Es gibt Fortsetzungen, die solide weitermachen. Und dann gibt es diese seltenen zweiten Bände, bei denen man nach wenigen Kapiteln merkt: Okay… das hier setzt gerade wirklich nochmal einen drauf. Genau so ging es mir mit „The Wicked and the Damned“ von Rebecca Robinson.
Ich hatte hohe Erwartungen an die Fortsetzung der Dark Inheritance-Trilogie – und trotzdem wurden sie komplett übertroffen.
Schon nach den ersten Seiten merkt man: Die Welt ist zwar dieselbe geblieben, aber die Geschichte fühlt sich plötzlich deutlich düsterer an. Brutaler. Gefährlicher. Die Intrigen werden größer, die Figuren skrupelloser und die gesamte Atmosphäre wirkt noch intensiver als im Auftakt.
Und genau das habe ich geliebt.
Vaasa steht diesmal noch stärker im Mittelpunkt politischer Machtspiele. Zurück in ihrer Heimat muss sie sich durch ein Netz aus Verrat, Manipulation und Geheimnissen kämpfen, während sie gleichzeitig immer weniger weiß, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.
Besonders spannend fand ich, wie viele neue Intrigen und Rätsel sich ständig auftun. Kaum glaubt man, einen Überblick über die Situation zu haben, kommt schon die nächste Enthüllung um die Ecke.
Und Vaasa? Ich liebe ihre Entwicklung.
Sie ist intelligent, strategisch und denkt immer mehrere Schritte voraus. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wie sehr die Ereignisse sie verändern. Sie muss härtere Entscheidungen treffen, skrupelloser handeln und immer wieder zwischen Herz und Pflicht abwägen.
Gerade das macht sie für mich zu einer unglaublich starken Protagonistin.
Was den zweiten Band für mich aber nochmal deutlich stärker gemacht hat: Reid. Dass wir diesmal auch seine Perspektive bekommen, war ein absoluter Gewinn für die Geschichte. Während Vaasa mitten in politischen Intrigen gefangen ist, setzt Reid buchstäblich Himmel und Hölle in Bewegung, um sie zurückzubekommen.
Und ganz ehrlich? Dieser Mann ist wütend. Richtig wütend.
Dadurch bekommt die Geschichte nochmal eine ganz andere Dynamik und deutlich mehr Tempo. Seine Kapitel haben für mich unglaublich viel Spannung reingebracht.
Außerdem lernen wir über ihn einige neue Figuren kennen – und ich muss unbedingt über Saschia reden. Diese Frau war einfach großartig. Eine Piratin. Eine Hexe. Freches Mundwerk. Chaotische Energie. Und plötzlich hatte die Geschichte stellenweise fast schon leichte Piraten-Vibes, die überraschend perfekt zur Atmosphäre gepasst haben. Ich hätte ehrlich gesagt gerne noch viel mehr von ihr gelesen.
Überhaupt erweitert der zweite Band die Welt enorm. Neue Verbündete, neue Feinde und immer größere politische Konflikte sorgen dafür, dass sich alles viel epischer anfühlt als zuvor.
Dabei bleibt die Handlung konstant spannend. Dieses Buch lebt von Intrigen, Machtspielen und strategischem Denken – und genau das muss man mögen. Politik spielt wieder eine riesige Rolle und ich persönlich liebe genau solche Geschichten, in denen niemand offen seine Karten zeigt.
Was mir außerdem unglaublich gut gefallen hat: Die Romance tritt diesmal etwas stärker in den Hintergrund. Aber genau dadurch wirkt sie für mich sogar noch stärker.
Es gibt keine künstlichen Missverständnisse oder unnötiges Drama zwischen Vaasa und Reid. Stattdessen stehen die beiden trotz allem geschlossen zueinander und kämpfen gemeinsam gegen das Chaos um sie herum.
Und genau das war unglaublich angenehm zu lesen. Natürlich bleibt das Ende nicht ohne Eskalation.
Aber diesmal hatte ich nicht dieses komplett zerstörerische Cliffhanger-Gefühl, sondern eher dieses: Okay, ich brauche das Finale trotzdem sofort.
Für mich war „The Wicked and the Damned“ tatsächlich noch stärker als der erste Band – düsterer, intensiver und voller großartiger Intrigen.
Ein absolutes Highlight für alle, die politische Romantasy mit starken Figuren, Magie und gefährlichen Machtspielen lieben.
Ganz klare 5 von 5 Sternen ⭐️





