Abschied von einer Welt, die sich wie Zuhause angefühlt hat
Ich liebe diese Autorin. Und ich liebe diese Reihe. Nicht nur, weil die Bücher optisch jedes Regal verschönern – mit Farbschnitt, epischem Cover und dieser ganz eigenen Ausstrahlung. Sondern weil sie mich über Jahre begleitet haben. Weil sie mich mitgerissen, zerstört, wieder aufgebaut und emotional komplett auseinandergenommen haben.
Und jetzt? Jetzt heißt es Abschied nehmen.
Mit „A Sky Beyond the Storm“ von Sabaa Tahir endet die An Ember in the Ashes-Reihe. Ein Finale, auf das ich sehnsüchtig gewartet habe – und vor dem ich gleichzeitig Angst hatte. Denn wenn eine Geschichte so viel bedeutet, dann weiß man: Das wird wehtun.
Das Imperium ist gefallen. Doch Frieden bedeutet das noch lange nicht. Keris Veturia sitzt nun auf dem Thron – grausam, skrupellos, machtgierig. Mit dem Nachtbringer an ihrer Seite entfesselt sie eine Dunkelheit, die alles zu verschlingen droht. Laia, Helena und ihre Verbündeten stehen vor der letzten, alles entscheidenden Schlacht. Und Elias? Er ist an seinen Eid gebunden – als Seelenfänger, zerrissen zwischen Pflicht und Liebe.
Was ich an diesem Finale so bewundere: Es ist kompromisslos.
Sabaa Tahir schenkt uns kein bequemes Ende. Kein glattgebügeltes „Und dann wurde alles gut“. Sie zwingt ihre Figuren – und uns Leser:innen – durch Schmerz, Verlust und Opfer. Und ja, ich habe geweint. Mehr als einmal. Manche Verluste haben mich wirklich getroffen. Es sind Figuren gegangen, die ich über vier Bände hinweg ins Herz geschlossen habe. Und genau das zeigt, wie sehr diese Geschichte gewachsen ist.
Diese Reihe war nie nur Fantasy.
Sie war immer mehr.
Sie handelt von Unterdrückung und Widerstand. Von Freundschaft, die stärker ist als Angst. Von Loyalität. Von moralischen Grauzonen. Von Menschen, die Fehler machen und trotzdem kämpfen. Von starken Frauen, die nicht perfekt sind – aber mutig. Und von Liebe, die leise wächst, sich verändert, leidet und dennoch Bestand hat.
Gerade Helena und Laia haben für mich eine Entwicklung durchgemacht, die ich selten so intensiv erlebt habe. Zwei Frauen, so unterschiedlich, so geprägt von Schmerz – und doch bereit, alles für ihre Überzeugungen zu geben. Keine von beiden ist makellos. Und genau das macht sie so stark.
Und dann Elias. Seine innere Zerrissenheit, sein Opfer, sein Ringen mit sich selbst – das ging mir besonders nah. Dieses Finale fordert ihn – und uns – emotional bis zum Äußersten.
Was Sabaa Tahir meisterhaft beherrscht, ist diese Mischung aus epischen Schlachten und ganz stillen Momenten. Zwischen all dem Krieg gibt es Szenen voller Zärtlichkeit. Kleine Gesten. Blicke. Abschiede. Diese Kontraste machen das Buch so kraftvoll. So schmerzhaft schön.
„A Sky Beyond the Storm“ ist herzzerreißend. Mächtig. Und auf eine fast quälende Art wunderschön.
Ich lese inzwischen nicht mehr oft YA-Fantasy. Aber diese Reihe war für mich immer mehr als ein Genre. Sie war ein Wegbegleiter. Eine Reise. Eine Welt, in die ich immer wieder zurückkehren wollte.
Jetzt ist sie zu Ende.
Und ich sitze hier mit diesem bittersüßen Gefühl im Herzen. Dankbar für diese Geschichte. Traurig über den Abschied. Und ein kleines bisschen leer.
Wenn ihr epische Fantasy liebt, mit starken Charakteren, Found Family, Freundschaft, dunklen Themen, moralischen Konflikten und einer Prise Romance – dann ist diese Reihe ein absolutes Muss.
Und deshalb gibt es für dieses Buch – und für die gesamte Reihe – ohne jedes Zögern:
5/5 ⭐️ Ein Highlight. Eine Herzensreihe.
Und eine Geschichte, die ich niemals vergessen werde. Und manche Geschichten enden nicht wirklich. Sie bleiben einfach ein Teil von uns.




