„Kiss of the Broken“ von Julia Pauss

Manchmal gibt es Reihen, bei denen man nach dem ersten Band sofort weiß: Wenn ich hier nicht direkt weiterlesen kann, werde ich leiden. 😅 Genau so ging es mir nach dem Cliffhanger von „Kiss of the Broken“ von Julia Pauss. Und zum Glück hat der zweite Band genau dort weitergemacht, wo mein Nervenzusammenbruch ungefähr begonnen hat.

Schon der Einstieg gelingt unglaublich gut, weil man ohne lange Umwege direkt wieder mitten im Chaos steckt. Die Situation hat sich zugespitzt, die Dämonen haben triumphiert und Scarlett befindet sich plötzlich in einem erbarmungslosen Überlebenskampf hinter feindlichen Linien.

Und genau das merkt man der gesamten Geschichte an: Alles wirkt düsterer. Härter. Hoffnungsloser.

Während der erste Band noch stärker von dieser verbotenen Spannung und dem langsamen Aufbau der Beziehung gelebt hat, fühlt sich die Fortsetzung deutlich intensiver und emotional schwerer an. Die Atmosphäre ist fast durchgehend bedrückend und genau das passt perfekt zur Entwicklung der Handlung.

Besonders gefallen hat mir, dass das Worldbuilding in diesem Band noch einmal deutlich erweitert wird. Während wir zuvor hauptsächlich die Welt der Menschen kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte jetzt viel stärker in Richtung Tenebria und damit auch in die Welt der Dämonen.

Und ganz ehrlich?
Das war für mich eines der Highlights.

Diese düstere, brutale Welt bringt nochmal eine ganz andere Stimmung in die Geschichte. Man merkt deutlich, wie gefährlich alles geworden ist und dass hier längst nicht mehr nur persönliche Konflikte im Mittelpunkt stehen, sondern das Schicksal eines gesamten Königreichs.

Dabei schafft Julia Pauss es wieder sehr gut, Atmosphäre aufzubauen. Der Schreibstil ist flüssig, intensiv und unglaublich leicht zu lesen. Gerade emotionale Szenen wirken sehr bildhaft und ziehen einen schnell in die Geschichte hinein.

Allerdings hatte ich bei manchen Aspekten des Worldbuildings auch kleinere Schwierigkeiten. Besonders die verschiedenen Dämonenarten fand ich zwar spannend, aber nicht immer leicht greifbar. Teilweise hätte ich mir hier noch klarere Beschreibungen gewünscht, um mir alles besser vorstellen zu können.

Auch das Magiesystem rückt stärker in den Fokus und genau da gab es für mich Momente, in denen ich mir etwas mehr Erklärung gewünscht hätte. Die Grundideen fand ich richtig spannend, aber manche Abläufe blieben für mich eher vage.

Trotzdem hat mich die Geschichte emotional absolut abgeholt – vor allem wegen der Figuren.

Scarlett und Ren bleiben weiterhin das Herz der Reihe. Ihre Verbindung ist intensiv, kompliziert und ständig von Gefahr überschattet. Besonders Rens innerer Konflikt wurde für mich unglaublich gut dargestellt. Diese Mischung aus Wut, Enttäuschung, Schuld und Gefühlen sorgt dafür, dass er nie eindimensional wirkt.

Allerdings verändert sich die Dynamik zwischen den beiden im Vergleich zum ersten Band spürbar.

Während sie dort fast dauerhaft gemeinsam unterwegs waren und man jede Entwicklung direkt miterleben konnte, werden sie hier zeitweise getrennt. Dadurch verschiebt sich der Fokus etwas stärker auf die Gesamtgeschichte und die Nebenfiguren.

Das hat der Welt zwar mehr Tiefe gegeben, gleichzeitig fehlte mir dadurch stellenweise genau diese intensive Nähe zwischen Ren und Scarlett, die ich im Auftakt besonders geliebt habe.

Auch die romantischen Szenen sind deutlich intensiver geworden. Atmosphärisch kann die Autorin das wirklich unglaublich gut schreiben – emotional, düster und voller Spannung. Für meinen persönlichen Geschmack waren es allerdings an manchen Stellen fast etwas zu viele Szenen dieser Art, besonders wenn sie mitten in sehr angespannten Situationen auftauchten.

Was mir im ersten Band besonders gefallen hatte, war dieses langsame Annähern, dieses vorsichtige Entwickeln von Vertrauen. Genau dieser Aspekt tritt hier etwas stärker in den Hintergrund.

Spannend bleibt die Geschichte trotzdem durchgehend. Vielleicht gab es weniger große Überraschungen und schockierende Wendungen als im ersten Band, aber dafür funktioniert das Buch viel stärker über Atmosphäre, Emotionen und die Entwicklung der Figuren.

Und gerade gegen Ende zieht die Geschichte nochmal richtig an.

Ein neuer Handlungsstrang rund um Scarlett hat mich emotional komplett abgeholt und dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

Das Finale selbst fand ich dann wirklich gelungen. Die Geschichte bekommt einen runden Abschluss, ohne überhastet zu wirken. Man merkt, dass sich die Autorin Zeit genommen hat, die Handlung sauber zu Ende zu führen und den Figuren Raum zu geben.

Und genau so wünsche ich mir ein Finale.

Für mich ist „Kiss of the Broken“ ein würdiger Abschluss der Dilogie. Vielleicht hat mich der Auftakt emotional noch ein kleines bisschen stärker gepackt, aber die Fortsetzung überzeugt mit intensiver Atmosphäre, düsterem Worldbuilding und Figuren, die einen bis zum Ende mitfiebern lassen.

Starke 4 von 5 Sternen ⭐️
Und definitiv eine Reihe, die besonders Fans düsterer Romantasy begeistern dürfte.


„The Wolf King“ von Lauren Palphreyman

Werwolf-Romantasy klingt für mich erst einmal nach genau der Art Geschichte, die mich eigentlich ziemlich schnell abholen kann: düstere Atmosphäre, gefährliche Dynamiken, verbotene Gefühle und politische Spannungen zwischen zwei Welten. Genau deshalb war ich unglaublich neugierig auf „The Wolf King“ von Lauren Palphreyman.

Und ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch hat mich ziemlich zwiegespalten zurückgelassen.

Dabei fing alles wirklich stark an.

Der Einstieg schafft sofort Atmosphäre. Eine Prinzessin, die sich nach Freiheit sehnt, eine arrangierte Ehe, ein gefährlicher Alpha und ein drohender Krieg zwischen Menschen und Werwolf-Clans – das bringt direkt Spannung mit. Auch das Setting funktioniert anfangs richtig gut. Diese wilde, bedrohliche Welt der Wölfe wirkt düster und reizvoll zugleich, während gleichzeitig ständig das Gefühl mitschwingt, dass die Situation jederzeit eskalieren könnte.

Besonders der Anfang hatte genau dieses Tempo und diese Spannung, die mich sofort weiterlesen lassen wollten.

Auch der Schreibstil hat mir grundsätzlich gut gefallen. Das Buch liest sich sehr flüssig, angenehm und schnell weg. Gerade atmosphärische Szenen oder emotionale Momente funktionieren sprachlich oft wirklich gut.

Und optisch muss man einfach sagen: Das Buch ist ein absoluter Hingucker. Die Gestaltung, das Hardcover, die Veredelung – all das macht schon etwas her und sorgt definitiv dafür, dass man das Buch gerne in die Hand nimmt.

Allerdings begann die Geschichte für mich mit fortschreitender Handlung immer mehr an Substanz zu verlieren.

Mein größter Kritikpunkt war dabei tatsächlich Aurora.

Anfangs wirkt sie wie eine Figur mit Potenzial: jemand, der sich gegen Erwartungen und Kontrolle auflehnen möchte und nach einem selbstbestimmten Leben sucht. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto widersprüchlicher empfand ich ihre Darstellung.

Sie wird immer wieder als stark und unabhängig beschrieben, handelt aber oft sehr inkonsequent. Entscheidungen oder klare Ablehnung verlieren teilweise innerhalb weniger Seiten wieder an Bedeutung, oft nur durch Überredung oder körperliche Anziehung. Dadurch verlor die Figur für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit.

Und genau das war schade, weil ich das Gefühl hatte, dass hier eigentlich viel Potenzial für eine starke Entwicklung vorhanden gewesen wäre.

Auch die Dynamik zwischen Aurora und Callum konnte mich auf Dauer nicht vollständig überzeugen.

Anfangs mochte ich diese gefährliche Spannung zwischen ihnen durchaus. Gerade das langsame Annähern und die unterschwellige Anziehung funktionieren zunächst gut. Doch irgendwann reduziert sich die Beziehung für mein Empfinden zu stark auf erotische Spannung und körperliche Anziehung.

Andere zwischenmenschliche Ebenen – Vertrauen, echte emotionale Tiefe oder gemeinsame Entwicklung – geraten dadurch teilweise in den Hintergrund.

Besonders problematisch fand ich einige Macht- und Konfliktdynamiken innerhalb der Beziehung. Emotionale Eskalationen werden immer wieder stark sexualisiert oder mit provozierenden Aussagen verbunden, was auf mich stellenweise eher konstruiert als natürlich wirkte.

Gerade bei Aurora hatte ich oft das Gefühl, dass bestimmte Reaktionen weniger ihrer Persönlichkeit entsprachen, sondern eher bewusst für zusätzliche Spannung oder Provokation eingebaut wurden.

Auch sprachlich gab es in diesen Szenen Momente, die mich etwas aus der Geschichte gerissen haben. Manche vulgären oder bewusst drastischen Formulierungen wirkten eher bemüht schockierend als organisch eingebunden. Dadurch ging für mich ein Teil der Atmosphäre verloren, die der Schreibstil an anderen Stellen eigentlich sehr gut aufbauen konnte.

Ein weiterer Punkt war für mich die Handlung selbst.

Nach dem starken Einstieg wurde vieles recht vorhersehbar. Einige Entwicklungen und Konflikte folgen bekannten Mustern, ohne wirklich neue Impulse zu setzen. Die Spannung, die anfangs sehr präsent war, verliert dadurch nach und nach an Wirkung.

Gerade das Setting rund um die Highlands und die Clans fand ich leider viel zu wenig ausgearbeitet. Dabei steckt darin eigentlich unglaublich viel Potenzial. Die Welt wirkt oft eher wie eine Kulisse, obwohl sie so viel mehr hätte sein können. Ich hätte wahnsinnig gerne mehr über die Geschichte der Werwolf-Clans erfahren, über ihre Strukturen, ihre Traditionen und die Hintergründe dieser Welt.

Auch die Werwolf-Thematik selbst bleibt für mich stellenweise zu oberflächlich. Da wäre definitiv noch Raum gewesen, die Lore deutlich tiefer und atmosphärischer auszubauen.

Und genau deshalb hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier vieles eher angerissen als wirklich ausgearbeitet wurde.

Trotz aller Kritik hatte das Buch aber definitiv seine starken Seiten. Der Einstieg funktioniert, die Atmosphäre ist stellenweise wirklich gelungen und der Schreibstil sorgt dafür, dass man schnell durch die Geschichte kommt.

Für mich bleibt „The Wolf King“ deshalb ein Buch mit viel Potenzial, das mich anfangs deutlich stärker überzeugen konnte als im späteren Verlauf.

Ein optisch wunderschöner Romantasy-Auftakt mit spannender Grundidee und atmosphärischem Einstieg, der für mich jedoch zunehmend an Tiefe verloren hat.

Trotzdem bin ich neugierig, was Band zwei noch aus der Geschichte herausholt.

3 von 5 Sternen ⭐️


„Meine tote Schwester“

Es gibt Autorinnen, bei denen ich inzwischen gar nicht mehr lange überlegen muss, ob ich ein neues Buch lesen möchte. Sobald ein neuer Thriller erscheint, wandert er automatisch auf meine Liste – einfach, weil ich inzwischen weiß, dass mich ihre Geschichten zuverlässig packen werden. Genau so ist es für mich mittlerweile bei Catherine Shepherd.

Mit „Meine tote Schwester“ hat sie wieder genau das geliefert, was ich mir von einem guten Psychothriller wünsche: Spannung, Geheimnisse, atmosphärische Gänsehaut und diese Art von Geschichte, bei der man ständig denkt, man hätte endlich alles verstanden – nur um wenige Seiten später wieder komplett an den eigenen Theorien zu zweifeln.

Schon die Ausgangssituation hat mich sofort abgeholt.
Ein verlassenes Haus. Eine tote Schwester. Elf Jahre alte Geheimnisse. Und dann zieht plötzlich ein neuer Nachbar ein, über den erschreckende Gerüchte kursieren.

Allein diese Kombination sorgt direkt für diese unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Zwischen Mias Fenster und der alten Villa liegen gerade einmal dreißig Meter – und trotzdem wirkt das Haus wie eine völlig andere Welt. Ein Ort voller Erinnerungen, Ängste und ungeklärter Fragen.

Besonders gelungen fand ich dabei die Atmosphäre. Catherine Shepherd schafft es unglaublich gut, dieses bedrückende Gefühl aufzubauen, dass hinter jeder Kleinigkeit mehr steckt. Das Haus selbst wird fast zu einer eigenen Figur innerhalb der Geschichte. Still, verlassen und gleichzeitig voller Geheimnisse.

Und genau diese Fragen treiben die Handlung konstant voran.

Was ist damals mit Jasmin passiert?
Warum stand das Haus so lange leer?
Und vor allem: Wer ist Lukas wirklich?

Mia als Protagonistin mochte ich dabei wirklich gern. Anfangs wirkt sie eher ruhig und zurückhaltend, fast unsicher. Doch je mehr sich die Ereignisse zuspitzen, desto deutlicher zeigt sich, dass deutlich mehr Stärke in ihr steckt, als sie selbst glaubt.

Gerade ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte fand ich sehr gelungen. Sie beginnt, Dinge zu hinterfragen, selbst nach Antworten zu suchen und sich nicht einfach mit dem zufrieden zu geben, was andere ihr erzählen wollen.

Und dann ist da Lukas.

Ganz ehrlich?
Er ist genau die Art Figur, bei der man die ganze Zeit schwankt.

Sympathisch oder gefährlich?
Verletzlich oder manipulativ?
Opfer oder Täter?

Durch seine Vergangenheit und die Gerüchte, die ihn begleiten, bleibt ständig dieses Misstrauen bestehen. Gleichzeitig schafft die Autorin es aber auch, ihn nahbar wirken zu lassen. Und genau diese Unsicherheit macht ihn als Figur so spannend.

Auch Nora, seine Mutter, bringt nochmal zusätzliche Dynamik in die Geschichte. Ihre Art, Lukas beschützen zu wollen, wirkt nachvollziehbar – gleichzeitig sorgt sie aber auch dafür, dass man sich ständig fragt, was sie vielleicht selbst verschweigt.

Besonders gut gefallen hat mir die Erzählweise mit den wechselnden Perspektiven. Dadurch bekommt man immer wieder neue Einblicke, entdeckt neue Hinweise und stellt seine bisherigen Vermutungen plötzlich wieder infrage.

Und genau das liebe ich an guten Thrillern.

Dieses permanente Miträtseln.

Dieses Gefühl, ständig kurz davor zu sein, die Wahrheit zu erkennen – und dann doch wieder überrascht zu werden.

Die Geschichte spielt dabei gekonnt mit falschen Fährten und Wendungen. Kaum dachte ich, ich hätte verstanden, wohin alles führt, kam der nächste Twist und hat wieder alles durcheinandergebracht.

Trotzdem wirkt die Handlung nie künstlich kompliziert. Alles fügt sich am Ende schlüssig zusammen und ergibt ein stimmiges Gesamtbild.

Ein kleiner Kritikpunkt bleibt für mich allerdings bestehen: Einige Nebenfiguren hätten für mein Gefühl einen runderen Abschluss verdient. Während die Hauptgeschichte sehr zufriedenstellend aufgelöst wird, bleiben bei manchen Figuren noch kleine offene Fragen zurück.

Das hat mein Leseerlebnis aber kaum geschmälert.

Denn insgesamt ist „Meine tote Schwester“ genau die Art Thriller, die ich unglaublich gerne lese: atmosphärisch, spannend und voller psychologischer Spannung, ohne dabei überladen zu wirken.

Ein Buch, das einen konstant im Ungewissen lässt und genau dadurch dafür sorgt, dass man immer weiterlesen möchte.

Für mich ganz klar starke 4 von 5 Sternen ⭐️

Und definitiv eine Empfehlung für alle, die Thriller mit düsterer Atmosphäre, Geheimnissen und vielen Wendungen lieben.


„The Cursed Queen: Seelenmal“ von Juliane Maibach

Es passiert mir mittlerweile wirklich oft, dass ich Bücher durch Empfehlungen aus der Community entdecke. Und ganz ehrlich? Bookstagram ist gefährlich. 😅

Denn eigentlich wollte ich meinen SuB reduzieren – stattdessen wächst er zuverlässig weiter, weil ständig irgendjemand ein Buch zeigt, das einfach viel zu gut klingt.

Bei „The Cursed Queen: Seelenmal“ von Juliane Maibach war es genau so. Ich habe das Buch immer wieder gesehen, ständig positive Stimmen dazu gelesen und irgendwann dachte ich mir: Okay, ich muss wissen, was dahinter steckt.

Und was soll ich sagen?
Ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Schon die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht. Eine junge Frau, die in einem magischen Hochsicherheitsgefängnis aufwächst, brutale Blutspiele, eine Welt voller Machtkämpfe und Intrigen – und mittendrin eine Protagonistin, die nicht gerettet werden will, sondern nur ein einziges Ziel kennt: Rache.

Genau solche Geschichten liebe ich.

Besonders stark fand ich direkt die Atmosphäre des Buches. Tenebris ist kein Ort, den man einfach nur beschrieben bekommt – man spürt ihn beim Lesen. Diese bedrückende Dunkelheit, die Gewalt, die Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig dieses ständige Gefühl, dass hinter allem noch viel mehr lauert. Das Gefängnis wirkt beinahe wie eine eigene Figur innerhalb der Geschichte.

Und genau dadurch entsteht von Anfang an diese intensive Stimmung, die einen komplett in die Handlung hineinzieht.

Elana mochte ich dabei unglaublich gern – gerade weil sie keine klassische Heldin ist. Sie ist nicht weich, nicht perfekt und definitiv nicht darauf ausgelegt, von jedem gemocht zu werden. Sie ist geprägt von allem, was sie erlebt hat, kämpft ums Überleben und handelt oft gnadenlos.

Aber genau das macht sie so glaubwürdig.

Hinter ihrer Härte spürt man permanent die Verletzungen, die Wut und dieses tiefe Bedürfnis nach Kontrolle über ihr eigenes Leben. Sie wirkt nie künstlich stark, sondern wie jemand, der stark werden musste, weil ihm nie eine andere Wahl geblieben ist.

Und dann ist da Riven.

Der oberste Leibwächter des Königs, der plötzlich auftaucht, um Elana ausgerechnet aus Tenebris zu befreien.

Ganz ehrlich?
Diese Dynamik zwischen den beiden war eines meiner absoluten Highlights.

Zwischen ihnen knistert es von Anfang an, aber nicht auf diese typische „Wir sehen uns und verlieben uns sofort“-Art. Stattdessen ist da Misstrauen, Spannung und ständig dieses Gefühl, dass beide eigentlich gegeneinander arbeiten müssten.

Gerade dieses langsame Annähern hat mir unglaublich gut gefallen. Vertrauen entsteht hier nicht einfach nebenbei – es muss sich erarbeitet werden. Und genau deshalb wirken die emotionalen Momente zwischen ihnen so intensiv.

Auch der Schreibstil hat mich positiv überrascht. Die Geschichte liest sich unglaublich flüssig und schafft es gleichzeitig, diese düstere Atmosphäre dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Fantasywelt wirkt komplex genug, um spannend zu sein, ohne dabei überladen oder unnötig kompliziert zu wirken.

Gerade das fand ich richtig angenehm. Man wird nicht mit endlosen Erklärungen erschlagen, sondern entdeckt die Welt Stück für Stück gemeinsam mit den Figuren.

Und obwohl die Geschichte viele klassische Fantasy-Elemente enthält – Magie, Intrigen, Machtkämpfe – fühlt sie sich trotzdem frisch und modern an.

Die Handlung selbst entwickelt sich dabei konstant spannend weiter. Es gibt immer wieder Wendungen, neue Konflikte und Situationen, in denen man merkt, dass niemand wirklich sicher ist. Gleichzeitig verliert die Geschichte nie ihre emotionale Ebene aus den Augen.

Und dann dieses Ende…

Ich saß wirklich da und musste das Gelesene erstmal kurz verarbeiten.
Nicht nur wegen der Wendungen, sondern weil die Geschichte es geschafft hat, mich emotional komplett mitzunehmen.

Für mich ist „The Cursed Queen: Seelenmal“ eine dieser Überraschungen, bei denen man merkt, wie wertvoll Empfehlungen aus der Community manchmal sein können.

Eine düstere, intensive Fantasygeschichte voller Spannung, Magie und Figuren, die sich nicht einfach in Schwarz und Weiß einteilen lassen.

5 von 5 Sternen ⭐️
Und Band zwei ist für mich definitiv Pflicht.


„Das Münster-Komplott“ von Simone Hausladen

Vor einigen Jahren hätte ich wahrscheinlich noch nicht gedacht, dass ich einmal freiwillig zu Regionalkrimis greifen würde. Heute sieht das ganz anders aus. Gerade Geschichten, die im Münsterland spielen, haben für mich inzwischen einen ganz eigenen Reiz. Vielleicht, weil ich selbst am Rande des Münsterlands lebe und viele Orte, Eigenheiten und Stimmungen sofort vor Augen habe. Münster hat einfach dieses besondere Flair – irgendwo zwischen Tradition, Gemütlichkeit, Fahrrädern an jeder Ecke und einer Atmosphäre, die sich perfekt für Krimis eignet.

Kein Wunder also, dass ich Formate wie die Münster-Tatorte mit Thiel und Boerne oder auch die Wilsberg-Krimis schon lange liebe. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich „Das Münster-Komplott“ von Simone Hausladen entdeckt habe.

Und tatsächlich hat der Krimi genau das geliefert, was ich mir erhofft hatte: eine spannende Geschichte mit viel Münster-Atmosphäre, ohne dabei zu sehr in reine Lokalromantik abzudriften.

Die Handlung beginnt direkt mit einem Mord. In einem Waldstück bei Havixbeck wird die bekannte Psychiaterin Dr. Sophia Reus brutal ermordet aufgefunden. Hauptkommissar Konstantin Dietrich, der gerade erst aus Bayern nach Münster gewechselt ist, übernimmt den Fall – und landet damit sofort mitten in einem Netz aus Intrigen, Machtspielen und Geheimnissen der besseren Gesellschaft.

Besonders brisant wird der Fall dadurch, dass das Opfer nur wenige Tage zuvor beim traditionsreichen Kramermahl für einen handfesten Skandal gesorgt hat. Vor den Augen angesehener Kaufleute und Honoratioren hat sie mehrere ihrer Patienten öffentlich mit Details aus deren Behandlungsprotokollen unter Druck gesetzt. Ein absoluter Tabubruch – und plötzlich gibt es gleich mehrere Menschen mit einem sehr guten Motiv.

Genau dieser Ausgangspunkt hat mir unglaublich gut gefallen. Dieses Zusammenspiel aus Tradition, gesellschaftlichem Ansehen und persönlichen Abgründen sorgt direkt für Spannung. Man merkt schnell: Hinter den gepflegten Fassaden brodelt es gewaltig.

Hauptkommissar Konstantin Dietrich mochte ich dabei wirklich gern. Er ist keiner dieser überzeichneten Ermittler mit exzentrischen Eigenheiten, sondern wirkt angenehm bodenständig. Gleichzeitig bringt er genug persönliche Geschichte mit, um interessant zu bleiben. Seine gescheiterte Beziehung und der Neuanfang in Münster schwingen immer wieder mit, ohne zu dominant zu werden.

Besonders gut gefallen hat mir auch die Dynamik innerhalb des Ermittlerteams. Die Zusammenarbeit wirkte glaubwürdig, locker und nie künstlich dramatisch. Genau das hat dafür gesorgt, dass sich der Krimi angenehm authentisch lesen ließ.

Überhaupt schafft es Simone Hausladen sehr gut, Spannung aufzubauen, ohne dabei ständig auf spektakuläre Schockmomente setzen zu müssen. Stattdessen lebt die Geschichte von den Ermittlungen, den Verdächtigen und den vielen kleinen Hinweisen, die sich Stück für Stück zusammensetzen.

Zusätzliche Spannung entsteht durch die Perspektivwechsel. Immer wieder bekommt man kurze Einblicke in die Gedanken anderer Figuren – darunter auch potenzielle Opfer und der Täter selbst. Dadurch entwickelt die Geschichte stellenweise fast schon eine Thriller-artige Dynamik, weil man als Leser ständig das Gefühl hat, dass sich die Lage zuspitzt.

Und genau das mag ich bei Krimis besonders: dieses Miträtseln.

Wer lügt?
Wer spielt ein falsches Spiel?
Und wem kann man eigentlich wirklich trauen?

Ich muss ehrlich sagen: Ich hatte lange keine klare Ahnung, wer hinter allem steckt. Und genau das ist für mich immer ein gutes Zeichen. Viel zu oft erkennt man in Krimis den Täter schon nach wenigen Kapiteln – hier blieb die Spannung für mich bis zum Schluss erhalten.

Auch die Figuren insgesamt fand ich gelungen ausgearbeitet. Viele Charaktere hatten ihre eigenen kleinen Abgründe, Geheimnisse oder Motive, ohne dabei überladen zu wirken. Dadurch entstand ein sehr stimmiges Gesamtbild.

Besonders gefallen hat mir außerdem, wie präsent Münster und das Münsterland in der Geschichte sind. Nicht auf eine aufgesetzte Weise, sondern eher wie ein natürlicher Teil der Handlung. Wer die Region kennt, wird viele Dinge sofort wiedererkennen. Aber auch Leser ohne Münster-Bezug können problemlos in die Geschichte eintauchen.

„Das Münster-Komplott“ ist für mich ein klassischer, atmosphärischer Krimi mit sympathischen Ermittlern, spannenden Wendungen und genau der richtigen Mischung aus Lokalkolorit und Spannung.

Keine übertriebene Action, kein künstliches Drama – sondern solide Ermittlungsarbeit, interessante Figuren und eine Geschichte, die richtig Spaß macht.

Für mich bekommt der Krimi starke 4 von 5 Sternen ⭐️ Und definitiv eine Empfehlung für alle, die Krimis mit regionalem Flair lieben.


„Das Event“ von Antje Zimmermann

Es gibt Bücher, bei denen schon die Grundidee reicht, damit sofort dieses kleine Thriller-Kribbeln einsetzt. Ein verlassenes Hotel auf Helgoland, ein düsteres Live-Event, Influencer, Horrorfans und mysteriöse Ereignisse, bei denen irgendwann niemand mehr genau weiß, was noch Inszenierung ist – und was längst Realität geworden ist. Genau deshalb musste ich „Das Event“ von Antje Zimmermann unbedingt lesen.

Und ganz ehrlich: Dieses Buch hat mich wirklich gepackt.

Schon das Setting allein sorgt für eine Atmosphäre, die perfekt für einen Thriller gemacht ist. Helgoland wirkt hier gleichzeitig faszinierend und beklemmend. Diese kleine Insel mitten in der Nordsee, abgeschnitten vom Rest der Welt, bekommt fast etwas Surreales. Während des Lesens hatte ich ständig dieses Gefühl von Isolation im Kopf – dieses Wissen, dass man eben nicht einfach wegkann, wenn etwas schiefläuft.

Besonders spannend fand ich dabei, wie stark die Geschichte von der Insel selbst lebt. Antje Zimmermann nutzt nicht einfach nur einen außergewöhnlichen Schauplatz, sondern bindet auch die Geschichte und Eigenheiten Helgolands spürbar in die Handlung ein. Ich hatte vorher ehrlich gesagt nur ein ziemlich diffuses Bild der Insel im Kopf und habe während des Lesens selbst angefangen, nebenbei mehr darüber nachzulesen. Genau das liebe ich an Büchern: wenn sie nicht nur unterhalten, sondern gleichzeitig Neugier wecken.

Die Handlung bewegt sich dabei permanent an der Grenze zwischen Spiel und Realität. In einem leerstehenden Hotel findet ein Horror-Live-Event statt, das bewusst mit Ängsten, Inszenierungen und psychologischen Spielchen arbeitet. Was zunächst wie ein extremer Nervenkitzel für Influencer und Horrorfans wirkt, kippt nach und nach immer stärker ins Bedrohliche.

Und genau diese Unsicherheit trägt die gesamte Geschichte.

Was ist noch Teil der Show?
Wer spielt ein Spiel?
Und wann wird aus Unterhaltung plötzlich echter Horror?

Dieses ständige Schwanken zwischen Inszenierung und Realität sorgt dafür, dass man als Leser permanent angespannt bleibt. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, niemandem wirklich trauen zu können – und genau das macht für mich einen guten Psychothriller aus.

Besonders gut gefallen haben mir auch die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler. Beide könnten unterschiedlicher kaum sein und bringen gleichzeitig ihre ganz eigenen Probleme mit auf die Insel. Während Leandra eigentlich Ruhe sucht und Abstand von ihrem bisherigen Leben gewinnen will, wird Maxi von ihrer Vergangenheit eingeholt und muss sich familiären Konflikten stellen, die sie lieber hinter sich gelassen hätte.

Ich mochte vor allem, dass beide Figuren Ecken und Kanten haben. Sie wirken nicht geschniegelt oder perfekt, sondern greifbar und teilweise widersprüchlich. Genau dadurch fühlten sie sich für mich authentisch an.

Antje Zimmermann schafft es außerdem sehr gut, starke weibliche Figuren in den Mittelpunkt zu stellen, ohne dass sie dabei austauschbar wirken. Die Männer bleiben hier oft eher Nebenfiguren – und das bewusst. Gleichzeitig gab es allerdings auch Momente, bei denen ich kurz innehalten musste. Manche Darstellungen und Gedanken wirkten auf mich stellenweise sehr provokant, besonders in Bezug auf Sexualität und Objektifizierung. Das fiel definitiv auf und hat bei mir gemischte Gedanken ausgelöst.

Der Schreibstil selbst hat mich dagegen komplett abgeholt. Die Kapitel sind so aufgebaut, dass man ständig denkt: „Okay, noch eins.“ Und plötzlich sind wieder fünf vergangen. 😅
Ich bin wirklich nur so durch die Seiten geflogen. Gerade die Mischung aus spannungsgeladenen Szenen und ruhigeren Momenten, in denen die Figuren reflektieren oder ihre persönlichen Konflikte sichtbar werden, hat für mich richtig gut funktioniert.

Das Buch schafft es dabei konstant, diese unterschwellige Bedrohung aufrechtzuerhalten. Selbst in ruhigeren Szenen hatte ich das Gefühl, dass jederzeit etwas passieren könnte.

Und dann das Ende…

Hier muss ich ehrlich sagen: Das hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Nicht, weil es schlecht gewesen wäre – sondern weil manche Entwicklungen mich emotional wirklich getroffen haben. Einige Todesfälle wirkten auf mich unnötig hart und bei einer Figur hatte ich das Gefühl, dass ihr Ende ihr eigentlich nicht gerecht wurde. Gerade der letzte Mord beschäftigt mich im Nachhinein immer noch.

Trotzdem bleibt für mich ein unglaublich spannender Thriller mit einem außergewöhnlichen Setting, starken Figuren und einer Atmosphäre, die sich immer weiter zuspitzt.

„Das Event“ ist düster, intensiv und teilweise richtig unangenehm – aber genau das macht den Reiz dieser Geschichte aus.

Für mich starke 4 von 5 Sternen ⭐️
Und definitiv eine Empfehlung für alle, die Psychothriller mit isolierten Settings und konstantem Nervenkitzel lieben.