Manchmal gibt es Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt, dass sie einfach Spaß machen.
Nicht unbedingt, weil sie das Genre komplett neu erfinden. Nicht, weil sie wahnsinnig komplex sind oder mit riesigen Wendungen um sich werfen.
Sondern weil man sich einfach unglaublich gerne in dieser Welt aufhält.
Genau so ging es mir mit ‚Fall for Fangs‘ von Penny Juniper.
Und ganz ehrlich? Wer mir eine Werwolf-Romantasy an einer düsteren Universität im Schottland der 1920er Jahre verspricht, hat meine Aufmerksamkeit ohnehin schon sicher. 😅
Nachdem mir der erste Band der Darkthorn Archives bereits richtig gut gefallen hatte, habe ich mich sehr darauf gefreut, wieder an die Darkthorn University zurückzukehren.
Und dieses Wiedersehen war ein bisschen wie nach Hause kommen.
Nur eben in eine Version von Zuhause, in der Werwölfe, Magie, dunkle Geheimnisse und jede Menge Chaos zum Alltag gehören.
Die Atmosphäre hat mich sofort wieder abgeholt.
Darkthorn ist genau die Art von Academy-Setting, die ich liebe. Alte Gemäuer, versteckte Geheimnisse, magische Vorlesungen und überall dieses Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas lauern könnte.
Dazu kommt das Setting der 1920er Jahre, das der Geschichte nochmal einen ganz eigenen Charme verleiht. Diese Mischung funktioniert für mich einfach unglaublich gut.
Im Mittelpunkt steht diesmal Grace Bennett. Und ich glaube, Grace war einer der Gründe, warum mir das Buch so gut gefallen hat. Sie ist intelligent, loyal, liebenswert und gleichzeitig unglaublich unsicher, wenn es um sich selbst geht.
Während sie akademisch problemlos mit den Besten mithalten kann, lässt sie sich privat viel zu oft von den Erwartungen anderer beeinflussen.
Besonders die Beziehung zu ihrer Familie hat mich stellenweise wirklich wütend gemacht.
Immer wieder wird ihr vermittelt, dass sie nicht gut genug ist. Nicht hübsch genug. Nicht schlank genug. Nicht das, was andere von ihr erwarten. Und genau deshalb habe ich so sehr mit ihr mitgefiebert. Weil man einfach möchte, dass sie endlich erkennt, wie großartig sie eigentlich ist.
Grace ist keine Heldin, die mit erhobenem Schwert in die Schlacht zieht und jedem sofort ihre Meinung entgegenwirft. Ihre Stärke zeigt sich auf eine viel leisere Art. Und genau das mochte ich unglaublich gerne.
Dann wäre da natürlich Connor. Der berüchtigte Alpha. Der Bad Boy. Der Mann, bei dem eigentlich alle Alarmglocken läuten sollten.
Und trotzdem versteht man ziemlich schnell, warum Grace ihm nicht gleichgültig bleiben kann.
Denn hinter seiner selbstbewussten Fassade steckt deutlich mehr. Connor trägt seine eigenen Lasten mit sich herum.
Seine Verantwortung gegenüber dem Rudel. Die Erwartungen anderer. Und vor allem eine Vergangenheit, die ihn bis heute verfolgt.
Je mehr man über ihn erfährt, desto deutlicher wird, dass auch er längst nicht so unnahbar ist, wie er zunächst wirkt.
Und genau diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht ihn interessant.
Die Dynamik zwischen Grace und Connor war für mich definitiv eines der Highlights des Buches.
Schon früh knistert es gewaltig zwischen den beiden.
Die Anziehung ist von Anfang an spürbar und trotzdem geht es nicht nur um körperliche Spannung.
Zwischen ihnen entwickelt sich Vertrauen.
Verständnis. Und dieses Gefühl, endlich von jemandem gesehen zu werden. Natürlich bleibt es dabei nicht immer harmlos.
Schließlich reden wir hier über Werwölfe, verbotene Beziehungen und ein Rudel, das ganz eigene Vorstellungen davon hat, wer zu ihnen gehören darf und wer nicht.
Gerade dadurch entsteht immer wieder zusätzlicher Druck auf die Beziehung.
Und genau das hat dafür gesorgt, dass ich ständig weiterlesen wollte. Überhaupt besitzt das Buch eine unglaubliche Sogwirkung. Penny Junipers Schreibstil liest sich leicht, flüssig und sehr angenehm.
Die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man sich versieht, ist plötzlich wieder Mitternacht geworden.
Oder zwei Uhr morgens. Fragt bitte nicht, woher ich das weiß. 😅
Besonders gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte trotz Humor und Romantik immer wieder ernstere Themen aufgreift.
Es geht um Vorurteile. Um gesellschaftliche Erwartungen. Um Selbstwert. Um Zugehörigkeit.
Und darum, wie schwer es sein kann, sich von den Vorstellungen anderer zu lösen.
Dadurch bekommt die Geschichte deutlich mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick vielleicht erwarten würde.
Auch die Nebenfiguren haben wieder hervorragend funktioniert.
Sie fühlen sich nicht wie bloße Statisten an, sondern bringen ihre eigenen Persönlichkeiten und Dynamiken mit.
Das macht die Welt lebendig und sorgt dafür, dass man sich als Leser mitten im Geschehen fühlt.
Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass manche Entwicklungen recht schnell voranschreiten und ich an einigen Stellen gerne noch etwas länger in bestimmten Momenten geblieben wäre.
Ein paar zusätzliche Kapitel mit Grace und Connor hätte ich definitiv nicht abgelehnt. 😅
Trotzdem hat das meinen Lesespaß kaum beeinflusst.
Denn am Ende ist Fall for Fangs genau das, was ich mir von einer romantischen Fantasygeschichte wünsche: Atmosphäre. Magie. Sympathische Figuren. Emotionen. Spannung.
Und eine Liebesgeschichte, bei der man die ganze Zeit hofft, dass die beiden endlich ihr Glück finden.
Für mich war dieser zweite Ausflug an die Darkthorn University ein voller Erfolg.
Wer Werwolf-Romances, Dark Academia, starke Figuren und eine gute Portion Herzklopfen mag, sollte sich die Reihe definitiv anschauen.
Und ganz ehrlich?
Ich würde jederzeit wieder nach Darkthorn zurückkehren.
🖤 4,5 von 5 Sternen


