Saskia Calden – Ein dunkles Versteck (Evelyn-Holm-Thriller 4)

Es gibt Autorinnen, bei denen man irgendwann denkt: Jetzt kenne ich ihren Stil. Jetzt schaffe ich es bestimmt endlich, den Täter vor ihr zu entlarven.

Und dann kommt Saskia Calden.

Spoiler: Ich lag mal wieder komplett daneben. 😂

Eigentlich hätte ich es nach inzwischen vier Bänden der Evelyn-Holm-Reihe besser wissen müssen. Trotzdem war ich fest davon überzeugt, diesmal wenigstens ein paar Zusammenhänge früh zu erkennen.

Tja.

Keine Chance.

Saskia Calden hat mich wieder einmal auf sämtliche falschen Fährten geschickt und als der große Plottwist kam, saß ich einfach nur sprachlos da. Mit vielem hätte ich gerechnet – damit definitiv nicht.

Genau das liebe ich an ihren Büchern.

Sie überrascht mich jedes Mal aufs Neue, ohne dass die Auflösung konstruiert wirkt. Im Gegenteil: Rückblickend ergibt plötzlich alles Sinn und genau das macht für mich einen richtig guten Thriller aus.

Diesmal beginnt die Geschichte zunächst ganz harmlos.

Isabell lernt beim Einkaufen einen fremden Mann kennen. Erst wirkt das Gespräch völlig belanglos. Doch nach und nach häufen sich die merkwürdigen Begegnungen. Der Mann kennt ihren Namen, weiß erstaunlich viel über ihr Leben und scheint plötzlich überall aufzutauchen. Als schließlich ein geflochtenes Armband vor ihrer Haustür liegt, kippt dieses ungute Gefühl endgültig in Angst.

Parallel dazu ermittelt Evelyn Holm in einem Vermisstenfall. Zunächst deutet vieles darauf hin, dass eine Studentin freiwillig verschwunden ist. Doch als kurze Zeit später eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden wird, nimmt der Fall eine völlig andere Richtung. Die einzige Verbindung zwischen beiden Frauen scheint ein geflochtenes Armband zu sein.

Allein dieser Einstieg hat mich sofort gepackt.

Vor allem die Stalker-Thematik hat bei mir eine unglaublich beklemmende Atmosphäre erzeugt. Dieses Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Nicht mehr zu wissen, ob man sich etwas einbildet oder ob wirklich jemand da ist. Genau diese schleichende Angst transportiert Saskia Calden unglaublich authentisch.

Ich ertappe mich bei solchen Büchern immer dabei, dass ich plötzlich selbst misstrauisch werde.

Ist die Haustür wirklich abgeschlossen?

Wo habe ich eigentlich meinen Schlüssel hingelegt?

Und warum knackt es plötzlich genau jetzt im Flur? 😅

Wenn ein Buch solche Gedanken auslöst, dann macht es für mich etwas richtig.

Besonders gelungen fand ich erneut die Perspektivwechsel.

Gerade die Kapitel aus Sicht der Opfer gehen unglaublich unter die Haut. Man spürt ihre Angst, ihre Verzweiflung und diese völlige Hilflosigkeit. Dadurch entsteht eine emotionale Nähe, die den Thriller noch intensiver macht.

Man fiebert nicht nur mit den Ermittlern mit.

Man hofft einfach die ganze Zeit, dass sie nicht zu spät kommen.

Auch Evelyn Holm und ihr Team haben mir wieder richtig gut gefallen.

Diesmal liegt der Fokus allerdings etwas stärker auf den eigentlichen Ermittlungen als auf den privaten Geschichten der Figuren. Das hat mich überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil – ich hatte sogar das Gefühl, dass genau dadurch die Spannung noch einmal angezogen hat.

Gleichzeitig bleibt genügend Potenzial, um den Nebenfiguren in den kommenden Bänden wieder mehr Raum zu geben.

Was ich an der gesamten Reihe inzwischen besonders schätze, ist ihre Entwicklung.

Viele Reihen schaffen einen guten Auftakt und halten danach ihr Niveau.

Saskia Calden gelingt für mein Empfinden etwas Schwierigeres.

Sie wird mit jedem Band stärker.

Schon Der Puppenwald hat mich damals begeistert und ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass die Reihe dieses Niveau noch einmal steigern kann.

Doch genau das ist passiert.

Ein dunkles Versteck ist für mich bisher der stärkste Band der gesamten Reihe.

Die Spannung beginnt früh, hält sich konstant auf einem hohen Niveau und lässt bis zur letzten Seite nicht nach. Immer wieder glaubt man, endlich verstanden zu haben, worauf alles hinausläuft.

Und jedes Mal beweist Saskia Calden das Gegenteil.

Genau deshalb verschlinge ich ihre Bücher inzwischen fast schon blind.

Ich weiß vorher nie, was mich erwartet.

Ich weiß aber ganz sicher, dass ich überrascht werde.

Und genau dieses Vertrauen in eine Autorin ist für mich etwas Besonderes.

Ein dunkles Versteck verbindet einen hochspannenden Kriminalfall mit einer beklemmenden Stalker-Thematik und einer Atmosphäre, die einem immer wieder eine Gänsehaut beschert. Die Perspektivwechsel sorgen für zusätzliche Intensität und die Ermittlungen bleiben bis zum Schluss unvorhersehbar.

Für mich ist dieser vierte Band gleichzeitig auch der bisher stärkste der gesamten Evelyn-Holm-Reihe.

Saskia Calden gehört inzwischen zu den wenigen Autorinnen, bei denen ich ein neues Buch nicht mehr lange überlege, sondern einfach zugreife. Weil ich weiß, dass mich spannende Ermittlungen, großartige Plottwists und mindestens ein Moment erwarten, in dem ich fassungslos das Buch anstarre.

Und ganz ehrlich?

Ich freue mich jetzt schon riesig auf Band fünf.

5 von 5 schwarzen Herzen. 🖤


Karen A. Moon – Shadowed Wings: A Court of Darkness and Shadows 1

Karen A. Moon ist für mich inzwischen einfach eine feste Größe, wenn es um Fantasy geht. Schon ihre Reihe „A Throne of Roses and Thorns“ hat mich komplett begeistert und genau deshalb war für mich sofort klar, dass ich auch ihren neuen Reihenauftakt lesen muss. Als dann noch Drachen, Fae und Magie ins Spiel kamen, war es ohnehin um mich geschehen. Ehrlich gesagt hätte es den Klappentext wahrscheinlich gar nicht mehr gebraucht. 😅

Meine Vorfreude auf „Shadowed Wings“ war entsprechend riesig. Umso gespannter war ich natürlich, ob mich Karen A. Moon auch dieses Mal wieder so in ihre Welt ziehen kann.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ora, eine junge Fae, die als Heilerin in einem kleinen, friedlichen Dorf lebt. Ihr Leben gerät jedoch völlig aus den Fugen, als ihr Ziehvater ermordet wird. Alles deutet darauf hin, dass ein Drache hinter der Tat steckt. Für Ora gibt es deshalb nur ein Ziel: Sie will den Mörder finden und die Wahrheit herausfinden. Um diesem Ziel näherzukommen, beginnt sie die gefährliche Ausbildung zur Drachenreiterin – eine Entscheidung, die ihr Leben komplett verändern wird.

Schon diese Ausgangssituation hat mich neugierig gemacht. Drachen stehen bei mir ohnehin fast automatisch hoch im Kurs und ich liebe Geschichten, in denen sie nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern wirklich eine tragende Rolle übernehmen.

Trotzdem brauchte ich ein paar Kapitel, bis ich richtig in der Geschichte angekommen war.

Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag. Es war eher dieses Gefühl, dass die Handlung ihren eigenen Rhythmus noch nicht gefunden hatte. Vieles wurde eingeführt, neue Begriffe, Figuren und Orte prasselten auf mich ein und ich musste mich erst einmal orientieren. Dadurch kam der Lesefluss für mich zu Beginn noch nicht ganz in Gang.

Zum Glück änderte sich das relativ schnell.

Je weiter die Geschichte voranschritt, desto mehr entwickelte sie ihren ganz eigenen Sog. Plötzlich wollte ich immer wissen, welche Geheimnisse als Nächstes ans Licht kommen und wie die vielen Puzzleteile am Ende zusammenpassen würden.

Besonders gefallen hat mir die Welt, die Karen A. Moon erschaffen hat. Brysalia wirkt groß, geheimnisvoll und steckt voller Möglichkeiten. Drachen, Fae, Gestaltwandler, Götter, verschiedene Reiche und eine geheimnisvolle Akademie – es gibt unglaublich viel zu entdecken.

Manchmal hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Autorin ihrer Welt fast ein bisschen zu viel Gutes tun wollte.

Immer wieder kamen neue Elemente hinzu, sodass ich zwischendurch dachte: Okay, jetzt reicht es vielleicht erst einmal. Nicht, weil die Ideen schlecht gewesen wären – ganz im Gegenteil. Viele davon fand ich richtig spannend. Aber stellenweise wirkte es auf mich etwas überladen, weil ständig neue Aspekte dazukamen, bevor die vorherigen vollständig greifbar wurden.

Trotzdem verliert die Geschichte nie ihren Unterhaltungswert.

Das liegt vor allem am angenehm flüssigen Schreibstil. Karen A. Moon erzählt sehr leicht und bildhaft, sodass die Seiten trotz der vielen Informationen erstaunlich schnell verflogen sind. Gerade in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Mit Ora hatte ich dagegen ein kleines Auf und Ab.

Ich mochte ihren Mut und ihre Entschlossenheit. Sie gibt nicht auf, stellt sich Herausforderungen und kämpft für die Menschen, die ihr wichtig sind.

Gleichzeitig gab es aber immer wieder Situationen, in denen ich ihre Entscheidungen einfach nicht nachvollziehen konnte. Oft handelte sie sehr impulsiv und stürzte sich kopfüber in gefährliche Situationen, ohne lange nachzudenken. Das hat sie zwar authentisch wirken lassen, mich als Leserin aber mehr als einmal den Kopf schütteln lassen.

Dadurch blieb zwischen uns eine kleine emotionale Distanz bestehen.

Ganz anders ging es mir mit Lunara.

Ich glaube, spätestens seit Fourth Wing ist klar, dass Drachen in Büchern bei mir ohnehin einen kleinen Bonus haben. 😅 Aber Lunara hat mein Herz wirklich im Sturm erobert. Jede Szene mit ihr hat mir unglaublich viel Freude bereitet und ich freue mich jetzt schon darauf, im nächsten Band noch mehr von ihr zu lesen.

Natürlich darf auch Caelen nicht unerwähnt bleiben.

Er gehört definitiv in die Kategorie geheimnisvoll, gefährlich und schwer einzuschätzen. Lange wusste ich nicht, ob ich ihm vertrauen soll oder lieber nicht. Genau dieses Spiel mit den Grauzonen hat mir gut gefallen und ich bin gespannt, welche Rolle er im weiteren Verlauf der Reihe noch spielen wird.

Auch die Romance entwickelt sich angenehm langsam. Sie drängt sich nie in den Vordergrund, sondern wächst Stück für Stück mit der Handlung mit. Das mochte ich sehr, weil der Fokus dadurch weiterhin auf der eigentlichen Geschichte, den Geheimnissen und der Welt lag.

Das Finale war dann noch einmal ein echtes Feuerwerk.

Einerseits passiert unglaublich viel und einige Wendungen haben mich wirklich überrascht. Andererseits hatte ich das Gefühl, dass hier sehr viele Handlungsstränge gleichzeitig zusammenlaufen sollten. Für meinen Geschmack wäre an manchen Stellen etwas weniger tatsächlich mehr gewesen. Manche Entwicklungen hätten ruhig noch ein wenig Raum bekommen dürfen, um ihre volle Wirkung zu entfalten.

Gestört hat mich das am Ende aber nicht so sehr, dass es meinen Gesamteindruck verschlechtert hätte.

Denn trotz kleiner Schwächen hat Shadowed Wings genau das geschafft, was ein Reihenauftakt für mich schaffen sollte: Es hat mich neugierig gemacht.

Ich möchte wissen, wie Oras Geschichte weitergeht, welche Geheimnisse Brysalia noch bereithält und welche Rolle Caelen, Lunara und die Drachen künftig spielen werden.

Und genau deshalb freue ich mich schon jetzt auf die Fortsetzung.

Ein gelungener Auftakt für alle, die Drachen, Fae, Magie und geheimnisvolle Fantasywelten lieben. Der Einstieg braucht zwar etwas Zeit und die Fülle an Ideen wirkt stellenweise leicht überladen, dafür überzeugt die Geschichte mit einem flüssigen Schreibstil, spannenden Wendungen und einer Welt, in der es noch unglaublich viel zu entdecken gibt.

Nicht jede Entscheidung von Ora konnte ich nachvollziehen, dafür hat Lunara mein Herz im Sturm erobert und die zweite Hälfte des Buches konnte mich komplett mitreißen.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wohin Karen A. Moon ihre Figuren im nächsten Band führen wird.

4 von 5 schwarzen Herzen. 🖤



Helen Scheuerer – Fate and Furies (Die Legenden von Thezmarr 3)

Es gibt Reihen, bei denen ich nach jedem Band denke: Jetzt kann es eigentlich nicht mehr besser werden.

Und dann kommt Helen Scheuerer um die Ecke und beweist mir das Gegenteil.

Die Legenden von Thezmarr ist für mich längst zu einer absoluten Herzensreihe geworden. Seit dem ersten Band liebe ich diese Welt, ihre Figuren und die Mischung aus epischer Fantasy, actionreichen Kämpfen und einer Liebesgeschichte, die einem regelmäßig das Herz bricht. Nach diesem unfassbar gemeinen Cliffhanger aus Band zwei musste ich deshalb gar nicht lange überlegen. Das Buch war kaum bei mir angekommen, da hatte ich es auch schon aufgeschlagen.

Der Einstieg fiel mir unglaublich leicht. Ich war sofort wieder mittendrin und hatte das Gefühl, Thea und ihre Gefährten nie wirklich verlassen zu haben. Die Geschichte knüpft direkt an die Ereignisse des zweiten Bandes an. Thea verfolgt nur noch ein Ziel: Wilder finden. Den Mann, dem sie vertraut hat, den sie geliebt hat und von dem sie überzeugt ist, dass er sie und das gesamte Königreich verraten hat.

Was mir in diesem Band besonders aufgefallen ist: Thea wird von ihrer Wut regelrecht aufgefressen. Ich konnte ihre Gefühle absolut nachvollziehen. Nach allem, was passiert ist, wäre vermutlich niemand einfach zur Tagesordnung übergegangen. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich sie am liebsten geschüttelt hätte. Ihr werden Hinweise gegeben, Wahrheiten liegen direkt vor ihr und trotzdem hält sie lange an dem fest, woran sie glauben möchte. Das hat sie für mich dieses Mal deutlich impulsiver und teilweise auch egoistischer wirken lassen als in den vorherigen Bänden.

Gerade dadurch merkt man aber auch, dass Helen Scheuerer ihren Figuren erlaubt, Fehler zu machen. Thea ist keine perfekte Heldin. Sie trifft Entscheidungen aus Schmerz, aus Enttäuschung und manchmal auch aus blindem Hass. Das macht sie menschlich, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen gutheißen konnte.

Während Thea versucht, Wilder zur Strecke zu bringen, wird immer deutlicher, dass hinter allem viel mehr steckt als ein einzelner Verrat. Mit jeder neuen Enthüllung beginnt nicht nur Thea an allem zu zweifeln, sondern auch ich als Leserin. Irgendwann wusste ich selbst nicht mehr, wem ich eigentlich noch vertrauen soll. Genau dieses ständige Hinterfragen hat für mich einen riesigen Teil der Spannung ausgemacht. Kaum glaubte ich, endlich den Durchblick zu haben, kam die nächste Information, die wieder alles auf den Kopf gestellt hat.

Auch Wilder bleibt eine unglaublich spannende Figur. Nach Band zwei wollte ich unbedingt verstehen, warum er getan hat, was er getan hat. Einige Antworten bekommt man tatsächlich, gleichzeitig bleiben aber noch genug Geheimnisse offen, um die Spannung hochzuhalten. An einer Stelle ging mir allerdings etwas zu schnell, wie sich das Vertrauen zwischen ihm und Thea langsam wieder aufbaut. Nach allem, was zwischen ihnen passiert ist, hätte ich mir gewünscht, dass dieser Prozess etwas mehr Zeit bekommt. Die Chemie zwischen den beiden ist trotzdem nach wie vor spürbar und die romantischen Momente haben mir wieder richtig gut gefallen. Der Spice hält sich dieses Mal angenehm im Hintergrund und drängt die eigentliche Handlung nie in den Schatten.

Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass Kipp und Cal wieder deutlich mehr Raum bekommen. Die beiden gehören für mich inzwischen zu den Highlights der gesamten Reihe. Sie bringen genau den Humor mit, den die Geschichte an vielen Stellen braucht, sprechen unbequeme Wahrheiten aus und stehen Thea trotzdem bedingungslos zur Seite. Solche Nebenfiguren machen eine Fantasywelt für mich erst richtig lebendig.

Auch die Handlung entwickelt sich in diesem Band noch einmal enorm weiter. Aus einer persönlichen Geschichte wird immer mehr ein Kampf um ganze Königreiche. Intrigen, politische Machtspiele, alte Geheimnisse und neue Bündnisse sorgen dafür, dass sich die Welt ständig erweitert. Gleichzeitig verliert Helen Scheuerer nie den Überblick. Trotz der vielen Figuren und Handlungsstränge wirkte nichts überladen, sondern alles sinnvoll miteinander verknüpft.

Besonders beeindruckt mich nach wie vor das Worldbuilding. Mit jedem Band entdeckt man neue Facetten dieser Welt und merkt, wie viel Arbeit und Liebe zum Detail darin steckt. Alles wirkt durchdacht und lebendig, ohne dass man von endlosen Erklärungen erschlagen wird.

Und dann kam dieses Ende.

Eigentlich sollte ich inzwischen wissen, dass Helen Scheuerer Cliffhanger liebt. Trotzdem saß ich nach der letzten Seite wieder sprachlos da und habe das Buch einfach nur angestarrt. Wie kann man eine Geschichte bitte genau an dieser Stelle enden lassen?

Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als sehnsüchtig auf den nächsten Band zu warten.

Fate and Furies ist für mich ein unglaublich starker dritter Band, der die Geschichte konsequent weiterentwickelt und die Welt von Thezmarr noch einmal größer macht. Auch wenn ich nicht jede Entscheidung von Thea nachvollziehen konnte, haben mich die Handlung, die vielen Wendungen und die großartigen Nebenfiguren komplett mitgerissen. Für mich bleibt diese Reihe eine absolute Herzensreihe und ich freue mich jetzt schon darauf, endlich wieder nach Thezmarr zurückzukehren.

4,5 von 5 🖤


Secret – Du sollst mich fürchten von S.T. Abby

Ein Hype, um den man auf Bookstagram gerade scheinbar nicht herumkommt. Aber ist er das eigentlich wert?

Ich hatte das Gefühl,  in den letzten Wochen wirklich überall zu sehen. Begeisterte Beiträge, Storys, Lesestatus und natürlich ständig der Satz: „Du MUSST diese Reihe lesen.“

Na gut. Ich bin ja leicht zu beeinflussen. Zumindest bei Büchern. 😂

Also habe ich Band 1 angefangen und wollte eigentlich nur mal kurz reinlesen. Tja.

Kurz reinlesen. Wir kennen es alle.

Ein paar Stunden später hatte ich nicht nur den ersten, sondern direkt auch den zweiten Band gelesen. Damit wäre die Frage nach dem Suchtpotenzial vermutlich schon beantwortet. 😅

Im Mittelpunkt steht Lana Myers. Jung, erfolgreich, zurückgezogen und auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht unbedingt die Frau, bei der man sofort denkt: meistgesuchte Serienkillerin des Landes.

Aber genau das ist sie.

Lana hat eine Liste. Und auf dieser Liste stehen Männer aus derselben Kleinstadt, die vor zehn Jahren etwas Unaussprechliches getan haben. Was genau damals passiert ist, erfahren wir zunächst nur häppchenweise. Kleine Erinnerungen, Andeutungen und einzelne Informationen, die langsam ein Bild entstehen lassen.

Und genau diese Brotkrumen haben bei mir hervorragend funktioniert.

Denn natürlich wollte ich wissen, was passiert ist. Warum Lana tut, was sie tut. Und vor allem, wer noch auf ihrer Liste steht.

Während Lana also ziemlich blutig ihre Vergangenheit aufarbeitet, lernt sie Logan Bennett kennen.

Logan arbeitet beim FBI. Als Profiler. Und jagt Serienkiller.

Ihr erkennt das Problem? 😂

Ganz ehrlich, allein diese Ausgangssituation hat schon einen enormen Unterhaltungswert. Logan ahnt natürlich nicht, wen er da gerade in sein Leben lässt, während Lana plötzlich Gefühle für ausgerechnet den Mann entwickelt, der beruflich Menschen wie sie jagt.

Kann man sich eigentlich einen ungünstigeren Mann zum Verlieben aussuchen?

Vermutlich. Aber man müsste sich schon Mühe geben. 😅

Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Tempo der Geschichte. Die Kapitel sind kurz, die Sätze oft knapp und am Ende wartet gefühlt ständig der nächste kleine Cliffhanger. Dadurch entsteht ein unglaublicher Lesesog.

„Nur noch ein Kapitel“ funktioniert hier übrigens überhaupt nicht.

Die Kapitel sind so kurz, dass man sich permanent selbst belügt.

Ach komm, eins geht noch. Und noch eins. Und plötzlich ist das Buch vorbei.

Der Schreibstil von  liest sich unglaublich leicht und flüssig. Es gibt kaum Stellen, an denen die Handlung wirklich zur Ruhe kommt. Ständig bekommt man neue Informationen, begleitet Lana oder erhält Einblicke in Logans Ermittlungen.

Genau diese Schnelllebigkeit ist für mich gleichzeitig die größte Stärke und eine kleine Schwäche des Buches.

Denn so sehr ich durch die Seiten geflogen bin, so wenig Zeit bleibt teilweise, um wirklich tief in die Figuren einzutauchen.

Gerade bei Lana hätte ich mir stellenweise noch mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle gewünscht. Natürlich erfahren wir einiges über sie, aber vieles aus ihrer Vergangenheit bleibt zunächst bewusst verborgen.

Auch Logan und sein Ermittlerteam konnten mich neugierig machen, blieben für mich in diesem ersten Band aber noch etwas an der Oberfläche.

Ich vermute allerdings, dass sich genau das im Laufe der Reihe ändern wird. Immerhin besteht die Geschichte aus mehreren Bänden und ich habe das Gefühl, dass wir mit jedem Teil ein weiteres Stück der Figuren kennenlernen werden.

Auch beim Setting hätte ich gerne etwas mehr bekommen.

Die Orte bleiben häufig eher Kulisse und ich hatte selten ein wirklich klares Bild vor Augen.

Aber dann stehe ich wieder da und denke mir: Was erwarte ich eigentlich von einem Buch mit so wenigen Seiten? 😂

Secret ist ein Snack.

Ein blutiger, leicht verstörender Snack mit Spice.

Und Snacks sollen mich schließlich nicht fünf Stunden lang beschäftigen. Ich möchte sie inhalieren und mich danach fragen, wo eigentlich der Rest ist.

Genau das ist hier passiert.

Ich bin tatsächlich ein bisschen unschlüssig, ob ich mir längere Bände gewünscht hätte. Mehr Seiten hätten natürlich mehr Raum für Charakterentwicklung, Setting und Tiefe geboten.

Aber seien wir ehrlich: Dann hätte ich am Ende vielleicht wieder gemeckert, dass man die Geschichte hätte straffen können.

Man kann es mir offensichtlich auch nicht recht machen. 😂

Was die Genre-Einordnung angeht, würde ich die Reihe übrigens deutlich eher als Thriller mit Liebesgeschichte einordnen. Im englischsprachigen Raum wird sie häufig im Dark-Romance-Bereich genannt, aber nach unserem deutschen Verständnis von Dark Romance passt diese Bezeichnung für mich nicht wirklich.

Es gibt Spice. Es gibt eine Liebesgeschichte.

Aber der eigentliche Kern ist für mich ganz klar Lana, ihre Rache und Logans Ermittlungen.

Und ja, es wird blutig.

Lana verteilt schließlich keine höflich formulierten Beschwerdebriefe an die Männer auf ihrer Liste. 😅

Nach dem ersten Band bleiben noch unglaublich viele Fragen offen. Wir wissen längst nicht alles über Lanas Vergangenheit und auch die Ermittlungen stehen noch ziemlich am Anfang.

Dann kommt dieses Ende.

Dieser Cliffhanger.

Und plötzlich versteht man, warum so viele die Bücher direkt hintereinander lesen.

Ich jedenfalls habe Band 2 unmittelbar danach angefangen und ebenfalls an diesem Nachmittag beendet. Ups. 😂

Ist der Hype also gerechtfertigt?

Nach dem ersten Band kann ich zumindest sagen: Ich verstehe ihn.

Die Geschichte ist schnell, spannend, blutig und besitzt einen enormen Suchtfaktor. Mir fehlt bisher noch etwas Tiefe bei den Figuren und beim Setting, aber gleichzeitig habe ich beide erschienenen Bände innerhalb weniger Stunden verschlungen.

Das spricht vermutlich für sich.

Ich bin sehr gespannt, wie sich Lana und Logan weiterentwickeln und vor allem, welche Wahrheiten noch ans Licht kommen werden.

Ein richtig guter, süchtig machender Reihenauftakt und der perfekte Thriller-Snack für zwischendurch.

4 von 5 schwarzen Herzen. 🖤