Bad Bishop von L. J. Shen

Ich muss ehrlich sagen: Damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet.

Ich bin an „Bad Bishop“ eher mit gemischten Erwartungen herangegangen. Mafia Romance ist schließlich ein Genre, bei dem für mich immer die Gefahr besteht, dass es entweder zu überzogen oder zu klischeehaft wird. Aber dieses Buch hat mich tatsächlich positiv überrascht.

Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen.

Im Mittelpunkt stehen Lila Ferrante, eine Mafiaprinzessin, deren Ruf zerstört wurde, und Tiernan Callaghan, der Anführer des irischen Syndikats und gleichzeitig der größte Feind ihrer Familie. Eine arrangierte Ehe zwischen zwei Menschen, die sich eigentlich hassen müssten? Genau das verspricht jede Menge Konflikte – und die bekommt man auch.

Was mir besonders gut gefallen hat, war die Entwicklung der beiden.

Lila wächst im Laufe der Geschichte immer mehr über sich hinaus. Anfangs wirkt sie noch unsicher und gefangen in den Erwartungen anderer, doch mit jeder Seite gewinnt sie an Stärke und Selbstvertrauen. Sie lernt, für sich einzustehen und ihren eigenen Weg zu gehen. Gerade diese Entwicklung fand ich unglaublich schön mitzuerleben.


Auch Tiernan macht eine Veränderung durch.

Er beginnt als der typische kalte, berechnende Mafia-Boss, doch nach und nach bekommt seine Figur immer mehr Facetten. Gerade das Zusammenspiel zwischen den beiden hat mir richtig gut gefallen. Sie verändern sich gegenseitig, wachsen gemeinsam an ihren Herausforderungen und entdecken Seiten aneinander, mit denen sie selbst wohl nie gerechnet hätten.

Besonders der Epilog hat mir noch einmal gezeigt, wie weit Lila gekommen ist.

Das, was sie dort sagt, habe ich ihr zu hundert Prozent abgenommen. Genau deshalb fühlte sich ihr Weg für mich rund an. Sie verlässt die Geschichte nicht mehr als dieselbe Frau, die sie am Anfang war.

Natürlich muss man sich bei einem Buch wie diesem bewusst machen, dass Mafia Romance reine Fiktion ist.

Realistisch ist daran vermutlich herzlich wenig – und genau das ist für mich auch völlig in Ordnung. Ich lese solche Geschichten nicht, weil sie realitätsnah sind, sondern weil sie unterhalten und mich für ein paar Stunden in eine völlig andere Welt entführen.

Ein kleines Highlight war für mich außerdem das Wiedersehen mit Sam Brennan.

Ich liebe es, wenn Autorinnen Figuren aus anderen Büchern noch einmal auftauchen lassen. Das sorgt einfach dafür, dass sich ihre Geschichten wie ein großes Universum anfühlen und man immer wieder bekannten Gesichtern begegnet. Solche kleinen Verbindungen machen mir beim Lesen unglaublich viel Spaß.

Und dann dieses Bonuskapitel …

Sagen wir es mal so: Achilles hätte ich am liebsten persönlich eine auf die Nase gegeben. 😅 Gleichzeitig hat genau dieses Kapitel natürlich perfekt funktioniert, weil es meine Neugier auf den nächsten Band enorm geweckt hat.

Jetzt freue ich mich nämlich riesig auf die Geschichte von Achilles und Tierney und bin gespannt, wie es weitergeht.

Für mich war „Bad Bishop“ definitiv eine positive Überraschung. Nicht perfekt, aber eine Mafia Romance, die mich gut unterhalten konnte und deren Figuren mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen sind.

🖤 4 von 5 Herzen