15 Sekunden von Chris Warnat

Eine neue Thriller-Reihe? Sofort her damit!

Ich liebe es, mich in nervenaufreibende Fälle zu stürzen – besonders dann, wenn Gerichtsmedizin, menschliche Abgründe und Ermittlungsarbeit miteinander verwoben sind. Als mir „15 Sekunden“ von Chris Warnat in die Hände fiel, war mein Interesse sofort geweckt: Eine rätselhafte Begegnung im nächtlichen Wald, eine Protagonistin, die plötzlich in ein Netz aus Schuld, Wahrheit und Lüge gezogen wird – das klang ganz nach meinem Geschmack.

Und tatsächlich: Der Einstieg ist so schlagartig wie der Unfall, der Farahs Leben aus den Angeln hebt.

Band 1 der Wase-Rahimi-Reihe

Ein nächtlicher Zusammenstoß – und nichts ist mehr, wie es war

Nur 15 Sekunden – so kurz dauert der Moment, in dem sich alles verändert. Farah ist mit dem Auto unterwegs, als ein Mann aus dem Dunkel vor ihren Wagen läuft und durch die Windschutzscheibe kracht. Doch anstatt regungslos liegen zu bleiben, steht er auf – und läuft einfach davon.

Farah bleibt verstört zurück. Aber sie ist nicht allein. Noch jemand bewegt sich im Schatten des Waldes.

Was hat sie gesehen? Was hat sie verpasst? Und was verbirgt sich hinter der Begegnung, die erst der Auftakt zu einem viel größeren Rätsel ist?

Kritikpunkt: Ein holpriger Start

So spannend das Setting klingt – ich muss ehrlich sein: Der Einstieg ins Buch fiel mir schwer.

Die Handlung setzt sofort ein, überschlägt sich fast, ohne dass ich als Leserin die Gelegenheit hatte, mich zu orientieren. Zahlreiche Namen, komplexe Beziehungen und fragmentarische Rückblenden prasseln aufeinander – was dazu führte, dass ich das Gefühl hatte, bereits mitten in Band 3 zu stecken statt in einem Auftakt.

Eine klarere Einführung, ein langsameres Heranführen an Figuren und Hintergründe hätte hier sicher geholfen. Ich war mehrfach versucht, zurückzublättern oder nachzuschlagen, ob ich nicht versehentlich eine Vorgeschichte übersehen hatte.

Aber: Spannungsbogen & forensische Details überzeugen

Trotz aller Startschwierigkeiten hat mich der Fall selbst dann doch noch abgeholt. Sobald ich aufhörte, alles hinterfragen zu wollen, sondern mich einfach auf die Geschichte einließ, kam die Spannung in Gang.

Das psychologische Katz-und-Maus-Spiel, das sich langsam entfaltet, macht definitiv neugierig. Ich hatte lange keinen festen Verdacht, wer hinter allem steckt – was ich als positiv empfinde. Als ich endlich eine Theorie hatte, bestätigte sie sich tatsächlich – was für mich aber nicht das Lesevergnügen minderte.

Besonders stark fand ich die Abschnitte rund um Gerichtsmedizin und Obduktion. Chris Warnat versteht es, hier eindrucksvoll Wissen mit Spannung zu verknüpfen – fundiert, bildhaft und trotzdem packend. Diese Passagen zählten für mich ganz klar zu den Highlights des Buches.

Was für mich nicht funktioniert hat: Figuren & Emotionen

So gut ich den Fall fand – mit den Charakteren konnte ich wenig anfangen.

Farah blieb mir bis zum Ende fremd. Ihre Entscheidungen wirkten oft sprunghaft, ihre Gedanken schwer nachvollziehbar. Auch andere Figuren blieben eher schemenhaft – ich konnte keine wirkliche emotionale Bindung aufbauen. Das minderte für mich die Intensität der Geschichte, weil ich kaum mitfühlen oder mitfiebern konnte.

Fazit: Vielversprechende Ansätze, aber nicht ganz rund

„15 Sekunden“ ist ein Thriller, der mit einer spannenden Grundidee und einem eindrucksvollen medizinischen Setting punktet, aber durch einen überladenen Einstieg und distanzierte Figuren an emotionaler Tiefe verliert.

Chris Warnat zeigt definitiv Potenzial – vor allem in den forensischen Szenen glänzt sie mit Fachkenntnis und eindringlicher Atmosphäre. Wenn die nächsten Bände mehr Raum für Charakterentwicklung lassen und die Leser behutsamer in die Handlung einführen, könnte sich hier eine spannende Reihe entwickeln.

⭐️⭐️⭐️ 3/5 Sterne

📌 Empfehlung für:

Fans von realitätsnahen Thrillern mit medizinischem Fokus, die ein wenig Geduld für komplexe Strukturen und einen langsamen Zugang mitbringen.

📖 Weniger geeignet für:

Leser, die schnell eine emotionale Verbindung zu den Figuren brauchen oder sich schwer tun, wenn der Einstieg nicht klar strukturiert ist.

💬 Habt ihr den Auftakt der Wase-Rahimi-Reihe schon gelesen?

Wie wichtig ist euch der Zugang zu den Figuren – oder zählt für euch vor allem ein spannender Plot?

Ich bin gespannt auf eure Eindrücke – und ob euch der Einstieg leichter fiel als mir. Schreibt mir gern in die Kommentare oder auf Instagram – ich freue mich auf den Austausch!






📚 Meine Neuzugänge aus dem Reich der Magie:

Nachdem ich euch kürzlich meine neuen Thriller gezeigt habe (und das ein oder andere Gänsehautfeuerwerk schon hinter mir liegt 🖤), ist es heute Zeit für das Gegengewicht auf der Gefühlsskala: Es wird episch, es wird romantisch, es wird fantastisch – kurz gesagt: mein Fantasy-SuB wächst, gedeiht und bringt mein Herz zum Hüpfen.

Der Juni fühlt sich für mich oft wie ein Neuanfang an. Die Luft ist wärmer, die Abende länger – und irgendwie steigt die Lust, sich in andere Welten zu flüchten. Ob mit einem Drink auf dem Balkon oder eingekuschelt im Bett: Ein gutes Fantasybuch geht einfach immer.

Warum Fantasy gerade jetzt so gut tut?

Weil es uns aus dem Alltag reißt.

Weil es uns daran erinnert, wie stark Hoffnung, Freundschaft und Mut sein können.

Weil wir zwischen Drachen, Hexen, magischen Königreichen und Zeitreisen oft genau das finden, was uns manchmal in der Realität fehlt: Raum zum Träumen.

Und auch wenn ich ab und zu über zu viele Namen, verwirrende Karten oder die hundertste Prophezeiung stolpere – mein Herz schlägt für dieses Genre. Besonders Romantasy hat es mir aktuell angetan: Zerbrechliche Heldinnen, komplexe Anti-Helden, bittersüße Liebesgeschichten mit Weltrettungs-Faktor – ich liebe es einfach.

🌙 Was erwartet mich (und euch) in den kommenden Lesewochen?

Ich plane, mit ein paar Reihen zu starten, in denen ich viel Herz und Magie vermute. Und ja – ich weiß, mein SuB schreit leise nach Hilfe, aber … diese Cover. Diese Welten. Diese Plots! Ich muss sie einfach alle haben.

Und wenn ich ehrlich bin, gibt es kaum etwas Schöneres, als an einem Sommerabend draußen zu sitzen, während in der Geschichte irgendwo ein Königreich untergeht – oder ein längst vergessener Fluch erwacht.

💬 Jetzt seid ihr wieder gefragt:

📖 Kennt ihr eins der Bücher und könnt es mir ans Herz legen – oder vielleicht sogar davon abraten?

📖 Lest ihr im Sommer lieber leichte Romantasy oder düstere High Fantasy mit epischen Schlachten?

📖 Und was war eure bisherige Fantasy-Überraschung des Jahres?

Ich bin so gespannt auf eure Empfehlungen, Meinungen – und vielleicht auch eure eigenen Neuzugänge? ✨

Bald folgt dann sicher ein kleines „Ersteindrucks-Update“ – vielleicht auch ein „Was konnte überzeugen, was nicht?“ (Spoiler: Mein Herz ist bei Buchentscheidungen furchtbar emotional 🥲).

Bis dahin: Bleibt magisch, träumt groß & verliert euch in Geschichten, die euch verzaubern.

Eure Miri 


Neuzugänge - Thriller & Krimi

Der Juni ist da – und mit ihm nicht nur endlich der Sommer (zumindest theoretisch 🌧️☀️), sondern auch eine frische Portion Leselust! Es ist dieser Monat, in dem sich Balkon, Garten oder Lieblingscafé plötzlich wieder wie kleine Lesetempel anfühlen. Und was darf da natürlich nicht fehlen? Genau: neue Bücher!

Ich bin euch noch ein paar meiner Neuzugänge schuldig – und heute starten wir mit dem ersten Schwung, genauer gesagt: den Thrillern. Einige davon habe ich bereits auf dem Heimweg aufgeschlagen (ungeduldiges Bücherwurm-Syndrom lässt grüßen 😅), andere liegen noch fein säuberlich auf meinem SuB und schauen mich erwartungsvoll an.

Von Psychospielchen, düsteren Geheimnissen und moralischen Abgründen

Ich liebe Thriller, die mich mitfiebern lassen, die meine Erwartungen bewusst brechen und mir am Ende ein „Wow – damit hab ich nicht gerechnet“ entlocken. Genau nach solchen Geschichten habe ich diesmal gegriffen – mal etwas psychologischer, mal gesellschaftskritisch, mal blutig und brutal.

Und sind wir ehrlich: Auch im Sommer darf’s gerne mal etwas Gänsehaut geben. Während draußen die Vögel zwitschern, tauche ich lieber in düstere Ermittlungen, toxische Beziehungen oder politische Verschwörungen ein. Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an … 😉

💬 Und jetzt seid ihr gefragt:


Kennt ihr eines der Bücher schon? Habt ihr vielleicht sogar schon eines gelesen und könnt mir sagen, was mich erwartet – Spannungshighlight oder eher Enttäuschung?

Oder habt ihr aktuell selbst ein Thriller-Buch in der Hand, das ihr mir unbedingt empfehlen wollt?


Ich freu mich wie immer auf eure Tipps, eure Eindrücke – und natürlich auf jede gemeinsame Diskussion über überraschende Wendungen, verstörende Plots und Lieblings-Ermittler*innen.

In den nächsten Tagen folgt dann Teil 2 meiner Neuzugänge: Fantasy & Romantasy für Herz, Hirn und Fernweh-Gefühle. Bleibt also gespannt – es wird magisch!

📦📚 Bis dahin: Happy Reading & ein lesereicher Juni euch allen!


House of Destiny

Die Fortsetzung, die mein Herz gewollt – und meine Geduld ganz schön gefordert hat …

Also mal ehrlich: Wie kann ein Buch gleichzeitig so viel Spaß machen und so gemein sein?!

‚House of Destiny‘ – Zodiac-Chroniken Band 2 von Marah Woolf

Nachdem mich House of Eternity schon komplett abgeholt und mental zerlegt hat, war natürlich klar, dass ich mit Band 2 weitermachen muss. Ich mein, hallo? Cliffhanger? Ich hatte keine Wahl! Also Buch geschnappt, gemütlich gemacht, reingelesen – und dann kam das Erste, was mich genervt hat: Ich wurde gespoilert. 😤

Dank der Neuveröffentlichung von Band 3 wusste ich schon viel zu früh, für wen Averies Herz schlägt. Und mal ehrlich – das hat mir ein bisschen die Spannung genommen.

Denn – und jetzt wird’s unpopular opinion-ish – ich feier’s total, wenn in Romantasy nicht sofort klar ist, wer der „Love Interest“ ist. Ich mag dieses Rumgerätsel, dieses „Ach, vielleicht doch der andere?“. Was ich nämlich gar nicht brauche: Insta-Love und 08/15-Paarbildungen. Ich hab’s satt, dass der spannendere Typ meistens leer ausgeht, während der Haupt-Love-Interest so blass bleibt, dass man ihn mit einer Zimmerwand verwechseln könnte. 🙄

Aber hier? Nope! Marah Woolf spielt das clever aus – selbst mit Spoiler bleibt es emotional. Und überraschend.

Worum geht’s?

Averie hat in Band 1 Großes geleistet – und trotzdem das Gefühl zu versagen. Denn jetzt sind die Aionen am Zug, und die haben nicht unbedingt das Wohl der Menschheit im Sinn. Stattdessen: Dunkelheit, Zeitraub, Weltuntergangsstimmung.

Um das zu verhindern, bleibt Averie nur eine Möglichkeit: Sie muss an den Zeitenspielen teilnehmen. Eine Art dystopisches Dating-Game meets Gladiatorenkampf. Wer überlebt, muss einen der dreizehn Brüder heiraten – denjenigen, der einen erwählt. Freiwillig ist anders.

Und ja, das klingt schräg – ist es auch. Aber es funktioniert. Marah Woolf hat einfach dieses Talent, Welten zu erschaffen, die auf den ersten Blick absurd klingen, dann aber erschreckend logisch und faszinierend werden. Ich liebe es.

Charaktere: Ein Hoch auf Minas (ja, wirklich!)

Ich kann’s selbst kaum glauben, aber ich bin in diesem Band sowas von ins Team Minas gewechselt. 😅

In Band 1 war er für mich eher der Typ „interessant, aber zu verschlossen“. Jetzt? Uff. Tiefe. Entwicklung. Und so viele unterschwellige Emotionen, dass ich manchmal gar nicht wusste, wohin mit mir.

Atticus dagegen … tja. Schwierig.

Ich verstehe ihn. Wirklich. Aber er verhält sich einfach oft wie ein beleidigter Teenager mit Superkräften. Seine Eifersucht, sein Rückzug, sein Drama – alles irgendwie nachvollziehbar, aber trotzdem anstrengend. Vor allem, weil auch er nicht gerade ehrlich zu Averie war.

Also: Keine Absolution von mir. Sorry, Atticus, da musst du dich in Band 3 nochmal richtig ins Zeug legen. Vielleicht gibt’s dann Versöhnung.

Und das Ende? Was war das denn bitte?!

Ich hab am Ende wirklich gedacht, mein Buch hätte Seiten verloren. Ich hab geblättert, geschaut, gehofft. Aber nein – das war das Ende. Und was für eins!

Cliffhanger-Level: Herz rausreißen, drauf rumtrampeln, mit dramatischer Musik im Hintergrund.

Zum Glück hab ich Band 3 schon hier – sonst hätte ich wahrscheinlich eine Petition gestartet. Oder geheult. Wahrscheinlich beides.

Fazit:

House of Destiny ist eine mehr als würdige Fortsetzung. Es ist emotional, düster, voller Spannung und mit Charakterentwicklungen, die wehtun – auf die beste Weise. Ich liebe die Welt, ich liebe die Themen (Zeit als Macht? YES!), ich liebe die unperfekten Figuren.

Nur der Spoiler hat mir ein bisschen was vorweggenommen – daher „nur“ 4,5 von 5 ⭐️ von mir.

Und jetzt mal ehrlich, ihr Lieben:

In welchem Team seid ihr – Atticus oder Minas?

Und wie steht ihr zu Romanzen, bei denen man nicht sofort weiß, wer das Herz der Heldin bekommt?

Lasst es mich wissen – ich bin wie immer neugierig (und leicht dramatisch unterwegs, wie ihr seht 😉).


Horror-Date – Kein Thriller, aber ganz großes Gefühlskino

Kennt ihr das? Diese Dates, bei denen man sich schon nach fünf Minuten wünscht, man hätte lieber den Abend mit einer Gesichtsmaske und Netflix verbracht? Ich hatte – bevor ich meinen Mann kennengelernt habe – so einige davon. Manche kurios, manche einfach nur furchtbar. Wenn ich darüber ein Buch schreiben würde, wäre es eine bunte Mischung aus RomCom und Horror. Aber zum Glück hat das jemand anderes getan – und zwar niemand Geringeres als Sebastian Fitzek.

Ja, der Fitzek! Der Meister der Psychospiele, der Mann hinter den verstörendsten Thrillerplots. Diesmal hat er sich an seinen mittlerweile dritten Kein-Thriller gewagt: kein Thriller, sondern eine schwarzhumorige Liebeskomödie über Sterben, Lügen und letzte Chancen.

📚 Sebastian Fitzek: Horror-Date – Kein Thriller

Die Idee – makaber, aber genial

Im Zentrum steht eine fiktive Plattform namens The Walking Date: eine Art Tinder für Menschen, die unheilbar krank sind und sich vor dem Tod noch ein letztes Mal verlieben möchten. Klingt skurril? Ist es auch. Aber auch originell, rührend und überraschend lebensnah.

Raphael, ein junger, todkranker Mann, meldet sich dort an – und verliebt sich in Nala, ebenfalls krank, klug, schlagfertig und leidenschaftliche Leserin. Doch als das erste echte Treffen ansteht, geht es Raphael zu schlecht. Kurzerhand überredet er seinen besten Freund Julius, an seiner Stelle hinzugehen – ein komplett gesunder, sportlicher Chaot, der das mit der Literatur so gar nicht versteht (sein einziges Buch: die halbe Arnold-Schwarzenegger-Biografie).

Und damit beginnt ein Date, das völlig aus dem Ruder läuft. Missverständnisse, peinliche Zwischenfälle, ein Elefant (!), ein verlorenes Salatdressing und eine sehr lebendige Großmutter namens Henrietta machen aus diesem Treffen ein wahres Desaster mit Herz.

Was gut funktioniert:

Fitzek überrascht mit einem gelungenen Genrewechsel. Die ersten Kapitel lesen sich wie eine charmante, bittersüße Romanze mit bissigem Humor und viel Situationskomik. Die Charaktere – vor allem Julius als unbeholfener Lückenfüller mit schlechtem Gewissen – sind herrlich überzeichnet, aber liebenswert.

Die Chemie zwischen den Figuren stimmt. Besonders Nala, mit ihrer schroffen Ehrlichkeit, bringt eine Tiefe ins Spiel, die zeigt: Hier geht es nicht nur um Lacher, sondern auch um große Fragen. Wie ehrlich sind wir, wenn wir wissen, dass die Zeit begrenzt ist? Was zählt im Leben wirklich? Und wie viel Mut braucht es, sich auf Liebe einzulassen, wenn man weiß, dass sie endlich ist?

Aber… nicht alles ist rund

Ab etwa der Mitte driftet der Roman jedoch etwas zu sehr in Klamauk ab. Die Story wird stellenweise überdreht – als hätte jemand versucht, einen Fitzek-Roman mit einem Til-Schweiger-Film zu kreuzen. Plötzliche Wendungen, überzogene Situationen, viel Slapstick – das ist lustig, aber nimmt dem ernsten Thema manchmal die Tiefe, die es verdient hätte.

Julius bleibt sympathisch, aber ein wandelndes Klischee. Nala, die eigentlich enormes Potenzial hat, wird zu oft auf ihre Krankheit und ihren Sarkasmus reduziert. Und obwohl es berührende Szenen gibt – sie sind selten und müssen sich gegen viel Klamauk behaupten.

Ein echtes Highlight ist hingegen Oma Henrietta: weise, direkt, mit dem Herzen am richtigen Fleck. Solche Nebenfiguren machen den Roman lesenswert.

Stil & Sprache

Fitzek bleibt sich treu: kurze Kapitel, schneller Perspektivwechsel, pointierte Dialoge. Auch ohne Thrill weiß er, wie man Leser*innen bei der Stange hält. Die Sprache ist locker, der Ton humorvoll, teilweise sarkastisch – typisch Fitzek eben, nur in einem ganz neuen Gewand.

„Horror-Date“ ist kein Thriller – aber eine warmherzig-chaotische Geschichte über das Leben, die Liebe und das große Finale. Nicht jeder Witz sitzt, nicht jede Szene wirkt glaubwürdig, aber das Grundthema ist stark und ungewöhnlich.

Für alle, die mal etwas völlig anderes von Fitzek lesen möchten. Für Fans von schwarzem Humor. Und für alle, die das Leben feiern wollen – auch wenn es manchmal ein bisschen absurd ist.

Perfekt für:

  • Leser, die auch mal lachen wollen, wenn’s um ernste Themen geht
  • alle, die Dating-Desaster mit einem Augenzwinkern betrachten
  • Fitzek-Fans mit Offenheit für neue Töne

📚 Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

💬 Und jetzt interessiert mich brennend: Hattet ihr schon mal ein Horror-Date? Oder seid ihr eher #TeamCouchDate?






Ingar Johnsrud – Echokammer

Ein Politthriller, der unter die Haut geht

»Echokammer« ist der Auftaktband der neuen, preisgekrönten Thriller-Trilogie von Norwegens Erfolgsautor Ingar Johnsrud – und ein Roman, der nicht nur durch seinen brisanten Inhalt, sondern vor allem durch seine bedrückende Aktualität unter die Haut geht.

Ingar Johnsrud – ‚Echokammer‘

Während sich Norwegen auf die Parlamentswahl vorbereitet, steht das Land am Rand eines politischen und gesellschaftlichen Abgrunds. Die Nachrichtendienste schlagen Alarm: Es gibt konkrete Hinweise auf einen bevorstehenden Anschlag mit Rizin – einem der tödlichsten bekannten Gifte. Die Spur führt zu einer Gruppe rechtsnationaler Extremisten. Doch was genau planen sie? Und vor allem: Wie weit sind sie bereits vorgedrungen?

Zwei Perspektiven, ein Ziel: die Wahrheit

Johnsrud erzählt seine Geschichte entlang zweier paralleler Handlungsstränge:

🔹 Liselott Benjamin und Martin Tong, Ermittler bei der Anti-Terror-Einheit, jagen verzweifelt Hinweise, um die drohende Katastrophe zu verhindern. Besonders spannend: Martin Tong ist ein ehemaliger Nachrichtendienstler, der reaktiviert wurde – ein stiller, komplexer Charakter mit einer undurchsichtigen Vergangenheit.

🔹 Jens Meidell, juristischer Berater und Sohn einer prominenten Politikerin, gerät unterdessen immer tiefer in die Machtspiele des Wahlkampfs. Wie weit wird er gehen, um die Partei an die Macht zu bringen? Kann man Demokratie noch mit schmutzigen Mitteln verteidigen – oder verrät man sie genau damit?

Realität trifft Fiktion – erschreckend nah

Was diesen Thriller so besonders macht, ist die Nähe zur Realität. Die beschriebenen Szenarien wirken nicht wie konstruierte Dramaturgie – sie sind jederzeit vorstellbar. Der Rechtsruck, manipulative Wahlkampfmethoden, gezielte Meinungsmache über soziale Medien – das alles erleben wir in Europa bereits in Ansätzen. Johnsrud gelingt es, diese Entwicklungen in eine fesselnde, beängstigende Geschichte zu gießen.

Dabei verzichtet der Autor bewusst auf private Nebenhandlungen. Die Ermittler bleiben eher im Hintergrund – ihre Persönlichkeiten blitzen nur punktuell durch. Das mag für manche Leser:innen gewöhnungsbedürftig sein, verstärkt aber den Fokus auf das politische und gesellschaftliche Spannungsfeld. Hier steht nicht die emotionale Reise der Figuren im Vordergrund, sondern der Wettlauf gegen eine bedrohliche Realität.

Kritikpunkte

So intensiv und bedrückend das Szenario auch ist – in der Ermittlungsarbeit selbst hakt es gelegentlich. Einige Schlussfolgerungen wirkten auf mich zu konstruiert, zu zufällig hergeleitet. Auch das Tempo des Romans schwankt: Manche Passagen zogen sich in die Länge, und ich musste mich stellenweise zum Weiterlesen überwinden. Gerade bei einem Thriller erwartet man ein konstant hohes Spannungslevel – hier ließ es zeitweise nach. Die Dynamik des Wahlkampfs hingegen – voller Zynismus, schmutziger Deals und skrupelloser Strategien – hat mich vollkommen überzeugt und über die Längen hinweggetragen.

„Echokammer“ ist ein intelligenter, politisch brisanter Thriller mit internationalem Flair. Wer Nordic Noir liebt, bekommt hier nicht nur düstere Atmosphäre, sondern einen Weckruf zwischen den Zeilen. Auch wenn die Figuren noch Entwicklungspotenzial haben, und sich einige Passagen als zäh erwiesen, ist der Auftakt vielversprechend – vor allem, weil der Epilog bereits einen neuen Fall anteasert. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

📖 Bewertung: 3/5 Sterne ⭐️ ⭐️⭐️

Spannend, politisch relevant, atmosphärisch – mit Längen in der Mitte und Schwächen bei der Figurenzeichnung. Trotzdem ein solider Reihenstart mit aktuellem Bezug.







„Gilded Wings“, von Jaymin Eve

Wenn Fantasy vom Spice verschluckt wird – und die Handlung leider im Schatten bleibt.

Ich muss ehrlich sagen: Ich mag Spice. Wirklich! Gut dosiert, sinnvoll eingebaut, mit einer Prise Spannung und einem Schuss Emotion – gerne! Aber Gilded Wings hat mich schlichtweg überfordert. Für mich war es eindeutig zu viel. So sehr, dass ich mich kaum noch an die eigentliche Handlung erinnern kann – weil der Fokus so stark auf der körperlichen Anziehung lag, dass alles andere zur Nebensache wurde.

Fantasy trifft auf Fae und… sehr viel Leidenschaft

Die Ausgangsidee klang eigentlich richtig spannend: Morgan, eine junge Frau, arbeitet in einer alten Bibliothek, stolpert über ein verbotenes Buch und landet plötzlich im Reich der Fae. Klingt nach Abenteuer, Magie und alten Geheimnissen. Doch leider wurde diese interessante Prämisse schnell von zu viel Spice und einem sehr unausgewogenen Erzähltempo überdeckt.

Spice statt Substanz

Bereits auf den ersten Seiten ging es ziemlich heiß her – und ehrlich gesagt: Ich war überrascht. Nicht, weil ich prüde bin, sondern weil ich mir mehr Story gewünscht hätte, bevor es in die Vollen geht. Vieles fühlte sich überhastet und unfokussiert an. Es war weniger “Knisterspannung”, sondern mehr ein “Moment mal – was passiert hier eigentlich?”.

Ich hatte große Schwierigkeiten, eine echte Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Morgan blieb für mich oft blass, teilweise sogar naiv. Ihre Entscheidungen wirkten nicht immer nachvollziehbar, und auch ihre Chemie zu den männlichen Protagonisten – besonders zu Drager – konnte mich emotional nicht überzeugen. Es war mehr ein „Oh nein, bitte nicht schon wieder“ statt „Oh wow, was für eine Szene“.

Charaktere, die mir nicht nah kamen

Drager – der geheimnisvolle Sonnengott – wirkte auf mich eher distanziert als faszinierend. Seine Präsenz war sprunghaft, sein Verhalten launisch, und ich habe es leider nicht geschafft, wirkliches Interesse an ihm zu entwickeln. Sein Bruder Zahak hatte für mich mehr Potenzial, blieb aber ebenfalls oberflächlich gezeichnet.

Morgan hätte eigentlich eine starke, moderne Heldin sein können, aber ihr Verhalten schwankte zwischen Schlagfertigkeit und Unreife – das machte es mir schwer, sie ernst zu nehmen oder mit ihr mitzufühlen.

Magie und Weltaufbau? Viel zu kurz gekommen.

Zwischen all dem Spice blitzten zwar interessante Fantasy-Elemente auf: die Fae-Welt, alte Magie, gefährliche Kreaturen – aber sie wurden oft nur angerissen. Gerade wenn es spannend wurde, rückte sofort wieder die Romanze (oder das, was als solche gedacht war) in den Vordergrund.

Mein Fazit:

Gilded Wings hatte viel Potenzial – das Setting, die Grundidee und der Fae-Mythos hätten eine faszinierende Romantasy ergeben können. Leider ging das alles in einer Flut aus Spice und Oberflächlichkeiten unter. Für Leser*innen, die genau das suchen – eine heiße, freche Fantasy mit viel körperlicher Anziehung – mag das Buch gut funktionieren. Für mich persönlich war es zu einseitig, zu wenig emotional greifbar und zu schnell zu viel.

Gut gemeinte 3 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️

Für die Grundidee, den Humor in einigen Szenen und die kreative Fantasywelt, die hoffentlich in den Folgebänden mehr Raum bekommt. Ich hoffe sehr, dass Band zwei stärker auf Charakterentwicklung und Weltenbau setzt – und dem Spice mehr Balance entgegenstellt.