trotzdem merkt man in jeder gemeinsamen Szene, wie tief ihre Gefühle füreinander inzwischen geworden sind. Genau deshalb gehören Samkiel und Dianna inzwischen zu meinen absoluten Lieblingspaaren im Fantasybereich.

Und dann ist da natürlich noch die Found Family. Ich glaube, kaum eine Reihe hat es geschafft, dass mir die Nebenfiguren genauso sehr ans Herz wachsen wie die Hauptcharaktere. Cameron, Xavier, Reggie – inzwischen freue ich mich jedes Mal, wenn sie auftauchen. Ihre Dynamik lockert die Geschichte immer wieder auf und sorgt dafür, dass zwischen all den düsteren Ereignissen auch Platz für Humor und kleine Wohlfühlmomente bleibt. Gerade diese Mischung macht die Reihe für mich so besonders.

Auch das Worldbuilding entwickelt sich mit jedem Band weiter. Immer wieder lernen wir neue Orte kennen, erfahren mehr über die verschiedenen Reiche und entdecken Zusammenhänge, die schon seit Band eins im Hintergrund vorbereitet wurden. Man merkt einfach, wie durchdacht diese Welt ist. Nichts wirkt zufällig oder schnell zusammengeschrieben. Stattdessen fügt sich mit jedem Kapitel ein weiteres Puzzleteil an seinen Platz und genau das liebe ich an großen Fantasyreihen.

Der Schreibstil von Amber V. Nicole trägt natürlich seinen Teil dazu bei. Bildgewaltig, emotional und unglaublich mitreißend. Es gibt Szenen, bei denen ich Gänsehaut hatte, andere haben mich zum Lachen gebracht und wieder andere haben mich einfach nur fassungslos zurückgelassen. Mehr als einmal musste ich das Buch kurz zur Seite legen, weil ich verarbeiten musste, was gerade passiert war.

Und über dieses Ende…

Nein.

Darüber sprechen wir heute lieber nicht. 😭

Sagen wir einfach so: Amber V. Nicole weiß ganz genau, wie man seine Leser emotional komplett zerstört und sie trotzdem sehnsüchtig auf den nächsten Band warten lässt.

The Wrath of the Fallen hat für mich wieder alles geboten, was ich an dieser Reihe so liebe: großartige Figuren, emotionale Momente, epische Fantasy, düstere Atmosphäre, spannende Wendungen und eine Found Family, die ich inzwischen genauso ins Herz geschlossen habe wie Samkiel und Dianna selbst.

Für mich gehört Götter & Monster nach wie vor zu den besten Dark-Fantasy-Reihen der letzten Jahre und auch Band 4 hat daran nichts geändert.

Jetzt heißt es nur wieder: warten.

Und ich kann jetzt schon sagen, dass mir das überhaupt nicht gefallen wird.

5 von 5 schwarzen Herzen. 🖤