Manche Reihen liest man – und manche begleiten einen. Sie wachsen einem ans Herz, schleichen sich in die Gedanken und bleiben dort, lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Genau so ging es mir mit der War of Lost Hearts-Trilogie von Carissa Broadbent. Und deshalb war dieses Finale für mich nicht einfach nur „der letzte Band“. Es war ein Abschied. Einer, auf den ich mich unglaublich gefreut habe – und vor dem ich gleichzeitig großen Respekt hatte.
„Mother of Death and Dawn“ beginnt genau da, wo das Herz noch nicht bereit ist loszulassen. Ohne Umschweife, ohne sanften Einstieg zieht einen die Geschichte wieder zurück in diese Welt, die so düster, so grausam und gleichzeitig so faszinierend ist. Es ist, als hätte man das Buch nie wirklich aus der Hand gelegt. Alles ist sofort wieder da: die Spannung, die Emotionen, die Verbundenheit zu den Figuren. Und genau das hat mich von der ersten Seite an wieder komplett gefesselt.
Was dieses Finale so besonders macht, ist die Intensität, mit der sich die Geschichte entfaltet. Es gibt kaum Pausen, kaum Momente, in denen man wirklich durchatmen kann. Der Krieg ist allgegenwärtig, die Bedrohung spürbar in jeder Szene. Entscheidungen müssen getroffen werden – und sie haben Konsequenzen. Keine leichten, keine bequemen, sondern solche, die wehtun. Und genau das macht diese Geschichte so ehrlich.
Tisaanah und Max…
Ich glaube, ich habe selten eine Verbindung zwischen zwei Figuren gelesen, die sich so echt anfühlt. So tief, so getragen von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis. Ihre Beziehung ist nicht laut, nicht übertrieben dramatisch – und gerade deshalb so stark. Sie basiert auf Respekt, auf gemeinsamen Erfahrungen, auf dem Wissen, dass der andere einen versteht, selbst in den dunkelsten Momenten. Für mich sind sie das perfekte Beispiel dafür, wie sich Liebe in einer Geschichte entwickeln kann, ohne jemals an Tiefe zu verlieren.
Gerade in diesem Band wird ihre Verbindung auf die Probe gestellt.
Nicht nur durch äußere Umstände, sondern auch durch das, was sie jeweils mit sich selbst tragen. Max, gefangen in seiner eigenen Vergangenheit, gezeichnet von Erinnerungen, die ihn fast zerstören. Und Tisaanah, die zwischen Pflicht und Gefühl steht, zwischen dem Wunsch, zu retten – und der Realität eines Krieges, der keine einfachen Lösungen zulässt.
Und dann ist da Aefe.
Ihre Geschichte war schon immer besonders – aber in diesem Band erreicht sie eine Tiefe, die mich wirklich überrascht hat. Ihr innerer Konflikt, ihre Entwicklung, dieses Ringen mit sich selbst und mit dem, was von ihr erwartet wird – all das wurde so eindringlich erzählt, dass ich oft das Gefühl hatte, ihre Zerrissenheit selbst zu spüren. Ihr Weg ist nicht einfach, nicht gradlinig – und genau das macht ihn so glaubwürdig.
Es gibt Figuren, die begleiten eine Geschichte.
Und es gibt Figuren, die sie tragen.
Aefe gehört für mich definitiv zur zweiten Kategorie.
Was ich an diesem Finale außerdem besonders liebe, ist die Art, wie alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. Nichts wirkt überhastet, nichts wird einfach „abgehakt“. Stattdessen entsteht nach und nach ein Gesamtbild, in dem jede Entscheidung, jede Entwicklung ihren Platz hat.
Auch die Nebenfiguren spielen dabei eine wichtige Rolle. Caduan, Ishqa, Sammerin, Brayan, Serel – sie alle bringen ihre eigenen Geschichten, ihre eigenen Emotionen mit und machen die Welt dadurch noch lebendiger. Es sind genau diese Figuren, die dafür sorgen, dass sich alles größer anfühlt. Bedeutender.
Und dann diese Atmosphäre…
Diese Mischung aus düsterer Magie, politischem Konflikt und emotionaler Tiefe ist einfach unglaublich gut gelungen. Man spürt die Schwere des Krieges, die Angst, die Hoffnung – und gleichzeitig diese leisen Momente dazwischen. Momente, in denen es nicht um große Entscheidungen geht, sondern um kleine Gesten. Blicke. Worte. Nähe.
Genau diese Kontraste machen das Buch für mich so stark.
Und natürlich – es wäre kein Finale ohne Schmerz.
Es gibt Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Entscheidungen, die man als Leser vielleicht nicht treffen würde – aber genau deshalb so nachvollziehbar sind. Dieses Buch fordert einen emotional. Es lässt einen mitfühlen, mitleiden, hoffen – und manchmal auch einfach nur dasitzen und das Gelesene verarbeiten.
Als ich die letzten Seiten gelesen habe, hatte ich dieses ganz typische Gefühl: Dieses „Ich bin noch nicht bereit, das loszulassen“.
Weil diese Geschichte mehr war als nur Unterhaltung.
Weil diese Figuren mehr waren als nur Namen auf Papier.
„Mother of Death and Dawn“ ist ein Finale, das seiner Reihe mehr als gerecht wird. Intensiv, emotional, episch – und gleichzeitig unglaublich nahbar.
Es ist ein Abschluss, der nicht nur die Geschichte beendet, sondern ihr noch einmal mehr Tiefe verleiht. Einer, der zeigt, wie viel Herz in dieser Reihe steckt.
Für mich bleibt die War of Lost Hearts-Trilogie etwas ganz Besonderes.
Ein echtes Highlight. 5 von 5 Sternen ⭐️
Und eine dieser Reihen, die man nicht einfach liest – sondern erlebt.





