Der Kurator von M. W. Craven

Manche Reihen fühlen sich mit der Zeit an wie alte Bekannte. Man weiß genau, was einen erwartet – und freut sich trotzdem jedes Mal wieder darauf. Vielleicht sogar gerade deshalb.

Bei mir ist das mit der Reihe „Washington Poe und Tilly Bradshaw ermitteln“ ganz eindeutig so. Und mit Der Kurator von M. W. Craven hat sich dieses Gefühl einmal mehr bestätigt.

Mittlerweile ist es schon der dritte Band, den ich gelesen habe – und ja, meine Erwartungen waren hoch. Sehr hoch. Vielleicht sogar ein kleines bisschen gefährlich hoch. Aber was soll ich sagen? Craven hat mich wieder komplett abgeholt.

Schon der Einstieg ist typisch für ihn: skurril, düster, verstörend – und irgendwie auch makaber faszinierend. Abgetrennte Finger, liebevoll in Wichtelpaketen verpackt? Willkommen im neuen Fall für Washington Poe und Tilly Bradshaw. Ab diesem Moment war klar: Das hier wird nichts für schwache Nerven. Und nichts für „Ich lese nur noch zehn Seiten vor dem Schlafengehen“.

Natürlich beginnen Poe und Tilly sofort zu ermitteln – und natürlich läuft absolut nichts nach Plan. Verdächtige gestehen Dinge, die sie eigentlich nicht wissen können. Leugnen Beweise, die eindeutig scheinen. Spuren führen ins Nichts. Und irgendwo dazwischen sitzt man als Leserin und denkt: Okay… Moment… was genau passiert hier eigentlich?

Genau das liebe ich an Craven.

Er spielt mit Erwartungen. Baut Theorien auf. Lässt sie zusammenbrechen. Führt einen in eine Richtung – nur um im nächsten Kapitel alles wieder über den Haufen zu werfen. In kurzen, knackigen Kapiteln treibt er die Handlung voran, ohne je das Tempo zu verlieren. Es fühlt sich an, als würde man permanent einen kleinen Sprint hinlegen. Keine Zeit zum Durchatmen. Keine Zeit zum Abschweifen. Nur: weiterlesen.

Besonders intensiv fand ich wieder die Atmosphäre. Ein großer Teil der Handlung spielt auf einer kleinen, fast unbewohnten Insel in der Irischen See. Abgeschieden. Rau. Still. Und genau deshalb so beklemmend. Diese klassische Locked-Room-Stimmung – niemand kommt rein, niemand raus, irgendwo dazwischen ein Täter – ist hier unglaublich stark umgesetzt. Ich hatte beim Lesen ständig dieses kalte Gefühl im Nacken, als würde gleich etwas passieren. Dieses leise Unbehagen, das einen nicht loslässt.

Und dann sind da natürlich Poe und Tilly.

Diese beiden tragen die Reihe für mich ganz klar. Poe mit seiner rauen, eigensinnigen Art, seinem trockenen Humor und seinen inneren Narben. Tilly mit ihrer brillanten Intelligenz, ihrer Loyalität und ihrer ganz eigenen Sicht auf die Welt. Ihre Dynamik ist einfach großartig. Mal witzig, mal emotional, mal tiefgründig – und immer glaubwürdig. Sie fühlen sich längst nicht mehr wie Romanfiguren an, sondern wie Menschen, die man schon lange begleitet.

Was mich besonders beeindruckt hat: Bis zur letzten Seite hatte ich keine Ahnung, wie das Ganze ausgehen würde. Wirklich keine. Ich habe Theorien aufgestellt. Wieder verworfen. Neue entwickelt. Und lag am Ende trotzdem daneben. Diese Fähigkeit, Leserinnen und Leser so konsequent in die Irre zu führen, ohne dass es konstruiert wirkt, beherrscht Craven einfach meisterhaft.

Die Story bleibt komplex, logisch und durchdacht – selbst dann, wenn sie unglaublich verschlungen wird. Alles fügt sich am Ende zusammen. Jedes Detail hat seinen Platz. Nichts fühlt sich zufällig an.

Für mich ist „Der Kurator“ wieder ein Paradebeispiel dafür, wie moderner, intelligenter Krimi aussehen kann: spannend, düster, clever, mit Humor und starken Figuren. Kein 08/15-Serienkiller-Thriller, sondern ein Buch, das mitdenkt, fordert und überrascht.

Ich habe das Buch verschlungen. Ich habe mitgerätselt. Ich habe geflucht. Ich habe gestaunt. Und ich habe es viel zu schnell beendet.

⭐️⭐️⭐️⭐️✨ 4,5/5 Sterne

Ein hochspannender, atmosphärischer und clever konstruierter Krimi, der einmal mehr zeigt, warum diese Reihe für mich zu den besten gehört, die der Thriller-Markt aktuell zu bieten hat.

Die Fortsetzung liegt übrigens schon auf meinem Nachttisch.

Und ich ahne: Schlaf wird wieder überbewertet. 📚🖤


Good Night, Pretty Girl von Alex Finlay

 Manchmal gibt es Autor:innen, bei denen man nach einem Buch weiß: Wenn da etwas Neues erscheint, bin ich wieder dabei. Ohne langes Zögern. Ohne großes Abwägen. Einfach, weil man diesem Namen inzwischen vertraut.

Genau so ging es mir nach Allein gegen die Lüge – und deshalb musste auch Good Night, Pretty Girl von Alex Finlay sofort bei mir einziehen.

Schon die Grundidee hat mich gepackt. Zwei grausame Verbrechen, fünfzehn Jahre voneinander entfernt. Zwei Nächte, die sich erschreckend ähneln. Zwei Mal überlebt jeweils nur ein Mädchen. Und beide hören dieselben Worte:

„Good night, pretty girl.“

Allein dieser Satz hat mir beim Lesen regelmäßig eine Gänsehaut beschert.

Die Geschichte beginnt mit dem Überfall auf eine Videothek an Silvester 1999. Vier junge Mädchen, Nachtschicht, Routine – bis alles eskaliert. Nur Ella überlebt. Der mutmaßliche Täter verschwindet, der Fall bleibt ungelöst. Jahre später wiederholt sich das Grauen in einer Eisdiele. Drei Tote. Eine Überlebende: Jessie. Und plötzlich wird klar, dass die Vergangenheit nie wirklich abgeschlossen war.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Art, wie Finlay seine Figuren aufbaut. Im Mittelpunkt stehen vier Menschen, die alle auf ihre Weise mit den Taten verbunden sind:

Ella, die nie richtig loslassen konnte.

Jessie, die nicht nur Opfer sein will, sondern Antworten sucht.

Chris, der Bruder des damaligen Verdächtigen, der seit Jahren unter einem Schatten lebt, den er sich nie ausgesucht hat.

Und Sarah Keller, die FBI-Agentin, die versucht, Ordnung in all das Chaos zu bringen.

Alle vier tragen ihre eigene Geschichte mit sich herum. Ihre Perspektiven unterscheiden sich, ihre Motivationen auch – und genau das macht die Handlung so lebendig. Man bekommt nie nur eine Wahrheit serviert, sondern immer wieder neue Blickwinkel auf dieselben Ereignisse.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart mit den neuen Morden und in Rückblicken auf 1999. Der Fokus liegt klar auf dem Jetzt, während die Vergangenheit eher dosiert eingestreut wird. Das hat mir gut gefallen, weil die Spannung dadurch konstant hoch bleibt, ohne dass man sich in endlosen Rückblenden verliert.

Typisch für Finlay sind auch hier wieder die kurzen, knackigen Kapitel. Kaum hat man sich in eine Perspektive eingelesen, wechselt sie – natürlich genau dann, wenn es gerade besonders spannend wird. Dieses kleine, fiese Spiel mit der Neugier beherrscht er einfach perfekt. „Nur noch ein Kapitel“ funktioniert hier leider überhaupt nicht. Man liest immer weiter. Und weiter. Und weiter.

Inhaltlich ist „Good Night, Pretty Girl“ sehr clever konstruiert. Hinweise werden gestreut, Spuren gelegt, falsche Fährten eingebaut. Man glaubt zwischendurch immer wieder, ein Stück weiter zu sein – nur um kurz darauf festzustellen, dass man sich vielleicht doch geirrt hat. Dieses Miträtseln hat mir großen Spaß gemacht.

Im direkten Vergleich zu „Allein gegen die Lüge“ bleibt dieses Buch für mich jedoch minimal zurück. Nicht, weil es schlechter geschrieben wäre – im Gegenteil. Sondern weil mich die Figuren dort emotional noch etwas stärker gepackt haben. Vor allem die Familiengeschichte aus dem ersten Buch hat mich tiefer berührt. Hier blieb ich zu manchen Charakteren ein kleines Stück auf Distanz, besonders zu Jessie. Ich mochte sie, aber sie ist mir nicht ganz so nah gekommen wie andere Figuren bei Finlay.

Das ist allerdings Kritik auf sehr hohem Niveau.

Denn unterm Strich ist „Good Night, Pretty Girl“ ein extrem spannender, sauber konstruierter Thriller mit starkem Tempo, interessanten Figuren und einer durchdachten Handlung. Finlay beweist erneut, dass er weiß, wie man Geschichten aufbaut, Spannung hält und Leser:innen bei der Stange lässt.

Für mich steht nach diesen beiden Büchern fest: Dieser Autor wandert auf meine „Blind-kaufen-Liste“. Umso mehr freue ich mich, dass bereits ein weiteres Buch auf Deutsch angekündigt ist.

Ein atmosphärischer, clever erzählter Thriller, der mit zwei Zeitebenen, starken Perspektiven und einem konstanten Spannungsbogen überzeugt. Auch wenn er für mich minimal hinter dem Vorgänger zurückbleibt, ist das hier ein sehr starkes Leseerlebnis.

⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 Sterne

Und falls ihr „Allein gegen die Lüge“ noch nicht kennt: Unbedingt nachholen. Beide Bücher lohnen sich – und zeigen, warum Alex Finlay aktuell zu den spannendsten Namen im Thrillerbereich gehört. 📚🖤


Monatsrückblicke: Inspiration oder stiller Druck?

Es gibt Themen in der Buchbubble, die tauchen immer wieder auf. Ganz leise, fast unauffällig – und plötzlich sind sie überall. Eines davon ist für mich seit einiger Zeit die Frage: Sind Monatsrückblicke eigentlich Inspiration… oder schon Protzen?

Ich habe meine gelesenen Bücher am Monatsende lange Zeit sehr gern gezeigt. Für mich war das immer ein kleines Ritual. Ein Moment zum Innehalten. Zum Zurückblicken. Zum Sortieren. Welche Geschichten haben mich begleitet? Welche haben mich überrascht? Welche haben mich enttäuscht? Welche haben mich nicht mehr losgelassen? Diese Stapel waren für mich nie eine Trophäensammlung, sondern eher ein persönliches Lesetagebuch in Bildern. Ein „Das war mein Monat in Geschichten“.

Irgendwann bin ich dann immer häufiger über Beiträge gestolpert, in denen genau diese Stapel kritisiert wurden. Zu protzig. Zu viel. Zu leistungsorientiert. Zu sehr Vergleich. Und plötzlich saß ich da und habe mich gefragt, ob ich mit meinen Rückblicken vielleicht unbewusst genau das ausgelöst habe. Ob jemand mein Bild sieht und denkt: Warum schaffe ich das nicht? Warum bin ich so langsam? Warum bin ich nicht „gut genug“ als Leser?

Das hat mich ehrlich beschäftigt.

Denn aus meiner Sicht waren diese Rückblicke immer das Gegenteil von Angeberei. Ich mochte sie, weil sie ehrlich, übersichtlich und nahbar sind. Man sieht auf einen Blick, was jemand gelesen hat, wie es gefallen hat, was man vielleicht selbst ausprobieren möchte. Oft sind sie hilfreicher als zehn Seiten Rezension, weil sie kompakt zeigen: Das war gut. Das eher nicht. Das lohnt sich. Das kannst du dir sparen.

Ich selbst liebe es, durch die Monatsrückblicke anderer zu scrollen. Ich speichere mir Bücher, entdecke Neues, erkenne Gemeinsamkeiten. Für mich ist das Austausch. Inspiration. Community.

Und trotzdem verstehe ich die andere Seite.

Ich verstehe, dass solche Stapel Druck machen können. Gerade, wenn man wenig Zeit hat, müde ist, mental ausgelaugt, vielleicht gerade gar nicht richtig lesen kann. Dann wirken zwanzig Bücher im Monat plötzlich wie eine Messlatte, die man nie erreichen wird. Und obwohl niemand sie bewusst setzt, ist sie auf einmal da.

Lesen sollte kein Wettbewerb sein. Kein Marathon. Kein „Wer war produktiver?“. Lesen ist Rückzug, Genuss, Pause, Zuflucht. Und manchmal ist ein Buch im Monat ein Erfolg. Manchmal ist ein Kapitel schon viel. Und manchmal ist es okay, monatelang gar nichts zu lesen.

Ich glaube, genau da liegt der Kern.

Es geht nicht darum, ob man seine Bücher zeigt oder nicht. Es geht darum, wie. Mit welchem Gefühl. Mit welcher Haltung. Ob man teilt, um zu inspirieren, um ins Gespräch zu kommen, um seine Freude zu zeigen. Oder ob man teilt, um sich selbst aufzuwerten.

Ich weiß für mich, wie ich es meine. Meine Stapel waren nie „Schaut, wie krass ich bin“. Sie waren immer „Schaut, was mich diesen Monat begleitet hat“. Geschichten, die mich zum Lachen gebracht haben. Zum Weinen. Zum Nachdenken. Zum Abschalten.

Und vielleicht dürfen beide Sichtweisen nebeneinander existieren. Die, die gerne Rückblicke posten. Und die, die sie lieber meiden. Die, die viel lesen. Und die, die wenig lesen. Die, die jeden Monat stapeln. Und die, die einfach still genießen.

Am Ende geht es doch darum, dass wir alle aus dem gleichen Grund hier sind: weil wir Bücher lieben. Auf unsere ganz eigene Art.


Und deshalb interessiert mich wirklich eure Meinung.

Wie fühlt ihr euch bei Monatsrückblicken?

Motiviert? Inspiriert? Gestresst? Gleichgültig?

Postet ihr selbst welche? Oder scrollt ihr lieber weiter?

Lasst uns darüber reden. Ehrlich. Ohne Vergleiche. Ohne Bewertung. Einfach als Menschen, die Geschichten lieben. 📚✨


Die Housesitterin von Emily Rudolf

Wenn Idylle zur Falle wird – meine Gedanken zu 

Manchmal reicht ein einziger Blick auf die ersten Rezensionen – und man weiß: Dieses Buch wird früher oder später bei mir einziehen. In diesem Fall eher früher. Sehr viel früher.

„Perfider Nervenkitzel, psychologisch fein gezeichnete Figuren, raffinierter Plot, unerwartete Twists“ – entschuldigt bitte, aber wie soll man da bitte widerstehen? Eben. Gar nicht.

Also landete Die Housesitterin von Emily Rudolf ziemlich schnell auf meinem Lesestapel. Und ich war gespannt: Wird das Buch diesen großen Versprechungen wirklich gerecht? Spoiler vorweg: größtenteils ja – mit kleinen Abstrichen.

Im Mittelpunkt steht Cecilia. Sie lebt von Auftrag zu Auftrag als Housesitterin, ohne festen Wohnsitz, ohne echtes Sicherheitsnetz. Seit dem Tod ihrer Mutter ist ihr Leben aus den Fugen geraten. Geld ist knapp, Perspektiven noch knapper. Als sie das Angebot bekommt, eine luxuriöse Villa auf einer kleinen Ostseeinsel zu hüten, klingt das wie ein Geschenk des Himmels: Ruhe, Sicherheit, Abstand vom Chaos.

Doch wie wir alle wissen: Wenn in einem Thriller von „perfekter Idylle“ die Rede ist, sollten spätestens da alle inneren Alarmglocken schrillen.

Die abgelegene Insel, das riesige Anwesen, das Meer, die Stille – dieses Setting hat mich von der ersten Seite an gepackt. Diese Abgeschiedenheit wirkt nicht entspannend, sondern zunehmend beklemmend. Man spürt ständig, dass hier etwas nicht stimmt. Dass unter der Oberfläche etwas lauert. Dass jede Figur mehr weiß, als sie zugibt.

Und genau diese Atmosphäre ist die große Stärke des Buches.

Emily Rudolf schafft es, ein Gefühl permanenter Unsicherheit aufzubauen. Niemand wirkt vollkommen ehrlich. Jede Begegnung trägt eine gewisse Spannung in sich. Ich habe beim Lesen ständig überlegt: Wem kann man hier eigentlich trauen? Und vor allem: Wem nicht?

Der Schreibstil ist dabei angenehm flüssig, fast schon gefährlich leicht zu lesen. Die Kapitel haben eine perfekte Länge für „Nur noch eins… und noch eins… und ups, es ist Mitternacht“. Man kommt schnell voran, ohne dass es oberflächlich wirkt.

Erzählt wird aus drei Perspektiven, ergänzt durch Rückblicke in die Vergangenheit. Diese Struktur hat mir sehr gefallen, weil sie nach und nach mehr Puzzleteile liefert, ohne sofort alles preiszugeben. Besonders die Rückblenden helfen dabei, Cecilia besser zu verstehen und ihre Entscheidungen einzuordnen.

Apropos Cecilia: Sie war für mich keine klassische „Sofort-Lieblingsfigur“. Anfangs blieb sie mir etwas fremd, teilweise sogar leicht unsympathisch. Doch je tiefer man in ihre Geschichte eintaucht, desto mehr beginnt man, sie zu verstehen. Ihre Unsicherheit, ihre Ängste, ihre Fehler – all das wirkt realistisch und nachvollziehbar.

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Zu manchen Figuren konnte ich keine echte emotionale Bindung aufbauen. Sie blieben für mich ein Stück weit auf Abstand. Das hat mich nicht komplett gestört, aber es hat verhindert, dass mich die Geschichte emotional völlig umgehauen hat.

Der Mittelteil hatte für meinen Geschmack ein paar Längen. Einige Gedanken und Situationen wiederholen sich, manche Spannungsmomente werden etwas zu lange ausgedehnt. Hier hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht.

Aber – und das ist ein großes Aber – das letzte Drittel hat es dann komplett rausgerissen.

Plötzlich zieht das Tempo an. Geheimnisse werden enthüllt. Masken fallen. Wendungen kommen, mit denen ich nicht gerechnet habe. Ab da konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Genau hier zeigt Die Housesitterin, was wirklich in ihr steckt: Spannung, Überraschung, psychologischer Druck.

Das Ende hat mich positiv überrascht. Es ist rund, schlüssig und lässt einen nicht frustriert zurück, sondern zufrieden. Kein unnötiger Schockeffekt, sondern eine stimmige Auflösung.

Und noch kurz zu einem Punkt, der mir wichtig ist:

Immer wieder habe ich gelesen, das Buch sei ein Abklatsch von The Housemaid. Nein. Ist es nicht. Weder thematisch noch in der Umsetzung. Ja, es gibt oberflächliche Parallelen im Thriller-Genre – aber das war’s auch schon. Die Geschichte geht ihren eigenen Weg und steht absolut für sich.

Die Housesitterin ist ein atmosphärischer, spannender Psychothriller mit starkem Setting, flüssigem Stil und einem richtig guten Finale. Nicht perfekt, nicht durchgehend auf Höchstspannung – aber definitiv lesenswert.

Für mich:

⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 Sterne

Ein Buch, das mich gut unterhalten, zum Miträtseln gebracht und bis zum Schluss gefesselt hat. Und definitiv ein weiterer Beweis dafür, dass ich bei vielversprechenden Rezensionen ruhig öfter zuschlagen darf. 📚✨


„Children of Fallen Gods“ von Carissa Broadbent

Manche Autorinnen begleiten einen über Jahre. Man greift immer wieder zu ihren Büchern, fast automatisch, weil man weiß: Das hier wird mich nicht kaltlassen. Das wird mich emotional mitnehmen, fordern, vielleicht auch ein kleines bisschen zerstören – und genau deshalb liebe ich es.

Carissa Broadbent gehört für mich genau in diese Kategorie. Vor allem im Bereich High Fantasy schafft sie es immer wieder, Welten zu erschaffen, in denen man sich komplett verliert. Und mit ihrer War of Lost Hearts-Trilogie liefert sie gerade ein Highlight nach dem anderen. Kaum ist Band zwei gelesen, steht Band drei schon fast vor der Tür. Ende Februar – und ja, ich zähle inzwischen heimlich mit.

Schon rein optisch sind diese Bücher ein Traum. Wunderschöne Cover, die sofort Lust machen, sie in die Hand zu nehmen. Aber das wahre Herz dieser Reihe schlägt natürlich zwischen den Seiten.

Children of Fallen Gods“ führt die Geschichte von Tisaanah und Max konsequent weiter – dunkler, intensiver und emotionaler als zuvor.

Tisaanah hat im ersten Band alles riskiert, um anderen Freiheit zu schenken. Nun ist sie jedoch an einen Orden gebunden, der sie in einen Krieg zwingt, den sie sich nie ausgesucht hat. Max wiederum versucht verzweifelt, sie zu beschützen, während ihn seine eigene Vergangenheit einholt und seine Magie immer unberechenbarer wird. Verrat, politische Intrigen und uralte Mächte treiben die Handlung voran und lassen kaum Raum zum Durchatmen. Über allem schwebt ständig die Frage: Wie viel darf man opfern, ohne sich selbst zu verlieren?

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Es gibt kaum ruhige Momente, und selbst in den stilleren Szenen liegt immer diese unterschwellige Spannung. Man liest, blättert, denkt „nur noch kurz“ – und plötzlich sind wieder fünfzig Seiten weg.

Was mich besonders berührt hat, ist die Entwicklung der Figuren. Tisaanah und Max wachsen weiter, stolpern, zweifeln, kämpfen – und wirken dabei unglaublich menschlich. Ihre Beziehung ist geprägt von Vertrauen, Angst, Hoffnung und Schmerz. Nichts davon fühlt sich künstlich an. Man leidet mit ihnen, fiebert mit ihnen, wünscht ihnen ständig ein kleines bisschen Glück in dieser gnadenlosen Welt.

Sehr spannend fand ich auch die Perspektive von Aefe. Anfangs war ich mir nicht sicher, welche Rolle sie spielen würde, doch mit jeder Seite wurde deutlicher, wie wichtig ihre Geschichte für das Gesamtbild ist. Ihre Vergangenheit, ihre inneren Konflikte und ihre Verbindungen zu den anderen Figuren haben mich emotional stark getroffen – besonders in ihren Momenten mit Caduan.

Die Handlung entwickelt sich in diesem Band spürbar weiter. Die Welt wird größer, die Bedrohung realer, die Konsequenzen schwerer. Hoffnung und Verzweiflung liegen oft nur eine Entscheidung auseinander. Es gibt Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe, und Szenen, die mir noch lange im Kopf geblieben sind.

Auch das Worldbuilding überzeugt erneut. Das Magiesystem ist komplex, düster und logisch aufgebaut. Alles greift ineinander, nichts wirkt zufällig. Dazu kommt der flüssige, bildhafte Schreibstil, der es leicht macht, sich komplett in dieser Geschichte zu verlieren.

Das Ende hat mich emotional ziemlich mitgenommen. Nicht, weil alles abgeschlossen wäre – im Gegenteil. Es lässt viele Gefühle zurück und macht unglaublich neugierig auf das Finale. Mein Herz braucht definitiv noch ein bisschen Erholung.

Für mich ist „Children of Fallen Gods“ eine starke, mitreißende und sehr intensive Fortsetzung, die zeigt, wie viel Tiefe und Emotion in moderner High Fantasy stecken kann. Diese Reihe gehört für mich zu den absoluten Highlights – und ich kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie alles endet.

Band drei kann kommen. Ich bin bereit. 📚✨💙

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5 Sterne – absolutes Highlight

Emotional, düster, intensiv und komplett fesselnd. Eine Fortsetzung, die alles noch einmal steigert und mein Herz gleich mitnimmt. Für mich eines der stärksten Bücher der Reihe – und definitiv ein Jahreshighlight. 💙📚✨


Bridgerton ist zurück.

 Sehr verehrte Leserschaft,

es ist mir eine außerordentliche Freude – ja, beinahe eine gesellschaftliche Verpflichtung – Ihnen heute eine Nachricht von höchster Wichtigkeit zu überbringen:

Bridgerton ist zurück.

Die neue Staffel ist da. Die Tore zur High Society sind wieder geöffnet. Die Korsetts geschnürt. Die Blicke bedeutungsvoll. Die Skandale vorprogrammiert. Und irgendwo im Hintergrund raschelt Lady Whistledown bereits verdächtig mit ihrem Papier.

Kurzum: Es ist wieder Zeit für Drama, Romantik, Intrigen und überdurchschnittlich gut frisierte Menschen in historisch höchst fragwürdigen Outfits.

Und ich? Ich bin sowas von bereit.

Emotional vorbereitet. Mental geschniegelt. Herztechnisch vorgewärmt. Popcorn in Gedanken bereits ausgepackt. Sofa innerlich reserviert.

Einziger Haken:

Meine drei kranken Kinder.

Ja. Drei. Krank. Alle. Gleichzeitig.

Wer braucht schon Ruhe, Duftkerzen und Serienabende, wenn man stattdessen Hustenkonzerte, Taschentuchberge und fiebrige Kuschelbedürfnisse haben kann?

Ich hatte kurz überlegt, ob man sie vielleicht… für ein paar Stunden… irgendwo… diskret parken könnte.

Aber nein.

Man ist ja Mutter.

Mit Herz.

Und Verantwortung.

Und ohne Fluchtweg.

Also verschiebt sich mein persönliches Bridgerton-Debüt erstmal auf „irgendwann zwischen Wäschebergen, Tee kochen und Fiebermessen“.

Sehr romantisch.

Während andere sich vermutlich bereits schwärmend durch Ballnächte, Liebesdramen und sehnsüchtige Blicke bingen, sitze ich hier mit Wärmflasche, Hustensaft und dem leisen Traum von Regency-Romantik.


Und dann ist da noch diese Angst.

Diese ganz besondere, moderne Angst:

Gespoilert zu werden.

Denn wir wissen alle: Man öffnet einmal kurz Instagram. Nur einmal.

Und zack: „OMG, als XY das mit ZY gemacht hat!!! 😱❤️“

Danke.

Wirklich.

Danke dafür.

Ich versuche also aktuell, Social Media zu meiden wie ein Skandal in der feinen Gesellschaft. Augen zu. Scrollfinger gebremst. Timeline ignoriert. Reels weggedrückt.

Ich lebe quasi im Spoiler-Exil.

Aber innerlich bin ich schon mittendrin.

Ich sehe mich.

Mit Decke.

Mit Tee.

Mit Snacks.

Mit leuchtenden Augen.

Mit dem festen Vorsatz:

„Nur eine Folge.“

Und drei Stunden später: „Ups.“

Bis es so weit ist, bleibe ich tapfer.

Pflege meine Minis.

Träume von Ballkleidern.

Und zähle heimlich die Stunden.

Und jetzt zu euch, meine geschätzten Mitleserinnen und Mitleser: Habt ihr die neue Staffel schon gesehen?

Seid ihr schon versunken in Romantik, Drama und skandalöse Enthüllungen?

Oder wartet ihr – so wie ich – noch sehnsüchtig auf euren perfekten Moment? 😌💌✨