„REM“ von Sebastian Fitzek und Annika Strauss

 Manchmal stolpert man über ein Buch, dessen Grundidee einen sofort einfängt. So ging es mir mit „REM“ von Sebastian Fitzek und Annika Strauss.

Ein Thriller über Träume, die nicht einfach verschwinden, sondern aufgezeichnet werden können – und vielleicht mehr mit der Realität zu tun haben, als uns lieb ist? Allein dieser Gedanke hat bei mir direkt Neugier ausgelöst. Denn Träume sind ja ohnehin schon etwas Unfassbares, etwas, das wir kaum greifen können. Und genau damit zu spielen, fand ich unglaublich reizvoll.

Der Einstieg in die Geschichte gelingt auch wirklich gut.
Man wird direkt hineingezogen in diese düstere, beklemmende Atmosphäre. Die Szene aus Alysees Kindheit – dieser verzweifelte Vater, der sie anfleht, wach zu bleiben – hat sofort etwas in mir ausgelöst. Dieses Gefühl von Angst, von Kontrollverlust, von etwas, das man nicht versteht. Und genau diese Stimmung zieht sich zunächst sehr stark durch die ersten Kapitel.

Alysee selbst ist eine Figur, die viel Potenzial mitbringt. Ihre Vergangenheit, die Angst vor dem Einschlafen, dieses Trauma, das sie nie wirklich loslässt – all das macht sie interessant und greifbar. Auch die Verbindung zu Nico und ihre gemeinsame Geschichte hätten für mich eine noch tiefere emotionale Ebene bieten können.

Der Schreibstil ist dabei typisch packend und sehr zugänglich. Man kommt schnell voran, die Seiten fliegen nur so dahin. Gerade zu Beginn hatte ich wirklich das Gefühl, dass sich hier etwas Größeres aufbaut – eine komplexe Geschichte, die Realität und Traum geschickt miteinander verwebt.

Und genau hier liegt für mich auch der Knackpunkt.

Denn je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass viele dieser spannenden Ansätze nicht ganz ausgeschöpft werden. Die Idee rund um die Träume, ihre Bedeutung und die Auswirkungen auf die Realität bleibt zwar präsent, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie noch konsequenter und tiefer ausgearbeitet wird.

Auch die Figuren bleiben für mich stellenweise ein wenig auf Distanz. Man begleitet sie, man versteht grob ihre Beweggründe – aber diese ganz tiefe emotionale Verbindung, dieses Mitfiebern, hat mir an einigen Stellen gefehlt.

Die Spannung ist definitiv da, aber sie hält sich nicht durchgehend auf dem gleichen Niveau. Es gibt immer wieder Momente, die wirklich fesseln, die einen kurz innehalten lassen – aber dazwischen gibt es auch Phasen, in denen die Geschichte etwas an Fahrt verliert.

Gerade zum Ende hin hatte ich mir noch einmal mehr Intensität gewünscht. Mehr Konsequenz. Mehr „Wow“. Stattdessen blieb bei mir eher das Gefühl zurück, dass hier noch mehr möglich gewesen wäre.

Und das ist eigentlich das, was dieses Buch für mich am besten beschreibt:
Eine richtig starke Idee, ein vielversprechender Anfang – aber eine Umsetzung, die nicht ganz das erreicht, was sie hätte sein können.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen.

Es lässt sich gut weglesen, die Atmosphäre ist düster und interessant, und allein die Grundidee bleibt im Kopf.

Für mich ist „REM“ ein solider Thriller mit einem spannenden Konzept, der mich gut unterhalten hat, aber nicht komplett überzeugen konnte.

3 von 5 Sternen ⭐️
Ein Buch, das neugierig macht – aber sein volles Potenzial leider nicht ganz ausschöpft.


„All the Lost Souls“ von Amie Jordan

Nachdem mich Band eins von All the Hidden Monsters schon so positiv überrascht hatte, war für mich völlig klar: Ich muss wissen, wie es mit Sage und Oren weitergeht. Und genau diese Vorfreude habe ich mit in „All the Lost Souls“ von Amie Jordan genommen – und wurde definitiv nicht enttäuscht.

Schon beim Einstieg war ich wieder direkt in der Geschichte drin. Dieses besondere Zusammenspiel aus Urban Fantasy, Crime-Elementen und einer Prise Humor hat für mich einfach einen ganz eigenen Reiz. Und genau das wird auch im zweiten Band wieder wunderbar aufgegriffen und sogar noch ein Stück weiter ausgebaut.

Sage hat sich ihren Platz als Ermittlerin hart erkämpft, und ich mochte es sehr, sie in dieser Rolle weiter zu begleiten. Sie ist klug, ehrgeizig und gleichzeitig immer noch dabei, ihren eigenen Weg zu finden. Dass sie nun einen neuen Fall übernehmen soll, der auf den ersten Blick fast harmlos wirkt, passt dabei perfekt ins Bild – denn natürlich bleibt es nicht bei einer simplen Schlichtung zwischen Werwölfen und Hexen.

Das Setting im Jura-Gebirge bringt nochmal eine ganz andere Atmosphäre in die Geschichte. Es wirkt abgeschiedener, rauer, fast schon bedrohlich – und genau das spiegelt sich auch in der Handlung wider. Die Spannungen zwischen den verschiedenen Spezies sind greifbar, und man merkt schnell, dass hier mehr im Verborgenen liegt, als zunächst sichtbar ist.

Und dann ist da natürlich Oren.

Ganz ehrlich – ich mochte ihn schon im ersten Band, aber hier hat er für mich nochmal deutlich gewonnen. Seine Entwicklung ist wirklich spürbar. Er wirkt weniger distanziert, weniger verschlossen, fast schon… zugänglicher. Gleichzeitig bleibt er sich aber treu, was ich sehr wichtig finde. Besonders spannend fand ich, wie er sich in dieser neuen Situation zurechtfinden muss – mitten im WG-Leben, umgeben von Menschen (und Wesen), die so ganz anders sind als er selbst. Diese Momente hatten nicht nur Charme, sondern auch einen schönen, oft humorvollen Unterton.

Die Dynamik zwischen Sage und Oren ist nach wie vor eines der Highlights der Reihe. Beruflich funktionieren die beiden unglaublich gut zusammen – sie ergänzen sich, gleichen sich aus, bringen jeweils ihre Stärken ein. Privat hingegen… ist es komplizierter. Und das ist wahrscheinlich noch freundlich formuliert.

Ich liebe Slow-Burn-Romance, wirklich. Aber bei den beiden hatte ich zwischendurch schon das Bedürfnis, sie ein kleines bisschen anzuschubsen. Es passiert einfach immer wieder irgendetwas, das sie voneinander fernhält. Gleichzeitig macht genau das aber auch einen großen Teil der Spannung zwischen ihnen aus. Dieses Knistern, diese unausgesprochenen Gefühle – das ist definitiv da.

Was mir in diesem Band besonders gefallen hat, war die insgesamt etwas düsterere, intensivere Atmosphäre. Der Fall selbst entwickelt sich nach und nach zu etwas deutlich Größerem, Gefährlicherem. Uralte Magie, verlorene Seelen und dieser tödliche Nebel – das alles sorgt für eine spürbare Bedrohung, die sich langsam aufbaut und immer weiter zuspitzt.

Der Crime-Anteil war für mich wieder richtig gelungen. Ich liebe es, wie sich die Ermittlungen organisch in die Geschichte einfügen und nicht nur Beiwerk sind. Man rätselt mit, stellt Vermutungen an, wird überrascht – genau so, wie ich es mir wünsche.

Auch die Nebenfiguren haben wieder ihren Platz gefunden und tragen viel zur Atmosphäre bei. Gerade diese Found-Family-Vibes, die sich immer mehr entwickeln, geben der Geschichte etwas Warmes, Vertrautes – einen schönen Kontrast zu den düsteren Elementen.

Insgesamt hat mir „All the Lost Souls“ wirklich richtig gut gefallen. Es ist eine gelungene Fortsetzung, die die Stärken des ersten Bandes aufgreift und weiterentwickelt. Mehr Spannung, mehr Tiefe, mehr Entwicklung – auch wenn ich mir bei der Romantik vielleicht ein kleines bisschen mehr Tempo wünschen würde.

Aber genau das macht ja auch den Reiz aus: zu wissen, dass da noch mehr kommt.

Für mich sind es 4 von 5 Sternen ⭐️

Und ich freue mich jetzt schon darauf, zu sehen, wohin die Reise für Sage und Oren noch geht.


„Kometenschauer“ von Nicole Böhm

Nachdem mich der erste Band von House of Zodiac schon so in seinen Bann gezogen hatte, war für mich völlig klar: Ich muss wissen, wie es weitergeht. Und genau dieses Gefühl – dieses „Ich will zurück in diese Welt“ – war sofort wieder da, als ich zu „Kometenschauer“ von Nicole Böhm gegriffen habe.

Der Einstieg gelingt dabei fast nahtlos. Gerade einmal eineinhalb Wochen sind vergangen, und doch fühlt es sich an, als wäre man nie wirklich weg gewesen. Ich war direkt wieder mittendrin – in dieser besonderen Welt, in der Sternzeichen mehr sind als nur ein Symbol, sondern echte Macht bedeuten.

Jupiter steht erneut im Zentrum der Geschichte, und ich mochte sie auch hier wieder unglaublich gern. Sie ist stur, entschlossen und vor allem jemand, der nicht einfach wegschaut. Gerade dieser innere Antrieb – dieses Gefühl, handeln zu müssen, wenn etwas falsch läuft – macht sie so greifbar. Dass sie zurück nach Zodiac will, um Keeran zu retten, ist keine heldenhafte Entscheidung aus Pflichtgefühl, sondern eine zutiefst persönliche. Und genau das macht ihre Reise so intensiv.

Doch kaum ist sie zurück, kippt die Situation. Plötzlich ist sie nicht mehr nur Beobachterin oder Teil der Ereignisse – sie wird selbst zur Gejagten. Diese Wendung bringt sofort Spannung rein und sorgt dafür, dass man sich als Leser kaum eine Pause gönnen kann.

Am Anfang hatte ich kurz das Gefühl, dass die vielen Perspektivwechsel das Tempo ein wenig ausbremsen. Es dauert einen Moment, bis sich alles wieder sortiert. Aber sobald Jupiter und Adrian in Zodiac ankommen, war ich komplett gefangen in der Geschichte. Ab da gab es für mich kaum noch ein Weglegen.

Besonders gefallen hat mir, wie vielschichtig die Figuren gezeichnet sind. Nox, der nach den Ereignissen des ersten Bandes alles verloren hat, entwickelt sich auf eine Weise weiter, die ich unglaublich spannend fand. Seine Suche nach Antworten – nach seiner Herkunft, nach der Bedeutung seines Tattoos – bringt eine ganz eigene Dynamik in die Handlung.

Auch die zusätzlichen Perspektiven, vor allem von Cyan und Eryx, haben der Geschichte eine neue Tiefe gegeben. Beide sind keine klassischen Sympathieträger, und genau das macht sie so interessant. Ihre Beweggründe, ihre inneren Konflikte, ihre Entscheidungen – all das bewegt sich in einer Grauzone, die man nicht so einfach einordnen kann.

Und dann ist da natürlich die Welt selbst. Zodiac wird im zweiten Band noch einmal deutlich erweitert. Während wir im ersten Teil vor allem das Haus des Ostens kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte jetzt weiter – neue Orte, neue Strukturen, neue Einblicke. Besonders das Haus des Südens hat mich neugierig gemacht. Man merkt einfach, wie viel Potenzial in dieser Welt steckt.

Die Magie rund um die Sternzeichen bleibt dabei eines meiner absoluten Highlights. Ich finde die Idee nach wie vor unglaublich spannend, und im zweiten Band wird sie noch weiter vertieft. Gleichzeitig kommen neue Fragen auf – gerade durch Jupiters Verbindung zum Amulett und die Rätsel, die ihr begegnen.

Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass dieser Band etwas ruhiger aufgebaut ist als der erste. Weniger „große Knalle“ am Anfang, dafür mehr Entwicklung, mehr Aufbau, mehr Tiefe. Aber genau das hat für mich gut funktioniert. Es war nie langweilig – im Gegenteil. Die Geschichte zieht einen langsam, aber sicher immer tiefer hinein.

Und dann dieses Ende…

Ich saß wirklich da und musste das erst einmal sacken lassen. Eine Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hätte – und genau diese Art von Überraschung liebe ich. Dieses Gefühl, dass die Geschichte nochmal alles auf den Kopf stellt und man einfach nur denkt: Was kommt bitte als Nächstes?

Für mich ist „Kometenschauer“ ein mehr als gelungener zweiter Band. Vielleicht nicht ganz so „explosiv“ wie der Auftakt, aber dafür emotionaler, vielschichtiger und mit einer Welt, die immer weiter wächst.

Ich liebe diese Reihe für ihre Idee, ihre Charaktere und dieses ganz besondere Setting. Und ja – ich kann es kaum erwarten, wieder nach Zodiac zurückzukehren.

4 von 5 Sternen ⭐️ – und eine ganz klare Empfehlung für alle, die Romantasy mit außergewöhnlichem Worldbuilding lieben.


„Der gefrorene Fluss“ von Ariel Lawhon

Es gibt diese Momente, in denen man bewusst aus seiner gewohnten Komfortzone ausbricht – zumindest lesetechnisch. Und genau das habe ich in meinem Urlaub getan.

Ich habe Bücher gelesen, die eigentlich gar nicht meinem typischen Genre entsprechen. Keine Fantasy, keine epischen Welten, keine Drachen. Und wisst ihr was?

Es war genau die richtige Entscheidung.

Eines dieser Bücher war „Der gefrorene Fluss“ von Ariel LawhonUnd ich kann jetzt schon sagen: Dieses Buch hat mich tief berührt.

Die Geschichte basiert auf dem Leben von Martha Ballard, einer Hebamme im 18. Jahrhundert – und schon diese Grundlage macht den Roman zu etwas ganz Besonderem. Wir befinden uns im Jahr 1789 in Maine, in einer kleinen Gemeinschaft, in der jeder jeden kennt und doch vieles im Verborgenen bleibt.

Als eine Leiche im zugefrorenen Fluss gefunden wird, beginnt eine Geschichte, die weit über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht. Denn Martha ist nicht nur Hebamme – sie ist Beobachterin, Vertraute, Chronistin. Ihr Tagebuch hält alles fest: Geburten, Todesfälle, Geheimnisse, Ungerechtigkeiten.

Und genau hier entfaltet das Buch seine ganze Kraft.

Martha ist eine dieser Figuren, die man nicht nur begleitet – man fühlt mit ihr.

Eine starke, warmherzige Frau mit einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. Jemand, der nicht wegschaut. Der sich nicht klein machen lässt. Der für andere einsteht – besonders für Frauen, die in dieser Zeit kaum eine Stimme haben.

Schon nach wenigen Seiten hatte sie mein Herz.

Was mich besonders beeindruckt hat, ist, wie lebendig diese Geschichte erzählt wird. Der Schreibstil ist unglaublich bildhaft, fast schon poetisch, ohne dabei schwer zu wirken. Die Autorin schafft es, Emotionen so greifbar zu machen, dass sie noch lange nachhallen.

Ich habe beim Lesen gelächelt, mitgefiebert – und ja, ich habe auch geweint.

Die Rückblenden in Marthas Vergangenheit geben der Geschichte zusätzlich eine wunderbare Tiefe. Man lernt nicht nur die Hebamme kennen, sondern auch die Frau dahinter. Ihre Liebe, ihre Entscheidungen, ihren Weg.

Und dann ist da noch diese besondere, fast magische Ebene der Geschichte.

Der Fuchs. Ein Motiv, das sich durch das Buch zieht und eine ganz eigene Bedeutung trägt. Für mich war das etwas ganz Besonderes – leise, symbolisch und unglaublich schön eingebunden.

Dieses Buch ist kein schneller Thriller, kein lautes Spektakel. Es ist ruhig, intensiv, tiefgehend.

Und vielleicht genau deshalb hat es mich so sehr berührt. Ich habe es bewusst langsam gelesen, weil ich nicht wollte, dass es endet. Weil ich jede Seite spüren wollte.

„Der gefrorene Fluss“ ist mehr als nur ein historischer Roman. Es ist eine Geschichte über Mut, Gerechtigkeit, Menschlichkeit – und darüber, wie wichtig es ist, nicht zu schweigen.

Ein Buch mit Herz. Mit Tiefe. Mit Nachhall.

Für mich ein absolutes Highlight. 5 von 5 Sternen ⭐️

Und eines dieser Bücher, die man nie wieder vergisst.


„Gilded Ruin – Gods of New Olympia“

 Es gibt Autorinnen, bei denen man irgendwann gar nicht mehr überlegen muss, ob man ihr neues Buch lesen möchte. Man greift einfach zu – weil man weiß, dass es einen packen wird. Genau so ist es für mich inzwischen bei Emily Bähr.

Mit „Gilded Ruin – Gods of New Olympia“ hat sie für mich wieder genau das geliefert, was ich mir erhofft habe – und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Schon optisch ist das Buch ein absoluter Hingucker. Das Cover greift die griechische Mythologie perfekt auf und hat mich direkt angesprochen. Zusammen mit dem Farbschnitt ergibt sich ein Gesamtbild, das einfach Lust macht, die Geschichte aufzuschlagen und einzutauchen.

Und genau das habe ich getan – und war sofort drin.

Die Idee, die Götter der griechischen Mythologie in eine moderne, von Macht und Ungleichheit geprägte Welt zu setzen, fand ich unglaublich spannend. New Olympia ist dabei nicht nur eine schillernde Metropole der Reichen und Mächtigen, sondern zeigt auch ganz deutlich ihre Schattenseiten. Hinter all dem Glanz verbirgt sich eine Welt voller Armut, Ungerechtigkeit und brutaler Hierarchien.

Im Zentrum steht Briar.

Und ich habe sie wirklich gefeiert.

Sie ist stark, entschlossen und wird von einem klaren Ziel angetrieben: Rache. Nach dem Verlust ihrer Familie hat sie nichts mehr zu verlieren und setzt alles daran, die mächtigsten Götter zu Fall zu bringen. Diese kompromisslose Haltung, diese Wut, diese Entschlossenheit – das hat sie für mich zu einer unglaublich greifbaren und gleichzeitig beeindruckenden Protagonistin gemacht.

Dann ist da Phobos.

Und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich ihn so sehr mögen würde.

Am Anfang ist er schwer einzuordnen, fast schon irritierend in seiner Art – und genau das macht ihn so spannend. Man braucht ein wenig Zeit, um hinter seine Fassade zu blicken, aber wenn man ihn einmal versteht, entfaltet er eine Tiefe, die mich wirklich überrascht hat.

Die Dynamik zwischen Briar und Phobos hat mir richtig gut gefallen.

Sie entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, wirkt nie überstürzt und passt sehr gut zu den Figuren. Gleichzeitig bringt die Geschichte auch eine gewisse Würze mit – ohne dabei übertrieben zu wirken. Es fügt sich einfach stimmig in die Entwicklung der beiden ein.

Was mich ebenfalls begeistert hat, ist der Humor.

Gerade Figuren wie Hermes sorgen immer wieder für lockere, unterhaltsame Momente, die einen beim Lesen schmunzeln lassen und einen schönen Kontrast zur ansonsten eher düsteren Grundstimmung bilden.

Auch das Worldbuilding hat mich überzeugt.

Die Verbindung aus moderner Welt und mythologischen Elementen funktioniert hier richtig gut. Die Strukturen dieser Gesellschaft, die Machtverhältnisse und die Rolle der Götter sind spannend ausgearbeitet und geben der Geschichte eine tolle Tiefe.

Und dann dieser Plot…

Ich habe es schon fast erwartet – und wurde trotzdem überrascht.

Emily Bähr schafft es einfach immer wieder, Wendungen einzubauen, die man so nicht kommen sieht. Genau das liebe ich an ihren Geschichten. Dieses Gefühl, ständig mitzurätseln und am Ende doch nochmal überrascht zu werden.

Das Ende hat mich dann komplett abgeholt.

Offene Fragen, neue Entwicklungen – und dieser starke Drang, sofort weiterlesen zu wollen.

Ich brauche Band zwei. Wirklich.

„Gilded Ruin – Gods of New Olympia“ ist ein spannender, atmosphärischer Auftakt mit starken Charakteren, einem faszinierenden Setting und genau der richtigen Mischung aus Emotion, Spannung und Humor.

Für mich eine klare Leseempfehlung – besonders für alle, die griechische Mythologie in einem modernen Setting lieben.

4,5 von 5 Sternen ⭐️ Und jetzt heißt es: sehnsüchtig auf Band zwei warten.


„The Will of the Many“ von James Islington

Es gibt diese Bücher, die gefühlt ewig im Regal stehen. Man nimmt sie immer wieder in die Hand, liest den Klappentext – und schiebt sie dann doch noch ein bisschen weiter nach hinten. Und dann kommt dieser Moment, in dem man endlich zugreift… und sich fragt, warum man so lange gewartet hat.

Genau so ging es mir mit „The Will of the Many“ von James Islington.

Ich hatte das Buch schon seit Monaten auf meinem SuB liegen – mit dem festen Plan, es irgendwann zu lesen, wenn ich „bereit“ dafür bin. Und rückblickend kann ich sagen: Ja, dieses Buch verlangt einem am Anfang wirklich einiges ab.

Denn man wird nicht sanft in die Welt eingeführt.

Man wird hineingeworfen. Direkt. Ohne große Erklärungen. Ohne Sicherheit.

Die Welt, die Islington hier erschafft, ist komplex, politisch aufgeladen und basiert auf einem faszinierenden System: Macht wird durch sogenannte Willensgabe verteilt. Je höher dein Rang, desto mehr „Willen“ kannst du von anderen nehmen – und desto mächtiger wirst du. Ein System, das nicht nur Ungleichheit schafft, sondern sie fest in der Gesellschaft verankert.

Und genau in dieser Welt begleiten wir Vis. Oder zumindest den Namen, den er vorgibt zu haben. Denn Vis spielt ein gefährliches Spiel. Er gehört nicht wirklich dazu. Er täuscht, manipuliert, passt sich an – alles mit einem Ziel: Antworten finden.

Seine Perspektive trägt die gesamte Geschichte, und genau das macht sie so intensiv. Man erlebt seine Zweifel, seine Entscheidungen und vor allem diesen ständigen Druck, nicht aufzufliegen. Denn ein einziger Fehler könnte alles beenden.

Das Akademie-Setting verstärkt diese Spannung noch einmal enorm. Prüfungen, Hierarchien, Machtspiele – nichts ist einfach, nichts ist sicher. Jeder verfolgt eigene Ziele, jeder hat etwas zu verlieren.

Was mir besonders gefallen hat, sind die Charaktere.

Sie wirken vielschichtig, glaubwürdig und vor allem nicht eindeutig gut oder böse. Jeder bewegt sich irgendwo in einer Grauzone, was perfekt zu dieser Welt passt.

Allerdings muss ich auch sagen: Die ersten 200 Seiten waren für mich die größte Herausforderung.

So viele Informationen, so viele Zusammenhänge – ich musste mich wirklich erst zurechtfinden. Aber sobald ich die Grundstrukturen verstanden hatte, hat mich die Geschichte komplett gepackt.

Ab diesem Punkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Die Intrigen, die Entwicklungen, die moralischen Konflikte – all das zieht einen immer tiefer in die Geschichte hinein. Und gerade das Ende…

Ich sag nur so viel: Ich bin sehr froh, dass Band zwei schon bereitliegt.

„The Will of the Many“ ist komplex, anspruchsvoll und definitiv nichts für nebenbei – aber genau das macht es so besonders.

Eine Geschichte voller politischer Intrigen, moralischer Grauzonen und einer Welt, die man erst verstehen muss, um sie wirklich zu schätzen.

Für mich ein absolutes Highlight für alle, die tiefgründige Fantasy lieben. 4,5 von 5 Sternen ⭐️

Und jetzt heißt es: direkt weiter mit Band zwei.



„Velvet Falls, but the Gods forgot to die“

Es gibt Autorinnen, bei denen man irgendwann gar nicht mehr groß überlegen muss. Man greift einfach – weil man weiß: Das wird gut. Genau so ist es für mich inzwischen bei Julia Dippel.

Und trotzdem hatte ich bei „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ erst mal diesen einen Gedanken:

Urban Fantasy… Neuzeit… okay, ich muss mich da immer noch ein bisschen reinfinden.

Ich liebe epische Welten, fremde Reiche, Drachen und Magie – aber wenn das Ganze plötzlich in unserer Welt spielt, brauche ich oft einen Moment, um anzukommen. Und genau deshalb war ich umso gespannter, wie mich dieses Buch abholen würde.

Und was soll ich sagen? Ich war schneller drin, als ich erwartet hätte.

Der Einstieg ist direkt, ohne große Erklärungen, ohne langes Worldbuilding am Anfang. Man wird einfach in die Geschichte geworfen – und genau das funktioniert hier erstaunlich gut. Stück für Stück setzt sich die Welt zusammen, man versteht die Regeln, passt seine eigenen Vorstellungen immer wieder an und ist dabei die ganze Zeit mittendrin.

Velvet als Protagonistin hat mich sofort überzeugt.

Sie ist stark, schlagfertig, unabhängig – und vor allem: Sie kann sich selbst verteidigen. Keine Figur, die gerettet werden muss, sondern eine, die selbst kämpft. Und das nicht nur einmal. Ich mochte ihre Energie unglaublich gerne, diese Mischung aus Härte und Verletzlichkeit, die sie so greifbar macht.

Bei Kash hingegen habe ich etwas länger gebraucht.

Er bleibt lange distanziert, kühl, schwer zu durchschauen. Man merkt schnell, dass zwischen ihm und Velvet eine Vergangenheit liegt, die alles andere als abgeschlossen ist. Diese unterschwellige Spannung zieht sich durch viele Szenen – aber seine Gefühle bleiben lange ein Rätsel. Erst nach und nach öffnet er sich, und genau dann konnte ich auch eine Verbindung zu ihm aufbauen.

Und dann… Monty.

Ganz ehrlich: Dieses kleine, schwarze, glibberige Chaoswesen hat mein Herz im Sturm erobert.

Er ist laut, anhänglich, völlig drüber – und gleichzeitig einfach nur liebenswert. Jede Szene mit ihm war für mich ein Highlight. Ich bin offiziell dafür, dass Marmeladenglas-Dämonen einen festen Platz in jedem Fantasybuch bekommen.

Die Geschichte selbst konnte mich wirklich fesseln.

Der Schreibstil ist extrem mitreißend, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass sich bestimmte Abläufe wiederholen. Gerade der Umgang mit Velvets Kräften folgt oft einem ähnlichen Muster, was irgendwann leicht vorhersehbar wird.

Dafür zieht das Tempo zum Ende hin extrem an.

So sehr, dass ich stellenweise kaum hinterherkam. Die Ereignisse überschlagen sich, Wendungen passieren Schlag auf Schlag – und obwohl ich einiges erahnen konnte, hat mich der Plot dennoch gut unterhalten.

Was ich mir persönlich etwas mehr gewünscht hätte, ist mehr Tiefe im Worldbuilding. Die Ansätze sind da, die Ideen spannend – aber ich hatte das Gefühl, dass da noch viel mehr möglich gewesen wäre.

Trotzdem: Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen.

Es fühlt sich anders an als vieles, was ich zuletzt gelesen habe – frischer, moderner, dynamischer. Und auch wenn nicht alles perfekt war, hat mich die Geschichte gepackt und neugierig auf mehr gemacht.

Und dieses Ende…

Ja, dieser Cliffhanger ist wirklich fies.

Ich will definitiv wissen, wie es weitergeht – und bis dahin greife ich wahrscheinlich einfach nochmal zu einem anderen Buch von Julia Dippel, weil ihr Schreibstil mich einfach immer wieder abholt.

Ein spannender, moderner Fantasy-Auftakt mit starken Charakteren, einem süchtig machenden Schreibstil und einem kleinen Dämon, der allen die Show stiehlt.

3,5 von 5 Sternen ⭐️

Und ganz klar: Ich bin gespannt auf Band zwei.