Neues Jahr, neue Buchvorsätze.
Oder wie ich es nenne: dieselben guten Absichten, nur mit frischem Kalenderblatt und minimaler Selbstlüge.
Kaum ist das neue Jahr da, schleichen sie sich an – die großen literarischen Pläne. Weniger kaufen, mehr lesen. Den SuB abbauen. Endlich. Spoiler: Mein SuB hat dazu noch keine Stellungnahme abgegeben, aber ich vermute, er fühlt sich sehr sicher. Zu sicher.
Vielleicht wollen wir dieses Jahr ja auch mutig sein. Neue Genres ausprobieren. Endlich mal zu den Büchern greifen, die wir seit Jahren „irgendwann bestimmt“ lesen wollten. Science-Fiction, obwohl wir bei Raumschiffen sonst sofort aussteigen. Romance, obwohl wir schwören, dass wir „eigentlich gar nicht so romantisch sind“. Oder Fantasy, obwohl wir uns immer noch nicht sicher sind, ob wir uns Drachen-Namen merken können.
👉 Wollt ihr 2026 weniger Bücher kaufen und dafür mehr lesen?
👉 Oder gehört ihr zu denen, die tapfer versuchen, den SuB abzubauen – wissend, dass er meist schneller wächst, als man „nur noch ein Kapitel“ sagen kann?
👉 Plant ihr, neue Genres auszuprobieren? Vielleicht endlich mal Science-Fiction, obwohl ihr sonst lieber in Fantasywelten versinkt? Oder Romance, obwohl ihr euch immer wieder schwört, dass euer Herz das eigentlich nicht aushält?
👉 Oder gibt es Genres, von denen ihr euch endgültig verabschiedet habt?
Und dann gibt es die andere Fraktion: Genres endgültig abschwören. Weil man gelernt hat, dass manche Bücher einfach nicht das eigene Herz treffen – und das ist auch völlig okay.
Ein weiterer Klassiker unter den Vorsätzen: bewusster kaufen. Vielleicht öfter gebraucht. Vielleicht mit Patina, Eselsohren und dem leisen Gefühl, dass dieses Buch schon einmal geliebt wurde. Oder gezielt kleine Buchhandlungen unterstützen, statt reflexartig bei den großen Ketten zu landen. Bücher kaufen als kleine Liebeserklärung – nicht als Klick aus Gewohnheit.
👉 Kauft ihr lieber gebraucht – mit Eselsohren, Geschichte und dem Gefühl, dass dieses Buch schon einmal geliebt wurde?
👉 Oder wollt ihr dieses Jahr bewusster kleine Buchhandlungen unterstützen, statt bei den großen Ketten zu landen?
👉 Lest ihr eher schnell, weil ihr wissen müsst, wie es ausgeht – oder nehmt ihr euch vor, langsamer zu lesen, um länger in einer Geschichte zu bleiben?
👉 Und ganz ehrlich: Wollt ihr euer Leseherz öfter schützen oder euch auch 2026 wieder hemmungslos in Bücher verlieben?
Und dann wären da noch die emotionalen Vorsätze. Das Herz nicht so schnell verschenken. Nicht jedem Hype blind hinterherlaufen. Bücher nicht nur zu verschlingen, sondern sie wirklich zu lesen. Langsamer. Aufmerksamer. Damit man länger etwas davon hat. Damit Geschichten nachhallen dürfen, statt direkt vom nächsten Stapel verdrängt zu werden.
Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Regeln oder Zahlen. Nicht um „x Bücher pro Jahr“ oder „y Seiten pro Tag“. Vielleicht geht es darum, Lesen wieder als das zu sehen, was es sein soll: Zuflucht, Abenteuer, Pause, Zuhause. Ohne Druck. Ohne Vergleich. Ohne schlechtes Gewissen.
Kein richtig, kein falsch.
Nur Neugier, Buchliebe und ganz viele unterschiedliche Wege, Geschichten zu erleben.
Ich bin gespannt: Welche Buchvorsätze begleiten euch ins neue Jahr? 📚✨
