„The Exes“ von Leodora Darlington

Manchmal gibt es Bücher, bei denen man schon nach wenigen Seiten merkt: Das hier wird entweder genial oder komplett drüber. 😅 Genau dieses Gefühl hatte ich bei „The Exes“ von Leodora Darlington.

Die Grundidee klang für mich erst einmal unglaublich spannend: Eine Frau, deren Ex-Freunde alle tot sind. Zufällig natürlich. Oder eben auch nicht. Dazu ein Psychothriller über Liebe, weibliche Rache und dunkle Abgründe – eigentlich genau mein Ding.

Und anfangs hatte das Buch mich auch wirklich.

Die Atmosphäre ist direkt unangenehm, düster und voller unterschwelliger Spannung. Man merkt schnell, dass mit Natalie irgendetwas nicht stimmt. Gleichzeitig bleibt lange offen, ob sie tatsächlich gefährlich ist oder ob man ihr vielleicht komplett unrecht tut.

Genau dieses Spiel mit Misstrauen und Wahrnehmung fand ich zunächst richtig stark.

Allerdings wurde das Buch für mich mit jeder Wendung chaotischer.

Was als psychologischer Thriller beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem Verwirrspiel voller neuer Enthüllungen, Verdächtiger und Theorien. Ständig musste ich alles wieder hinterfragen – was grundsätzlich nichts Schlechtes ist. Aber irgendwann wurde es für mich einfach zu viel.

Es stapeln sich tote Exfreunde, Geheimnisse und potenzielle Täter so sehr übereinander, dass die Geschichte für mich zunehmend an Glaubwürdigkeit verloren hat. Irgendwann wirkte vieles eher absurd als spannend.

Mein größtes Problem war allerdings Natalie selbst.

Sie ist ganz klar als unlikable Character angelegt: distanziert, moralisch fragwürdig und emotional schwer greifbar. Ich verstehe absolut, warum genau das für viele Leser*innen reizvoll ist – aber ich habe dabei wieder gemerkt, dass ich persönlich einfach schwer Zugang zu Geschichten finde, wenn ich überhaupt keine emotionale Verbindung zur Hauptfigur aufbauen kann.

Dadurch blieb für mich vieles auf Distanz.

Ich habe die Spannungsidee gesehen, ich habe auch verstanden, was das Buch erzählen wollte – aber emotional hat es mich leider nie wirklich erreicht.

Trotzdem glaube ich, dass das Buch definitiv seine Zielgruppe finden wird. Wer psychologische Thriller mit unzuverlässigen Figuren, vielen Twists und bewusst unangenehmen Charakteren liebt, könnte hier richtig gut unterhalten werden.

Für mich persönlich hat die Geschichte leider nicht funktioniert.

Schade, denn die Grundidee hatte wirklich Potenzial.

2,5 von 5 Sternen ⭐️