Mein SuB - pure Bücherliebe

Es gibt diesen ganz speziellen Moment, den vermutlich nur Menschen kennen, die Bücher nicht einfach lesen, sondern fühlen. Dieser Moment, in dem ein Gedanke plötzlich laut wird: Das Buch muss ich haben. Unbedingt. Sofort. Jetzt. Keine Diskussion, keine Vernunft, kein Blick auf den SuB, der irgendwo im Hintergrund leise hustet. Das Buch zieht ein – feierlich, voller Vorfreude, mit diesem kleinen Kribbeln, das nur neue Geschichten auslösen können. Und dann? Dann steht es da. Im Regal. Auf dem SuB. Und wartet. Wochen. Monate. Manchmal länger.

Wer kennt es? Ich bin mir ziemlich sicher: Das versteht nur ihr. Die, die ähnlich ticken. Die, für die das keine Büchersucht ist, sondern pure, ehrliche Bücherliebe.

Natürlich gibt es diese Stimmen. „Was? Du hortest doch einfach nur Bücher!“ Nein. Ganz klares Nein. Ich horte keine Bücher. Ich sammle Möglichkeiten. Gefühle. Zukünftige Abende, an denen ich genau diese Geschichte brauchen werde. Denn Bücher sind nicht einfach Papier zwischen zwei Deckeln. Sie sind Orte. Zufluchten. Manchmal Rettungsboote.

Habt ihr schon einmal ein Buch gelesen – oder eine ganze Reihe – bei der ihr euch wünschtet, sie würde niemals enden? Dieses Gefühl, wenn man merkt: Das hier ist mehr als eine Geschichte. Es fühlt sich an wie Zuhause. Wie Familie. Wie ein sicherer Ort, in den man fliehen kann, wenn draußen im echten Leben alles zu laut, zu schnell, zu viel wird. Genau diese Bücher sind gefährlich. Und kostbar. Und genau deshalb liest man sie nicht einfach so nebenbei weg.

Bei mir steht zum Beispiel die Throne of Glass-Reihe brav im Regal. Wunderschön. Vollständig. Und ich habe… drei Bände gelesen. Drei. Der Rest wartet. Absichtlich. Ganz bewusst. Ich spare sie mir auf. Wie ein gutes Dessert. Wie einen besonderen Moment, den man nicht verschwenden will. Und von dieser Sorte Bücher habe ich einige. Geschichten, bei denen ich weiß: Wenn ich sie anfange, will ich nichts anderes mehr. Also warte ich. Nicht aus Desinteresse – sondern aus Respekt.

Und irgendwann wird dieser Moment kommen. Der richtige. Ich habe davon einige Bücher.

Geschichten, von denen ich weiß: Wenn ich sie lese, will ich nichts anderes mehr. Und deshalb warte ich. Auf den richtigen Moment. Auf die richtige Stimmung. Wie der letzte Urlaubstag. Wie ein Versprechen an mich selbst.

Auf den Tag, an dem ich genau dieses Zuhause brauche.

Und irgendwann wird dieser Moment kommen.

Dann ziehe ich das Buch aus dem Regal.

Mache es mir gemütlich.

Und tauche ein.

Nicht hastig. Nicht nebenbei.

Sondern voller Genuss.

Und genau deshalb dürfen manche Bücher warten.

Weil sie es wert sind. 📚✨