Thriller-Rückblick November

Zwischen Gänsehaut, Melancholie und stiller Spannung

Der November war nicht nur magisch, sondern auch dunkel, kalt und nervenaufreibend – genau die richtige Zeit für Thriller. In diesem Monat habe ich mich durch unterschiedlichste Spielarten der Spannung gelesen: warmherzige Cosy Crimes, forensische Ermittlungen, psychologische Abgründe und leise, nachhallende Krimis. Nicht jedes Buch wollte schocken – manche wollten vielmehr unter die Haut gehen. Und genau das hat diesen Thriller-Monat so besonders gemacht.


Richard Osman – 

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code

⭐ 4 / 5

Ein Wiedersehen mit alten Freunden. Humorvoll, warmherzig und klug erzählt, auch wenn der eigentliche Kriminalfall stellenweise hinter den zwischenmenschlichen Geschichten zurücktritt. Kein Hochspannungsthriller, aber ein charmanter, melancholischer Cosy Crime, der einfach gut tut.


A. K. Turner – 

Was die Toten sehen

⭐ 4 / 5

Der vierte Band der Cassie-Raven-Reihe hat mich wieder voll abgeholt. Forensisch, düster, sehr britisch und mit konstantem Spannungslevel. Kein lauter Thriller, aber clever konstruiert und mit einem überraschend abgründigen Ende.


Catherine Shepherd – 

Verstummte Narben

⭐ 4,5 / 5

Ein atmosphärischer, eiskalter Thriller und für mich einer der stärksten Bände der Julia-Schwarz-Reihe. Der Einstieg ist unheimlich, der Weg dorthin extrem packend. Lediglich das sehr schnelle Ende lässt minimal Luft nach oben.


Harlan Coben & Reese Witherspoon – 

Ohne ein letztes Wort

⭐ 3 / 5

Eine spannende Grundidee, solide umgesetzt – aber ohne den typischen Coben-Wow-Effekt. Gut lesbar und unterhaltsam, bleibt jedoch eher an der Oberfläche und wirkt stellenweise glatt.


Michael Robotham – 

Die weiße Krähe

⭐ 3,5 / 5

Ein psychologisch tiefgehender Kriminalroman mit starken Figuren. Weniger Thriller, mehr Charakterstudie. Ruhig, atmosphärisch und menschlich – nicht Robothams stärkstes Buch, aber absolut lesenswert.


Simon Beckett – 

Knochenkälte

⭐ 5 / 5

Ein meisterhaft erzählter siebter Fall für David Hunter. Düster, intelligent, langsam eskalierend und voller Atmosphäre. Kein Effekthascherei-Thriller, sondern Spannung mit Substanz. Für mich ein echtes Highlight.


Jussi Adler-Olsen – 

Tote Seelen singen nicht

⭐ 4 / 5

Ein leiser, intensiver elfter Band für das Sonderdezernat Q. Weniger Action, mehr Tiefe, Abschied und Neuanfang. Ein Thriller, der nicht schreit, sondern lange nachklingt.

Der Thriller-November war vielseitig: von gemütlich-klug bis eiskalt-intensiv, von humorvoll bis tief melancholisch. Nicht jedes Buch wollte mich atemlos machen – aber viele haben mich genau dort berührt, wo Spannung am stärksten wirkt: im Kopf und im Gefühl.

Welche Thriller haben euch im November begleitet?

Und mögt ihr es lieber laut und brutal – oder leise und psychologisch?