Kennt ihr diese Bücher, über die plötzlich gefühlt jeder spricht?
Überall tauchen sie auf. In Stories, auf Bookstagram und BookTok liest man nur “Highlight!”, “Jahreshighlight!” oder sogar “Die Romantasy des Jahres!”. Genau so ging es mir mit „Kissed by the Gods“.
Und ich gebe zu: Irgendwann war meine Neugier einfach größer als mein SuB.
Ich wollte unbedingt wissen, ob das Buch den ganzen Hype wirklich verdient.
Und was soll ich sagen?
Ich wurde positiv überrascht.
Schon nach den ersten Seiten war ich mitten in der Geschichte. Caty Rogan schreibt unglaublich angenehm. Der Schreibstil liest sich flüssig, ist bildhaft und schafft es, dass man sich schnell in Selencia und die Welt der Götter hineinversetzen kann. Erzählt wird alles aus Leinas Sicht, wodurch man ihre Gedanken, ihre Zweifel und vor allem ihren tief verwurzelten Hass hautnah miterlebt.
Gerade Leina fand ich als Hauptfigur richtig spannend.
Sie ist keine perfekte Heldin, die immer alles richtig macht. Im Gegenteil. Ihre Vergangenheit hat sie geprägt und viele ihrer Entscheidungen werden von Wut und Schmerz beeinflusst. Genau das macht sie für mich so authentisch. Sie handelt nicht immer vernünftig, aber meistens konnte ich ihre Beweggründe nachvollziehen.
Und dann ist da natürlich Ryot.
Über ihn erfährt man lange Zeit erstaunlich wenig. Genau das hat dafür gesorgt, dass ich ständig mehr über ihn wissen wollte. Seine geheimnisvolle Art hat mir richtig gut gefallen. Allerdings ging mir die Entwicklung zwischen ihm und Leina stellenweise etwas zu schnell. Die Gefühle waren für mich da, bevor ich sie selbst richtig fühlen konnte. Ich hätte mir gewünscht, dass sich ihre Beziehung noch etwas langsamer entwickelt und man mehr Zeit bekommt, dieses Knistern gemeinsam mit den beiden aufzubauen.
Richtig begeistert hat mich dagegen die Welt.
Die göttlichen Elemente, die Magie und die ganze Atmosphäre haben etwas Eigenes. Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, eine völlig neue Welt zu entdecken. Genau solche Fantasywelten liebe ich. Man merkt, wie viel Herzblut in jedem Detail steckt, ohne dass man von endlosen Erklärungen erschlagen wird.
Ganz ohne Kritik kommt das Buch für mich trotzdem nicht aus.
Zwischendurch gab es immer wieder Abschnitte, in denen das Tempo etwas nachgelassen hat. Die Geschichte nimmt sich Zeit, ihre Welt und ihre Figuren zu entwickeln, was ich grundsätzlich mag. An manchen Stellen hätte ich mir aber gewünscht, dass die Handlung etwas schneller voranschreitet. Dadurch wurde ich immer mal wieder ein kleines bisschen aus meinem Lesefluss gerissen.
Trotzdem überwogen für mich ganz klar die positiven Eindrücke.
Je weiter ich gelesen habe, desto mehr wollte ich wissen, welche Geheimnisse diese Welt noch bereithält. Die Mischung aus Göttern, Magie, Schicksal und den vielen offenen Fragen hat dafür gesorgt, dass ich immer neugieriger wurde.
Ist „Kissed by the Gods“ für mich das Jahreshighlight, von dem überall gesprochen wird?
Nein.
Aber muss es das überhaupt?
Für mich war es einfach ein richtig starker Romantasy-Auftakt, der mich mit seiner besonderen Welt, einer spannenden Heldin und vielen offenen Fragen absolut überrascht hat. Manchmal muss ein Buch gar kein Highlight sein, um einen nachhaltig zu begeistern.
Und genau das hat „Kissed by the Gods“ bei mir geschafft.
🖤 4,5 von 5 Herzen
