Ein Hype, um den man auf Bookstagram gerade scheinbar nicht herumkommt. Aber ist er das eigentlich wert?
Ich hatte das Gefühl, in den letzten Wochen wirklich überall zu sehen. Begeisterte Beiträge, Storys, Lesestatus und natürlich ständig der Satz: „Du MUSST diese Reihe lesen.“
Na gut. Ich bin ja leicht zu beeinflussen. Zumindest bei Büchern. 😂
Also habe ich Band 1 angefangen und wollte eigentlich nur mal kurz reinlesen. Tja.
Kurz reinlesen. Wir kennen es alle.
Ein paar Stunden später hatte ich nicht nur den ersten, sondern direkt auch den zweiten Band gelesen. Damit wäre die Frage nach dem Suchtpotenzial vermutlich schon beantwortet. 😅
Im Mittelpunkt steht Lana Myers. Jung, erfolgreich, zurückgezogen und auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht unbedingt die Frau, bei der man sofort denkt: meistgesuchte Serienkillerin des Landes.
Aber genau das ist sie.
Lana hat eine Liste. Und auf dieser Liste stehen Männer aus derselben Kleinstadt, die vor zehn Jahren etwas Unaussprechliches getan haben. Was genau damals passiert ist, erfahren wir zunächst nur häppchenweise. Kleine Erinnerungen, Andeutungen und einzelne Informationen, die langsam ein Bild entstehen lassen.
Und genau diese Brotkrumen haben bei mir hervorragend funktioniert.
Denn natürlich wollte ich wissen, was passiert ist. Warum Lana tut, was sie tut. Und vor allem, wer noch auf ihrer Liste steht.
Während Lana also ziemlich blutig ihre Vergangenheit aufarbeitet, lernt sie Logan Bennett kennen.
Logan arbeitet beim FBI. Als Profiler. Und jagt Serienkiller.
Ihr erkennt das Problem? 😂
Ganz ehrlich, allein diese Ausgangssituation hat schon einen enormen Unterhaltungswert. Logan ahnt natürlich nicht, wen er da gerade in sein Leben lässt, während Lana plötzlich Gefühle für ausgerechnet den Mann entwickelt, der beruflich Menschen wie sie jagt.
Kann man sich eigentlich einen ungünstigeren Mann zum Verlieben aussuchen?
Vermutlich. Aber man müsste sich schon Mühe geben. 😅
Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Tempo der Geschichte. Die Kapitel sind kurz, die Sätze oft knapp und am Ende wartet gefühlt ständig der nächste kleine Cliffhanger. Dadurch entsteht ein unglaublicher Lesesog.
„Nur noch ein Kapitel“ funktioniert hier übrigens überhaupt nicht.
Die Kapitel sind so kurz, dass man sich permanent selbst belügt.
Ach komm, eins geht noch. Und noch eins. Und plötzlich ist das Buch vorbei.
Der Schreibstil von liest sich unglaublich leicht und flüssig. Es gibt kaum Stellen, an denen die Handlung wirklich zur Ruhe kommt. Ständig bekommt man neue Informationen, begleitet Lana oder erhält Einblicke in Logans Ermittlungen.
Genau diese Schnelllebigkeit ist für mich gleichzeitig die größte Stärke und eine kleine Schwäche des Buches.
Denn so sehr ich durch die Seiten geflogen bin, so wenig Zeit bleibt teilweise, um wirklich tief in die Figuren einzutauchen.
Gerade bei Lana hätte ich mir stellenweise noch mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle gewünscht. Natürlich erfahren wir einiges über sie, aber vieles aus ihrer Vergangenheit bleibt zunächst bewusst verborgen.
Auch Logan und sein Ermittlerteam konnten mich neugierig machen, blieben für mich in diesem ersten Band aber noch etwas an der Oberfläche.
Ich vermute allerdings, dass sich genau das im Laufe der Reihe ändern wird. Immerhin besteht die Geschichte aus mehreren Bänden und ich habe das Gefühl, dass wir mit jedem Teil ein weiteres Stück der Figuren kennenlernen werden.
Auch beim Setting hätte ich gerne etwas mehr bekommen.
Die Orte bleiben häufig eher Kulisse und ich hatte selten ein wirklich klares Bild vor Augen.
Aber dann stehe ich wieder da und denke mir: Was erwarte ich eigentlich von einem Buch mit so wenigen Seiten? 😂
Secret ist ein Snack.
Ein blutiger, leicht verstörender Snack mit Spice.
Und Snacks sollen mich schließlich nicht fünf Stunden lang beschäftigen. Ich möchte sie inhalieren und mich danach fragen, wo eigentlich der Rest ist.
Genau das ist hier passiert.
Ich bin tatsächlich ein bisschen unschlüssig, ob ich mir längere Bände gewünscht hätte. Mehr Seiten hätten natürlich mehr Raum für Charakterentwicklung, Setting und Tiefe geboten.
Aber seien wir ehrlich: Dann hätte ich am Ende vielleicht wieder gemeckert, dass man die Geschichte hätte straffen können.
Man kann es mir offensichtlich auch nicht recht machen. 😂
Was die Genre-Einordnung angeht, würde ich die Reihe übrigens deutlich eher als Thriller mit Liebesgeschichte einordnen. Im englischsprachigen Raum wird sie häufig im Dark-Romance-Bereich genannt, aber nach unserem deutschen Verständnis von Dark Romance passt diese Bezeichnung für mich nicht wirklich.
Es gibt Spice. Es gibt eine Liebesgeschichte.
Aber der eigentliche Kern ist für mich ganz klar Lana, ihre Rache und Logans Ermittlungen.
Und ja, es wird blutig.
Lana verteilt schließlich keine höflich formulierten Beschwerdebriefe an die Männer auf ihrer Liste. 😅
Nach dem ersten Band bleiben noch unglaublich viele Fragen offen. Wir wissen längst nicht alles über Lanas Vergangenheit und auch die Ermittlungen stehen noch ziemlich am Anfang.
Dann kommt dieses Ende.
Dieser Cliffhanger.
Und plötzlich versteht man, warum so viele die Bücher direkt hintereinander lesen.
Ich jedenfalls habe Band 2 unmittelbar danach angefangen und ebenfalls an diesem Nachmittag beendet. Ups. 😂
Ist der Hype also gerechtfertigt?
Nach dem ersten Band kann ich zumindest sagen: Ich verstehe ihn.
Die Geschichte ist schnell, spannend, blutig und besitzt einen enormen Suchtfaktor. Mir fehlt bisher noch etwas Tiefe bei den Figuren und beim Setting, aber gleichzeitig habe ich beide erschienenen Bände innerhalb weniger Stunden verschlungen.
Das spricht vermutlich für sich.
Ich bin sehr gespannt, wie sich Lana und Logan weiterentwickeln und vor allem, welche Wahrheiten noch ans Licht kommen werden.
Ein richtig guter, süchtig machender Reihenauftakt und der perfekte Thriller-Snack für zwischendurch.
4 von 5 schwarzen Herzen. 🖤

