„Kingdom of the Black Crescent – Lure of Death“ von Lexy v. Golden

Kennt ihr das, wenn ihr einen Reihenauftakt wirklich liebt, euch monatelang auf die Fortsetzung freut – und dann sitzt ihr nach dem Lesen da und denkt einfach nur: Was ist hier passiert? 🥲

Genau so ging es mir mit „Kingdom of the Black Crescent – Lure of Death“ von Lexy v. Golden.

Und glaubt mir:
Das hier zu schreiben fällt mir wirklich nicht leicht.

Denn ich mochte den ersten Band unglaublich gern. Klar, die Geschichte war nicht komplett neu erfunden, aber sie hatte etwas Eigenes. Die Atmosphäre war düster, spannend und geheimnisvoll, die Dynamiken haben funktioniert und ich bin damals regelrecht durch die Seiten geflogen.

Vor allem mochte ich, dass der Fokus stärker auf Spannung und Story lag und nicht permanent auf Spice – was für die Autorin eher untypisch war. Genau das hat die Geschichte für mich so besonders gemacht.

Und natürlich endete Band eins mit einem dieser Cliffhanger, bei denen man sofort weiterlesen möchte.

Die Erwartungen an Band zwei waren also ziemlich hoch. Vielleicht sogar zu hoch.

Denn leider konnte mich die Fortsetzung überhaupt nicht mehr so packen wie der Auftakt.

Dabei beginnt die Geschichte eigentlich mit einer spannenden Ausgangslage. Kaythara wurde entführt, politische Spannungen eskalieren, tödliche Wettkämpfe stehen bevor und mitten in diesem Chaos muss sie Entscheidungen treffen, die nicht nur ihr eigenes Leben beeinflussen, sondern ganze Reiche.

Eigentlich perfektes Material für eine intensive Fantasy-Fortsetzung.

Aber genau hier begannen für mich die Probleme.

Ich hatte während des Lesens immer wieder das Gefühl, dass die Geschichte ihre eigene Grundlage aus Band eins teilweise vergessen hat. Es gab mehrere Momente, die sich widersprüchlich anfühlten oder nicht mehr ganz zu dem passten, was vorher aufgebaut wurde.

Dadurch entstand leider oft Verwirrung statt Spannung.

Gerade bei den Figuren hatte ich das Gefühl, dass Entwicklungen plötzlich anders dargestellt wurden oder Dynamiken nicht mehr dieselbe Intensität hatten wie zuvor.

Und das war für mich besonders schade, weil genau die Charaktere im ersten Band einer der größten Pluspunkte waren.

Auch emotional konnte mich die Geschichte diesmal deutlich weniger erreichen. Während Band eins trotz aller düsteren Elemente viele intensive Momente hatte, fehlte mir hier oft genau dieses Gefühl. Vieles wirkte eher wie ein Abarbeiten von Handlungspunkten als wie eine organische Entwicklung.

Dazu kamen einige Aspekte, die mich leider stark an andere bekannte Geschichten erinnert haben.

Teilweise fühlte sich das Ganze stellenweise wie eine Mischung aus Die Tribute von Panem und Twilight an – allerdings ohne wirklich etwas Eigenes daraus zu machen. Gerade die Wettkampf-Thematik und manche Dynamiken wirkten für mich zu vertraut.

Und obwohl die Geschichte eigentlich voller Konflikte, Intrigen und emotionaler Entscheidungen steckt, blieb vieles erstaunlich oberflächlich.

Was mich zusätzlich gestört hat, waren die vielen kleinen Unstimmigkeiten innerhalb der Handlung. Immer wieder gab es Momente, in denen ich kurz innehalten musste, weil etwas nicht logisch wirkte oder sich widersprochen hat.

Dadurch wurde ich leider immer wieder aus der Geschichte herausgerissen.

Trotzdem möchte ich auch sagen: Der Schreibstil liest sich weiterhin angenehm flüssig. Man kommt grundsätzlich schnell durch das Buch und einzelne Szenen oder Ideen hatten definitiv Potenzial.

Vielleicht liegt ein Teil meiner Enttäuschung auch einfach daran, wie sehr mich der erste Band überrascht hatte. Denn genau deshalb waren meine Erwartungen an die Fortsetzung vermutlich besonders hoch.

Und gerade deswegen fiel der Unterschied für mich umso stärker auf.

Ich bin nach wie vor ein großer Fan der Autorin und mag besonders ihre Dark-Romance-Bücher wirklich gern. Umso mehr hätte ich mir gewünscht, dass diese Dilogie für mich genauso stark endet, wie sie begonnen hat.

Leider war das für mich diesmal nicht der Fall.

Deshalb bleiben für „Lure of Death“ am Ende leider nur gut gemeinte 3 von 5 Sternen ⭐️