Nachdem mich der erste Band von House of Zodiac schon so in seinen Bann gezogen hatte, war für mich völlig klar: Ich muss wissen, wie es weitergeht. Und genau dieses Gefühl – dieses „Ich will zurück in diese Welt“ – war sofort wieder da, als ich zu „Kometenschauer“ von Nicole Böhm gegriffen habe.
Der Einstieg gelingt dabei fast nahtlos. Gerade einmal eineinhalb Wochen sind vergangen, und doch fühlt es sich an, als wäre man nie wirklich weg gewesen. Ich war direkt wieder mittendrin – in dieser besonderen Welt, in der Sternzeichen mehr sind als nur ein Symbol, sondern echte Macht bedeuten.
Jupiter steht erneut im Zentrum der Geschichte, und ich mochte sie auch hier wieder unglaublich gern. Sie ist stur, entschlossen und vor allem jemand, der nicht einfach wegschaut. Gerade dieser innere Antrieb – dieses Gefühl, handeln zu müssen, wenn etwas falsch läuft – macht sie so greifbar. Dass sie zurück nach Zodiac will, um Keeran zu retten, ist keine heldenhafte Entscheidung aus Pflichtgefühl, sondern eine zutiefst persönliche. Und genau das macht ihre Reise so intensiv.
Doch kaum ist sie zurück, kippt die Situation. Plötzlich ist sie nicht mehr nur Beobachterin oder Teil der Ereignisse – sie wird selbst zur Gejagten. Diese Wendung bringt sofort Spannung rein und sorgt dafür, dass man sich als Leser kaum eine Pause gönnen kann.
Am Anfang hatte ich kurz das Gefühl, dass die vielen Perspektivwechsel das Tempo ein wenig ausbremsen. Es dauert einen Moment, bis sich alles wieder sortiert. Aber sobald Jupiter und Adrian in Zodiac ankommen, war ich komplett gefangen in der Geschichte. Ab da gab es für mich kaum noch ein Weglegen.
Besonders gefallen hat mir, wie vielschichtig die Figuren gezeichnet sind. Nox, der nach den Ereignissen des ersten Bandes alles verloren hat, entwickelt sich auf eine Weise weiter, die ich unglaublich spannend fand. Seine Suche nach Antworten – nach seiner Herkunft, nach der Bedeutung seines Tattoos – bringt eine ganz eigene Dynamik in die Handlung.
Auch die zusätzlichen Perspektiven, vor allem von Cyan und Eryx, haben der Geschichte eine neue Tiefe gegeben. Beide sind keine klassischen Sympathieträger, und genau das macht sie so interessant. Ihre Beweggründe, ihre inneren Konflikte, ihre Entscheidungen – all das bewegt sich in einer Grauzone, die man nicht so einfach einordnen kann.
Und dann ist da natürlich die Welt selbst. Zodiac wird im zweiten Band noch einmal deutlich erweitert. Während wir im ersten Teil vor allem das Haus des Ostens kennengelernt haben, öffnet sich die Geschichte jetzt weiter – neue Orte, neue Strukturen, neue Einblicke. Besonders das Haus des Südens hat mich neugierig gemacht. Man merkt einfach, wie viel Potenzial in dieser Welt steckt.
Die Magie rund um die Sternzeichen bleibt dabei eines meiner absoluten Highlights. Ich finde die Idee nach wie vor unglaublich spannend, und im zweiten Band wird sie noch weiter vertieft. Gleichzeitig kommen neue Fragen auf – gerade durch Jupiters Verbindung zum Amulett und die Rätsel, die ihr begegnen.
Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass dieser Band etwas ruhiger aufgebaut ist als der erste. Weniger „große Knalle“ am Anfang, dafür mehr Entwicklung, mehr Aufbau, mehr Tiefe. Aber genau das hat für mich gut funktioniert. Es war nie langweilig – im Gegenteil. Die Geschichte zieht einen langsam, aber sicher immer tiefer hinein.
Und dann dieses Ende…
Ich saß wirklich da und musste das erst einmal sacken lassen. Eine Wendung, mit der ich so nicht gerechnet hätte – und genau diese Art von Überraschung liebe ich. Dieses Gefühl, dass die Geschichte nochmal alles auf den Kopf stellt und man einfach nur denkt: Was kommt bitte als Nächstes?
Für mich ist „Kometenschauer“ ein mehr als gelungener zweiter Band. Vielleicht nicht ganz so „explosiv“ wie der Auftakt, aber dafür emotionaler, vielschichtiger und mit einer Welt, die immer weiter wächst.
Ich liebe diese Reihe für ihre Idee, ihre Charaktere und dieses ganz besondere Setting. Und ja – ich kann es kaum erwarten, wieder nach Zodiac zurückzukehren.
4 von 5 Sternen ⭐️ – und eine ganz klare Empfehlung für alle, die Romantasy mit außergewöhnlichem Worldbuilding lieben.
