Zurück nach Donkerbloem – und wieder mitten ins Grauen

Der zweite Band – und meine Güte, was habe ich mich darauf gefreut. Schon Band 1, Der Trailer, hatte mich komplett abgeholt. Und das, obwohl ihr mich mit Camping wirklich jagen könnt. Für mich gibt es kaum ein schlimmeres Urlaubs-Horror-Szenario als Zelt, Gemeinschaftsduschen und matschige Schuhe. Aber sobald ein Thriller in dunklen Wäldern, auf abgelegenen Campingplätzen und an Orten mit düsterer Vergangenheit spielt, bin ich sofort dabei.

Mit Das Camp (Donkerbloem 2) von Linus Geschke ging es also zurück nach Donkerbloem – an einen Ort, der eigentlich endlich zur Ruhe kommen sollte, es aber einfach nicht schafft, das Böse loszuwerden. Tief in den Ardennen gelegen, abgeschieden und voller dunkler Geschichte, bekommt der Campingplatz mit Wout einen neuen Besitzer und mit Tayfun einen neuen Verwalter, der alles daransetzt, hier einen friedlichen Ort zu schaffen. Doch wie so oft in dieser Reihe scheint Donkerbloem eine magische Anziehungskraft auf Abgründe zu haben.

Während dort langsam so etwas wie Normalität entstehen soll, treibt hunderte Kilometer entfernt ein verstörender Killer sein Unwesen. Eine Mordserie im Osten Deutschlands bringt Kommissarin Frieda Stahnke selbst in Gefahr. Sie fühlt sich verfolgt, manipuliert und kann bald niemandem mehr trauen. Schließlich sieht sie nur noch einen Ausweg: Sie flieht nach Donkerbloem. Ausgerechnet dorthin. Für Wout ist das eine Katastrophe, denn er mag Frieda nicht und ist überzeugt, dass sie mit ihrem Auftauchen alle in Gefahr bringt. Tayfun hingegen steht ihr zur Seite, auch weil er heimlich Gefühle für sie hat. Und so kehrt mit Frieda nicht nur eine alte Bekannte ins Camp zurück, sondern auch eine Bedrohung, die alles ins Wanken bringt.

Besonders gefallen hat mir wieder, wie lebendig die Figuren wirken. Wout, der sture, misstrauische Besitzer. Tayfun, der sanfte Riese mit großem Herzen. Frieda, die immer mehr unter Druck gerät und zwischen Stärke und Verzweiflung schwankt. Kathinka, die ebenfalls ihren Platz in dieser Geschichte hat. Man merkt, dass man diese Menschen schon kennt, dass sie sich weiterentwickeln und nicht einfach auf der Stelle treten. Genau das macht für mich den Reiz dieser Reihe aus.

Auch in diesem Band arbeitet Linus Geschke wieder mit mehreren Handlungssträngen, die sich zunächst getrennt anfühlen, sich aber nach und nach immer stärker verweben. Anfangs rätselt man noch, was genau zusammengehört, doch je weiter man liest, desto klarer wird das große Ganze. Ich liebe dieses Gefühl, wenn plötzlich alles Sinn ergibt und man merkt, wie geschickt die Fäden von Anfang an gelegt wurden.

Der Spannungsbogen bleibt von der ersten bis zur letzten Seite hoch. Es gibt kaum ruhige Momente, keine unnötigen Längen, kein Durchatmen. Stattdessen reiht sich Bedrohung an Bedrohung, Verdacht an Verdacht, und man liest immer weiter, weil man unbedingt wissen will, wie alles zusammenhängt. Dieses „nur noch ein Kapitel“-Gefühl ist hier wieder extrem stark.

Und dann dieses Ende. Wirklich. Ich war mental auf einen Cliffhanger vorbereitet – schließlich ist es der zweite Band. Aber das hier war noch einmal eine andere Liga. Gemein, fies, perfekt. Es fühlt sich an wie der direkte Startschuss für Band 3 und lässt einen mit offenen Fragen und großer Vorfreude zurück.

Für mich ist Das Camp ein rundum gelungener zweiter Band, der die Atmosphäre von Teil 1 aufgreift und noch intensiver macht. Düster, spannend, emotional und clever konstruiert. Die Figuren tragen die Geschichte, das Setting bleibt beklemmend, und die Handlung reißt nie ab.

Auch wenn ich im echten Leben niemals freiwillig campen würde – literarisch liebe ich Donkerbloem.

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5/5 Sterne

Ein starker Nachfolger, der die Reihe auf ein neues Level hebt und mich sehnsüchtig auf Band 3 warten lässt.


Wenn Geheimnisse langsam an die Oberfläche kommen

Manche Autorinnen begleiten einen über Jahre. Man kennt ihren Stil, ihre Art, Spannung aufzubauen, ihre typischen Themen. Und man greift fast automatisch zu, wenn ein neues Buch erscheint – auch dann, wenn der letzte Titel vielleicht nicht ganz überzeugen konnte.

Genau so geht es mir mit Megan Miranda.

Sie ist für mich längst keine Unbekannte mehr. Ich mag ihre ruhigen, psychologischen Thriller, ihre Kleinstadt-Settings und diese unterschwellige Spannung, die sich oft erst nach und nach entfaltet. Deshalb war für mich klar: Auch ihr neues Buch musste gelesen werden.

Schon beim Cover bleibt sie ihrem Stil treu. Düster, geheimnisvoll, ruhig – und gleichzeitig mit dieser leisen Warnung: Hier stimmt etwas nicht. Ich war gespannt, ob auch die Geschichte wieder dieses besondere Miranda-Gefühl mitbringt.

Und ja – sie hat mich diesmal wieder abgeholt.

In Die Tochter. Du dachtest, niemand würde es je erfahren kehrt Hazel nach Jahren in ihre Heimatstadt Mirror Lake zurück. Der Grund ist alles andere als leicht: Ihr Vater, der angesehene Detective des Ortes, ist verstorben. Die Kleinstadt trauert um ihn – und Hazel steht plötzlich vor vielen unbeantworteten Fragen.

Warum hat ausgerechnet sie das Haus am See geerbt? Warum nicht ihre Brüder?

Zwischen den Geschwistern wächst die Anspannung, alte Konflikte brechen wieder auf, und Hazel wird mit Erinnerungen konfrontiert, die sie eigentlich längst verdrängt hatte. Parallel dazu leidet die Stadt unter einer extremen Dürre. Der See zieht sich immer weiter zurück – und mit ihm kommen Dinge ans Licht, die jahrelang verborgen waren. Geheimnisse. Spuren. Wahrheiten.

Und irgendwann stellt sich unausweichlich die große Frage:

Was ist damals wirklich mit Hazels Mutter passiert?

Sie verschwand vor Jahren spurlos – und galt als Kriminelle. Doch je tiefer Hazel gräbt, desto brüchiger wird dieses Bild.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, ist die Art, wie sich die Spannung entwickelt. Hier gibt es keine Explosionen, keine wilden Verfolgungsjagden, keine pausenlose Action. Stattdessen baut Megan Miranda die Geschichte langsam und sehr bewusst auf.

Kleine Hinweise.

Merkwürdige Beobachtungen.

Unscheinbare Details.

Zwischenmenschliche Spannungen.

Unausgesprochene Wahrheiten.

All das fügt sich Stück für Stück zusammen und erzeugt eine konstante, leise Spannung, die nie komplett abreißt. Man spürt beim Lesen ständig: Irgendetwas stimmt hier nicht. Aber man kann lange nicht greifen, was genau.

Das Kleinstadt-Setting ist wieder einmal hervorragend umgesetzt. Mirror Lake fühlt sich lebendig an – mit seinen Gerüchten, seinen Loyalitäten, seinen alten Geschichten und seinen gut gehüteten Geheimnissen. Die Atmosphäre rund um den See, die Trockenheit, die Hitze, das Zurückweichen des Wassers – all das verstärkt dieses beklemmende Gefühl zusätzlich.

Auch die Figuren haben mir gut gefallen. Sie wirken glaubwürdig, menschlich und nicht perfekt. Niemand ist nur gut oder nur schlecht. Jeder trägt seine eigenen Fehler, Verletzungen und Geheimnisse mit sich herum. Und genau das macht die Geschichte so interessant.

Hazel selbst ist eine starke, aber auch verletzliche Protagonistin. Man spürt ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel, ihren Wunsch nach Wahrheit – auch wenn diese vielleicht schmerzhaft sein wird.

Besonders mochte ich, dass Megan Miranda immer wieder Wendungen einbaut, die das Geschehen in ein neues Licht rücken. Man glaubt, etwas verstanden zu haben – und plötzlich wird diese Annahme wieder infrage gestellt. Dieses Spiel mit Erwartungen beherrscht sie einfach sehr gut.

Zwar ist das Buch kein klassischer Pageturner im Action-Sinne, aber es hat mich dennoch durchgehend bei der Stange gehalten. Die Spannung wächst stetig, fast unmerklich – bis man irgendwann merkt, dass man längst komplett drinsteckt.

Die Tochter. Du dachtest, niemand würde es je erfahren“ ist ein ruhiger, atmosphärischer Thriller mit starker Kulisse, glaubwürdigen Figuren und einer clever aufgebauten Handlung. Wer Hochtempo erwartet, wird hier nicht fündig. Wer aber psychologische Spannung, Kleinstadtgeheimnisse und langsames Miträtseln liebt, ist hier genau richtig.

Für mich eine gelungene Rückkehr zur alten Stärke der Autorin.

⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 Sterne

Nicht laut. Nicht hektisch. Aber spannend bis zum Schluss. Ein Thriller, der sich Zeit nimmt – und genau dadurch wirkt. 📚✨


KI und Bookstagram

Manchmal sollte man wirklich einfach nicht zu lange nachdenken. Nicht alles zerdenken, nicht jedes kleine Ding sofort analysieren, sondern sich einfach mal treiben lassen. Genau so ging es mir mit diesen Karikatur-Bildern, die plötzlich überall waren. In meiner Timeline, in meinen Nachrichten, bei Freund:innen, bei Bekannten, bei Menschen, denen ich eigentlich nur wegen Büchern folge – und plötzlich waren alle als kleine Comic-Version unterwegs.

Ich war fest entschlossen, stark zu bleiben. Vernünftig. Erwachsen. „Brauche ich nicht“, dachte ich. „Ist mir egal.“ Und natürlich: Das hat genau so lange gehalten, bis ich es doch ausprobiert habe.

Die ersten Bilder? Katastrophe. Wirklich. Ich habe sie null gefühlt. Eher so: Wer ist diese Person und warum sieht sie mir entfernt ähnlich? Also habe ich es eigentlich schon wieder abgehakt. Bis ich mir irgendwann dachte: Komm, ein letzter Versuch. Einfach aus Neugier. Und dann… ja. Jetzt gibt’s sie. Meine Karikatur. Bitteschön. 😅

Natürlich habe ich auch die kritischen Stimmen gelesen. Thema Umwelt, Ressourcen, KI – alles absolut berechtigt. Und normalerweise bin ich da auch wirklich sehr bewusst unterwegs und mache mir viele Gedanken. Aber manchmal, ganz ehrlich, darf man auch einfach kurz den Kopf ausschalten. Nicht alles perfekt machen. Nicht alles abwägen. Sondern sich über etwas Albernes freuen, das gerade ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert.

Ich finde es im Moment einfach lustig. Ich liebe eure Bilder. Ich scrolle durch meine Nachrichten und denke ständig: Wie süß ist das bitte? Und genau das tut gerade gut. Dieses kleine bisschen Leichtigkeit zwischen Alltag, Terminen und To-do-Listen.

Deshalb: Nicht übertreiben. Mitdenken. Bewusst bleiben. Der Umwelt zuliebe. 🌱

Aber zwischendurch auch mal Spaß haben. Sich freuen. Und Dinge tun, nur weil sie gerade ein gutes Gefühl machen.

Wer von euch hat sich auch schon „verwandeln“ lassen? Ich schaue eure Versionen so gern an. 💙✨


Zwischen Drachen, Gefühlen und ganz viel Spannung im Herzen

Romantasy mit Drachen, Enemies-to-Lovers und einer ordentlichen Portion Gefühl?

Ganz ehrlich: Da bin ich sofort dabei. Ohne zu zögern. Ohne Nachdenken. Einfach: Ja, bitte.

Deshalb war für mich klar, dass ich auch den zweiten Band der Solaris-und-Crello-Trilogie lesen musste. Nachdem mir Band eins so gut gefallen hatte, war meine Vorfreude entsprechend groß.

Mit A Kingdom of Shadows: Schwelender Zorn von Rina Vasquez geht die Geschichte von Nara und Darius weiter – düsterer, emotionaler und deutlich romantischer als zuvor.

Nara wollte Drachen töten.

Jetzt ist ausgerechnet ein Drache ihre größte Hoffnung.

Gemeinsam mit dem Drachenwandler Darius ist sie auf der Flucht vor der Königin und ihrer Armee. Ihr Weg führt sie durch die Schreienden Wälder – einen Ort, an dem Gefahren, Monster und dunkle Mächte überall lauern. Ihr Ziel: die Insel der Elemente. Dort sollen sie die geheimnisvollen Steine finden, die über ihr Schicksal entscheiden könnten. Doch natürlich läuft nichts nach Plan. Rätsel, Höhlen, fremde Wesen und der machthungrige Elfenkönig stellen sich ihnen in den Weg. Und während draußen die Welt immer gefährlicher wird, brodelt es zwischen Nara und Darius gewaltig.

Band eins hatte mich vor allem mit dem Drachenwandler-Thema begeistert. Ich fand diese Idee unglaublich spannend und hatte gehofft, dass sie im zweiten Teil noch stärker vertieft wird. Stattdessen legt dieses Buch den Fokus sehr deutlich auf etwas anderes: auf die Charakterentwicklung und auf die Beziehungen zwischen den Figuren.

Und das macht Rina Vasquez auch wirklich schön.

Die Gefühle werden intensiver. Die inneren Konflikte größer. Die Zweifel lauter. Es gibt viele berührende Momente, aber auch schmerzhafte. Besonders das ständige Wortgefecht zwischen Nara und Darius sorgt weiterhin für Unterhaltung. Ihr Gekabbel ist witzig, manchmal süß, manchmal nervig – aber immer emotional aufgeladen.

Man merkt: Die beiden bedeuten sich längst mehr, als sie zugeben wollen.

Was für mich dabei allerdings etwas zu kurz kam, war der eigentliche Plot. Die große Mission, die Suche nach den Elementsteinen, die Rätsel und Prüfungen – all das hätte so viel Potenzial gehabt, um die Geschichte richtig episch zu machen. Stattdessen wird vieles relativ schnell abgehandelt. Manche Aufgaben fühlen sich fast wie Nebenbei-Stationen an. Die große Spannung, die ich mir hier erhofft hatte, blieb leider oft aus.

Dafür ist das Buch sehr romance-lastig.

Und versteht mich nicht falsch: Ich mag Romantasy. Sehr sogar. Wenn die Balance stimmt. Hier verschiebt sie sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in Richtung Gefühl und Drama – auf Kosten der Fantasy-Elemente.

Besonders das Hin und Her zwischen Nara und Darius hat mich zwischendurch etwas ermüdet. Gefühlt brauchen die beiden eine halbe Ewigkeit, um endlich ehrlich miteinander zu sein. Vieles wirkt dabei unnötig kompliziert und teilweise auch künstlich in die Länge gezogen. Manchmal hatte ich das Gefühl: Dieses Drama bräuchte es gar nicht – die Geschichte wäre auch ohne spannend genug.

Und ja… die spicy Szenen.

Ich weiß nicht genau, woran es lag, aber die Wortwahl hat bei mir nicht immer gezündet. Teilweise fand ich sie eher cringe als prickelnd. Geschmackssache – aber für mich hat es nicht durchgehend funktioniert.

Unterm Strich ist „Schwelender Zorn“ für mich ein klassischer Zwischenband.

Einer, der vorbereitet.

Der Beziehungen vertieft.

Der Konflikte zuspitzt.

Der Weichen für das Finale stellt.

Dabei tritt er selbst stellenweise etwas auf der Stelle. Die Fantasy rückt in den Hintergrund, die Romance in den Vordergrund. Trotzdem liest sich das Buch flüssig und schnell. Der Schreibstil ist angenehm, die Kapitel tragen einen gut durch die Geschichte, und langweilig wurde mir nie – auch wenn ich mir mehr Spannung gewünscht hätte.

A Kingdom of Shadows: Schwelender Zorn“ ist eine gefühlvolle, romantische Fortsetzung mit starken Charaktermomenten, schöner Dynamik und viel Herz. Wer vor allem wegen der Liebesgeschichte liest, wird hier sehr zufrieden sein. Wer sich mehr epische Fantasy und Abenteuer erhofft, könnte etwas enttäuscht werden.

Für mich ein solides, unterhaltsames Mittelstück mit Luft nach oben.

⭐️⭐️⭐️✨ 3,5/5 Sterne

Jetzt bin ich umso gespannter auf das Finale – und hoffe, dass dort wieder mehr Fokus auf Drachen, Magie und große Abenteuer gelegt wird. 🐉📚✨


Paradoxe bei Bookies – oder warum ich Drachen fliege, aber kein Meer lese

Manchmal frage ich mich wirklich, ob wir Menschen, die Bücher nicht nur lesen, sondern leben, nicht alle ein kleines bisschen widersprüchlich sind. Ob wir nicht voller kleiner Paradoxe stecken, die für Außenstehende überhaupt keinen Sinn ergeben – für uns selbst aber völlig logisch sind. Oder zumindest irgendwie vertraut.

Ein Beispiel aus meinem Leben: das Meer.

Wenn ich mir einen Urlaub aussuchen dürfte, müsste man mir eigentlich gar keine Auswahl geben. Es wäre immer das Meer. Immer. Schuhe aus, Sand unter den Füßen, Salz in der Luft, Wind im Gesicht. Ich liebe es, einfach dazustehen und zu schauen. Auf die Wellen. Auf dieses endlose Kommen und Gehen. Egal ob Sturm oder Sonnenschein – es beruhigt mich, erdet mich, bringt mich zurück zu mir selbst. Und natürlich schwimme ich auch. Rein ins Wasser, treiben lassen, durchatmen. In diesen Momenten fühle ich mich wirklich zuhause.

Und jetzt kommt das Absurde:

Bücher, die am Meer spielen, interessieren mich überhaupt nicht.

So gar nicht.

Ich lese den Klappentext, sehe „romantische Geschichte am Strand“ oder „Sommer am Meer“ – und innerlich bin ich schon wieder weg. Keine Neugier. Kein Kribbeln. Kein „Das muss ich lesen“. Obwohl ich im echten Leben wahrscheinlich gerade mit den Füßen im Wasser stehen möchte. Es ergibt keinen Sinn. Und trotzdem ist es so.

Noch so ein Widerspruch: meine Höhen- und Flugangst.

Nicht dieses harmlose „Ich mag keine Leitern“-Gefühl. Sondern richtig. Mit Herzklopfen, schwitzigen Händen und dem inneren Wunsch, einfach wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Fliegen stresst mich. Hohe Gebäude machen mich nervös. Aussichtsplattformen sind für mich eher Mutproben als Freizeitspaß.

Und trotzdem sitze ich abends auf dem Sofa und reite in Büchern völlig angstfrei auf Drachen durch die Lüfte. Ich stürze mich mit den Figuren in Luftschlachten, fliege über Abgründe, springe von Türmen und denke mir beim Lesen: Ja, klar. Mach ich auch. Würde ich verstehen.

Würde ich natürlich niemals.

Im echten Leben wäre ich vermutlich schon beim Gedanken daran kurz vor der Ohnmacht.

Ich liebe düstere Thriller, bin aber privat eher Team „Ich erschrecke schon bei unerwarteten Geräuschen“. Ich lese über Monster, Dämonen und apokalyptische Welten – und zucke bei einer Spinne im Bad zusammen. Ich verschlinge emotionale Liebesgeschichten – und bin im echten Leben manchmal mit Smalltalk überfordert.

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich: Wir Bookies sind einfach speziell. Auf die schönste Art.

Wir fliehen in Welten, die wir selbst vielleicht nie betreten würden. Wir erleben Gefahren, Dramen, Abenteuer und Extreme – sicher eingekuschelt mit Buch, Decke und Tee. Wir fühlen alles, ohne wirklich etwas zu riskieren. Wir dürfen mutig sein, wild, verzweifelt, verliebt, furchtlos – für ein paar Stunden zwischen zwei Buchdeckeln.

Vielleicht lieben wir Bücher genau deshalb so sehr.

Weil sie uns erlauben, widersprüchlich zu sein.

Weil wir dort alles sein dürfen.

Ohne Absturz. Ohne Verletzung. Ohne nasse Füße – außer im echten Urlaub am Meer, den ich natürlich trotzdem mache.

Und jetzt seid ihr dran:

Habt ihr auch solche kleinen Lese-Paradoxe?

Dinge, die ihr im echten Leben liebt – aber in Büchern meidet?

Oder Dinge, die ihr im Buch feiert – aber niemals selbst tun würdet?

Bitte sagt mir, dass ich nicht allein so herrlich widersprüchlich bin. 📚💙✨


Neuzugänge, Berliner & Februar-Vibes – willkommen im neuen Lesemonat 💙📚🍩

Und mal ehrlich: Was wäre ein Monatsrückblick ohne den obligatorischen Post mit den Neuzugängen? Eben. Unvollständig. Unvorstellbar. Fast schon illegal in der Bookbubble. 😄

Also darf ich euch heute meine wundervollen neuen Schätze zeigen, die im letzten Monat bei mir eingezogen sind. Und ich liebe sie jetzt schon. Nachdem der Januar bei mir sehr Krimi- und Thriller-lastig war, habe ich im Februar bewusst die Richtung gewechselt – und mich ordentlich im Fantasy-Regal ausgetobt. Magie, andere Welten, Drachen, Gefühle, epische Abenteuer… ich war offensichtlich in Stimmung. Und mein SuB so: „Aha. Wieder so ein Monat.“ 🙃📚

Ich freue mich richtig auf die kommenden Lesewochen. Februar fühlt sich für mich immer wie ein kleiner Zwischenmonat an. Nicht mehr ganz Winter, noch nicht Frühling. Perfekt für Decke, Tee, Buch – und natürlich: Berliner.

Ja. Berliner. Wir müssen reden.

Ich liebe sie. Wirklich. Ich könnte mich im Februar durch jede Bäckerei Berlins… äh… durchs Dorf testen. Meine Favoriten? Ganz klar: Eierlikör, Pistazie und Creme mit Preiselbeeren. Wenn ihr jetzt denkt: „Was ist das bitte für eine Kombi?“ – vertraut mir. Himmel. 😍🍩

Und jetzt ihr: Team Klassik mit Marmelade oder Team fancy Füllung?

Außerdem stehen diesen Monat gleich zwei Geburtstage an: der meiner Mama und meiner. Das bedeutet Kuchen, Familie, Lachen – und vermutlich noch mehr Bücher, wenn ich ehrlich bin. Man kann nie genug haben. 😌📚

Karneval? Joa. Existiert.

Würde der Umzug nicht direkt durch unser Dörfchen ziehen, hätte ich ihn vermutlich komplett verdrängt. So bin ich zumindest gezwungen, kurz zu winken und so zu tun, als wäre ich im Party-Modus. Spoiler: Bin ich nicht. Ich bin im Lesemodus. 😄

Im Februar liegt bei mir ganz klar nochmal der Fokus auf Büchern. Lesen, stapeln, rezensieren, genießen. Im März geht’s dann langsam wieder in den Garten – Erde unter den Fingernägeln statt Buchstaub. Aber bis dahin: noch einmal voll eintauchen.

Und jetzt interessiert mich:

✨ Worauf freut ihr euch im Februar am meisten?

📚 Auf bestimmte Bücher?

🎂 Auf besondere Tage?

🍩 Auf Süßkram?

🌱 Oder schon auf den Frühling?

Erzählt mal. Ich liebe eure kleinen Monatspläne. 💙


Where the Night Falls von Beril Kehribar

Manchmal greift man zu einem Buch mit einer ganz bestimmten Erwartung. Weil man die Autorin schon kennt, weil man ihre bisherigen Werke mochte, weil man weiß: Das könnte genau mein Ding werden. 

So ging es mir mit Where the Night Falls von Beril Kehribar. Von ihr habe ich bereits das eine oder andere Buch gelesen, deshalb war ich entsprechend gespannt, wie sich diese neue Reihe entwickeln würde.

Ein Internat auf einer abgelegenen Insel, ein altes Kloster, Menschen und Nachtwesen unter einem Dach, Magie, Geheimnisse und verschwundene Schülerinnen – auf dem Papier klingt das nach einer perfekten Mischung aus Dark Academia, Fantasy und Romantasy. Genau mein Beuteschema. Also rein ins Buch.

Zuerst einmal das Positive: Der Schreibstil ist wirklich gut. Flüssig, angenehm, leicht zu lesen. So ein Stil, bei dem man automatisch immer noch ein Kapitel liest. Und noch eins. Und noch eins. Das Buch lässt sich sehr schnell „runterlesen“, ohne anstrengend zu werden. Das mochte ich sehr. Auch die Grundidee hat mir gefallen. Aurelia als Außenseiterin mit unkontrollierter Magie, die mysteriösen Vorfälle an der Schule, der düstere Unterton – das alles hat definitiv Potenzial.

Leider konnte mich das Setting nicht so mitnehmen, wie ich es mir gewünscht hätte. Wir befinden uns auf einer Insel, in einem alten Kloster, in einem Internat – eigentlich perfekte Voraussetzungen für eine dichte, atmosphärische Welt. Doch für mich blieb vieles erstaunlich blass. Ich hatte selten das Gefühl, wirklich dort zu sein. Die Umgebung wurde nicht so lebendig beschrieben, dass sie mich komplett in die Geschichte gezogen hätte. Oft wusste ich zwar, wo wir sind, habe es aber nicht wirklich gespürt.

Auch der Fantasy-Anteil war für mich überraschend zurückhaltend. Ja, es gibt magische Wesen und Kräfte, aber insgesamt fühlte sich das Buch eher wie ein Kriminalfall mit ein bisschen Magie an, statt wie eine echte High-Fantasy-Welt. Wer hier ein sehr ausgeprägtes Worldbuilding erwartet, könnte enttäuscht sein.

Mit etwa 480 Seiten ist das Buch nicht kurz, aber auch kein dicker Wälzer. Trotzdem gab es immer wieder Längen, vor allem im Mittelteil. Viel Aufbau, viele Gespräche, wenig Fortschritt. An einigen Stellen ist mein Interesse dadurch spürbar abgesackt, obwohl ich die Geschichte eigentlich mochte.

Was mich am meisten gestört hat, war jedoch die Liebesgeschichte. Ich mag Romance, wirklich – wenn sie gut geschrieben ist. Hier hat sie für mich leider nicht funktioniert. Nathanael ist der klassische mysteriöse, dunkle Typ, der emotional verschlossen ist und natürlich eine tragische Vergangenheit hat. Aurelia fühlt sich zu ihm hingezogen, was wenig überraschend ist. Das Problem war für mich weniger das Klischee, sondern die fehlende Chemie. Ihre Beziehung basiert vor allem auf Andeutungen aus der Vergangenheit, die man selbst kaum miterlebt. In der Gegenwart habe ich zwischen ihnen kaum Funken gespürt. Viele Dialoge wirkten mal authentisch, mal unnötig dramatisch, mal einfach seltsam. Dadurch konnte ich ihre Gefühle nicht richtig nachvollziehen – und weil ihre Beziehung so viel Raum einnimmt, zieht das leider einiges von der ansonsten guten Story herunter.

Positiv hervorheben möchte ich das Ende. Das Finale hat mir wirklich gefallen. Nach einem sehr langsamen Aufbau nimmt die Geschichte plötzlich Fahrt auf, die Spannung steigt, und auch wenn manches vorhersehbar war, war es gut umgesetzt. Ab etwa siebzig Prozent wurde das Buch für mich richtig interessant. Da hatte ich endlich das Gefühl, jetzt zeigt die Geschichte, was eigentlich in ihr steckt – fast ein bisschen zu spät, aber immerhin.

Insgesamt ist „Where the Night Falls“ für mich ein Buch mit viel Potenzial und einer soliden Grundlage, das sich aber nicht immer traut, dieses Potenzial voll auszuschöpfen. Der Schreibstil ist angenehm, die Grundidee spannend, das Finale gelungen. Gleichzeitig leidet das Buch unter schwachem Worldbuilding, einigen Längen und einer Liebesgeschichte, die mich emotional nicht abholen konnte.

Am Ende bin ich dem Buch gegenüber ziemlich neutral eingestellt. Es gibt genauso viel, was mir gefallen hat, wie Dinge, die mich gestört haben. Trotzdem hat mich das Ende neugierig genug gemacht, um Band zwei lesen zu wollen. Ich hoffe sehr, dass dort Welt, Spannung und Emotionen noch stärker ausgebaut werden.

3/5 Sterne.

Kein Highlight, aber auch kein Reinfall – ein solider Auftakt mit Luft nach oben.