KI und Bookstagram

Manchmal sollte man wirklich einfach nicht zu lange nachdenken. Nicht alles zerdenken, nicht jedes kleine Ding sofort analysieren, sondern sich einfach mal treiben lassen. Genau so ging es mir mit diesen Karikatur-Bildern, die plötzlich überall waren. In meiner Timeline, in meinen Nachrichten, bei Freund:innen, bei Bekannten, bei Menschen, denen ich eigentlich nur wegen Büchern folge – und plötzlich waren alle als kleine Comic-Version unterwegs.

Ich war fest entschlossen, stark zu bleiben. Vernünftig. Erwachsen. „Brauche ich nicht“, dachte ich. „Ist mir egal.“ Und natürlich: Das hat genau so lange gehalten, bis ich es doch ausprobiert habe.

Die ersten Bilder? Katastrophe. Wirklich. Ich habe sie null gefühlt. Eher so: Wer ist diese Person und warum sieht sie mir entfernt ähnlich? Also habe ich es eigentlich schon wieder abgehakt. Bis ich mir irgendwann dachte: Komm, ein letzter Versuch. Einfach aus Neugier. Und dann… ja. Jetzt gibt’s sie. Meine Karikatur. Bitteschön. 😅

Natürlich habe ich auch die kritischen Stimmen gelesen. Thema Umwelt, Ressourcen, KI – alles absolut berechtigt. Und normalerweise bin ich da auch wirklich sehr bewusst unterwegs und mache mir viele Gedanken. Aber manchmal, ganz ehrlich, darf man auch einfach kurz den Kopf ausschalten. Nicht alles perfekt machen. Nicht alles abwägen. Sondern sich über etwas Albernes freuen, das gerade ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert.

Ich finde es im Moment einfach lustig. Ich liebe eure Bilder. Ich scrolle durch meine Nachrichten und denke ständig: Wie süß ist das bitte? Und genau das tut gerade gut. Dieses kleine bisschen Leichtigkeit zwischen Alltag, Terminen und To-do-Listen.

Deshalb: Nicht übertreiben. Mitdenken. Bewusst bleiben. Der Umwelt zuliebe. 🌱

Aber zwischendurch auch mal Spaß haben. Sich freuen. Und Dinge tun, nur weil sie gerade ein gutes Gefühl machen.

Wer von euch hat sich auch schon „verwandeln“ lassen? Ich schaue eure Versionen so gern an. 💙✨


Zwischen Drachen, Gefühlen und ganz viel Spannung im Herzen

Romantasy mit Drachen, Enemies-to-Lovers und einer ordentlichen Portion Gefühl?

Ganz ehrlich: Da bin ich sofort dabei. Ohne zu zögern. Ohne Nachdenken. Einfach: Ja, bitte.

Deshalb war für mich klar, dass ich auch den zweiten Band der Solaris-und-Crello-Trilogie lesen musste. Nachdem mir Band eins so gut gefallen hatte, war meine Vorfreude entsprechend groß.

Mit A Kingdom of Shadows: Schwelender Zorn von Rina Vasquez geht die Geschichte von Nara und Darius weiter – düsterer, emotionaler und deutlich romantischer als zuvor.

Nara wollte Drachen töten.

Jetzt ist ausgerechnet ein Drache ihre größte Hoffnung.

Gemeinsam mit dem Drachenwandler Darius ist sie auf der Flucht vor der Königin und ihrer Armee. Ihr Weg führt sie durch die Schreienden Wälder – einen Ort, an dem Gefahren, Monster und dunkle Mächte überall lauern. Ihr Ziel: die Insel der Elemente. Dort sollen sie die geheimnisvollen Steine finden, die über ihr Schicksal entscheiden könnten. Doch natürlich läuft nichts nach Plan. Rätsel, Höhlen, fremde Wesen und der machthungrige Elfenkönig stellen sich ihnen in den Weg. Und während draußen die Welt immer gefährlicher wird, brodelt es zwischen Nara und Darius gewaltig.

Band eins hatte mich vor allem mit dem Drachenwandler-Thema begeistert. Ich fand diese Idee unglaublich spannend und hatte gehofft, dass sie im zweiten Teil noch stärker vertieft wird. Stattdessen legt dieses Buch den Fokus sehr deutlich auf etwas anderes: auf die Charakterentwicklung und auf die Beziehungen zwischen den Figuren.

Und das macht Rina Vasquez auch wirklich schön.

Die Gefühle werden intensiver. Die inneren Konflikte größer. Die Zweifel lauter. Es gibt viele berührende Momente, aber auch schmerzhafte. Besonders das ständige Wortgefecht zwischen Nara und Darius sorgt weiterhin für Unterhaltung. Ihr Gekabbel ist witzig, manchmal süß, manchmal nervig – aber immer emotional aufgeladen.

Man merkt: Die beiden bedeuten sich längst mehr, als sie zugeben wollen.

Was für mich dabei allerdings etwas zu kurz kam, war der eigentliche Plot. Die große Mission, die Suche nach den Elementsteinen, die Rätsel und Prüfungen – all das hätte so viel Potenzial gehabt, um die Geschichte richtig episch zu machen. Stattdessen wird vieles relativ schnell abgehandelt. Manche Aufgaben fühlen sich fast wie Nebenbei-Stationen an. Die große Spannung, die ich mir hier erhofft hatte, blieb leider oft aus.

Dafür ist das Buch sehr romance-lastig.

Und versteht mich nicht falsch: Ich mag Romantasy. Sehr sogar. Wenn die Balance stimmt. Hier verschiebt sie sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in Richtung Gefühl und Drama – auf Kosten der Fantasy-Elemente.

Besonders das Hin und Her zwischen Nara und Darius hat mich zwischendurch etwas ermüdet. Gefühlt brauchen die beiden eine halbe Ewigkeit, um endlich ehrlich miteinander zu sein. Vieles wirkt dabei unnötig kompliziert und teilweise auch künstlich in die Länge gezogen. Manchmal hatte ich das Gefühl: Dieses Drama bräuchte es gar nicht – die Geschichte wäre auch ohne spannend genug.

Und ja… die spicy Szenen.

Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber die Wortwahl hat bei mir nicht immer gezündet. Teilweise fand ich sie eher cringe als prickelnd. Geschmackssache – aber für mich hat es nicht durchgehend funktioniert.

Unterm Strich ist „Schwelender Zorn“ für mich ein klassischer Zwischenband.

Einer, der vorbereitet.

Der Beziehungen vertieft.

Der Konflikte zuspitzt.

Der Weichen für das Finale stellt.

Dabei tritt er selbst stellenweise etwas auf der Stelle. Die Fantasy rückt in den Hintergrund, die Romance in den Vordergrund. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und schnell. Der Schreibstil ist angenehm, die Kapitel tragen einen gut durch die Geschichte, und langweilig wurde mir nie – auch wenn ich mir mehr Spannung gewünscht hätte.

A Kingdom of Shadows: Schwelender Zorn“ ist eine gefühlvolle, romantische Fortsetzung mit starken Charaktermomenten, schöner Dynamik und viel Herz. Wer vor allem wegen der Liebesgeschichte liest, wird hier sehr zufrieden sein. Wer sich mehr epische Fantasy und Abenteuer erhofft, könnte etwas enttäuscht werden.

Für mich ein solides, unterhaltsames Mittelstück mit Luft nach oben.

⭐️⭐️⭐️✨ 3,5/5 Sterne

Jetzt bin ich umso gespannter auf das Finale – und hoffe, dass dort wieder mehr Fokus auf Drachen, Magie und große Abenteuer gelegt wird. 🐉📚✨


Paradoxe bei Bookies – oder warum ich Drachen fliege, aber kein Meer lese

Manchmal frage ich mich wirklich, ob wir Menschen, die Bücher nicht nur lesen, sondern leben, nicht alle ein kleines bisschen widersprüchlich sind. Ob wir nicht voller kleiner Paradoxe stecken, die für Außenstehende überhaupt keinen Sinn ergeben – für uns selbst aber völlig logisch sind. Oder zumindest irgendwie vertraut.

Ein Beispiel aus meinem Leben: das Meer.

Wenn ich mir einen Urlaub aussuchen dürfte, müsste man mir eigentlich gar keine Auswahl geben. Es wäre immer das Meer. Immer. Schuhe aus, Sand unter den Füßen, Salz in der Luft, Wind im Gesicht. Ich liebe es, einfach dazustehen und zu schauen. Auf die Wellen. Auf dieses endlose Kommen und Gehen. Egal ob Sturm oder Sonnenschein – es beruhigt mich, erdet mich, bringt mich zurück zu mir selbst. Und natürlich schwimme ich auch. Rein ins Wasser, treiben lassen, durchatmen. In diesen Momenten fühle ich mich wirklich zuhause.

Und jetzt kommt das Absurde:

Bücher, die am Meer spielen, interessieren mich überhaupt nicht.

So gar nicht.

Ich lese den Klappentext, sehe „romantische Geschichte am Strand“ oder „Sommer am Meer“ – und innerlich bin ich schon wieder weg. Keine Neugier. Kein Kribbeln. Kein „Das muss ich lesen“. Obwohl ich im echten Leben wahrscheinlich gerade mit den Füßen im Wasser stehen möchte. Es ergibt keinen Sinn. Und trotzdem ist es so.

Noch so ein Widerspruch: meine Höhen- und Flugangst.

Nicht dieses harmlose „Ich mag keine Leitern“-Gefühl. Sondern richtig. Mit Herzklopfen, schwitzigen Händen und dem inneren Wunsch, einfach wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Fliegen stresst mich. Hohe Gebäude machen mich nervös. Aussichtsplattformen sind für mich eher Mutproben als Freizeitspaß.

Und trotzdem sitze ich abends auf dem Sofa und reite in Büchern völlig angstfrei auf Drachen durch die Lüfte. Ich stürze mich mit den Figuren in Luftschlachten, fliege über Abgründe, springe von Türmen und denke mir beim Lesen: Ja, klar. Mach ich auch. Würde ich verstehen.

Würde ich natürlich niemals.

Im echten Leben wäre ich vermutlich schon beim Gedanken daran kurz vor der Ohnmacht.

Ich liebe düstere Thriller, bin aber privat eher Team „Ich erschrecke schon bei unerwarteten Geräuschen“. Ich lese über Monster, Dämonen und apokalyptische Welten – und zucke bei einer Spinne im Bad zusammen. Ich verschlinge emotionale Liebesgeschichten – und bin im echten Leben manchmal mit Smalltalk überfordert.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich: Wir Bookies sind einfach speziell. Auf die schönste Art.

Wir fliehen in Welten, die wir selbst vielleicht nie betreten würden. Wir erleben Gefahren, Dramen, Abenteuer und Extreme – sicher eingekuschelt mit Buch, Decke und Tee. Wir fühlen alles, ohne wirklich etwas zu riskieren. Wir dürfen mutig sein, wild, verzweifelt, verliebt, furchtlos – für ein paar Stunden zwischen zwei Buchdeckeln.

Vielleicht lieben wir Bücher genau deshalb so sehr.

Weil sie uns erlauben, widersprüchlich zu sein.

Weil wir dort alles sein dürfen.

Ohne Absturz. Ohne Verletzung. Ohne nasse Füße – außer im echten Urlaub am Meer, den ich natürlich trotzdem mache.

Und jetzt seid ihr dran:

Habt ihr auch solche kleinen Lese-Paradoxe?

Dinge, die ihr im echten Leben liebt – aber in Büchern meidet?

Oder Dinge, die ihr im Buch feiert – aber niemals selbst tun würdet?

Bitte sagt mir, dass ich nicht allein so herrlich widersprüchlich bin. 📚💙✨


Neuzugänge, Berliner & Februar-Vibes – willkommen im neuen Lesemonat 💙📚🍩

Und mal ehrlich: Was wäre ein Monatsrückblick ohne den obligatorischen Post mit den Neuzugängen? Eben. Unvollständig. Unvorstellbar. Fast schon illegal in der Bookbubble. 😄

Also darf ich euch heute meine wundervollen neuen Schätze zeigen, die im letzten Monat bei mir eingezogen sind. Und ich liebe sie jetzt schon. Nachdem der Januar bei mir sehr Krimi- und Thriller-lastig war, habe ich im Februar bewusst die Richtung gewechselt – und mich ordentlich im Fantasy-Regal ausgetobt. Magie, andere Welten, Drachen, Gefühle, epische Abenteuer… ich war offensichtlich in Stimmung. Und mein SuB so: „Aha. Wieder so ein Monat.“ 🙃📚

Ich freue mich richtig auf die kommenden Lesewochen. Februar fühlt sich für mich immer wie ein kleiner Zwischenmonat an. Nicht mehr ganz Winter, noch nicht Frühling. Perfekt für Decke, Tee, Buch – und natürlich: Berliner.

Ja. Berliner. Wir müssen reden.

Ich liebe sie. Wirklich. Ich könnte mich im Februar durch jede Bäckerei Berlins… äh… durchs Dorf testen. Meine Favoriten? Ganz klar: Eierlikör, Pistazie und Creme mit Preiselbeeren. Wenn ihr jetzt denkt: „Was ist das bitte für eine Kombi?“ – vertraut mir. Himmel. 😍🍩

Und jetzt ihr: Team Klassik mit Marmelade oder Team fancy Füllung?

Außerdem stehen diesen Monat gleich zwei Geburtstage an: der meiner Mama und meiner. Das bedeutet Kuchen, Familie, Lachen – und vermutlich noch mehr Bücher, wenn ich ehrlich bin. Man kann nie genug haben. 😌📚

Karneval? Joa. Existiert.

Würde der Umzug nicht direkt durch unser Dörfchen ziehen, hätte ich ihn vermutlich komplett verdrängt. So bin ich zumindest gezwungen, kurz zu winken und so zu tun, als wäre ich im Party-Modus. Spoiler: Bin ich nicht. Ich bin im Lesemodus. 😄

Im Februar liegt bei mir ganz klar nochmal der Fokus auf Büchern. Lesen, stapeln, rezensieren, genießen. Im März geht’s dann langsam wieder in den Garten – Erde unter den Fingernägeln statt Buchstaub. Aber bis dahin: noch einmal voll eintauchen.

Und jetzt interessiert mich:

✨ Worauf freut ihr euch im Februar am meisten?

📚 Auf bestimmte Bücher?

🎂 Auf besondere Tage?

🍩 Auf Süßkram?

🌱 Oder schon auf den Frühling?

Erzählt mal. Ich liebe eure kleinen Monatspläne. 💙


Where the Night Falls von Beril Kehribar

Manchmal greift man zu einem Buch mit einer ganz bestimmten Erwartung. Weil man die Autorin schon kennt, weil man ihre bisherigen Werke mochte, weil man weiß: Das könnte genau mein Ding werden. 

So ging es mir mit Where the Night Falls von Beril Kehribar. Von ihr habe ich bereits das eine oder andere Buch gelesen, deshalb war ich entsprechend gespannt, wie sich diese neue Reihe entwickeln würde.

Ein Internat auf einer abgelegenen Insel, ein altes Kloster, Menschen und Nachtwesen unter einem Dach, Magie, Geheimnisse und verschwundene Schülerinnen – auf dem Papier klingt das nach einer perfekten Mischung aus Dark Academia, Fantasy und Romantasy. Genau mein Beuteschema. Also rein ins Buch.

Zuerst einmal das Positive: Der Schreibstil ist wirklich gut. Flüssig, angenehm, leicht zu lesen. So ein Stil, bei dem man automatisch immer noch ein Kapitel liest. Und noch eins. Und noch eins. Das Buch lässt sich sehr schnell „runterlesen“, ohne anstrengend zu werden. Das mochte ich sehr. Auch die Grundidee hat mir gefallen. Aurelia als Außenseiterin mit unkontrollierter Magie, die mysteriösen Vorfälle an der Schule, der düstere Unterton – das alles hat definitiv Potenzial.

Leider konnte mich das Setting nicht so mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte. Wir befinden uns auf einer Insel, in einem alten Kloster, in einem Internat – eigentlich perfekte Voraussetzungen für eine dichte, atmosphärische Welt. Doch für mich blieb vieles erstaunlich blass. Ich hatte selten das Gefühl, wirklich dort zu sein. Die Umgebung wurde nicht so lebendig beschrieben, dass sie mich komplett in die Geschichte gezogen hätte. Oft wusste ich zwar, wo wir sind, habe es aber nicht wirklich gespürt.

Auch der Fantasy-Anteil war für mich überraschend zurückhaltend. Ja, es gibt magische Wesen und Kräfte, aber insgesamt fühlte sich das Buch eher wie ein Kriminalfall mit ein bisschen Magie an, statt wie eine echte High-Fantasy-Welt. Wer hier ein sehr ausgeprägtes Worldbuilding erwartet, könnte enttäuscht sein.

Mit etwa 480 Seiten ist das Buch nicht kurz, aber auch kein dicker Wälzer. Trotzdem gab es immer wieder Längen, vor allem im Mittelteil. Viel Aufbau, viele Gespräche, wenig Fortschritt. An einigen Stellen ist mein Interesse dadurch spürbar abgesackt, obwohl ich die Geschichte eigentlich mochte.

Was mich am meisten gestört hat, war jedoch die Liebesgeschichte. Ich mag Romance, wirklich – wenn sie gut geschrieben ist. Hier hat sie für mich leider nicht funktioniert. Nathanael ist der klassische mysteriöse, dunkle Typ, der emotional verschlossen ist und natürlich eine tragische Vergangenheit hat. Aurelia fühlt sich zu ihm hingezogen, was wenig überraschend ist. Das Problem war für mich weniger das Klischee, sondern die fehlende Chemie. Ihre Beziehung basiert vor allem auf Andeutungen aus der Vergangenheit, die man selbst kaum miterlebt. In der Gegenwart habe ich zwischen ihnen kaum Funken gespürt. Viele Dialoge wirkten mal authentisch, mal unnötig dramatisch, mal einfach seltsam. Dadurch konnte ich ihre Gefühle nicht richtig nachvollziehen – und weil ihre Beziehung so viel Raum einnimmt, zieht das leider einiges von der ansonsten guten Story herunter.

Positiv hervorheben möchte ich das Ende. Das Finale hat mir wirklich gefallen. Nach einem sehr langsamen Aufbau nimmt die Geschichte plötzlich Fahrt auf, die Spannung steigt, und auch wenn manches vorhersehbar war, war es gut umgesetzt. Ab etwa siebzig Prozent wurde das Buch für mich richtig interessant. Da hatte ich endlich das Gefühl, jetzt zeigt die Geschichte, was eigentlich in ihr steckt – fast ein bisschen zu spät, aber immerhin.

Insgesamt ist „Where the Night Falls“ für mich ein Buch mit viel Potenzial und einer soliden Grundlage, das sich aber nicht immer traut, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Der Schreibstil ist angenehm, die Grundidee spannend, das Finale gelungen. Gleichzeitig leidet das Buch unter schwachem Worldbuilding, einigen Längen und einer Liebesgeschichte, die mich emotional nicht abholen konnte.

Am Ende bin ich dem Buch gegenüber ziemlich neutral eingestellt. Es gibt genauso viel, was mir gefallen hat, wie Dinge, die mich gestört haben. Trotzdem hat mich das Ende neugierig genug gemacht, um Band zwei lesen zu wollen. Ich hoffe sehr, dass dort Welt, Spannung und Emotionen noch stärker ausgebaut werden.

3/5 Sterne.

Kein Highlight, aber auch kein Reinfall – ein solider Auftakt mit Luft nach oben.


Monatsrückblick Januar – Zwischen Highlights, Gänsehaut und ganz viel Leseglück

Der Januar ist für mich ja immer so ein besonderer Lesemonat. Draußen grau, kalt, irgendwie endlos dunkel – und drinnen? Bücher. Viele Bücher. Kuscheldecke, Tee, Hörbuch, E-Reader, Stapel neben dem Bett. Ihr kennt das. Während andere noch über Neujahrsvorsätze nachdenken, bin ich längst mitten in neuen Welten, Kriminalfällen, Herzschmerz und Drachenkämpfen versunken.

Und rückblickend kann ich sagen: Dieser Januar hatte es in sich.

Fangen wir direkt mit einem absoluten Herzenshighlight an.

Children of Fallen Gods“ von Carissa Broadbent habe ich nicht gelesen. Ich habe es verschlungen. Wirklich. Dieses Buch war alles: intensiv, düster, romantisch, episch. Eine Fortsetzung, die nicht nur mithält, sondern alles noch einmal steigert. Emotionen, Spannung, Weltaufbau, Figurenentwicklung – hier passt einfach alles. Für mich ein Paradebeispiel dafür, wie stark moderne High Fantasy sein kann.

5/5 – Highlight, ohne Diskussion. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Ganz anders, aber genauso eindrucksvoll war „Die Besucher“ von Marcus Kliewer. Kein klassischer Horror mit Schockmomenten, sondern etwas viel Gemeineres: psychologischer Horror, der sich langsam in den Kopf schleicht. Dieses Buch bleibt. Es lässt einen nicht los. Es wird polarisieren – und genau das macht es spannend. Wer klare Antworten braucht, wird vielleicht verzweifeln. Wer Mindfuck liebt, wird es feiern.

4,5/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Mit „Dorn: Zimmer 203 – Ruf der Toten“ von Jo Fischler hatte ich dann wieder einen Thriller, bei dem wirklich alles gestimmt hat. Tempo, Atmosphäre, Figuren, Plot – ich habe nichts gefunden, worüber ich meckern könnte. Und das passiert selten.

5/5 – ein rundum gelungenes Leseerlebnis. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Blutwild“ von Saskia te Marveld war für mich ein solides Debüt. Düster, stellenweise sehr beklemmend, mit einer starken Protagonistin. Nicht perfekt, aber absolut respektabel. Und vor allem: ein Buch, das neugierig auf mehr macht.

3,5/5 – mit Luft nach oben ⭐️⭐️⭐️✨

A Reaper at the Gates“ von Sabaa Tahir… ach ja. Auch hier: inhaliert. Brutal, emotional, voller Wendungen. Hoffnung und Verzweiflung liegen so nah beieinander, dass es manchmal fast weh tut. Und dieses Gefühl nach der letzten Seite – schweres Herz, tausend Gedanken, sofort weiterlesen wollen – das kenne ich nur von richtig guten Reihen.

4,5/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Das Finale der New-York-Magics-Dilogie, „How To Find A Fallen Star“ von Lily S. Morgan, war für mich eine schöne Mischung aus Magie, Spannung und Gefühl. Mein einziger Kritikpunkt: Das Ende ging mir etwas zu glatt durch. Nach all der Spannung hätte ich mir noch mehr Nachhall gewünscht. Trotzdem ein starkes Finale.

4/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️

Sehr spannend fand ich auch den Thriller ‚Im

Kopf des Bösem’ von Petra Mattfeldt und Axel Petermann rund um den Happy Face Killer. Ruhig, analytisch, intensiv. Kein reißerischer True Crime, sondern psychologischer Druck, der sich langsam aufbaut. Klug konstruiert und sehr eindringlich.

4/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️

Mit „Never Safe“ von Lisa Jackson hatte ich wieder dieses vertraute Gefühl: altbekannte Thriller-Autorin, solide Spannung, gute Unterhaltung. Nicht ihr stärkstes Buch, aber definitiv lesenswert.

3,5/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️✨

Ein Thron aus Knochen und Schatten“ von Laura Labas hat mir gezeigt, wie sehr Fortsetzungen noch einmal tiefer gehen können. Düster, emotional, mit starken Figuren und toller Atmosphäre. Trotz kleiner Längen blieb ich dran.

4/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️

Herzfluch“ von Andreas Gruber war so ein Buch, bei dem ich nach dem Zuklappen sofort wusste: Band 1 muss ich noch lesen. Starke Figuren, hohe Spannung, fieser Cliffhanger. Ja, der Mittelteil hatte kleine Längen – geschenkt.

4,5/5 ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Mit „Body Number One“ von Helen Fields ging es dann nach Edinburgh – Serienmörderjagd im Nebel. Genau mein Ding. Düstere Atmosphäre, kurze Einblicke in die Gedankenwelt des Killers, kaum Verschnaufpausen. Das Buch hat mich konstant unter Spannung gehalten.

4/5 Sterne. ⭐️⭐️⭐️⭐️

Dance of Stars and Ashes“ von Nisha J. Tuli war für mich wieder der Beweis, warum ich ihre Bücher so liebe. Emotionen, Magie, innere Konflikte, Slow-Burn-Romance. Ich war ab dem ersten Kapitel drin. Kein fieser Cliffhanger, aber genug offene Fäden für große Vorfreude.

4,5/5 Sterne. ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

Und dann noch „Tannengrab“ von Ines Buck – ein ruhiger, atmosphärischer Krimi mit Substanz. Kein lauter Thriller, sondern ehrliche, solide Krimikost mit starken Figuren. Genau die Art Buch, die zeigt, wie wichtig es ist, auch abseits der großen Namen zu lesen. 4/5 Sterne ⭐️⭐️⭐️⭐️

Wenn ich auf diesen Januar zurückblicke, sehe ich vor allem eines: Vielfalt. High Fantasy, Romantasy, Psychothriller, True Crime, Krimi, Serienkiller-Stoffe. Herzklopfen, Gänsehaut, Tränen, Staunen. Alles dabei.

Und genau deshalb liebe ich Monatsrückblicke. Sie zeigen mir nicht nur, was ich gelesen habe – sondern auch, wie sehr Bücher mein Leben begleiten.

Ich bin gespannt, was der Februar bringt.

Aber eines weiß ich jetzt schon: Der Januar hat die Messlatte ziemlich hoch gelegt. 📚✨


Sophie L. von Matthew Blake

Manchmal liest man ein Buch wegen einer einzigen Frage. Einer Idee, die sich sofort im Kopf festsetzt und nicht mehr loslässt.

Bei Sophie L. von Matthew Blake war es genau diese:

Was, wenn eine Erinnerung dich das Leben kosten kann?

Allein dieser Gedanke hat mich neugierig gemacht. Eine Gedächtnisexpertin. Eine Großmutter, die plötzlich behauptet, sie habe vor Jahrzehnten einen Mord begangen. Paris. Ein berühmtes Hotel. Vergangenheit, die wieder an die Oberfläche drängt. Das klang nach psychologischem Thriller mit Tiefgang. Nach Spannung, Abgründen und großen Fragen rund um Schuld, Wahrheit und Erinnerung.

Also: gelesen. Und… gemischte Gefühle.

Im Mittelpunkt steht Olivia Finn, die in einem Londoner Krankenhaus als Gedächtnisexpertin arbeitet. Als sie erfährt, dass ihre Großmutter Josephine in Paris aufgetaucht ist und behauptet, eigentlich Sophie zu heißen und einen Mord begangen zu haben, reist sie sofort zu ihr. Doch noch bevor Olivia wirklich Antworten bekommt, wird Josephine ermordet. Und plötzlich steht nicht nur die Vergangenheit der Großmutter im Raum, sondern auch Olivias eigene Geschichte.

Die Grundidee ist wirklich stark. Sehr sogar. Der Roman spielt mit Erinnerung, Verdrängung, Schuld und Manipulation – Themen, die unglaublich viel Potenzial bieten. Besonders gefallen hat mir der Perspektivwechsel, der der Handlung Dynamik verleiht und verschiedene Blickwinkel eröffnet. Dadurch bleibt die Geschichte in Bewegung und wirkt nie statisch.

Allerdings hat sich das Buch für mich weniger wie ein klassischer Thriller gelesen, sondern eher wie ein ruhiger, atmosphärischer Krimi. Die Spannung ist da – aber sie ist leise. Subtil. Mehr unterschwellig als nervenzerreißend. Wer Hochspannung und ständige Cliffhanger erwartet, wird hier vermutlich enttäuscht.

Was mich am meisten gestört hat, war der Umgang mit Olivias Beruf. Eine Gedächtnisexpertin in einem Roman über Erinnerungen? Das ist eigentlich eine Steilvorlage. Ich hatte mir erhofft, dass genau dieses Fachwissen eine zentrale Rolle spielt. Dass Olivia analysiert, hinterfragt, Muster erkennt. Doch genau das passiert kaum. Ihr Know-how bleibt erstaunlich blass und wird für die Handlung nur oberflächlich genutzt. Das war für mich eine verpasste Chance.

Auch emotional blieb ich häufig auf Distanz. Die Enthüllungen rund um ihre Großmutter sind eigentlich erschütternd – und doch wirkt Olivia oft sehr kontrolliert, fast kühl. Obwohl ihre Beziehung als eng beschrieben wird, kam diese innere Erschütterung bei mir nicht immer an. Ich hätte mir mehr emotionale Tiefe, mehr innere Zerrissenheit gewünscht.

Ähnlich ging es mir mit einigen Nebenfiguren, vor allem mit Tom. Er bleibt über weite Strecken sehr blass, wirkt eher funktional als lebendig. Auch der familiäre Hintergrund – insbesondere das Schicksal von Olivias Mutter und ihre Schuldgefühle – wird zwar angeschnitten, aber nicht wirklich ausgearbeitet. Dabei hätte genau das der Geschichte viel mehr Gewicht geben können.

Einige Entwicklungen waren für mich relativ früh absehbar. Dadurch verlor das Finale ein wenig an Kraft. Die Auflösung kam mir zu knapp vor und psychologisch nicht so tiefgehend, wie ich es mir gewünscht hätte.

Und trotzdem: Ich habe das Buch gern gelesen.

Der Schreibstil ist angenehm, ruhig und atmosphärisch. Paris als Schauplatz ist schön eingefangen. Die Grundidee trägt die Geschichte. Und trotz meiner Kritikpunkte habe ich mitgerätselt und wollte wissen, wie alles zusammenhängt.

Sophie L.“ ist ein solides, gut lesbares Buch mit einer sehr starken Ausgangsidee, das für mich eher als Krimi denn als Thriller funktioniert. Es hätte an vielen Stellen mehr Tiefe, mehr Konsequenz und mehr psychologischen Mut vertragen können – bleibt aber dennoch unterhaltsam.

Meine Erwartungen waren nach dem Vorgänger höher. Enttäuscht bin ich nicht. Begeistert aber auch nicht.

⭐️⭐️⭐️ 3/5 Sterne

Ein Roman mit viel Potenzial, schöner Atmosphäre und interessanter Grundidee – der für mich leider nicht ganz ausgeschöpft wurde.