„The Never List“ von Jade Presley

Es gibt Bücher, die liegen gefühlt ewig auf dem SuB. Man nimmt sie immer wieder in die Hand, liest den Klappentext, denkt sich „Das klingt eigentlich richtig gut“ – und stellt sie dann doch wieder zurück. Und irgendwann kommt dieser Moment, in dem man sich fragt: Warum eigentlich habe ich so lange gewartet?

Genau so ging es mir mit „The Never List“ von Jade Presley.


Spicy Why-Choose Fantasy?

Eigentlich genau mein Ding. Und trotzdem hat dieses Buch viel zu lange ungelesen bei mir gestanden. Umso schöner war es dann, endlich einzutauchen – und festzustellen, dass sich das Warten absolut gelohnt hat.


Schon die Grundidee hat mich sofort gepackt. Ein magischer Maskenball, vier mächtige Prinzen, eine Welt voller Intrigen, Geheimnisse und Machtspiele – und mittendrin eine Protagonistin, die ganz eigene Ziele verfolgt. Denn während andere alles dafür tun würden, von den Prinzen auserwählt zu werden, hat Rylee nur ein Ziel: ihre Schwester zu finden, die ein Jahr zuvor genau bei diesem Fest verschwunden ist.


Allein dieser Ausgangspunkt bringt eine ganz eigene Spannung in die Geschichte. Es geht hier nicht nur um Anziehung oder Macht, sondern vor allem um Geheimnisse, um Wahrheit – und um die Frage, wem man überhaupt trauen kann.


Der Einstieg in die Geschichte gelingt unglaublich leicht. Der Schreibstil ist flüssig, angenehm und sorgt dafür, dass man schnell in die Handlung hineingezogen wird. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Neben Rylee bekommen auch Jax, Pierce, Axl und Kal ihre eigenen Kapitel, was nicht nur mehr Tiefe schafft, sondern auch die Dynamiken zwischen den Figuren deutlich intensiver macht.


Und genau diese Dynamik ist eines der Highlights des Buches.


Die vier Prinzen sind alles andere als leicht zu durchschauen. Düster, geheimnisvoll und voller Widersprüche – man weiß lange Zeit nicht, woran man bei ihnen ist. Nach und nach bekommt man Einblicke hinter ihre Fassaden, versteht ihre Beweggründe besser, und trotzdem bleibt immer ein Rest Unsicherheit.


Gerade diese Mischung aus Anziehung und Misstrauen macht die Interaktionen zwischen ihnen und Rylee so spannend. Die Dialoge sind scharf, manchmal provokant, dann wieder überraschend locker und fast schon vertraut. Es ist dieses Wechselspiel, das einen beim Lesen wirklich fesselt.


Auch das Setting hat mir unglaublich gut gefallen.

Die verschiedenen Länder, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, sind sehr bildhaft beschrieben und wirken alle auf ihre eigene Weise einzigartig. Man merkt, wie viel Gedanken in diese Welt geflossen sind. Sie fühlt sich groß an, lebendig – und gleichzeitig gefährlich.


Inhaltlich bleibt die Geschichte durchgehend spannend. Von Anfang an zieht sich ein roter Faden durch die Handlung, getragen von dem Geheimnis rund um Rylee und ihre verschwundene Schwester. Als Leser weiß man mehr als die anderen Figuren, was für zusätzliche Spannung sorgt, weil man ständig darauf wartet, wann und wie alles ans Licht kommt.


Natürlich spielt auch die sinnliche und romantische Komponente eine große Rolle. Es gibt einige sehr intensive Szenen, die definitiv nicht zurückhaltend sind. Wer mit dem Why-Choose-Trope oder einem höheren Spice-Anteil nichts anfangen kann, sollte das im Hinterkopf behalten. Für mich hat es aber gut zur Geschichte gepasst und die Dynamik zwischen den Figuren zusätzlich verstärkt.


Was mir besonders gefallen hat, ist die Mischung aus vorhersehbaren und überraschenden Momenten. Manche Entwicklungen konnte man erahnen, andere haben mich wirklich überrascht. Und dann kommt dieses Ende…


Ich sage es, wie es ist: Damit habe ich nicht gerechnet.

Eine Wendung, die alles nochmal auf den Kopf stellt – und dazu ein Cliffhanger, der es wirklich in sich hat.


Dieses Buch endet nicht einfach. Es lässt einen zurück mit Fragen, mit Erwartungen und vor allem mit diesem Gefühl: Ich brauche sofort Band zwei.


„The Never List“ ist ein spannender, sinnlicher und überraschender Auftakt, der mit einer starken Idee, intensiven Charakteren und einer faszinierenden Welt überzeugt.


Nicht perfekt, aber absolut fesselnd.


Für mich eine klare Empfehlung für alle, die düstere Romantasy mit Spice, Geheimnissen und komplexen Figuren lieben.


4 von 5 Sternen ⭐️

Und ganz ehrlich: Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Fortsetzung.

Neu oder gebraucht?

Es gibt diese Tage, an denen einfach nichts nach Plan läuft – und genau so ein paar Tage liegen jetzt hinter mir. Eigentlich war alles ganz normal, bis plötzlich aus dem Nichts ein Moment kam, der mir noch immer einen kleinen Schauer über den Rücken jagt.

Meine beiden alten Bücherschränke, die mich schon so lange begleiten, haben einfach ihren Geist aufgegeben. Und nicht auf die harmlose Art.

Mein Sohn wollte ganz nichtsahnend Geld in seine Spardose legen, öffnet den Schrank – und plötzlich kommt ihm die schwere Flügeltür mit Glas entgegen.

Dieser Moment… wirklich ein absoluter Schreck. Für uns alle.

Im ersten Augenblick zählt nur eines: Ist etwas passiert? Und wir hatten so unfassbares Glück. Es ist nichts passiert. Kein Kratzer, nichts.

Aber genau in diesem Moment war mir klar: Das war kein „Ach, wird schon wieder“. Das war eine echte Sicherheitsgefahr.

Und so sehr ich an Dingen hänge – das konnte ich nicht ignorieren. Die Schränke mussten weg. Oder zumindest verändert werden.

Also habe ich direkt angefangen zu planen. Ikea geöffnet, geschaut, verglichen… und dann kam dieser typische Moment: „Okay… das wird teuer.“ 😅

Und da war sie wieder – diese innere Stimme, die einfach nicht gerne Dinge wegwirft. Ich liebe es, alten Sachen neues Leben einzuhauchen. Upcycling ist einfach genau mein Ding.

Also bin ich am nächsten Morgen aufgestanden, hab mir gedacht: „Das krieg ich auch so hin.“

Und dann ging’s los.


Bücher ausräumen… und ganz ehrlich – ich wusste, dass es viele sind, aber SO viele?! Ich stand da und dachte nur: „Wann ist das bitte so eskaliert?“ 😅

Zum Glück hat das Wetter auch noch mitgespielt.

Die Sonne schien, es war warm – also habe ich kurzerhand meine drei Kinder, den Hund und meinen Mann in den Garten verfrachtet. 😄

Die beste Entscheidung überhaupt.

Plötzlich hatte ich Platz. Ruhe. Luft zum Atmen.

Und vor allem die Möglichkeit, mich komplett auf das Chaos im Wohnzimmer zu konzentrieren, ohne ständig über irgendwen oder irgendwas zu stolpern.

So stand ich dann da – mitten im Bücherchaos, umgeben von Stapeln, Staub und gefühlt meinem halben Besitz – und konnte endlich in Ruhe räumen, sortieren, schieben und schrauben.

Beste Entscheidung!

Und ich?

Stand am Ende acht Stunden (!) im Wohnzimmer.

Aber ganz ehrlich? Es hat sich gelohnt.

Ich habe die Schränke retten können.

Die gefährlichen Türen mussten gehen, aber der Rest steht wieder – stabil, sicher und irgendwie sogar schöner als vorher.

Jetzt überlege ich noch, ob ich ihnen vielleicht einen neuen Anstrich verpasse. Ein bisschen frische Farbe, ein neuer Look – das hätte schon was.

Und das Beste?

Ich liebe dieses Gefühl danach.

Dieses „Ich hab was verändert“.

Dieses „Ich hab’s selbst geschafft“.

Und das alles, ohne viel Geld auszugeben.

Okay… und ich habe sogar 20 Cent gefunden.

Also ganz klar: Gewinn gemacht. 😂

Jetzt sitze ich hier, schaue mir alles an – und bin einfach zufrieden.

Manchmal braucht es genau solche ungeplanten Momente, um etwas Neues zu schaffen. Auch wenn sie im ersten Moment einfach nur Chaos sind.

Was sagt ihr – Team neu kaufen oder Team upcyclen?


Highlight Reihe

Manche Reihen liest man – und manche begleiten einen. Sie wachsen einem ans Herz, schleichen sich in die Gedanken und bleiben dort, lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Genau so ging es mir mit der War of Lost Hearts-Trilogie von Carissa Broadbent. Und deshalb war dieses Finale für mich nicht einfach nur „der letzte Band“. Es war ein Abschied. Einer, auf den ich mich unglaublich gefreut habe – und vor dem ich gleichzeitig großen Respekt hatte.

„Mother of Death and Dawn“ beginnt genau da, wo das Herz noch nicht bereit ist loszulassen. Ohne Umschweife, ohne sanften Einstieg zieht einen die Geschichte wieder zurück in diese Welt, die so düster, so grausam und gleichzeitig so faszinierend ist. Es ist, als hätte man das Buch nie wirklich aus der Hand gelegt. Alles ist sofort wieder da: die Spannung, die Emotionen, die Verbundenheit zu den Figuren. Und genau das hat mich von der ersten Seite an wieder komplett gefesselt.

Was dieses Finale so besonders macht, ist die Intensität, mit der sich die Geschichte entfaltet. Es gibt kaum Pausen, kaum Momente, in denen man wirklich durchatmen kann. Der Krieg ist allgegenwärtig, die Bedrohung spürbar in jeder Szene. Entscheidungen müssen getroffen werden – und sie haben Konsequenzen. Keine leichten, keine bequemen, sondern solche, die wehtun. Und genau das macht diese Geschichte so ehrlich.

Tisaanah und Max…

Ich glaube, ich habe selten eine Verbindung zwischen zwei Figuren gelesen, die sich so echt anfühlt. So tief, so getragen von Vertrauen und gegenseitigem Verständnis. Ihre Beziehung ist nicht laut, nicht übertrieben dramatisch – und gerade deshalb so stark. Sie basiert auf Respekt, auf gemeinsamen Erfahrungen, auf dem Wissen, dass der andere einen versteht, selbst in den dunkelsten Momenten. Für mich sind sie das perfekte Beispiel dafür, wie sich Liebe in einer Geschichte entwickeln kann, ohne jemals an Tiefe zu verlieren.

Gerade in diesem Band wird ihre Verbindung auf die Probe gestellt.

Nicht nur durch äußere Umstände, sondern auch durch das, was sie jeweils mit sich selbst tragen. Max, gefangen in seiner eigenen Vergangenheit, gezeichnet von Erinnerungen, die ihn fast zerstören. Und Tisaanah, die zwischen Pflicht und Gefühl steht, zwischen dem Wunsch, zu retten – und der Realität eines Krieges, der keine einfachen Lösungen zulässt.

Und dann ist da Aefe.

Ihre Geschichte war schon immer besonders – aber in diesem Band erreicht sie eine Tiefe, die mich wirklich überrascht hat. Ihr innerer Konflikt, ihre Entwicklung, dieses Ringen mit sich selbst und mit dem, was von ihr erwartet wird – all das wurde so eindringlich erzählt, dass ich oft das Gefühl hatte, ihre Zerrissenheit selbst zu spüren. Ihr Weg ist nicht einfach, nicht gradlinig – und genau das macht ihn so glaubwürdig.

Es gibt Figuren, die begleiten eine Geschichte.

Und es gibt Figuren, die sie tragen.

Aefe gehört für mich definitiv zur zweiten Kategorie.

Was ich an diesem Finale außerdem besonders liebe, ist die Art, wie alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. Nichts wirkt überhastet, nichts wird einfach „abgehakt“. Stattdessen entsteht nach und nach ein Gesamtbild, in dem jede Entscheidung, jede Entwicklung ihren Platz hat.

Auch die Nebenfiguren spielen dabei eine wichtige Rolle. Caduan, Ishqa, Sammerin, Brayan, Serel – sie alle bringen ihre eigenen Geschichten, ihre eigenen Emotionen mit und machen die Welt dadurch noch lebendiger. Es sind genau diese Figuren, die dafür sorgen, dass sich alles größer anfühlt. Bedeutender.

Und dann diese Atmosphäre…

Diese Mischung aus düsterer Magie, politischem Konflikt und emotionaler Tiefe ist einfach unglaublich gut gelungen. Man spürt die Schwere des Krieges, die Angst, die Hoffnung – und gleichzeitig diese leisen Momente dazwischen. Momente, in denen es nicht um große Entscheidungen geht, sondern um kleine Gesten. Blicke. Worte. Nähe.

Genau diese Kontraste machen das Buch für mich so stark.

Und natürlich – es wäre kein Finale ohne Schmerz.

Es gibt Szenen, die wirklich unter die Haut gehen. Entscheidungen, die man als Leser vielleicht nicht treffen würde – aber genau deshalb so nachvollziehbar sind. Dieses Buch fordert einen emotional. Es lässt einen mitfühlen, mitleiden, hoffen – und manchmal auch einfach nur dasitzen und das Gelesene verarbeiten.

Als ich die letzten Seiten gelesen habe, hatte ich dieses ganz typische Gefühl: Dieses „Ich bin noch nicht bereit, das loszulassen“.

Weil diese Geschichte mehr war als nur Unterhaltung.

Weil diese Figuren mehr waren als nur Namen auf Papier.

„Mother of Death and Dawn“ ist ein Finale, das seiner Reihe mehr als gerecht wird. Intensiv, emotional, episch – und gleichzeitig unglaublich nahbar.

Es ist ein Abschluss, der nicht nur die Geschichte beendet, sondern ihr noch einmal mehr Tiefe verleiht. Einer, der zeigt, wie viel Herz in dieser Reihe steckt.

Für mich bleibt die War of Lost Hearts-Trilogie etwas ganz Besonderes.

Ein echtes Highlight. 5 von 5 Sternen ⭐️

Und eine dieser Reihen, die man nicht einfach liest – sondern erlebt.


„All the Hidden Monsters 2: All the Lost Souls“ von Amie Jordan

 Manche Fortsetzungen haben es schwer. Gerade dann, wenn der erste Band ein absolutes Highlight war und die Erwartungen entsprechend hoch sind. Genau so ging es mir mit „All the Hidden Monsters 2: All the Lost Souls“ von Amie Jordan. Ich habe mich wirklich sehr auf dieses Buch gefreut – und hatte gleichzeitig ein kleines bisschen Angst, dass es vielleicht nicht ganz mithalten kann.

Aber ich kann direkt sagen: Diese Sorge war absolut unbegründet.

Was mich schon im ersten Band begeistert hat, war das Worldbuilding – und genau das ist auch hier wieder eine der größten Stärken der Geschichte. Die Aufteilung in das „Oben“, also die Welt der Menschen, und das „Unten“, in dem die übernatürlichen Wesen leben, ist einfach unglaublich spannend umgesetzt. Gleichzeitig existieren diese Welten nicht strikt getrennt voneinander, sondern greifen immer wieder ineinander. Diese Mischung aus versteckter magischer Gesellschaft und realer Welt hat für mich einen ganz besonderen Reiz.

Besonders gut gefällt mir, dass die Geschichte nicht „nur“ Fantasy ist.

Durch Sages Arbeit als Ermittlerin bekommt das Ganze eine zusätzliche Ebene. Diese Krimi-Elemente lockern die Handlung auf, bringen Struktur hinein und sorgen dafür, dass die Geschichte immer wieder neue Dynamik bekommt. Es ist genau diese Kombination, die die Reihe für mich so besonders macht.

Im Mittelpunkt steht wieder Sage, die sich ihren Platz als Ermittlerin erkämpfen muss. Sie ist eine Protagonistin, die ich unglaublich gerne begleite – nicht, weil sie perfekt ist, sondern weil sie sich weiterentwickelt. Ihre innere Zerrissenheit, gerade im Umgang mit ihrer Werwölfin, macht sie greifbar und authentisch. Man merkt, dass sie ihren Weg sucht – und ihn Schritt für Schritt auch findet.

An ihrer Seite ist wieder Oren, und ich liebe die Dynamik zwischen den beiden.

Dieses ständige Hin und Her, diese unausgesprochenen Gefühle, dieses „Wir wissen es eigentlich beide, aber sagen es nicht“ – es kann einen manchmal wirklich in den Wahnsinn treiben. Aber auf eine gute Art. Denn die Gründe dafür sind nachvollziehbar, nichts wirkt erzwungen oder künstlich in die Länge gezogen. Es ist ein klassischer Slow Burn, der sich genau richtig anfühlt.

Auch die Nebenfiguren haben mir wieder richtig gut gefallen. Sie sind nicht einfach nur Beiwerk, sondern bringen ihre eigenen Geschichten, Eigenheiten und Dynamiken mit, die die Welt lebendig machen. Gerade diese Found Family-Vibes geben dem Ganzen eine emotionale Tiefe, die über die eigentliche Handlung hinausgeht.

Der Schreibstil ist erneut unglaublich fesselnd.

Es ist eines dieser Bücher, bei denen man „nur noch ein Kapitel“ lesen will – und plötzlich sind drei Stunden vergangen. Die wechselnden Perspektiven, vor allem zwischen Sage und Oren, sorgen zusätzlich dafür, dass man beide Seiten der Geschichte erlebt und sich noch stärker mit den Figuren verbunden fühlt.

Inhaltlich wird es diesmal noch intensiver.

Der Einsatz im Jura-Gebirge bringt eine ganz neue Atmosphäre mit sich – rauer, düsterer, gefährlicher. Die Spannungen zwischen Hexen und Werwölfen, die uralte Magie, die verlorenen Seelen und dieser tödliche Nebel schaffen eine durchgehend bedrohliche Stimmung. Gleichzeitig gibt es emotionale Momente, Wendungen und Enthüllungen, die die Geschichte immer wieder in neue Richtungen lenken.

Und genau das habe ich geliebt: Diese Mischung aus Spannung und Emotion.

Es gibt Momente, die einen mitfiebern lassen, andere, die einen überraschen – und wieder andere, die einen einfach fühlen lassen. Besonders ein Geheimnis, das im Verlauf der Geschichte ans Licht kommt, hat für mich nochmal alles verändert und dem Ganzen eine zusätzliche Tiefe gegeben.

Der Fall, den Sage bearbeitet, wird zwar am Ende abgeschlossen, aber gleichzeitig bleiben genug offene Fragen, um die Neugier auf den nächsten Band sofort wieder zu entfachen. Und ganz ehrlich: Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht.

„All the Hidden Monsters 2: All the Lost Souls“ ist eine mehr als gelungene Fortsetzung, die sich definitiv nicht hinter Band 1 verstecken muss.

Starkes Worldbuilding, großartige Charaktere, eine fesselnde Handlung und genau die richtige Mischung aus Spannung, Emotion und Slow Burn machen dieses Buch zu einem echten Lesehighlight.

Für mich gibt es 4,5 von 5 Sternen ⭐️ – und eine ganz klare Empfehlung für alle, die Urban Fantasy mit Tiefe, Magie und starken Figuren lieben.


„Das Internat: Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist sicher“ von Hannah Richell

 Manchmal sind es genau diese Bücher, bei denen einen schon die Atmosphäre von der ersten Seite an einfängt. Ein abgelegenes Internat, dunkle Wälder, Geheimnisse hinter alten Mauern – „Das Internat: Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist sicher“ von Hannah Richell klang für mich genau nach dieser perfekten Mischung aus Spannung und Gänsehaut.

Und ich muss sagen: Der Einstieg hat mich tatsächlich sofort abgeholt.

Schon das Cover, die düstere Stimmung und vor allem die Karte des Internatsgeländes schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Ich liebe solche Details, weil sie das Gefühl verstärken, wirklich Teil dieser Welt zu sein. Gerade bei einem so weitläufigen Setting wie Thorncombe war die Karte für mich mehr als nur ein nettes Extra – sie hat mir geholfen, mich zu orientieren und noch tiefer in die Geschichte einzutauchen.

Die Ausgangssituation ist vielversprechend: Nach einer Halloween-Nacht wird ein Mädchen tot im Wald gefunden. Weißes Kleid, schwarze Vogelmaske, rätselhafte Worte auf ihrem Körper – ein Bild, das sofort Fragen aufwirft und eine fast schon unheimliche Faszination auslöst. Ist es ein Ritual? Ein Unfall? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Im Zentrum der Geschichte stehen mehrere Perspektiven.

Da ist Ellie, eine Schülerin, die sich im Internatsleben alles andere als wohlfühlt. Ihre Mutter Rachel arbeitet als Schulpsychologin an genau dieser Schule, während ihr Vater Ben als Ermittler in den Fall hineingezogen wird – und damit zwangsläufig auch wieder in das Leben seiner Exfrau.

Dieses Geflecht aus familiären Beziehungen, Konflikten und alten Spannungen zieht sich durch das gesamte Buch und nimmt viel Raum ein. Stellenweise fast mehr, als es die eigentliche Kriminalgeschichte tut.

Und genau hier beginnt für mich auch das Problem.

Denn so atmosphärisch der Einstieg ist, so schnell verliert die Geschichte danach an Zug.

Die Handlung tritt über weite Strecken auf der Stelle, verheddert sich in privaten Konflikten und zwischenmenschlichen Dramen, ohne dass die eigentlichen Ermittlungen wirklich vorankommen. Dabei waren gerade diese Ermittlungen durchaus interessant und wirkten auch authentisch – sie wurden nur leider oft zu schnell abgehandelt oder von Nebenschauplätzen überlagert.

Was mir ebenfalls gefehlt hat, war die Tiefe der Figuren.

Viele Charaktere blieben für mich schwer greifbar, ihre Motive wirkten nicht immer nachvollziehbar und ihre Emotionen konnten mich nur selten wirklich erreichen. Dadurch fiel es mir schwer, eine echte Verbindung aufzubauen oder wirklich mitzufiebern.

Dabei hätte gerade das Setting so viel Potenzial geboten.

Die altehrwürdige Schule, die dunklen Wälder, die unterschwellige Bedrohung – all das schreit förmlich nach einer intensiven, dichten Geschichte. Besonders die Legende rund um das Internat hätte eine viel größere Rolle spielen können. Sie war da, sie wurde angerissen – aber letztlich blieb sie eher im Hintergrund. Und genau das empfand ich als verschenkte Chance, gerade weil sie perfekt zur düsteren Halloween-Atmosphäre gepasst hätte.

Auch der Spannungsbogen konnte mich leider nicht durchgehend überzeugen.

Der Anfang macht neugierig, keine Frage. Aber im Mittelteil verliert die Geschichte deutlich an Tempo, und selbst der Plottwist am Ende konnte das für mich nicht mehr komplett ausgleichen. Er war solide, gut inszeniert – aber eben nicht überraschend genug, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit relativ hohen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.

„Das Wochenende“ von Hannah Richell hatte mir damals unglaublich gut gefallen – intensiv, raffiniert, emotional packend. Im Vergleich dazu bleibt „Das Internat“ leider ein Stück zurück.

Es ist kein schlechtes Buch. Wirklich nicht.

Es hat eine tolle Atmosphäre, ein starkes Setting und eine interessante Grundidee. Aber es fehlt an Tiefe, an Spannung, an diesem gewissen Etwas, das eine Geschichte wirklich unvergesslich macht.

Am Ende bleibt für mich ein Thriller, der sich gut lesen lässt, der aber nicht lange nachwirkt. Einer von denen, die man liest – und dann relativ schnell wieder vergisst.

Ein atmosphärischer Thriller mit viel Potenzial, der dieses leider nicht ganz ausschöpft.

Spannend im Ansatz, aber zu wenig intensiv in der Umsetzung.

Für mich sind es 3 von 5 Sternen ⭐️ – ein Buch nach dem Motto: Kann man lesen, muss man aber nicht.