Es gibt einfach Wörter auf einem Buchcover, bei denen ich sofort schwach werde.
Lucifer gehört definitiv dazu.
Ganz ehrlich? Steht irgendwo Lucifer, Teufel oder Dämonen, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch, dass dieses Buch früher oder später bei mir einzieht. Ich liebe Geschichten, die mit Himmel, Hölle, Dämonen und moralischen Grauzonen spielen. Deshalb war für mich sofort klar, dass ich „Lucifer Ascending“ lesen muss.
Und was soll ich sagen?
Ich habe das Buch verschlungen.
Schon bevor ich überhaupt die erste Seite gelesen hatte, war ich völlig verliebt in die Gestaltung. Das Cover ist einfach wunderschön. Edel, düster und genau so geheimnisvoll, dass man es ständig anschauen möchte. Für mich gehört es definitiv zu den schönsten Covern dieses Jahres.
Zum Glück konnte der Inhalt da absolut mithalten.
Marie Niehoff hat einen Schreibstil, der mich vom ersten Kapitel an komplett abgeholt hat. Bildhaft, emotional und unglaublich mitreißend. Die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man sich versieht, ist man mitten in dieser düsteren Welt aus Dämonenjägern, Intrigen und uralten Mächten angekommen.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt wird.
Dadurch bekommt man nicht nur einen viel besseren Einblick in die Figuren, sondern erlebt auch ihre Gedanken und Gefühle viel intensiver. Gerade bei einer Geschichte, in der Vertrauen, Verrat und verbotene Gefühle eine so große Rolle spielen, macht das unglaublich viel aus.
Lilian mochte ich sofort.
Sie ist alles andere als die klassische Heldin. Sie musste ihr ganzes Leben dafür kämpfen, akzeptiert zu werden, und wird trotzdem von vielen Menschen nur wegen ihrer Herkunft verurteilt. Gerade diese ständige Zerrissenheit zwischen dem Wunsch dazuzugehören und dem Wissen, niemals wirklich akzeptiert zu werden, hat sie für mich unglaublich greifbar gemacht.
Sie ist schlagfertig, mutig und lässt sich nicht so leicht unterkriegen.
Aber gleichzeitig merkt man immer wieder, wie verletzlich sie eigentlich ist.
Genau diese Mischung hat dafür gesorgt, dass ich unglaublich gerne mit ihr durch die Geschichte gegangen bin.
Und dann…
Dann gibt es Jupiter.
Ich mochte ihn wirklich unglaublich gern.
Er ist aufmerksam, loyal und würde alles für die Menschen tun, die er liebt. Seine Gefühle für Lilian spürt man praktisch von der ersten gemeinsamen Szene an und genau deshalb haben mich viele seiner Entscheidungen emotional richtig getroffen.
Doch dann kommt Lucifer ins Spiel.
Und plötzlich wird aus einer ohnehin schon spannenden Geschichte etwas völlig anderes.
Ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass Marie Niehoff diesen Spagat so gut hinbekommt. Jupiter und Lucifer könnten unterschiedlicher kaum sein und trotzdem haben beide eine ganz eigene Anziehungskraft.
Lucifer ist gefährlich.
Manipulativ.
Skrupellos.
Und trotzdem steckt unter all dieser Dunkelheit etwas, das man nie ganz greifen kann.
Immer wieder gab es Momente, in denen ich mich dabei ertappt habe, ihn verstehen zu wollen, obwohl ich genau wusste, dass ich das wahrscheinlich gar nicht sollte.
Genau diese moralischen Grauzonen liebe ich.
Man weiß nie so richtig, ob man jemanden hassen oder doch heimlich mögen soll.
Und genau das macht Lucifer zu einer unglaublich faszinierenden Figur.
Auch die Nebencharaktere haben mir richtig gut gefallen.
Vor allem Tarik ist mir schnell ans Herz gewachsen. Er war einer der wenigen Menschen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass seine Loyalität wirklich ehrlich ist. Umso mehr haben mich einige Entwicklungen später getroffen.
Mein heimlicher Liebling war allerdings Alister.
Ich hätte niemals gedacht, dass ausgerechnet eine Krähe so viel Persönlichkeit haben könnte. Mit jeder Szene wurde sie interessanter und irgendwann habe ich mich tatsächlich jedes Mal gefreut, wenn sie wieder aufgetaucht ist.
Was mich aber am meisten begeistert hat, war die Atmosphäre.
Edinburgh passt einfach perfekt zu dieser Geschichte.
Die alten Gassen, die düstere Stimmung und die Geheimnisse, die scheinbar hinter jeder Ecke lauern, haben perfekt zu der Handlung gepasst. Zusammen mit den Dämonen, dem Orden und den vielen übernatürlichen Elementen entsteht eine Welt, aus der ich überhaupt nicht mehr auftauchen wollte.
Und dann diese Spannung…
Kaum hatte ich das Gefühl, zu wissen, wohin die Geschichte geht, kam schon die nächste Wendung.
Immer wieder wurden Erwartungen komplett über den Haufen geworfen und ich saß mehrfach einfach nur sprachlos da.
Vor allem die Dynamik zwischen Lilian, Jupiter und Lucifer hat mich komplett in ihren Bann gezogen.
Die Gefühle.
Die Anziehung.
Die inneren Konflikte.
Alles wirkte unglaublich intensiv und hat mich emotional komplett mitgerissen.
Je weiter ich gelesen habe, desto weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen.
Und dann kam dieses Ende.
Ich saß wirklich da und habe einfach nur auf die letzte Seite gestarrt.
Wie bitte soll ich nach DIESEM Cliffhanger jetzt auf die Fortsetzung warten?
Ich brauche Antworten.
Ich muss wissen, wie es weitergeht.
Und ich habe ehrlich gesagt ein bisschen Angst davor, was Marie Niehoff mit diesen Figuren noch vorhat.
Für mich war „Lucifer Ascending – One Sinful Secret“ eine der größten Überraschungen des Jahres. Ich bin mit einer gewissen Neugier gestartet und habe eine Geschichte bekommen, die mich komplett mitgerissen hat. Düster, emotional, voller überraschender Wendungen und mit Figuren, die man so schnell nicht wieder vergisst.
Wenn ihr Geschichten mit Dämonen, moralisch grauen Figuren, verbotenen Gefühlen und einer ordentlichen Portion Spannung liebt, dann solltet ihr euch dieses Buch unbedingt anschauen.
Ich jedenfalls fiebere der Fortsetzung schon jetzt entgegen.
🖤 5 von 5 Herzen
