Tschüss 2025 – du warst … wild. Wirklich wild.

Ein Jahr voller Geschichten, zwischen Buchseiten und echtem Leben. Ich habe so unfassbar viele großartige Bücher gelesen, bin in Welten abgetaucht, habe mit Figuren gelitten, geliebt, gehofft. Und währenddessen hat sich auch außerhalb der Seiten so viel verändert.

Ich habe mich verändert. Ein neues Tattoo, die Hälfte meiner Haare ist ab, ich habe wieder angefangen zu arbeiten. Wir mussten Abschied nehmen von unserem geliebten Moritz – ein Verlust, der weh tut und bleibt. Und trotzdem: Wir sind noch hier. Stehend. Atmend. Weitermachend.

Zwischendurch habe ich mich selbst ein Stück verloren. Lesen war plötzlich kein Rückzugsort mehr, sondern ein Muss. Bookstagram, eigentlich mein Jungbrunnen, meine Entspannung, meine Passion, fühlte sich zeitweise schwer an. Austausch wurde Druck, Freude wurde Pflicht. Und das tat weh – gerade weil mir all das so viel bedeutet.

Aber dann kam dieser Moment. Still, leise, unspektakulär. Und plötzlich war der Nebel weg. Als hätte jemand nach Monaten den Vorhang aufgezogen. Die Liebe zu Büchern war wieder da. Echt. Unkompliziert. Genau so, wie sie sein soll.

Und deshalb blicke ich voller Vorfreude auf 2026. Mit Respekt vor dem, was war. Mit Dankbarkeit für alles, was geblieben ist. Und mit Hoffnung auf alles, was kommt.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch. Kommt gut ins neue Jahr, passt auf euch auf, feiert schön – oder macht es euch leise und gemütlich, ganz wie ihr es braucht.

Bis im nächsten Jahr. 💫📚


Top 12 aus 2025 - Fantasy

Das Jahr neigt sich dem Ende zu – und nachdem wir uns bereits durch meine spannendsten Thriller-, Horror- und Krimimomente gearbeitet haben, wird es Zeit für die andere große Liebe meines Lesejahres: Fantasy.

Oder besser gesagt: für all die Welten, in denen ich Drachen geritten bin, Schwerter gezogen habe, Magie gespürt und mehr als einmal mein Herz verloren habe.

Fantasy war in diesem Jahr kein bloßer Eskapismus für mich. Es war Zuflucht, Abenteuer, Herzschlag. Es waren Geschichten, die mich nachts wachgehalten haben, weil „nur noch ein Kapitel“ einfach nie funktioniert hat. Geschichten, die mich wütend, hoffnungsvoll, verliebt und manchmal auch völlig zerstört zurückgelassen haben.

Zwölf Bücher herauszupicken war alles andere als leicht – aber diese hier haben mich besonders tief erwischt.

House of Zodiac – Nicole Böhm

Astrologie als Machtinstrument, politische Intrigen und Figuren, denen man nie ganz trauen kann. Düster, komplex und emotional aufgeladen – eine Welt, in der Sterne über Leben und Tod entscheiden.

The Serpent and the Wolf – Rebecca Robinson

Roh, intensiv und von einer unterschwelligen Brutalität getragen. Macht, Loyalität und moralische Grauzonen stehen hier im Mittelpunkt – nichts ist eindeutig, und genau das macht es so fesselnd.

Onyx Storm – Rebecca Yarros

Emotionale Wucht trifft auf epische Fantasy. Drachen, Krieg und Entscheidungen, die alles kosten können. Ein Buch, das gleichermaßen Herz und Nerven strapaziert.

Kingdom of the Black Crescent – Lexy v. Golden

Dunkel, magisch und voller innerer Konflikte. Eine Geschichte über Zugehörigkeit, Schuld und die Frage, was man bereit ist zu opfern, um zu überleben.

Blood over Bright Haven – M. L. Wang

Eines der intensivsten Bücher meines Jahres. Brutal ehrlich, gesellschaftskritisch und emotional gnadenlos. Keine leichte Kost, aber unglaublich eindrucksvoll.

The Blackened Blade – Isla Davon

Magie, Schmerz und eine Heldin, die kämpfen muss – gegen andere und gegen sich selbst. Düster, atmosphärisch und mit einer spürbaren inneren Spannung.

QuickSilver – Callie Hart

Fae, Machtspiele und Emotionen, die brennen. Eine Geschichte, die gefährlich, leidenschaftlich und überraschend verletzlich ist.

Chosen – Emily Bähr

Klassische Fantasy-Elemente treffen auf starke Figurenentwicklung. Mut, Bestimmung und der lange Weg zu sich selbst stehen hier im Fokus.

Trial of the Sun Queen – Nisha J. Tuli

Prüfungen, Intrigen und eine Heldin, die wächst, während alles um sie herum versucht, sie zu brechen. Spannend, emotional und absolut süchtig machend.

The Wind Weaver – Julie Johnson

Leiser, poetischer Fantasyzauber. Magie, Naturverbundenheit und eine Geschichte, die sich sanft entfaltet und lange nachhallt.

Die Sprache der Drachen – S. F. Williamson

Ein absolutes Herzensbuch. Drachen, Sprache und eine Atmosphäre, die gleichermaßen magisch und melancholisch ist. Wunderschön erzählt.

Throne of Glass – Erbin des Feuers – Sarah J. Maas

Ein Band, der alles verändert. Charakterentwicklung auf höchstem Niveau, Schmerz, Stärke und der Beginn einer Heldin, die ihren Namen verdient.

Gott, was für Bücher.

Jedes einzelne davon hat mich für Stunden aus der Realität gezogen und in eine andere Welt geworfen – manche brutal, manche wunderschön, manche beides zugleich.

Jetzt bin ich neugierig:

Was waren eure Highlights aus Fantasy, Romantasy oder Dark Romance in diesem Jahr?

Welche Geschichten haben euch nicht mehr losgelassen?


Spannungsmomente 2025

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, morgen ist Silvester – und ich frage mich ehrlich: Wann ist das eigentlich passiert? Gefühlt habe ich gerade erst die ersten Bücher des Jahres aufgeschlagen, und plötzlich stehen wir schon wieder am letzten Kapitel von 2025. Zeit ist ein seltsames Ding. Sie rast, stolpert, bleibt manchmal stehen – und am Ende bleibt vor allem eines: das, was uns begleitet hat. Für mich ganz klar: Geschichten. Viele Geschichten. Gelesen, gehört, verschlungen.

Zeit also für ein erstes, ganz persönliches Resümee.

Und wenn ich auf mein Lesejahr zurückblicke, dann war es vor allem eines: intensiv. Ich habe mich durch düstere Abgründe gelesen, durch eiskalte Landschaften gehört, habe Täter verfolgt, Opfer begleitet und Ermittler*innen durch ihre dunkelsten Stunden begleitet. Thriller, Horror und Krimis waren dieses Jahr mein emotionales Zuhause – genau dort, wo es wehtut, wo Spannung entsteht, wo man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Aus all diesen Momenten habe ich meine Top 12 der Spannungsmomente zusammengestellt. Zwölf Bücher, die mich nicht nur unterhalten, sondern wirklich beschäftigt haben. Bücher, die hängen geblieben sind – im Kopf, im Bauch, manchmal auch im Herzen.

Narbensommer – Chris Dominik

Roh, unbequem und emotional fordernd. Ein Thriller, der nicht auf Effekte setzt, sondern auf Nachhall.

Der Puppenwald – Saskia Calden

Atmosphärisch dicht, beklemmend und leise grausam. Ein Buch, das sich langsam festsetzt.

Kummersee – Iver Niklas Schwarz

Dunkel, melancholisch und psychologisch stark. Perfekt für alle, die Spannung mit Tiefe mögen.

Kalt und still – Viveca Sten

Skandinavische Kälte in Reinform. Ruhig erzählt, aber gnadenlos in seiner Wirkung.

Das Haus des Exorzisten – Nick Roberts

Horror, der nicht auf billige Schocks setzt, sondern auf Atmosphäre und innere Zerrissenheit.

Slewfoot – Brom

Ungewöhnlich, düster, fast schon märchenhaft – und dabei so verdammt verstörend.

Frag nach Andrea – Noelle W. Ihli

Ein psychologischer Thriller, der unter die Haut geht und Fragen hinterlässt, die man nicht so schnell abschüttelt.

Der Kuckucksjunge – Søren Sveistrup

Ein Pageturner, der keine Gnade kennt. Hochspannung auf fast 700 Seiten – und jede davon lohnt sich.

Knochenkälte – Simon Beckett

Ein echtes Highlight. Düster, intelligent, langsam eskalierend und unglaublich intensiv.

Himmelerdenblau – Romy Hausmann

Unfassbar atmosphärisch und emotional. Ein Thriller, der lange nachhallt.

Verstummte Narben – Catherine Shepherd

Eiskalt, spannend und für mich einer der stärksten Bände der Reihe.

Das Hexenmädchen – Max Bentow

Hart, intensiv und psychologisch stark. Ein Thriller, der keine halben Sachen macht.

Diese zwölf Bücher stehen stellvertretend für all die Momente, in denen ich das Licht länger angelassen habe, weil mir das Herz klopfte. Für Nächte, in denen ich „nur noch ein Kapitel“ gelesen habe – und plötzlich war es drei Uhr morgens. Für Gänsehaut, Kloß im Hals und dieses ganz besondere Gefühl, wenn ein Buch genau das mit einem macht, was es soll.

Alle zwölf kann ich euch uneingeschränkt weiterempfehlen. Jedes auf seine eigene Art. Jedes mit einer ganz eigenen Stimme. Und jedes ein Beweis dafür, wie vielfältig und stark Spannungsliteratur sein kann.

Jetzt seid ihr dran:

Habt ihr eines dieser Bücher schon gelesen? Steht vielleicht eines auf eurer Wunschliste? Und welches war euer persönliches Highlight dieses Jahr?

Ich bin gespannt auf euren Jahresrückblick – und freue mich schon auf all die Geschichten, die 2026 für uns bereithält.


Der Kuckucksjunge

Wenn es ein Buch gibt, das ich nicht nur gelesen, sondern regelrecht gelebt habe, dann war es Der Kastanienmann. Buch, Serie – beides hat mich komplett abgeholt. Umso klarer war für mich: Das neue Buch von Søren Sveistrup muss gelesen werden. Ohne Wenn und Aber.

Auch wenn Der Kuckucksjunge nicht als direkte Fortsetzung vermarktet wird, fühlt es sich doch wie ein Wiedersehen an. Gleiche Mordkommission, bekannte Figuren, vertraute Atmosphäre – und gleichzeitig eine neue, eigenständige Geschichte, die problemlos für sich stehen kann. Aber eben mit genau diesem düsteren Sveistrup-Vibe, der mich schon beim Kastanienmann nicht mehr losgelassen hat.

Wenn ein Satz reicht, um Gänsehaut auszulösen

„Hab dich.“

Mehr braucht es nicht. Diese Worte sind die letzte Nachricht auf dem Handy von Silje Thomsen, bevor sie an einem grauen Februartag in Kopenhagen verschwindet. Für Kommissarin Naia Thulin schrillen sofort alle Alarmglocken – denn exakt dieselbe Nachricht erhielt eine junge Frau kurz vor ihrem Mord. Zufall? Ganz sicher nicht.

Widerwillig muss Naia erneut mit Mark Hess zusammenarbeiten. Nach den Ereignissen rund um den Kastanienmann wollte sie ihm eigentlich nie wieder begegnen. Doch während alte Spannungen noch ungelöst im Raum stehen, überschlagen sich die Ereignisse: Eine grausam zugerichtete Frauenleiche, ein weiterer Vermisstenfall – und wieder diese zwei Worte.

Hab dich.

Ab diesem Punkt war ich verloren.

Hochspannung auf fast 700 Seiten – ohne eine einzige Durststrecke

Sveistrup schafft etwas, das nur wenige Autoren beherrschen: Er hält die Spannung über hunderte Seiten konstant hoch. Kein Leerlauf, kein unnötiges Ausschmücken, kein Kapitel, das man „nur schnell hinter sich bringen“ möchte. Im Gegenteil – ich hatte permanent das Gefühl, getrieben zu werden. Von der Geschichte. Von der Bedrohung. Von dieser unterschwelligen Angst, die sich leise, aber gnadenlos festsetzt.

Die Perspektiven wechseln klug zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Ermittlungsarbeit und Opferblickwinkeln. Gerade Letzteres hat mich extrem mitgenommen. Die Angst, die Panik, dieses Gefühl, beobachtet zu werden – das ist so intensiv beschrieben, dass es fast körperlich weh tut. Stalking als Albtraum, psychologisch durchdacht und erschreckend real.

Ja, ich hatte relativ früh eine Vermutung. Und ja, sie war richtig.

Aber: Das hat der Spannung keinen einzigen Millimeter genommen. Weil es hier nicht nur um das Wer geht, sondern um das Wie, Warum – und vor allem um den Weg dorthin

Figuren, Dynamik, Atmosphäre – alles greift ineinander

Naia Thulin und Mark Hess tragen diese Geschichte. Ihre Dynamik ist angespannt, rau, emotional aufgeladen – und genau deshalb so glaubwürdig. Alte Konflikte stehen unausgesprochen zwischen ihnen, während sie gleichzeitig gezwungen sind, perfekt zusammenzuarbeiten. Diese Reibung verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe.

Die Ermittlungen sind detailreich, düster und kompromisslos. Verfolgungsjagden, falsche Fährten, emotionale Konflikte – alles fügt sich zu einem beklemmenden Gesamtbild zusammen. Ich hatte mehrfach das Gefühl, selbst verfolgt zu werden. Als müsste ich mich beim Lesen umdrehen.

Und dann dieses Finale.

Der Showdown in der verschneiten, eisigen Sommerhaussiedlung am See war purer Nervenkitzel. Kalt, brutal, atemlos. Ich habe die Seiten verschlungen, während mein Puls gefühlt immer schneller wurde.

Der Kuckucksjunge ist ein psychologisch ausgefeilter, komplexer Thriller, der genau das liefert, was ich mir erhofft habe – und mehr. Er ist hart, intensiv, beängstigend nah an der Realität und unfassbar gut geschrieben.

Für mich ist dieses Buch ein absolutes Highlight und der Beweis, dass Søren Sveistrup zu den ganz Großen des Genres gehört.

Ein Thriller, der nicht nur spannend ist, sondern sich festsetzt. Im Kopf. Unter der Haut.

⭐ 5 von 5 Sternen

Uneingeschränkte Leseempfehlung.


Leave Me Behind von K. M. Moronova

Manchmal reicht ein einziger Satz, eine einzige Empfehlung, und ein Buch landet gedanklich sofort ganz oben auf der Wunschliste. Genau so ging es mir, als ich bei der lieben Bloggerin @janettgemeintebuchtipps über Leave Me Behind gestolpert bin. Ich wusste sofort: Das will ich lesen. Und als ich dann auch noch gesehen habe, dass das E-Book bei PocketBook im Angebot war, gab es kein Zurück mehr. Ein Klick – und ich war drin.

Leave Me Behind von K. M. Moronova bringt alles mit, was mein Leserinnenherz für intensive Geschichten schlägen lässt: Dark Romance, Military-Setting, Enemies to Lovers und Forced Proximity. Eine Mischung, die gefährlich gut funktioniert – und mich emotional ziemlich mitgenommen hat.

Im Mittelpunkt steht Nell Gallows, eine Scharfschützin, die nach einem Einsatz, der in einer Tragödie endet, in eine berüchtigte Spezialeinheit versetzt wird: Malum. Diese Einheit ist nicht nur für ihre extremen Missionen bekannt, sondern auch dafür, Neuzugänge gnadenlos an ihre Grenzen zu treiben. Bevor dieser neue Albtraum beginnt, gönnt sich Nell eine letzte Nacht Freiheit – und verbringt sie ausgerechnet mit dem Mann, der sich später als ihr neuer Vorgesetzter entpuppt: Bradshaw.

Ab diesem Moment war ich komplett verloren.

Diese Geschichte lebt von ihrer düsteren Atmosphäre, den moralischen Grauzonen und vor allem von der Dynamik zwischen Nell und Bradshaw. Ihre Beziehung ist alles andere als gesund, voller Spannungen, Machtspiele und innerer Zerrissenheit. Es ist dieses permanente Hin- und Her zwischen Abstoßung und Anziehung, zwischen „Ich sollte dich hassen“ und „Ich kann mich dir nicht entziehen“, das das Buch so unglaublich fesselnd macht.

Bradshaw war für mich das emotionale Zentrum der Geschichte. Kontrolliert, brutal, verschlossen – und doch mit Rissen, die man mit jeder Seite ein bisschen mehr spürt. Seine leise Verletzlichkeit hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hätte. Nell steht ihm dabei in nichts nach: stark, widersprüchlich, innerlich zerrissen und trotzdem entschlossen. Zwei gebrochene Figuren, die aufeinandertreffen und sich gegenseitig spiegeln – und genau daran fast zerbrechen.

Auch das Militär-Setting hat mich überzeugt. Es ist rau, beklemmend und durchgehend atmosphärisch. Die Einsätze sind intensiv beschrieben, stellenweise brutal und nichts für schwache Nerven. Die Spannung hält konstant an, und obwohl man manche Entwicklungen erahnen kann, gab es mehrere Wendungen, die mich kalt erwischt haben. Besonders zum Ende hin hat mich die Geschichte emotional komplett abgeholt. Ich habe mitgefiebert, geschluckt, Tränen verdrückt – und das Buch viel zu lange nicht aus der Hand gelegt, obwohl mir klar war, dass ich es am nächsten Morgen bereuen würde.

Ja, es ist Dark Romance. Ja, es gibt Spice – und der ist definitiv nicht sanft. Aber für mich war er stimmig und gut eingebettet. Nichts fühlte sich überflüssig oder reißerisch an, sondern passte zur Dynamik dieser beiden Figuren. Gerade weil Nell und Bradshaw so kaputt sind, ergibt vieles Sinn, auch wenn es unbequem ist. Und genau das schätze ich an gut geschriebener Dark Romance: Wenn sie nicht nur schockieren will, sondern etwas erzählt.

Unterm Strich hat mich Leave Me Behind wirklich überzeugt. Es ist düster, emotional, fordernd und alles andere als eine Wohlfühllektüre. Aber genau das macht es so stark. Es ist eine Geschichte, die weh tut, die Fragen aufwirft und einen trotzdem hoffen lässt. Eine, bei der man sich ständig fragt, ob das alles noch richtig ist – und trotzdem weiterlesen muss.

⭐️ 4 von 5 Sternen

Ein Buch, das nicht loslässt. Nicht, weil es schön ist – sondern weil es ehrlich dunkel ist.


„Cursed King TuT: (K)Ein Märchen aus Blut und Sand“ von Noira Händel

Seit ich als Kind zum ersten Mal Die Mumie gesehen habe, lässt mich Ägypten nicht mehr los. Pharaonen, Pyramiden, Hieroglyphen, diese Mischung aus Geschichte, Mythos und uraltem Zauber – das hat mich schon immer fasziniert. Ägypten fühlt sich an wie ein Ort, an dem Geheimnisse nicht einfach vergangen sind, sondern nur schlafen. Und genau deshalb ist es doch eigentlich das perfekte Setting für eine Horrorgeschichte. Oder?

Mit „Cursed King TuT: (K)Ein Märchen aus Blut und Sand“ von Noira Händel bin ich genau mit dieser Erwartung gestartet – und dann ganz anders abgeholt worden, als gedacht.

Die Geschichte greift einen der bekanntesten Mythen der Welt auf: den Fluch des Pharaos. Tutanchamun, seine goldene Totenmaske, sein rätselhafter Tod – Unfall, Krankheit, Mord oder doch etwas Übernatürliches? Das Buch spielt mit all diesen Fragen und verwebt Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise, die neugierig macht. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die eher ungewollt zur Schlüsselfigur eines uralten Grauens wird – eines Fluchs, der weniger mit Mumien und mehr mit menschlichen Abgründen zu tun hat.

Der Einstieg ist ruhig, fast unscheinbar. Nora besucht gemeinsam mit ihrer besten Freundin Kat eine Ausstellung über das alte Ägypten. Viel Atmosphäre, viel Neugier, viel Vorfreude auf das, was noch kommen könnte. Lange Zeit fühlte sich das Buch für mich eher wie ein Drama-Abenteuer an als wie ein Horrorroman. Und das war tatsächlich sehr schön geschrieben. Ich bin gern mit den Figuren gegangen, habe die Stimmung genossen, die Bilder im Kopf entstehen lassen. Gleichzeitig musste ich aber auch feststellen: Meine Horror-Erwartung wurde zunächst nicht erfüllt.

Und dann kamen die letzten Seiten.

Plötzlich zieht die Geschichte brutal an. Erst ganz am Ende ändert sich der Ton radikal. Die letzten Seiten sind hart, unangenehm und gnadenlos. Hier zeigt sich der eigentliche Horror – nicht durch Flüche oder Mumien, sondern durch das, was Menschen einander antun können. Gewalt, Kontrollverlust und Vergeltung stehen plötzlich im Fokus und kippen die Geschichte in eine düstere, fast schon brutale Richtung. Dieser Teil hat mich eiskalt erwischt.

Gleichzeitig war das auch mein größter Kritikpunkt: Genau dort, wo es für mich richtig intensiv wurde, endet das Buch. Ich hätte mir gewünscht, diesen finalen Abschnitt weiter auszubauen und den Konsequenzen mehr Raum zu geben. Stattdessen bleibt ein Gefühl von „Da wäre noch so viel möglich gewesen“.

Das war für mich gleichzeitig Stärke und Schwäche des Buches. Ich hätte mir gewünscht, diesen finalen Teil noch weiter auszukosten, tiefer einzutauchen, zu sehen, was nach dem Ende passiert. Denn genau dort hätte der Horror für mich erst richtig begonnen.

Was mir jedoch sehr gefallen hat, ist der Stil der Autorin. Noira Händel schreibt klar, schnörkellos und mit einem guten Gespür für Dramaturgie. Ihre Sprache ist einfach, aber wirkungsvoll, sie verliert sich nicht in unnötigen Nebenhandlungen und behält ihre Geschichte stets unter Kontrolle. Das liest sich schnell, flüssig und ohne Längen – perfekt für zwischendurch.

Unterm Strich ist „Cursed King TuT“ für mich ein Horror-Mystery-Roman, der weniger auf klassischen Grusel setzt, sondern auf menschliche Abgründe, Schmerz und Konsequenzen. Nicht ganz das, was ich erwartet hatte – aber definitiv etwas Eigenständiges. Und vor allem ein Buch, das neugierig auf mehr macht.

Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten.

3,5 von 5 Sterne


Mein Lesejahr-Highlight: Warum mein PocketBook plötzlich dazugehört

Wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, schaut man automatisch zurück. Auf all die Bücher, die einen begleitet haben. Auf Highlights, Enttäuschungen, Lieblingsfiguren – und manchmal auch auf Dinge, von denen man nie gedacht hätte, dass sie einmal dazugehören würden.

Für mich war eines dieser überraschenden Highlights in diesem Jahr ganz klar: mein PocketBook. Mein erster E-Reader.

Und glaubt mir: Ich war lange Zeit absolut im Team „echte Bücher“. Gedruckte Seiten, der Geruch von Papier, das Umblättern, das Regal voller Geschichten – das alles liebe ich nach wie vor. Ein E-Reader konnte für mich nie ein Ersatz sein. Wollte er aber am Ende auch gar nicht.

Irgendwann kam dann doch dieser Moment, in dem ich gemerkt habe: Lesen verändert sich. Mein Alltag verändert sich. Und warum sollte ich mich dem komplett verschließen? Hörbücher begleiten mich schon lange, vor allem unterwegs. Und genau dort – auf Reisen, im Urlaub, im Bett, auf dem Sofa – hat mein PocketBook plötzlich seinen Platz gefunden.

Er ersetzt meine Bücher nicht. Aber er ergänzt sie auf eine Weise, die ich vorher völlig unterschätzt habe.

Was ich besonders liebe: das Lesen bei schlechtem Licht. Dieses sanfte, augenschonende Leuchten, wenn es draußen dämmert oder abends schon dunkel ist. Kein Hantieren mehr mit Lampen, kein ungünstiger Schattenwurf, kein Zusammenkneifen der Augen. Lesen wird dadurch einfach entspannter – gerade abends.

Auch unterwegs ist das PocketBook ein Geschenk. Mehrere Bücher immer dabei, ohne schweres Gepäck. Spontan ein neues Buch anfangen? Kein Problem. Und plötzlich lese ich auch wieder mehr zwischendurch – ein paar Seiten hier, ein Kapitel dort.

Ein ganz besonderes Extra ist für mich aber die Community. Teil des PocketBook-Bloggerteams zu sein, bedeutet nicht nur Technik zu nutzen, sondern auch Austausch. Leserunden, gemeinsame Diskussionen, kleine Überraschungen im Briefkasten – all das schafft Nähe und Verbundenheit unter Menschen, die dieselbe Leidenschaft teilen: Geschichten.

Am Ende dieses Jahres kann ich ehrlich sagen: Meine Liebe zu gedruckten Büchern ist ungebrochen. Aber mein PocketBook hat sich leise, unaufdringlich und ganz selbstverständlich in mein Leseleben geschlichen – und dort seinen festen Platz gefunden.

Und jetzt interessiert mich eure Meinung:

Seid ihr Team Papier und Buchregal?

Oder habt ihr dem E-Reader längst einen Platz in eurem Alltag gegeben?

Oder vielleicht beides – so wie ich inzwischen?

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen 📚✨