Nach diesem Ende von Seelenmal hätte ich am liebsten sofort zum zweiten Band gegriffen.
Ihr kennt diese Bücher, bei denen man die letzte Seite zuschlägt und sofort wissen muss, wie es weitergeht? Genau so ging es mir hier. Deshalb war die Vorfreude auf ‚The Cursed Queen – Prüfung der Kronen‘ von Juliane Maibach riesig. Vor allem, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Elana und Riven weitergeht und ob nach den Ereignissen in Tenebris überhaupt noch irgendetwas so bleibt, wie es war.
Was mich direkt überrascht hat: Die Geschichte fühlt sich ganz anders an als ihr Vorgänger.Während Band 1 vor allem von der düsteren, gefängnisartigen Atmosphäre Tenebris’ lebte, verschlägt es uns diesmal mitten hinein in die Welt des Königshauses. Statt Steinmauern, Überlebenskampf und Verzweiflung erwarten uns nun prächtige Hallen, politische Intrigen und eine Gesellschaft, in der jeder eine Rolle spielt und niemand wirklich sagt, was er denkt.
Auf den ersten Blick wirkt der Palast wie ein Upgrade.
Mehr Freiheit. Mehr Luxus. Mehr Möglichkeiten.
Doch je länger Elana dort lebt, desto deutlicher wird, dass auch ein goldener Käfig ein Käfig bleibt.
Genau dieser Kontrast hat mir unglaublich gut gefallen.
Denn obwohl sich das Setting verändert, bleibt die Grundstimmung erhalten. Hinter den schönen Fassaden lauern weiterhin Gefahren, Geheimnisse und Menschen, die ihre eigenen Ziele verfolgen. Die Bedrohung ist diesmal nur deutlich eleganter verpackt.
Elana mochte ich auch in diesem Band wieder sehr.
Sie gehört für mich zu den Figuren, die man gerne begleitet, weil sie trotz ihrer besonderen Rolle nie abgehoben wirkt. Sie bleibt bodenständig, hinterfragt Dinge und lässt sich nicht einfach in eine Form pressen, die andere für sie vorgesehen haben.
Gerade im Palast fand ich ihre Entwicklung spannend.
Sie muss lernen, mit völlig neuen Regeln umzugehen. Plötzlich geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Politik, Machtspiele und Entscheidungen, die weitreichende Konsequenzen haben können.
Und dann wäre da natürlich noch Riven.
Ganz ehrlich?
Dieser Mann macht es einem wirklich nicht leicht.
Schon im ersten Band fand ich ihn faszinierend, aber hier bekommt seine Figur noch einmal deutlich mehr Tiefe. Je mehr man über ihn erfährt, desto schwieriger wird es, ihn in eine Schublade zu stecken. Er ist loyal und gefährlich zugleich, beschützend und verschlossen, nahbar und doch ständig außer Reichweite.
Genau diese Mischung macht ihn für mich so interessant.
Die Dynamik zwischen ihm und Elana entwickelt sich dabei langsam weiter und genau das mochte ich. Nach den Ereignissen des ersten Bandes wäre für mich alles andere auch unglaubwürdig gewesen. Vertrauen lässt sich nicht auf Knopfdruck wieder herstellen und die Geschichte nimmt sich die Zeit, diese Entwicklung glaubhaft aufzubauen.
Natürlich knistert es gewaltig zwischen den beiden.
Aber die Beziehung lebt nicht nur von Anziehung, sondern auch von den Konflikten, den Zweifeln und all dem, was unausgesprochen zwischen ihnen steht.
Ein weiterer Punkt, der mir richtig gut gefallen hat, waren die Prüfungen selbst.
Die sogenannten Prüfungen der Kronen bringen noch einmal eine ganz neue Dynamik in die Geschichte. Schnell wird klar, dass hier nicht nur Stärke gefragt ist. Wer bestehen will, muss die Regeln verstehen und erkennen, wem man vertrauen kann und wem besser nicht.
Und genau da liegt oft das Problem.
Denn in dieser Welt verfolgt jeder seine eigene Agenda.
Dadurch blieb die Geschichte für mich durchgehend spannend. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich die Richtung erkannt, kam wieder eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Gerade die politischen Intrigen haben dafür gesorgt, dass ich ständig weiterlesen wollte.
Auch das Worldbuilding entwickelt sich weiter.
Während Band 1 eher auf Tenebris fokussiert war, öffnet sich die Welt nun deutlich mehr. Wir lernen neue Orte kennen, bekommen Einblicke in gesellschaftliche Strukturen und erfahren mehr über das Königshaus und die Machtverhältnisse dieser Welt. Dadurch wirkt alles größer und komplexer.
Der Schreibstil hat mir erneut richtig gut gefallen. Die Seiten fliegen nur so dahin, weil Juliane Maibach sehr bildhaft schreibt, ohne sich in Beschreibungen zu verlieren. Die Geschichte bleibt durchgehend lebendig und schafft es gleichzeitig, die emotionalen Momente genauso einzufangen wie die spannungsgeladenen.
Besonders mochte ich, dass immer wieder kleine humorvolle Momente eingestreut werden. Gerade zwischen all den Intrigen und Gefahren lockert das die Geschichte auf, ohne die Stimmung zu zerstören.
Und dann kam dieses Ende. Ich hatte viele Vermutungen. Viele Theorien.
Aber mit dieser Entwicklung habe ich tatsächlich nicht gerechnet.
Genau solche Enden liebe ich.
Sie beantworten genug Fragen, um zufrieden zu sein, werfen aber gleichzeitig neue auf, die sofort Lust auf den nächsten Band machen.
Prüfung der Kronen entwickelt die Geschichte rund um Elana und Riven konsequent weiter und erweitert die Welt deutlich. Die Verlagerung vom düsteren Tenebris in die gefährliche Welt des Königshauses sorgt für neue Konflikte, spannende Intrigen und jede Menge überraschende Wendungen.
Besonders die Entwicklung der Figuren, die politischen Machtspiele und die Dynamik zwischen Elana und Riven haben mich wieder komplett abgeholt. Dazu kommt ein flüssiger Schreibstil und ein Ende, das mich definitiv nicht kaltgelassen hat.
Für mich eine starke Fortsetzung, die große Lust auf das Finale macht.
🖤🖤🖤🖤✨
4,5 von 5 Sternen


