Enemies to Lovers trifft auf nordisch inspirierte Mythologie.
Mal ehrlich: Wen wundert es da noch, dass wir alle sehnsüchtig auf Band 2 gewartet haben?
‚Broken Souls and Bones – Verraten. Verbunden. Verführt‘ von LJ Andrews.
Nachdem mich der erste Band komplett in seinen Bann gezogen hatte und mit diesem Ende zurückließ, war für mich sofort klar, dass ich unbedingt wissen musste, wie es mit Lyra und Roark weitergeht. Und ich glaube, genau da lag auch die größte Stärke dieses zweiten Bandes: Die Geschichte setzt genau bei dem Punkt an, der uns nach Band 1 alle beschäftigt hat.
Dem Verrat. Denn nachdem Roark Lyra im ersten Teil verraten hat, stand natürlich die große Frage im Raum: Wie soll man von hier aus überhaupt noch zurückfinden?
Wie soll daraus wieder Vertrauen entstehen?
Und vor allem: Wie soll daraus noch eine Liebesgeschichte werden, an die man als Leser glaubt? Genau diese Dynamik hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht.
Relativ schnell wird klar, dass die Dinge deutlich komplizierter sind, als sie zunächst erschienen. Roarks Entscheidungen hatten andere Hintergründe, als Lyra vermutet. Das macht seinen Verrat nicht automatisch ungeschehen, aber es sorgt dafür, dass man ihn plötzlich mit ganz anderen Augen betrachtet.
Und genau das mochte ich unglaublich gern.
Denn Roark ist keine Figur, die einfach nur gut oder böse ist. Er steckt zwischen Loyalitäten, Erwartungen und Verpflichtungen fest. Als Prinz trägt er eine Verantwortung, die ihn immer wieder zwingt, Entscheidungen zu treffen, die er selbst eigentlich gar nicht treffen möchte.
Man spürt förmlich, wie sehr ihn seine Rolle einengt. Besonders der Einfluss der Königin spielt dabei eine große Rolle. Immer wieder wird deutlich, dass Roark längst nicht so frei handeln kann, wie er gerne würde.
Und genau diese innere Zerrissenheit macht ihn als Figur für mich so spannend.
Lyra hingegen entwickelt sich ebenfalls weiter.
Nach allem, was passiert ist, kann sie nicht einfach weitermachen wie zuvor. Sie muss lernen, mit ihrer Magie umzugehen, ihren Platz in dieser Welt zu finden und gleichzeitig herauszufinden, wem sie überhaupt noch vertrauen kann.
Gerade diese Unsicherheit zwischen ihr und Roark hat mir richtig gut gefallen. Denn die Geschichte macht es sich nicht leicht.
Da wird nichts einfach vergeben, nichts schnell vergessen und genau deshalb wirken viele emotionale Momente umso stärker.
Wer Enemies to Lovers liebt, bekommt hier genau die Art von Dynamik, die man sich wünscht: Schmerz, Misstrauen, Anziehung, Wut und dieses ständige Hin und Her zwischen Herz und Verstand.
Und ja … ich habe jede einzelne Seite davon geliebt. Besonders schön fand ich außerdem, dass die Geschichte wieder eine unglaublich atmosphärische Kulisse bietet.
Mit Dravenmoor bekommt die Handlung erneut etwas Düsteres und Geheimnisvolles. Diese Welt fühlt sich rau, gefährlich und gleichzeitig faszinierend an. Überhaupt schafft LJ Andrews es wieder mühelos, eine Atmosphäre aufzubauen, in der man sich komplett verlieren kann.
Dazu kommt die nordisch inspirierte Mythologie, die für mich weiterhin eines der spannendsten Elemente der Reihe bleibt.
Sie sorgt dafür, dass sich die Geschichte trotz bekannter Tropes nie beliebig anfühlt. Stattdessen entsteht eine Fantasywelt, die ihren ganz eigenen Charakter besitzt.
Auch die Spannung kommt dabei nicht zu kurz.
Die Handlung entwickelt sich konstant weiter, neue Konflikte tauchen auf und immer wieder werden neue Geheimnisse enthüllt. Gleichzeitig bleibt aber auch genug Raum für die Figuren und ihre Beziehungen.
Und natürlich für die Romance.
Die Chemie zwischen Lyra und Roark war für mich erneut eines der Highlights des Buches. Gerade weil die beiden so viel miteinander durchgemacht haben, fühlen sich ihre gemeinsamen Szenen intensiv und emotional aufgeladen an.
Dazu kommt eine gute Portion Spice, die sich für mich stimmig in die Geschichte eingefügt hat und nie die eigentliche Handlung überschattet.
Auch die Nebenfiguren haben wieder ihren Teil dazu beigetragen, dass sich die Welt lebendig anfühlt.
Vor allem Emi und Kael habe ich unglaublich gern begleitet. Beide bringen ihre eigene Dynamik mit und sorgen immer wieder dafür, dass die Geschichte zusätzliche Tiefe bekommt.
Das Ende fiel dieses Mal überraschend ruhig aus.
Normalerweise liebe ich große Eskalationen und Cliffhanger, aber hier hat mir dieser Abschluss tatsächlich sehr gut gefallen. Nach all den Ereignissen wirkte er passend und hat dem Band einen runden Abschluss gegeben.
Broken Souls and Bones konnte mich genauso fesseln wie der erste Band. Die Mischung aus nordisch inspirierter Mythologie, emotionaler Enemies-to-Lovers-Dynamik, düsterer Atmosphäre und spannender Fantasy hat für mich wieder hervorragend funktioniert. Besonders Lyra und Roark haben mich mit ihrer komplizierten Geschichte durch die Seiten getragen und dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Wer Band 1 geliebt hat, wird auch diese Fortsetzung verschlingen.
4,5 von 5 🖤
