„Gilded Ruin – Gods of New Olympia“

 Es gibt Autorinnen, bei denen man irgendwann gar nicht mehr überlegen muss, ob man ihr neues Buch lesen möchte. Man greift einfach zu – weil man weiß, dass es einen packen wird. Genau so ist es für mich inzwischen bei Emily Bähr.

Mit „Gilded Ruin – Gods of New Olympia“ hat sie für mich wieder genau das geliefert, was ich mir erhofft habe – und vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Schon optisch ist das Buch ein absoluter Hingucker. Das Cover greift die griechische Mythologie perfekt auf und hat mich direkt angesprochen. Zusammen mit dem Farbschnitt ergibt sich ein Gesamtbild, das einfach Lust macht, die Geschichte aufzuschlagen und einzutauchen.

Und genau das habe ich getan – und war sofort drin.

Die Idee, die Götter der griechischen Mythologie in eine moderne, von Macht und Ungleichheit geprägte Welt zu setzen, fand ich unglaublich spannend. New Olympia ist dabei nicht nur eine schillernde Metropole der Reichen und Mächtigen, sondern zeigt auch ganz deutlich ihre Schattenseiten. Hinter all dem Glanz verbirgt sich eine Welt voller Armut, Ungerechtigkeit und brutaler Hierarchien.

Im Zentrum steht Briar.

Und ich habe sie wirklich gefeiert.

Sie ist stark, entschlossen und wird von einem klaren Ziel angetrieben: Rache. Nach dem Verlust ihrer Familie hat sie nichts mehr zu verlieren und setzt alles daran, die mächtigsten Götter zu Fall zu bringen. Diese kompromisslose Haltung, diese Wut, diese Entschlossenheit – das hat sie für mich zu einer unglaublich greifbaren und gleichzeitig beeindruckenden Protagonistin gemacht.

Dann ist da Phobos.

Und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ich ihn so sehr mögen würde.

Am Anfang ist er schwer einzuordnen, fast schon irritierend in seiner Art – und genau das macht ihn so spannend. Man braucht ein wenig Zeit, um hinter seine Fassade zu blicken, aber wenn man ihn einmal versteht, entfaltet er eine Tiefe, die mich wirklich überrascht hat.

Die Dynamik zwischen Briar und Phobos hat mir richtig gut gefallen.

Sie entwickelt sich in einem angenehmen Tempo, wirkt nie überstürzt und passt sehr gut zu den Figuren. Gleichzeitig bringt die Geschichte auch eine gewisse Würze mit – ohne dabei übertrieben zu wirken. Es fügt sich einfach stimmig in die Entwicklung der beiden ein.

Was mich ebenfalls begeistert hat, ist der Humor.

Gerade Figuren wie Hermes sorgen immer wieder für lockere, unterhaltsame Momente, die einen beim Lesen schmunzeln lassen und einen schönen Kontrast zur ansonsten eher düsteren Grundstimmung bilden.

Auch das Worldbuilding hat mich überzeugt.

Die Verbindung aus moderner Welt und mythologischen Elementen funktioniert hier richtig gut. Die Strukturen dieser Gesellschaft, die Machtverhältnisse und die Rolle der Götter sind spannend ausgearbeitet und geben der Geschichte eine tolle Tiefe.

Und dann dieser Plot…

Ich habe es schon fast erwartet – und wurde trotzdem überrascht.

Emily Bähr schafft es einfach immer wieder, Wendungen einzubauen, die man so nicht kommen sieht. Genau das liebe ich an ihren Geschichten. Dieses Gefühl, ständig mitzurätseln und am Ende doch nochmal überrascht zu werden.

Das Ende hat mich dann komplett abgeholt.

Offene Fragen, neue Entwicklungen – und dieser starke Drang, sofort weiterlesen zu wollen.

Ich brauche Band zwei. Wirklich.

„Gilded Ruin – Gods of New Olympia“ ist ein spannender, atmosphärischer Auftakt mit starken Charakteren, einem faszinierenden Setting und genau der richtigen Mischung aus Emotion, Spannung und Humor.

Für mich eine klare Leseempfehlung – besonders für alle, die griechische Mythologie in einem modernen Setting lieben.

4,5 von 5 Sternen ⭐️ Und jetzt heißt es: sehnsüchtig auf Band zwei warten.