Fasziniert euch Alchemie genauso sehr wie mich?
Mich hat dieses Thema schon immer neugierig gemacht. Deshalb stand „A Forbidden Alchemy“ schon lange auf meiner Wunschliste. Magie, Alchemie, Rebellion, Geheimnisse und dann auch noch Slow Burn? Das klang einfach nach einem Buch, das genau meinen Geschmack treffen könnte.
Ganz so einfach war unser Start allerdings nicht.
Die ersten Kapitel haben mich ehrlich gesagt ein bisschen Geduld gekostet. Die Geschichte nimmt sich sehr viel Zeit, ihre Welt aufzubauen. Man lernt das Reich kennen, die gesellschaftlichen Unterschiede, die Magie und die Regeln, nach denen alles funktioniert. Das ist wichtig für die Handlung, aber für meinen Geschmack hätte dieser Einstieg ruhig etwas straffer sein dürfen. Ich habe zwischendurch schon gedacht: Wann geht’s denn jetzt endlich richtig los?
Zum Glück bin ich drangeblieben.
Denn irgendwann kam genau dieser Moment, in dem ich gemerkt habe, dass mich das Buch plötzlich komplett eingefangen hat. Ab da wollte ich immer weiterlesen. Aus einer ruhigen Einführung wurde auf einmal eine Geschichte voller Geheimnisse, Intrigen und einer Rebellion, die immer größere Kreise zieht.
Rückblickend verstehe ich sogar, warum Stacey McEwan sich so viel Zeit genommen hat. Diese Welt funktioniert nur deshalb so gut, weil sie Stück für Stück aufgebaut wird. Man wächst gemeinsam mit Nina in diese Geschichte hinein und entdeckt immer mehr von dem, was sich hinter der glänzenden Fassade des Reiches verbirgt.
Nina und Patrick begegnen sich bereits als Zwölfjährige. Gemeinsam stoßen sie auf ein Geheimnis, das ihr gesamtes Leben verändern wird. Jahre später stehen sie sich plötzlich auf unterschiedlichen Seiten gegenüber. Allein diese Ausgangssituation fand ich unglaublich spannend.
Am Anfang musste ich mich allerdings erst an die Sprache gewöhnen. Gerade Patrick spricht sehr umgangssprachlich und man merkt sofort, dass beide aus einfachen Verhältnissen stammen. Je weiter die Geschichte voranschreitet und Nina in eine völlig andere Gesellschaftsschicht aufsteigt, desto deutlicher werden diese Unterschiede. Genau das fand ich richtig gelungen, weil es die Entwicklung der Figuren zusätzlich unterstreicht.
Was mich aber wahrscheinlich am meisten begeistert hat, war die Atmosphäre.
Ich musste beim Lesen ständig an „Gangs of New York“ denken. Alles wirkt dreckig, staubig und rau. Die Straßen sind voller Elend, überall liegt dieser graue Schleier über der Welt und zwischen den Seiten konnte ich den Rauch der Fabriken und Zigaretten beinahe riechen. Nichts fühlt sich geschniegelt oder märchenhaft an. Stattdessen wirkt alles roh, hart und unglaublich lebendig. Genau diese Stimmung hat mich komplett abgeholt.
Und dann sind da natürlich Nina und Patrick.
Ich liebe Slow Burn. Wirklich. Aber schon lange hat mir keine Geschichte mehr dieses schöne Bauchkribbeln geschenkt. Zwischen den beiden knistert es ständig, obwohl sie sich ihre Gefühle selbst kaum eingestehen. Jeder Blick, jedes Gespräch und jede Begegnung hat etwas Besonderes. Diese Entwicklung wirkt nie überhastet, sondern genau richtig.
Und Patrick…
Ich glaube, er gehört jetzt offiziell zu meinen liebsten Bookboyfriends.
Er ist geheimnisvoll, unglaublich loyal, manchmal eiskalt und trotzdem steckt so viel mehr in ihm, als man zunächst vermutet. Mit jeder Seite wollte ich mehr über ihn erfahren. Für mich war er definitiv die spannendste Figur des gesamten Buches.
Überhaupt haben mir die Charaktere unglaublich gut gefallen. Keiner wirkt eindimensional und jeder bringt seine eigene Geschichte mit. Dadurch fiebert man nicht nur mit Nina und Patrick mit, sondern schließt nach und nach auch die Nebenfiguren ins Herz.
Nach dem großen Twist gab es dann endgültig kein Halten mehr.
Die zweite Hälfte habe ich fast in einem Rutsch verschlungen, weil ich unbedingt wissen musste, wie alles zusammenhängt. Genau solche Bücher liebe ich. Erst nehmen sie sich Zeit, alles vorzubereiten, und dann reißen sie einen plötzlich komplett mit.
Im Nachwort erzählt Stacey McEwan, dass sie sich unter anderem von „Peaky Blinders“ und „Six of Crows“ inspirieren ließ. Den Einfluss von Six of Crows konnte ich an einigen Stellen definitiv erkennen. Und ehrlich gesagt hat dieses Buch jetzt auch dafür gesorgt, dass Peaky Blinders endlich ganz oben auf meiner Watchlist gelandet ist.
Für mich ist „A Forbidden Alchemy“ eines dieser Bücher, bei denen sich das Durchhalten am Anfang absolut gelohnt hat. Wer Magie, Alchemie, politische Intrigen, Slow Burn und eine düstere Atmosphäre liebt, sollte diesem Auftakt unbedingt eine Chance geben.
Ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band in die Hände zu bekommen.
🖤 5 von 5 Herzen






