Vampire. Götter. Unterwelt.
Wenn all das aufeinandertifft, bin ich sofort verloren – und genau deshalb zählt Crowns of Nyaxia für mich zu den Romantasy-Reihen, die ich von ganzem Herzen feiere. Diese Bücher sind düster, episch, grausam und gleichzeitig voller Gefühl. Und mit „The Fallen and the Kiss of Dusk“ endet nun die Geschichte von Mische und Asar – ein Finale, das noch einmal alles auffährt: Opfer, Liebe, Verrat und den ewigen Kampf gegen das Schicksal.
Carissa Broadbent – The Fallen and the Kiss of Dusk (Crowns of Nyaxia, Band 4)
Dieses Buch ist kein Standalone – und das ist auch gut so. Alles, was hier passiert, baut auf den vorherigen Bänden auf, auf Entscheidungen, Verlusten und Bindungen, die sich über mehrere Bücher hinweg entwickelt haben. Wer diese Reise nicht von Anfang an gegangen ist, wird niemals dieselbe emotionale Wucht spüren wie jemand, der jeden Schritt mitgegangen ist.
Mische hat das ultimative Opfer gebracht. Um die zu retten, die sie liebt, hat sie die Welt in ewige Nacht gestürzt – und sich selbst den Göttern ausgeliefert. Asar hingegen wird von Rache, Schuld und Verzweiflung angetrieben, während er verzweifelt nach ihr sucht. Als ihnen ein letzter, grausamer Weg zur Erlösung angeboten wird, bleibt keine Wahl: Sie müssen das Unmögliche wagen, die Macht des Todesgottes an sich reißen und einen Preis zahlen, den selbst Götter fürchten.
Carissa Broadbents Schreibstil ist erneut unglaublich emotional, bildgewaltig und intensiv. Ihr Worldbuilding ist komplex, düster und so lebendig, dass man das Gefühl hat, mitten durch die Unterwelt zu wandern – begleitet von alten Freunden, erbitterten Feinden und der ständigen Angst, dass alles jederzeit zerbrechen könnte. Die Reise durch die Welten der Sterblichen und Unsterblichen ist voller Gefahren, Intrigen und schmerzhafter Entscheidungen, während sich im Hintergrund ein Krieg der Götter zusammenbraut.
Nach meinem persönlichen Highlight „The Songbird and the Heart of Stone“ war meine Erwartungshaltung extrem hoch. Und ja – ich war nach wenigen Seiten wieder komplett in diesem Universum gefangen. Die emotionale Tiefe, mit der Broadbent Mische und Asar zeichnet, ist beeindruckend. Ihre Perspektiven wechseln sich ab und lassen uns jede Angst, jede Hoffnung, jede innere Zerrissenheit spüren. Ich habe mit ihnen gelitten, gezweifelt, gehofft – und manchmal auch einfach nur still weitergelesen, weil es sich so echt angefühlt hat.
Besonders schön war das Wiedersehen mit bekannten Figuren: Oraya und Raihn, aber auch Vincent, Orayas Vater, bringen zusätzliche emotionale Schwere und Nostalgie in die Geschichte. Diese Verbindungen machen das Crowns of Nyaxia-Universum so besonders – alles greift ineinander, nichts fühlt sich zufällig an.
Ganz ehrlich muss ich aber auch sagen: Der Mittelteil hatte für mich einige Längen. Er konnte nicht ganz mit der Intensität des Anfangs und des Endes mithalten, was ich sehr schade fand. Dafür entschädigt der Showdown. Der ist packend, dramatisch und voller Twists – einer davon kam für mich völlig unerwartet und hat mir den Atem geraubt. Mein Puls war zum Ende hin definitiv auf Anschlag.
Unterm Strich ist „The Fallen and the Kiss of Dusk“ ein würdiger Abschluss für Mische und Asar. Nicht ganz so überwältigend wie der Vorgänger, aber dennoch emotional, episch und tief verwurzelt in einer Welt, die ich nur ungern verlasse. Und ganz ehrlich: Meine Liebe zu dieser Reihe ist ungebrochen. Jetzt blicke ich voller Vorfreude auf Septimus’ Geschichte – denn wenn Carissa Broadbent eines kann, dann ist es, uns mit jeder neuen Figur erneut in den Abgrund zu ziehen.
⭐️⭐️⭐️⭐️ 4/5 Sterne
Große Liebe für eine epische, düstere und emotional aufwühlende Romantasy-Reihe, die mir noch lange im Herzen bleiben wird. 🩸✨
