‚Du kriegst mich nicht’ von Chris Carter

Es gibt Autorinnen und Autoren, bei denen man schon vor dem Lesen ziemlich genau weiß, was einen erwartet.

Bei Chris Carter denke ich sofort an die Hunter-und-Garcia-Reihe, an bestialische Morde, entstellte Leichen, grausame Tatorte und menschliche Abgründe, die so tief sind, dass man sich beim Lesen manchmal wirklich fragt, wie ein Mensch überhaupt auf solche Ideen kommen kann.

Genau deshalb war ich auf „Du kriegst mich nicht“ unglaublich gespannt.

Denn dieses Buch ist völlig anders als das, was ich bisher von Chris Carter kannte.

Keine Reihe, kein Robert Hunter, kein Carlos Garcia und auch kein klassischer Serienkiller-Thriller, bei dem ein grausamer Tatort den nächsten jagt. Stattdessen erzählt Chris Carter eine Geschichte, die viel subtiler ist. Leiser vielleicht. Weniger blutig. Aber deshalb ganz sicher nicht weniger erschreckend.

Im Gegenteil.

Denn diesmal spielt sich ein großer Teil des Grauens im Kopf ab.

Eine Drohung, die niemals verstummt

Dreizehn Jahre.

So lange soll Nelson Stewart für das, was er Samantha angetan hat, ins Gefängnis. Doch noch im Gerichtssaal macht er ihr unmissverständlich klar, dass diese dreizehn Jahre für ihn nur eine Unterbrechung sind.

Er wird zurückkommen.

Allein diese Vorstellung fand ich unglaublich beklemmend.

Während Nelson seine Strafe absitzt, versucht Samantha, sich ein neues Leben aufzubauen. Sie verschwindet, zieht immer wieder um und nimmt schließlich einen neuen Namen an. Als Mary Smith möchte sie endlich zur Ruhe kommen. Nicht mehr ständig über die Schulter sehen. Nicht bei jedem Geräusch zusammenzucken und nicht jeden fremden Blick hinterfragen müssen.

Doch wie beginnt man ein neues Leben, wenn man weiß, dass irgendwo ein Mensch sitzt, der nur auf den Moment wartet, wieder freizukommen?

Und vor allem: Was tut man, wenn man ganz genau weiß, dass dieser Mensch einen finden wird?

Mary lebt nicht einfach nur mit Angst. Sie lebt mit einer Gewissheit.

Nelson wird nicht aufgeben.

Und sie weiß auch, warum.

Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nichts sicher ist

Schon nach wenigen Seiten war klar, dass „Du kriegst mich nicht“ kein typischer Chris-Carter-Thriller wird. Trotzdem habe ich sofort dieses vertraute Gefühl gespürt, das seine Bücher bei mir auslösen.

Diese Spannung.

Dieses ungute Ziehen im Bauch.

Und diese Gewissheit, dass hinter allem noch viel mehr steckt, als man im ersten Moment erkennt.

Die Geschichte entwickelt sich zu einem intensiven Katz-und-Maus-Spiel. Mary versucht, Nelson immer einen Schritt voraus zu sein, während gleichzeitig das Gefühl wächst, dass sie ihm vielleicht längst nicht so gut entkommen ist, wie sie glaubt.

Immer wieder stellt sich die Frage, wer eigentlich wen beobachtet.

Wer jagt hier wirklich wen?

Und kann man überhaupt jemandem vertrauen?

Genau dieses Spiel mit der Wahrnehmung hat mir unglaublich gut gefallen. Chris Carter setzt diesmal nicht hauptsächlich auf Blut und grausame Bilder, sondern auf Misstrauen, psychologischen Druck und die permanente Angst davor, dass etwas passieren könnte.

Dadurch entsteht eine ganz andere Form von Spannung als in der Hunter-und-Garcia-Reihe.

Weniger laut, aber sehr wirkungsvoll.

Nichts ist, wie es scheint

Der Satz „Nichts ist, wie es scheint“ passt zu diesem Buch wirklich perfekt.

Denn kaum dachte ich, die Geschichte verstanden zu haben, kam der erste große Plottwist.

Und plötzlich sah vieles ganz anders aus.

Ich musste meine bisherigen Gedanken neu sortieren, frühere Szenen noch einmal überdenken und mich fragen, welche Hinweise ich vielleicht übersehen hatte. Genau solche Wendungen liebe ich in Thrillern. Nicht einfach ein Twist, der nur überraschen soll, sondern eine Enthüllung, die die komplette Geschichte in ein neues Licht rückt.

Doch Chris Carter belässt es nicht dabei.

Als ich mich gerade an die neue Richtung gewöhnt hatte und dachte, jetzt endlich zu wissen, worauf alles hinausläuft, kam der zweite Plottwist.

Und mit dem hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet.

Für mich war genau das der stärkste Moment des Buches. Ich liebe es, wenn ein Thriller es schafft, mich auf eine falsche Fährte zu locken, ohne dass die Auflösung am Ende völlig aus dem Nichts kommt. Rückblickend ergeben viele Dinge Sinn, aber während des Lesens habe ich die Zusammenhänge nicht durchschaut.

Das passiert mir bei Thrillern leider nicht mehr so häufig, weshalb ich mich über diese Überraschung umso mehr gefreut habe.

Menschliche Abgründe ohne Blutbad

Wer bei Chris Carter automatisch auf besonders grausame Morde, detailliert beschriebene Verletzungen und verstörende Tatorte wartet, wird hier vermutlich zunächst überrascht sein.

„Du kriegst mich nicht“ ist deutlich weniger brutal als seine bekannte Reihe.

Zumindest auf der sichtbaren Ebene.

Denn die menschlichen Abgründe sind trotzdem da. Sie zeigen sich nur anders. In Manipulation, Angst, Kontrolle, Gewalt und dem Gefühl, einem Menschen niemals wirklich entkommen zu können.

Gerade die psychologische Ebene fand ich sehr bedrückend.

Marys Leben wird durch das geprägt, was ihr passiert ist. Selbst Jahre später kann sie sich nicht einfach sicher fühlen. Ihre Vergangenheit begleitet sie überallhin und hat Einfluss auf jede Entscheidung, die sie trifft.

Man kann sich kaum vorstellen, wie es sein muss, permanent in Alarmbereitschaft zu leben. Immer wieder umzuziehen, den Namen zu wechseln und trotzdem nie das Gefühl zu haben, wirklich weit genug entfernt zu sein.

Diese Angst wurde für mich sehr greifbar dargestellt.

Ich habe mit Mary mitgefiebert und gleichzeitig immer wieder gespürt, dass sie etwas verbirgt. Dass es Teile ihrer Geschichte gibt, die man noch nicht kennt.

Und genau das sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte.

Seiten, die fast von allein umblättern

Chris Carters Schreibstil hat auch hier wieder dafür gesorgt, dass die Seiten nur so verflogen sind.

Er schreibt flüssig, direkt und ohne unnötige Umwege. Die Kapitel lassen sich schnell lesen und enden häufig genau an der Stelle, an der man unmöglich aufhören kann.

Eigentlich wollte ich immer nur noch ein Kapitel lesen.

Und plötzlich waren wieder fünfzig Seiten vorbei.

Das Buch hat mich wirklich gefesselt und mir spannende Lesestunden beschert. Gerade zu Beginn und im letzten Drittel war ich komplett in der Geschichte und musste unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt.

Trotzdem hatte das Buch für mich auch kleinere Schwächen.

Stellenweise etwas holprig

Manche Formulierungen haben sich für mich beim Lesen etwas holprig angefühlt.

Ich bin an einzelnen Sätzen hängen geblieben und musste sie teilweise noch einmal lesen, weil sie nicht ganz so natürlich wirkten, wie ich es von Chris Carter gewohnt bin. Soweit ich gelesen habe, könnte das auch mit der Übersetzung zusammenhängen.

Natürlich kann ich nicht beurteilen, wie sich das englische Original liest. In der deutschen Ausgabe gab es aber einige Stellen, an denen der Lesefluss für mich kurz ins Stocken geraten ist.

Gerade weil ich den Stil aus der Hunter-und-Garcia-Reihe als sehr direkt und flüssig kenne, ist mir das hier etwas stärker aufgefallen.

Auch in der Mitte hatte die Geschichte für mich kleinere Längen.

Der Einstieg war spannend und das Ende hat noch einmal richtig aufgedreht. Dazwischen gab es jedoch einige Passagen, in denen die Handlung etwas auf der Stelle trat und die Spannung leicht nachließ.

Ich war weiterhin neugierig, aber nicht mehr ganz so gefesselt wie zu Beginn.

Vielleicht lag es auch daran, dass das Buch sehr stark von seinem psychologischen Katz-und-Maus-Spiel lebt. Sobald dieses für einen Moment in den Hintergrund rückt, wird das Tempo automatisch ruhiger.

Für mich hätte der Mittelteil deshalb etwas straffer erzählt werden dürfen.

Chris Carter und eine Liebesgeschichte?

Was mich ebenfalls überrascht hat: Es gibt tatsächlich eine Liebesgeschichte.

Und sogar Spice.

Damit hätte ich bei einem Buch von Chris Carter ehrlich gesagt nicht unbedingt gerechnet.

Ich fand es durchaus mutig, dass er sich hier auf ganz andere Elemente einlässt und versucht, eine emotionalere Seite der Geschichte zu erzählen. Gleichzeitig brauchte ich einen Moment, um mich daran zu gewöhnen.

Bei Chris Carter denke ich nun einmal nicht als Erstes an Romantik.

Die Liebesgeschichte gibt Marys Figur jedoch eine zusätzliche Ebene. Sie zeigt, wie schwer es ist, Nähe zuzulassen, wenn man gelernt hat, dass Vertrauen gefährlich sein kann. Gleichzeitig stellt sich natürlich immer die Frage, ob diese Beziehung wirklich Sicherheit bietet oder ob auch hier nicht alles so ist, wie es zunächst wirkt.

Die expliziteren Szenen waren für mich teilweise etwas ungewohnt, haben die Geschichte aber nicht gestört.

Es war einfach etwas völlig Neues.

Und genau das passt eigentlich zum gesamten Buch.

Chris Carter verlässt mit „Du kriegst mich nicht“ seine bekannte Komfortzone und zeigt, dass er auch anders erzählen kann.

Anders, aber trotzdem Chris Carter

Ich kann verstehen, warum dieses Buch die Meinungen spaltet.

Wer einen typischen Chris-Carter-Thriller erwartet, könnte enttäuscht sein. Es gibt weniger Brutalität, keine Hunter-und-Garcia-Ermittlungen und insgesamt eine ganz andere Dynamik.

Wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt einen psychologischen Thriller mit einem beklemmenden Katz-und-Maus-Spiel, überraschenden Wendungen und einer Geschichte, bei der man lange nicht weiß, wem man glauben kann.

Für mich hat diese andere Richtung gut funktioniert.

Nicht alles war perfekt. Der Mittelteil hätte etwas mehr Tempo vertragen und manche Formulierungen wirkten auf mich holprig. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und war vor allem von den Wendungen beeindruckt.

Chris Carter hat mich überrascht.

Nicht mit besonders grausamen Tatorten, sondern mit psychologischen Spielchen, Geheimnissen und der Erkenntnis, dass manchmal das, was man nicht sieht, mindestens genauso erschreckend sein kann wie eine entstellte Leiche.

„Du kriegst mich nicht“ ist anders als die Hunter-und-Garcia-Reihe.

Aber anders bedeutet nicht automatisch schlechter.

Für mich war es ein fesselnder Thriller, der mir tolle Lesestunden beschert hat und besonders mit seinen Plottwists überzeugen konnte.

🖤 4 von 5 Herzen


„… to Kill a Monster“ von Karolyn Ciseau

Es gibt Reihen, bei denen man nach dem ersten Band ganz entspannt denkt: Ja, irgendwann lese ich weiter.

Und dann gibt es Reihen, bei denen ein Cliffhanger dafür sorgt, dass man am liebsten SOFORT den nächsten Band hätte.

„… to Kill a Monster“ von Karolyn Ciseau gehört für mich definitiv zur zweiten Kategorie. Nach dem Ende von Band 1 war ich nämlich alles andere als entspannt. 😅 Entsprechend froh war ich, dass ich die Fortsetzung mit in den Urlaub genommen hatte – und dort habe ich sie dann auch ziemlich schnell verschlungen.

Eine Sache muss ich aber direkt vorwegnehmen:

Ihr müsst Band 1 unbedingt vorher gelesen haben!

Die Geschichte setzt praktisch dort wieder an, wo wir Lyra und Kael verlassen haben. Es gibt keinen großen Neustart und auch keine komplett neue Geschichte, sondern wir befinden uns unmittelbar wieder mitten im Geschehen. Genau deshalb möchte ich auch gar nicht zu viel über die eigentliche Handlung erzählen. Bei diesem Buch ist es nämlich verdammt schwer, darüber zu sprechen, ohne gleichzeitig irgendetwas aus dem ersten Band zu verraten.

Und Spoiler wollen wir schließlich nicht.

Nach diesem Cliffhanger musste ich einfach wissen, wie es weitergeht

Das Ende des ersten Bandes hatte mich damals ziemlich sprachlos zurückgelassen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Fortsetzung.

Zum Glück brauchte ich überhaupt nicht lange, um wieder in die Geschichte hineinzufinden.

Nach wenigen Seiten waren die Dragonblood Academy, Lyra, Kael und all die Konflikte wieder präsent und ich war mittendrin.

Allerdings merkt man ziemlich schnell, dass die Ereignisse aus Band 1 Spuren hinterlassen haben.

Vor allem zwischen Lyra und Kael.

Und genau diese Entwicklung fand ich unglaublich spannend. Denn Gefühle verschwinden eben nicht einfach, nur weil Vertrauen zerstört wurde.

Wenn Gefühle allein plötzlich nicht mehr reichen

Lyra hat gelogen. Und diese Lügen haben zwischen ihr und Kael eine Mauer entstehen lassen, die sich nicht einfach mit ein paar schönen Worten wieder einreißen lässt.

Das Vertrauen, das zwischen den beiden einmal da war, ist beschädigt. Gleichzeitig sind ihre Gefühle füreinander aber immer noch genauso real.

Und was macht man bitte damit? Man kann jemanden lieben und ihm trotzdem nicht mehr vertrauen.

Man kann sich nach seiner Nähe sehnen und gleichzeitig wissen, dass viel zu viel zwischen einem steht.

Genau dieses Chaos zwischen den beiden mochte ich sehr.

Es wäre für mich viel zu einfach gewesen, wenn nach wenigen Seiten alles vergeben und vergessen worden wäre. Stattdessen müssen beide mit den Konsequenzen leben. Sie müssen herausfinden, ob zwischen all den Verletzungen überhaupt noch etwas existiert, auf dem sie neu aufbauen können.

Und als wäre das emotional nicht schon genug, steht nebenbei auch noch ein Krieg bevor.

Entspannte Voraussetzungen also. 😂

Lyra ist nicht mehr dieselbe

Besonders Lyra macht für mich in diesem Band eine große Entwicklung durch.

Sie muss sich mit ihren eigenen Entscheidungen auseinandersetzen und kann nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert. Gleichzeitig wird sie immer wieder mit Situationen konfrontiert, in denen sie Verantwortung übernehmen und über sich hinauswachsen muss.

Ihre Gefühle wirkten dabei für mich sehr echt.

Sie ist nicht plötzlich die perfekte Heldin, nur weil wir inzwischen im zweiten Band angekommen sind. Sie zweifelt, macht Fehler, kämpft mit Schuld und versucht trotzdem weiterzumachen.

Genau solche Entwicklungen mag ich.

Ich möchte nicht, dass Figuren von Anfang an perfekt sind. Ich möchte sehen, wie sie fallen, Entscheidungen treffen, die vielleicht falsch sind, und anschließend mit den Konsequenzen leben müssen.

Und Lyra muss definitiv mit einigen Konsequenzen leben.

Und dann wäre da noch Kael …

Kael mochte ich bereits im ersten Band. Nach diesem Buch? Tja. Jetzt liebe ich ihn endgültig. 😂

Gerade seine Entwicklung und die Art, wie er mit seinen Gefühlen umgeht, haben mir unglaublich gut gefallen.

Er versteckt sich nicht dauerhaft hinter einer undurchdringlichen Fassade. Er steht zu dem, was er empfindet, obwohl ihn genau das verletzlich und angreifbar macht.

Und dieser Beschützerinstinkt …

Ja gut. Da braucht man mit mir eigentlich gar nicht mehr diskutieren. 😅

Trotz allem, was zwischen ihm und Lyra steht, spürt man ständig diese Verbindung. Gleichzeitig wird aber eben nicht vergessen, was passiert ist.

Das hat die Beziehung für mich viel interessanter gemacht als eine einfache Versöhnung.

Intrigen, Verrat und jede Menge Drachen

Natürlich besteht „… to Kill a Monster“ nicht nur aus dem Gefühlschaos zwischen Lyra und Kael.

Ganz im Gegenteil. Die Geschichte fährt ordentlich auf.

Intrigen, Verrat, Geheimnisse, überraschende Wendungen, Kämpfe und Verluste – zwischendurch hatte ich wirklich das Gefühl, dass Karolyn Ciseau ihren Figuren einfach keine fünf Minuten Ruhe gönnen möchte.

Kaum glaubte ich, wir könnten jetzt vielleicht einmal kurz durchatmen, kam schon das nächste Problem um die Ecke. Oder die nächste Enthüllung. Oder jemand traf eine Entscheidung, bei der ich am liebsten ins Buch gegriffen hätte.

Gerade die Wendungen haben mir richtig gut gefallen. Mehrmals entwickelte sich die Geschichte anders, als ich erwartet hatte, und genau dadurch blieb die Spannung für mich bis zum Ende erhalten.

Dazu kommen natürlich die Drachen.

Und ganz ehrlich: Mit Drachen bekommt man mich sowieso ziemlich schnell. 😂

Die Welt der Dragonblood Academy hat mir bereits im ersten Band gefallen und auch diesmal konnte ich sie mir durch den bildhaften Schreibstil unglaublich gut vorstellen. Die Kämpfe wirkten groß und episch, ohne dass ich irgendwann den Überblick verloren habe.

Gleichzeitig gibt es immer wieder ruhigere und emotionale Momente, sodass die Geschichte nicht nur von einer Actionszene zur nächsten hetzt.

Ein Trope, den ich normalerweise gar nicht mag

Und dann macht dieses Buch tatsächlich etwas, womit man mich normalerweise eher verscheuchen kann.

Es benutzt einen Trope, den ich in Büchern eigentlich überhaupt nicht gerne lese.

Ich werde natürlich nicht verraten, welchen – denn damit würde ich euch viel zu viel vorwegnehmen.

Aber hier? Hier hat er für mich funktioniert. Und das will wirklich etwas heißen. 😅

Er wurde für mich nicht einfach eingebaut, um künstlich Drama zu erzeugen, sondern ergab innerhalb der Geschichte Sinn. Deshalb konnte ich mich darauf einlassen und fand sogar, dass er an dieser Stelle zur Entwicklung der Handlung passte.

Vielleicht ist das auch der beste Beweis dafür, dass es manchmal gar nicht unbedingt schlechte Tropes gibt.

Vielleicht müssen sie einfach nur richtig eingesetzt werden.

Mein einziges Problem: Dieses Ende!

Und damit kommen wir zu dem Punkt, bei dem ich ein kleines bisschen meckern muss.

Das Ende. Versteht mich nicht falsch: Die Geschichte bekommt einen Abschluss und ja, es gibt ein Happy End.

Eigentlich könnte ich also zufrieden sein. Eigentlich. Denn da ist noch diese eine Kleinigkeit.

Der eigentliche Feind ist nicht endgültig besiegt.

Und das lässt mich ehrlich gesagt ziemlich unbefriedigt zurück.

Ich saß nach der letzten Seite da und dachte nur:

Moment. Das war’s jetzt? Aber … DA IST DOCH NOCH WAS?! 😂

Wenn eine Geschichte beendet ist, möchte ich normalerweise auch das Gefühl haben, dass der große Konflikt tatsächlich abgeschlossen wurde.

Hier hatte ich dieses Gefühl nicht vollständig.

ABER. Dann kam der Epilog. Und plötzlich keimte bei mir eine kleine Hoffnung auf.

Denn für mich fühlt sich das verdächtig danach an, als könnte diese Welt noch nicht vollständig auserzählt sein. Vielleicht nicht unbedingt mit Lyra und Kael im Mittelpunkt, aber mit neuen Figuren und einer Geschichte, die genau dort ansetzt, wo noch etwas offen geblieben ist.

Ein Spin-off? Karolyn … falls du das liest: Wir brauchen dieses Spin-off. Also gut. Ich brauche dieses Spin-off. 😂Aber bestimmt bin ich damit nicht allein.

Mein Fazit

„… to Kill a Monster“ war für mich eine richtig starke Fortsetzung und ein schöner Abschluss für Lyra und Kael.

Ich habe mit ihnen gehofft, gelitten, gekämpft und mich stellenweise wirklich gefragt, wie die beiden aus diesem ganzen Chaos jemals wieder herauskommen sollen.

Besonders die Entwicklung der Figuren hat mir gefallen. Lyra wächst an ihren Entscheidungen und Kael hat sich endgültig einen Platz in meinem Herzen gesichert.

Dazu kommen Drachen, Intrigen, Verrat, epische Kämpfe, schmerzhafte Verluste und Wendungen, mit denen ich nicht immer gerechnet habe.

Nur dieses letzte kleine Gefühl, dass der große Konflikt eben noch nicht vollkommen beendet ist, verhindert für mich die volle Punktzahl.

Vielleicht ist es aber auch Absicht.

Vielleicht wollte Karolyn Ciseau genau erreichen, dass ich jetzt hier sitze und dringend eine weitere Geschichte aus dieser Welt verlange.

Falls ja: Hat funktioniert. 😂

Für Drachenfans und alle, die bereits den ersten Band der Dragonblood Academy mochten, gibt es von mir definitiv eine Leseempfehlung.

Und noch einmal: Bitte nicht mit diesem Band anfangen. Lest unbedingt zuerst Band 1!

🖤 4 von 5 Herzen

Welches Buchfinale hat euch zuletzt mit dem Gefühl zurückgelassen: Das kann doch unmöglich schon alles gewesen sein – da MUSS noch etwas kommen?! 👀