Fakten über mich…

Manche Menschen sammeln Briefmarken.

Ich sammle Bücher. Und zwar in einem Ausmaß, bei dem selbst meine Regale langsam anfangen, mich besorgt anzuschauen.

Eigentlich wollte ich ja nur ein Buch kaufen. Wirklich. Ich bin mit den besten Vorsätzen in die Buchhandlung gegangen. Zielstrebig. Vernünftig. Erwachsen.
Und plötzlich stand ich dreißig Minuten später mit einem Stapel Fantasyromane, einem Thriller, zwei Special Editions „weil der Farbschnitt schön ist“ und einem weiteren Buch für meinen SUB da.
Für alle, die nicht in dieser Welt leben: SUB bedeutet „Stapel ungelesener Bücher“.
Für uns Leseratten bedeutet es allerdings eher: emotionale Sicherheitsreserve.

Ich liebe Bücher nicht einfach nur.

Ich lebe zwischen ihnen.
Zwischen Seiten voller Magie, Herzschmerz, Drachen, Geheimnisse, morally grey Männern und Heldinnen, die stärker sind als mein Wille, keine neuen Bücher mehr zu kaufen.

Mein Kopf besteht gefühlt zu 80 % aus Geschichten, 15 % aus Kaffee und die restlichen 5 % sind pures Chaos mit Glitzer.

Und ja — ich bin organisiert.
Zumindest äußerlich.
Innerlich herrscht ein kreativer Sturm aus Plotideen, To-do-Listen, spontanen Lebensplänen und der Frage, warum ich um 2 Uhr nachts plötzlich denke:
„Vielleicht sollte ich doch noch schnell ein neues Bücherregal bestellen.“

Lesen ist für mich kein Hobby.

Lesen ist Therapie. Flucht. Zuhause. Abenteuer.
Es gibt Tage, da reichen ein Kaffee, eine Decke und ein gutes Buch aus, um die Welt wieder ein kleines bisschen leiser zu machen.

Natürlich rede ich mir ständig ein, ich würde erst meinen SUB abbauen, bevor neue Bücher einziehen.
Diese Lüge hält ungefähr so lange, bis ich TikTok öffne, durch Bookstagram scrolle oder irgendwo den Satz lese:
„Wenn dir ACOTAR gefallen hat, musst du unbedingt dieses Buch lesen.“

Muss ich?
Ja. Offenbar schon.

Und dann stehe ich wieder da.
Mit leuchtenden Augen.
Mit zu wenig Platz im Regal.
Mit zu vielen offenen Tabs.
Und mit einem weiteren Paket auf dem Weg zu mir.

Aber ganz ehrlich?
Es gibt schlimmere Süchte.

Denn zwischen all dem Chaos, den Kaffeeflecken auf meinen Notizen, den zerlesenen Seiten, den spontanen Mitternachtsideen und den Bücherstapeln finde ich immer wieder kleine Welten, die mich retten.

Vielleicht bin ich also nicht chaotisch.
Vielleicht bin ich einfach nur ein Mensch mit zu vielen Geschichten im Herzen.

Und während andere Menschen schlafen, sitze ich wahrscheinlich irgendwo mit einem Buch auf dem Sofa und sage zum fünften Mal:

„Nur noch ein Kapitel.“

Wir alle wissen:
Das ist die größte Leserlüge überhaupt.